Bildung

83 Tests nach Corona-Fällen an Spandauer Schulen

Jeweils eine Lehrkraft an zwei Schulen waren positiv getestet worden. Ergebnisse werden in den nächsten 48 bis 72 Stunden erwartet.

Foto: pa

Berlin. Nachdem am Sonntag zwei Corona-Fälle an zwei Spandauer Grundschulen bekannt geworden waren, sind am Dienstag alle Kontaktpersonen aus den Einrichtungen auf das Virus getestet worden. Wie Spandaus stellvertretende Amtsärztin Inas Abdelgawad sagte, seien von allen Lehrkräften, Erziehern und Kindern, die im gleichen Zeitraum wie die beiden infizierten Pädagogen in den Schulen waren, Abstriche genommen worden. Insgesamt wurden so 15 Kinder und 68 Mitarbeiter getestet. Dabei galt nicht – wie im Normalfall –, dass Symptome Voraussetzung für einen Test sind.

„Die Erfahrung zeigt, dass Personen, die an SARS-CoV-2 positiv getestet wurden und symptomfrei sind, sogenannte Ausscheider sind“, sagte Abdelgawad. Unter diesen Begriff fallen laut Robert Koch-Institut Personen, die Erreger ausscheiden und so eine Ansteckungsquelle sein können, ohne selbst krank oder krankheitsverdächtig zu sein. „Deswegen haben wir die Entscheidung getroffen, alle anwesende Personen in diesem Zeitraum in der Schule abzustreichen“, so Abdelgawad. Ergebnisse werden in den nächsten 48 bis 72 Stunden erwartet.

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Verband äußert Kritik am Hygieneplan der Senatsbildungsverwaltung

Jeweils eine Lehrkraft der Grundschule am Weinmeisterhorn und der Grundschule am Birkenhain waren positiv auf das Virus getestet worden. Erstere Schule wurde daraufhin geschlossen, die Quarantäne gilt bis 21. Mai. Die Grundschule am Birkenhain blieb geöffnet, weil die infizierte Lehrkraft nur zu wenigen Schülern und Lehrern Kontakt hatte, die dann in Quarantäne geschickt wurden.

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Die Gesamtelternsprecherin der Grundschule am Weinmeisterhorn, Tatjana Keßler, äußerte sich positiv über den Umgang der Schule mit der Situation. „Die Schulleitung hat sehr schnell reagiert“, sagte sie, am Tag, nachdem das Testergebnis der Lehrkraft vorlag, seien die Eltern bereits informiert worden. Wichtig sei ihnen nur gewesen, dass auch das Hortpersonal auf das Virus getestet werde, das sollte aber geschehen, so Keßler. „Ich habe deshalb von den Eltern ein positives Feedback bekommen.“ Auch die Reinigung der Schule klappe aktuell – nach langen Problemen vor der Corona-Pandemie sehr gut. Sofern die Testergebnisse es zulassen, hoffe man, am Montag wieder mit dem Unterricht starten zu können.

Kritischer äußerte sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Der Hygienemasterplan der Senatsbildungsverwaltung reiche nicht aus, um Schüler und pädagogisches Personal nachhaltig vor einer Ansteckung zu schützen, teilte die Landesvorsitzende des VBE, Heidrun Quandt, mit. Die Corona-Fälle in Spandau seien ein Beispiel dafür, dass die Ansteckungsgefahr hoch bleibe, etwa durch die unterschiedliche Ausstattung mit Desinfektionsmitteln und Seife oder die fehlende Möglichkeit, die Klassenzimmer richtig zu lüften.

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