Pandemie

Das ist die neue Corona-Teststrategie in Berlin

Nach mehreren Wochen Diskussion hat der Berliner Senat am Dienstag eine neue Teststrategie beschlossen.

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Berlin möchte in etwa 14 Tagen mit stichprobenartigen Tests von nicht erkrankten Bürgern auf das Coronavirus beginnen. Das sieht das Test-Konzept vor, das der Senat nach meh­reren Wochen Diskussion am Dienstag beschlossen hat. Wer wann wo getestet werden soll, wird im Wesentlichen durch die Wissenschaftler der Charité und des städtischen Klinikkonzerns Vivantes entschieden, die im Rahmen einer Steuerungsrunde eingebunden werden sollen. Dabei ist auch der Chef-Virologe der Charité, Christian Drosten. Gleichwohl blieben am Dienstag einige Fragen offen, wie es konkret weitergeht. das Konzept stammt vom Institut für Public Health der Charité.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte, es gebe erhebliche Testkapazitäten, die in Berlin bisher nicht genutzt würden. Von den mehr als 58.000 möglichen Analysen pro Woche würden nur 36 Prozent ausgeschöpft. Bisher seien in Berlin seit Beginn der Pandemie 175.867 Personen auf Covid-19 getestet. Davon seien 4,7 Prozent positiv gewesen. Zudem habe es 11.588 Antikörpertests gegeben, die in vier Prozent der Fälle ein positives Ergebnis gebracht hätten.

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Corona-Tests: Fokus auf Altenheimen, Kitas, Schulen und Gastronomie

Nun sollen nicht nur Menschen mit Krankheitssymptomen getestet werden, sondern auch Gesunde. In den Fokus sollen vor allem Alten- und Pflegeheime, Kitas und Schulen, aber auch Polizei und Justiz sowie Gastronomie und Hotellerie genommen werden. „Überall dort, wo sich Kontakte nicht vermeiden lassen“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Die Teilnahme soll aber freiwillig sein.

Noch sei offen, wer die Tests für Gesunde bezahlen soll. Man warte auf eine Rechtsverordnung des Bundes, der die Kosten dafür den Krankenkassen übertrage, so die Gesundheitssenatorin. Falls sich das hinziehe, werde man aber auch finanziell in Vorleistung gehen. Nach ­Angaben von Krankenkassen kostet ein herkömmlicher PCR-Corona-Test knapp 80 Euro. Um die Tests abzuwickeln, will Berlin neben den acht bestehenden Ab­klärungsstellen in Krankenhäusern vier bis fünf weitere Untersuchungszentren einrichten.

Stichproben werden in bestimmten Abstand wiederholt

Kalayci versicherte, man werde sich bei der Umsetzung der Teststrategie auf die Empfehlungen der Fachleute verlassen. Derzeit sei weniger ein flächen­deckendes Screening geboten, sondern Stichproben, die in einem bestimmten Abstand wiederholt würden. Je nach Größe der jeweiligen Zielgruppen und ihrer Anfälligkeit, an Corona zu erkranken, könnten die Stichproben zwischen 800 und 4500 Personen umfassen.

Für Schulen und Kitas ist nach dem Konzept geplant, bis zum Sommer eine repräsentative Stichprobe an 30 Einrichtungen zu nehmen. Dazu sollen jeweils 40 Kinder oder Jugendliche und zehn Mitarbeiter getestet werden. An den Schulen werden zwei Klassen untersucht, eine aus einem unteren und eine aus einem höheren Jahrgang. Kinder zeigten einen „deutlich höheren Anteil milder oder asymptomatischer Verläufe als Erwachsene“, heißt es in dem Konzept. Solche unentdeckten Infektionen stellten eine besondere Gefahr für die Übertragung auf Risikogruppen dar.

Eine Querschnittserhebung ist in den 17 Pflegeheimen des städtischen Klinikkonzerns Vivantes geplant. Neu aufgenommene oder etwa aus dem Urlaub zurückkehrende Bewohner sollten auf jeden Fall getestet werden. Jeder Bewohner und Mitarbeiter soll täglich dokumentieren, ob Krankheitssymptome vorlägen. Wer huste oder schnupfe, muss sofort vom Dienst freigestellt werden.

In den Krankenhäusern sollen bei der Neuaufnahme alle Patienten untersucht werden. Wer als Mitarbeiter mit Covid-19-Patienten Kontakt hat, solle einmal die Woche einen Abstrich abgeben. Wer auf den Stationen wie Onkologie oder Geriatrie Risikogruppen bereut, muss sogar zweimal pro Woche ran.

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