Amokfahrt

Mann fährt Rollerfahrer um und flieht mit Roller im Kühler

Bei einer Amokfahrt bedrohte ein 43-Jähriger mehrere Menschen und verletzte einen Moped-Fahrer bei einem Unfall schwer.

Der 43 Jahre alte Mann fuhr mit dem Motorroller noch bis nach Brandenburg.

Der 43 Jahre alte Mann fuhr mit dem Motorroller noch bis nach Brandenburg.

Foto: Morris Pudwell

Die Amokfahrt eines 43-Jährigen durch den Süden Berlins endete am Sonntagabend in der Psychiatrie. Der Mann soll zwei Menschen bedroht, die Scheiben mehrerer Wagen eingeschlagen und einen Unfall verursacht haben, bei dem er einen Rollerfahrer schwer verletzte und mit dem Roller im Kühler floh. Der polizeibekannte Mann konnte erst in Brandenburg gestoppt werden, der Roller steckte immer noch im Kühler fest.

Gegen 21.45 Uhr soll der Mann zunächst an der Borussiastraße in Tempelhof vor der Wohnung seiner Nachbarin gestanden und sie durch die geschlossene Tür mit einem Messer bedroht haben. Diese reagierte nicht und rief die Polizei. Die fand den 43-Jährigen jedoch nicht in seiner Wohnung im selben Haus vor, da er inzwischen weggefahren war.

Etwa eine halbe Stunde später soll der Mann dann unweit seiner Wohnung an der Ecke Felix- und Götzstraße mit seinem Mazda in der Mitte der Fahrbahn auf das Auto einer 32-Jährigen zugefahren sein. Die wich nach rechts aus, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. „Plötzlich soll er seinen Wagen gestoppt und sich lautstark über den mangelnden Platz beschwert haben“, schreibt die Polizei. Dann soll er mit einer Machete auf die Frau zugestürmt sein, die schnell im Rückwärtsgang flüchtete. Der Angreifer stieg wieder ein und fuhr mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Colditzstraße.

Nur wenig später fuhr er dann in Marienfelde an der Ecke Großbeeren- und Daimlerstraße einen Rollerfahrer um, der an einer roten Ampel wartete. Der 53-Jährige wurde von seinem Gefährt geschleudert, erlitt bei dem Unfall mehrere Knochenbrüche und musste zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Mazdafahrer fährt mit stecken gebliebenem Roller weiter

Als die Rettungskräfte am Unfallort eintrafen, fanden sie den verletzten Rollerfahrer sowie unzählige über die Straße verteilte Lebensmittel vor. Das Moped selbst war aber nicht dort. Denn der Amokfahrer hatte seine Fahrt ohne zu bremsen fortgesetzt, wobei der Roller in der Front seines Wagens steckenblieb. Die Polizei verfolgte ihn, konnte den 43-Jährigen aber erst gegen 22.30 Uhr etwa vier Kilometer südlich auf der Bundesstraße 101 in Richtung Großbeeren in Brandenburg stoppen. „Am Fahrzeug fanden wir auch das eingekeilte Moped“, sagte ein Polizeisprecher.

Nach der Festnahme wurde der 43-Jährige, der nach Angaben eines Reporters vor Ort weder gerade stehen noch laufen konnte, der örtlichen Polizei übergeben. Die brachte ihn in der psychiatrischen Abteilung eines Brandenburger Krankenhauses unter. Dort wurde dem Mann auch Blut abgenommen, wobei nach Angaben des Polizeisprechers ein Alkoholwert von fast zwei Promille festgestellt wurde.

Bei der Festnahme des Amokfahrers fand sich Blut an seinen Händen und seiner Kleidung. Laut Polizei wird geprüft, ob er auch die Scheiben von drei Autos an Borussia- und Colditzstraße eingeschlagen hat. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der zweifachen Bedrohung, dreifachen Sachbeschädigung, des Herbeiführens eines Unfalls unter Alkoholeinfluss und Unfallflucht ermittelt.