Unfallstatistik

Corona-Krise: Straßenverkehr in Berlin ist sicherer geworden

Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten sinkt während der Pandemie. Auch die Schadstoffbelastung der Luft geht zurück.

Der sonst so stark befahrene Kaiserdamm in Berlin ist am 5. April 2020 so gut wie leer.

Der sonst so stark befahrene Kaiserdamm in Berlin ist am 5. April 2020 so gut wie leer.

Foto: Reto Klar / Funke Foto Services

Berlin. Der Verkehr auf Berlins Straßen ist während der Corona-Pandemie sicherer geworden. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten ist im März um rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken, wie die Berliner Polizei auf Anfrage der Berliner Morgenpost mitteilte. Demnach ereigneten sich im März auf Berlins Straßen insgesamt 121 Verkehrsunfälle, bei denen Personen schwer verletzt wurden. Ein Jahr zuvor verzeichnete die Polizei im selben Zeitraum noch 163 Zwischenfälle im Straßenverkehr, in deren Folge Beteiligte ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Werte für April liegen laut Polizei noch nicht vor, da diese erst mit fünf Wochen Verzögerung ausgewertet werden können.

Auch die Zahl der Verkehrstoten sank im März. Während im Januar und Februar zusammen 18 Menschen auf Berlins Straßen starben, kamen im März noch zwei Verkehrsteilnehmer ums Leben. Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, sprach zuletzt bereits von einem „klaren Zusammenhang“ zwischen den Toten- und Unfallzahlen und dem reduzierten Verkehrsaufkommen durch die Corona-Krise. „Die Verkehrsmenge hat immer Einfluss auf das unmittelbare Unfallgeschehen“, sagte er.

Mitte März hatte der Berliner Senat weitreichende Ausgangsbeschränkungen erlassen. Gastronomie, Geschäfte und Schulen mussten schließen. Viele Berufstätige arbeiten seither zudem vom Homeoffice aus. Entsprechend war Ende März auch der Verkehr auf Berlins Straßen teils deutlich zurückgegangen. Auf der Leipziger Straße etwa sank die Zahl der Fahrzeuge in der Woche vom 23. bis zum 29. März laut Verkehrsinformationszentrale (VIZ) auf unter 70 Prozent des Wertes vom Monatsbeginn und hat sich bei rund zwei Dritteln der gewöhnlichen Verkehrslast eingependelt. Ähnlich fielen die Werte an der Messstelle an der Berliner Straße Ecke Clayallee in Zehlendorf aus.


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Verkehr in Berlin: Stickstoffdioxidwerte sinken um etwa 25 Prozent

Weniger deutlich fiel der Rückgang im Kfz-Verkehr auf der Bornholmer Straße Ecke Schönhauser Allee aus, wo in der ersten Woche des Lockdown noch mehr als 80 Prozent der üblichen Fahrzeugmenge fuhren. Anders entwickelte sich der Lkw-Verkehr. Während die Zahl der Lastwagen in der Innenstadt leicht abnahm, wurden auf Einfallstraßen wie dem Adlergestell Ende März 40 Prozent mehr Lkw gezählt.

Seit Mitte April legt der Kraftverkehr in Berlin wieder zu. Eine „deutliche Zunahme des Verkehrs“, sei seit den ersten Woche der Beschränkungen zu beobachten, schreibt die VIZ. Während etwa auf der Leipziger Straße bis Mitte des Vormonats nur gut 70 Prozent der üblichen Autozahl unterwegs war, stieg die Fahrzeugmenge danach bereits wieder an.

Mit dem Verkehr gingen auch die Schadstoffe in der Luft zurück. Im Vergleich zu den Vormonaten reduzierten sich die Stickstoffdioxidwerte an den Messstellen in der Innenstadt zwischen Mitte März und Ende April um etwa 25 Prozent. In den Vorjahren lagen die Werte im März deutlich über dem Jahresmittel.

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