Neustart nach Corona

Stern und Kreis geht zunächst nur mit einem Schiff auf Fahrt

Stern und Kreis bietet die erste Ausflugsfahrt am 26. Mai an. Doch die Verluste können 2020 wohl nicht mehr wiedereingefahren werden.

Noch liegt die Stern-und-Kreis-Flotte im Hafen Treptow vor Anker. Berlins größtes Personenschifffahrtsunternehmen plant aber die Wiederaufnahme des Betriebs.

Noch liegt die Stern-und-Kreis-Flotte im Hafen Treptow vor Anker. Berlins größtes Personenschifffahrtsunternehmen plant aber die Wiederaufnahme des Betriebs.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Berlin. Nach der Corona-Zwangspause geht Berlins größtes Personenschifffahrtsunternehmen Stern und Kreis mit einem deutlich reduzierten Angebot auf Fahrt. Zunächst sei die Wiederaufnahme des Betriebs mit nur einem Fahrgastschiff geplant, sagte Stern-und-Kreis-Geschäftsführer Andreas Behrens der Berliner Morgenpost. Die erste buchbare Ausflugsfahrt bietet das Unternehmen am 26. Mai mit der einstündigen, historischen City-Tour an.

Stern und Kreis konnte wegen der Corona-Auflagen seit dem 17. März keine Fahrten mehr durchführen. Die in der vergangenen Woche vom Berliner Senat beschlossenen Lockerungen machen Stadtrundfahrten und auch Schifffahrten unter freiem Himmel ab dem 25. Mai grundsätzlich wieder möglich. Ab diesem Datum lässt Berlin auch die touristischen Übernachtungen in Hotels und anderen Herbergen wieder zu.

Über Pfingsten könnten acht Schiffe in Betrieb sein

Stern-und-Kreis-Chef Behrens sagte, erst langsam sollen dann weitere Schiffe in den Betrieb starten. Über Pfingsten könnten dann bereits acht Personen-Dampfer wieder in Betrieb sein. Insgesamt zählt die Stern-und-Kreis-Flotte mehr als 30 Schiffe. Behrens erklärte, angesichts der geringen Zahl von Touristen in der Stadt sei die Nachfrage schwer vorherzusagen. „Wir wissen nicht, wie viel Lust die Berliner auf Ausflugsfahrten haben“, sagte er. Zunächst werde die Reederei deshalb abwarten, wie sich der Markt darstelle, so Behrens.

Doch auch nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen geht die Wiederaufnahme des Betriebs für Stern und Kreis mit Auflagen einher. Weil auch an Bord die Abstandsregeln eingehalten werden müssen, werde Stern und Kreis die Schiffe lediglich zu 50 bis 60 Prozent auslasten können, so Behrens. Unklar ist noch, inwieweit sich ein Betrieb in der Form für Stern und Kreis überhaupt rechnet. „Was wir auf keinen Fall riskieren dürfen, ist, im Betrieb höhere Verluste zu produzieren als im Stillstand“, sagte Behrens. Um möglichst viele Menschen unterbringen zu können, wird die Reederei zunächst nur mit größeren Schiffen die Fahrt wieder aufnehmen. Das zum Start eingesetzte Ausflugsboot sei theoretisch für 280 Gäste an Bord zugelassen, sagte der Geschäftsführer.

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Offener Brief an Müller bliebt bislang ohne Antwort

Für den Neustart nach dem Lockdown sollen Stern-und-Kreis-Mitarbeiter tageweise aus der Kurzarbeit zurückgeholt werden, sagte Behrens. Der Geschäftsführer hofft nun in nächster Zeit vor allem auf gutes Wetter – und natürlich auch wieder auf Berlin-Touristen. Dass sich die aufgehäuften Verluste in diesem Jahr wieder einfahren lassen, damit rechnet er allerdings nicht.

Bis Ende April hatte Stern und Kreis laut Behrens rund zwei Millionen Euro weniger Umsatz gemacht als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wegen der wirtschaftlichen Lage hatten sich die Berliner Fahrgastreedereien Mitte April auch in einem offenen Brief an Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) gewandt. In dem Schreiben forderten die Reeder unter anderem Landesbürgschaften und die Stundung von Wasserstraßenabgaben. Eine Antwort hätten sie laut Andreas Behrens aber noch nicht erhalten.