Corona-Krise

Senat zahlt kleinen Unternehmen jetzt doch Hilfen

Seit Montag können Betriebe Zuschüsse bei der IBB beantragen. Ab kommender Woche stehen weitere 30 Millionen Euro für Mittelständler bereit.

Corona-Krise weckt neues Bewusstsein in der Musikbranche

Musik hilft vielen Menschen, die wegen der Corona-Krise verhängten Ausgangsbeschränkungen zu überbrücken. Doch was für manche reine Unterhaltung ist, stellt den ganzen Lebensunterhalt anderer dar. Ob Musiker, Labels oder Plattenverkäufer, für die verschiedenen Akteure der Musikbranche steht fest: Wer den Kopf langfristig über Wasser halten will, muss jetzt aufs Digitale setzen.

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Berlin. 79 Kultur- und Medienunternehmen haben am Montag Soforthilfen bei der Investitionsbank Berlin (IBB) beantragt. Seit dieser Woche haben Firmen aus diesem Bereich mit mehr als zehn Mitarbeitern die Möglichkeit, Hilfen von bis zu 25.000 Euro bei der IBB zu beantragen, um damit die Folgen der CoronaKrise abfedern zu können. In Ausnahmefällen soll der Zuschuss eine Höhe von stolzen 500.000 Euro betragen.

Das „Soforthilfeprogramm IV“ des Senats richtet sich vor allem an kleine Privattheater und Kinos, die bislang keine Möglichkeit hatten, Hilfen zu erhalten. Aber auch Clubs und Vereine können die Zuschüsse beantragen, wenn sie ein Kulturprogramm anbieten. Die IBB schätzt, dass ungefähr 800 Unternehmen in der Stadt Anspruch auf die Zusatzhilfen haben.

Anders als bei der Unterstützung für Klein- und Kleinstunternehmen aus der Kulturbranche findet für das neue Hilfsprogramm eine umfassende Prüfung statt. Bis zum Freitag haben die Unternehmen die Möglichkeit, sich um die Finanzhilfen zu bewerben. Alle Anträge werden gleichberechtigt geprüft, unabhängig vom Datum des Eingangs, versichert die Investitionsbank.

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An dem Spezial-Hilfsprogramm für die Kultur und die Medien hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder Kritik gegeben. Andere Branchen fühlten sich benachteiligt. Die Kulturverwaltung begründet das aktuelle Hilfsprogramm mit der herausragenden Bedeutung der Kultur- und Medienindustrie für die Stadt. „Mittelständische Kulturunternehmen erwirtschaften in der Regel keine großen Gewinne, so dass sie die Krise nicht aus Eigenmitteln bewältigen können“, begründete der Sprecher der Kulturverwaltung, Daniel Bartsch das Programm.

Corona-Hilfe: „Soforthilfeprogramm V“ startet ab dem 18. Mai

Ab kommendem Montag haben dann auch mittelständische Unternehmen anderer Branchen mit zehn bis 100 Beschäftigten die Möglichkeit, zusätzliche Hilfen zu beantragen. Auch bei diesem „Soforthilfeprogramm V“ stehen vorerst insgesamt 30 Millionen Euro bereit, über die Verteilung weiterer 40 Millionen Euro des Bundes wird derzeit mit der Bundesregierung verhandelt. Außerdem hat die Wirtschaftsverwaltung weitere Hilfsgelder im Rahmen des Nachtragshaushaltes angemeldet. Damit sollen dann vor allem Betriebe der Tourismus- und Hotelbranche versorgt werden.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) begrüßt die neuen Hilfsprogramme, fordert aber eine Ausweitung der Zuschüsse. „Die Soforthilfe V ist sicher eine sinnvolle Ergänzung bisheriger Programme, vermag aber nicht die Förder- und Gerechtigkeitslücke für den Mittelstand zu lösen“, sagte IHK-Präsidentin Beatrice Kramm. „Die mittelständischen Unternehmen werden weiter Richtung Kredite gelotst, während andere Betroffene ohne Umwege direkte Zuschüsse erhalten beziehungsweise zum großen Teil schon erhalten haben.“

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