Gesundheit

Häusliche Gewalt während Coronakrise Thema im Innenausschuss

Die Arme eines Mannes (r.) halten die Arme einer Frau fest (gestellte Szene).

Die Arme eines Mannes (r.) halten die Arme einer Frau fest (gestellte Szene).

Foto: dpa

Berlin. Der Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses befasst sich heute zum wiederholten Mal mit der Corona-Krise und den Eindämmungsmaßnahmen. Dabei wird es voraussichtlich auch um die Kontrollen der Polizei in den vergangenen Tagen und am Wochenende gehen. Eine Rolle dürfte auch der anstehende 1. Mai und mögliche Protestveranstaltungen spielen.

In einem weiteren Punkt der Tagesordnung geht es um das Problem der häuslichen Gewalt, also vor allem Männer, die ihre Frauen verprügeln sowie Eltern, die ihre Kinder schlagen. Hier gibt es Befürchtungen und zum Teil auch Zahlen, nach denen es mehr Fälle angezeigter Gewalttaten gibt. Bei der Polizei gehen besonders seit Mitte März deutlich mehr Notrufe zu dem Thema ein. Wöchentlich seien es mehr als 300 solcher Anrufe, hieß es. Vom 16. März bis 19. April rückten Polizisten zu 1580 Einsätzen wegen Gewaltverdachts in Familien aus.

Doch oft stellten sich die Alarmrufe auch als Lärmbelästigung oder verbale Streits heraus. Es sei auch möglich, dass wegen der häuslichen Isolation Nachbarn lautstarke Auseinandersetzungen eher registrierten und schneller die Polizei rufen, hieß es in der Senatsverwaltung für Gesundheit. Anderseits können sich tatsächliche Gewalttaten im Stillen abspielen.

Der Innenausschuss ist einer der wenigen Ausschüsse, der weiter tagt - wenn auch mit einer verringerten Zahl an Teilnehmern und großen Abständen zwischen den einzelnen Politikern. Inzwischen haben auch Journalisten keinen Zutritt mehr zu der Sitzung, sondern können sie nur über eine Videoübertragung verfolgen.