Trockenheit

Aufruf: „Unsere Straßenbäume brauchen Wasser“

Zu wenig Regen: Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg bittet seine Bürger um Unterstützung beim Gießen der Stadtbäume.

Kühles Nass: Berlins Stadtbäume brauchen Wasser, um die Trockenheit zu überstehen.

Kühles Nass: Berlins Stadtbäume brauchen Wasser, um die Trockenheit zu überstehen.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

„Unsere Straßenbäume brauchen Wasser“: Überall in der Stadt lassen Bäume und Sträucher ihre frisch ausgebildeten Blätter hängen. Manche tragen aufgrund der Trockenheit gleich weniger davon. Die Bezirksverwaltung Tempelhof-Schöneberg bittet deshalb darum, bei der Bewässerung der Straßenbäume mit anzupacken. Weil die Monate März und April ohne nennenswerte Regenfälle vorübergingen, leiden die Pflanzen in der Stadt. Vor allem Jungbäume müssen aktuell regelmäßig gegossen werden. Ihre Wurzeln reichen noch nicht ans Grundwasser heran.

Die Pflege von Jungbäumen kostet nicht nur Geld, sondern sie ist auch langwierig. In den ersten drei Jahren werden sie durch die Bezirke gepflegt. „Gerade im Frühjahr benötigen vor allem die Jungbäume zum Zeitpunkt des Austriebes ausreichende Feuchtigkeit“, heißt es aus dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Beauftragte Firmen gießen die Bäume. Vielerorts gelingt es aber nicht, auch wirklich alle Bäume mit genügend Wasser zu versorgen, weshalb jedes Jahr etliche Bäume vollständig oder zum Teil gefällt werden müssen.

Jedes Jahr werden berlinweit etliche Bäume gefällt

Im vergangenen Jahr mussten in den Berliner Bezirken Tausende Bäume entfernt werden, weil sie durch Hitze und Folgeerscheinungen mürbe geworden waren. In Tempelhof-Schöneberg kamen so allein mit Stand Herbst 2019 1000 gefällte Bäume zusammen. Vor allem bei Aufforstungsprojekten in den Berliner Randbezirken waren im vergangenen Jahr gut 470.000 neue Bäume gepflanzt worden, um die Verluste der beiden heißen Sommer zuvor auszugleichen.

Die Natur ist also auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Der Bezirk erklärt deshalb gleich, wie man Bäume nach der anhaltenden Trockenheit am besten gießt. Dabei sei es sinnvoll, den Baum zunächst anzugießen und zu warten, bis etwas Feuchtigkeit eingezogen ist. So nimmt der Boden das Wasser besser auf. 150 Liter benötige eine Jungbaum wöchentlich. „Optimal wären täglich zwei bis vier Eimer (20 bis 40 Liter) Wasser pro Baum“, erklärt die Verwaltung weiter.

Stadträtin Heiß (Grüne): Jede Bewässerung hilft

„Jede Bewässerung hilft dabei, unsere Bäume und Vegetation vor dem Absterben durch Vertrocknung zu schützen. Vielen Dank für Ihre Mithilfe!“, sagt Christiane Heiß (Grüne), Bezirksstadträtin für den Bereich Grünflächen. Sie betonte auch noch mal, wie wichtig Grünpflanzen durch ihre CO2-Bindung, Lärmdämmung und Schattenbildung für das Stadtklima seien.

Weil auch in den nächsten Jahren mit Trockenheit und heißen Sommern zu rechnen ist, hat die Berliner SPD nun einen „Sommerdienst“ gefordert. Die Bezirke sollten die Wasserversorgung der Bäume möglichst selbst – entsprechend mit Technik und Personal ausgestattet – übernehmen, statt dafür Fremdfirmen zu beauftragen, so die Forderung.