Gesundheit

Debatte über Öffnung der Berliner Spielplätze

Wie geht es mit den Berliner Spielplätzen weiter? Diese Frage treibt aktuell die Bezirke um. Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat eine klare Meinung - die aber nicht bei allen gut ankommt.

Zwei Joggerinnen laufen an abgesperrten Schaukeln im Schöneberger Südgelände vorbei.

Zwei Joggerinnen laufen an abgesperrten Schaukeln im Schöneberger Südgelände vorbei.

Foto: dpa

Berlin. Nachdem der Berliner Senat eine erste Lockerung bei der Kita-Notbetreuung angekündigt hat, diskutieren die Bezirke über eine Öffnung der Spielplätze. Am Donnerstag (10.00 Uhr) will der Rat der Bürgermeister über das Thema beraten. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte am Dienstag nach der Senatssitzung betont, dass die Entscheidung bei den Bezirken liege.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) forderte die Bezirke am Mittwoch auf, die Spielplätze wieder zu öffnen. "Gerade Kitas und Kinderläden ohne eigene Außenanlagen müssen die Spielplätze wieder nutzen können", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Auch Familien, die mit Kindern in der dicht bebauten Innenstadt leben, sind darauf angewiesen." Selbst wenn man die Spielplätze nicht wieder komplett öffnen wolle, könne man Regelungen für eine eingeschränkte Nutzung finden.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Abgeordnetenhaus, Silke Gebel, betonte, dass es ein einheitliches Vorgehen geben müsse. "Die Entscheidung muss mit Brandenburg und allen Bezirken abgestimmt sein." Es sei jedoch gut, wenn sich endlich eine Landesverwaltung dahinter klemme und die Abstimmung für eine Spielplatzöffnung unter Beachtung des Infektionsschutz in die Hand nehme.

Kritik kam hingegen von der FDP. Die Forderung nach einer Öffnung komme viel zu früh und sei der Sicherheit der Kinder nicht dienlich, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Sebastian Czaja. "Daher ist es jetzt wichtig, dass zuerst Kitas geöffnet werden, hier lassen sich entsprechend in Kleingruppen die Vorgaben zur Prävention deutlich besser umsetzen, gleichzeitig ist eine Aufsicht durch Erzieherinnen und Erzieher gewährleistet."

Auch der Spandauer Bezirksstadtrat Frank Bewig (CDU) wies Scheeres Forderung zurück. "Ich bin doch sehr verwundert darüber, dass der Senat nicht von sich aus versucht, im Sinne des Infektionsschutzes auch unpopuläre Maßnahmen zu treffen und die Spielplätze weiter geschlossen hält". Die von der Spandauer Amtsärztin verfügte Sperrung der öffentlich zugänglichen Spiel- und Bolzplätze gelte noch bis zum Sonntag (26. April). Danach werde man weiter sehen. In der aktuellen Situation halte er es aber für unverantwortlich, eine Situation herbeizuführen, in der Kinder und Eltern dicht gedrängt seien.

Die Reinickendorfer Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) kritisierte, dass es von Seiten des Senats keine einheitlichen Empfehlungen gebe. "Bei der vom Senat gestern angekündigten Öffnung von Zoo, Tierpark und Botanischen Garten wurde die Schließung der dortigen Spielplätze verkündet, heute fordert die Familiensenatorin die Öffnung von Spielplätzen." Aus Reinickendorfer Sicht bedürfe es eines abgestimmten Vorgehens aller Bezirke.

Andere Bezirke wie Mitte, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Pankow kündigten an, den Rat der Bürgermeister am Donnerstag abwarten zu wollen. In Friedrichshain-Kreuzberg sollen die Plätze zumindest bis einschließlich 26. April gesperrt bleiben, in Neukölln bis 27. April. Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf wollen die Schließung bis zum 3. Mai aufrecht erhalten.

Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne) sagte, dass sich Steglitz-Zehlendorf wie die anderen Bezirke auch auf eine schrittweise Öffnung vorbereite. "Hierzu muss auch die übliche Kontrolle der Spielgeräte erfolgen." Denkbar sei dann auch eine teilweise Öffnung, entsprechend der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten. Ein gemeinsames Vorgehen der Bezirke sei notwendig.