Prozesse

Erpressung auf dem Straßenstrich: Drei Angeklagte gestehen

dpa
Eine Statue der Justizia.

Eine Statue der Justizia.

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Berlin. Ein Prozess um Erpressung von Frauen auf dem Straßenstrich in Berlin-Tiergarten gegen drei Angeklagte hat mit Geständnissen begonnen. Er habe von mehreren Prostituierten sogenannte Standgelder verlangt und kassiert, erklärte ein 24-Jähriger am Montag zu Verhandlungsbeginn. Die beiden Mitangeklagten, darunter eine damalige Prostituierte, gaben zu, an einigen Fällen beteiligt gewesen zu sein. Die Anklage lautet auf gewerbs- und bandenmäßige räuberische Erpressung.

Die Gruppierung habe auf dem Strich rund um die Kurfürstenstraße "insbesondere unerfahrene Frauen - vor allem aus Rumänien - und ihre Begleiter zu Zahlungen aufgefordert", heißt es in der Anklage. Die mutmaßlichen Erpresser hätten erklärt, dass die Straße ihnen "gehören" würde. Für einen "Standplatz" hätten sie wöchentlich 100 bis 180 Euro gefordert und im Falle der Nichtzahlung damit gedroht, sie aus dem lukrativen Gebiet zu vertreiben. Dem Hauptangeklagten werden sechs Taten zur Last gelegt. Die 34- und 26-jährigen Mitangeklagten sollen jeweils in zwei Fällen beteiligt gewesen sein.

Die drei aus Bulgarien stammenden Angeklagten waren vor drei Monaten festgenommen worden und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Eine von sechs Frauen, die zu Zahlungen aufgefordert worden seien, habe sich an die Polizei gewandt und so das Verfahren ins Rollen gebracht, hieß es am Rande der Verhandlung. Der 24-Jährige soll laut Anklage in der Zeit von Juni 2018 bis November 2019 rund 16 000 Euro kassiert haben. Der Prozess wird am 22. April fortgesetzt.

( dpa )