Reduzierter Takt

BVG erhält Beschwerden wegen Corona-Fahrplan

Wegen des reduzierten Fahrplans der U-Bahn während der Corona-Pandemie haben sich zahlreiche Fahrgäste bei der BVG beschwert.

Weil weniger Menschen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, hat die BVG den Fahrplan geändert. Das hat nicht allen Passagieren gefallen.

Weil weniger Menschen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, hat die BVG den Fahrplan geändert. Das hat nicht allen Passagieren gefallen.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben wegen des reduzierten U-Bahnfahrplans während der Corona-Krise mehrere hundert Beschwerden von Fahrgästen erhalten. Insgesamt gingen bis zum 6. April 237 Beschwerden über die Taktausdünnung ein, wie interne Aufstellungen der BVG zeigen, die der Berliner Morgenpost vorliegen.

Demnach beschwerten sich in den ersten Tagen nach der am Montag, 23. März gestarteten Taktausdünnung mehr als 40 Personen am Tag. Zuletzt haben die Klagen der Fahrgäste hingegen deutlich abgenommen. Am Montag traf nur noch vier Mal Kritik über den reduzierten Fahrplan ein.

BVG-Sprecherin Petra Nelken spricht angesichts der Zahlen von „nicht übermäßig vielen“ Beschwerden. „Wir sind hier in Berlin, wenn man sich beschweren kann, machen das die Menschen auch.“

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BVG: 20 Mitarbeiter befinden sich in Quarantäne

Die BVG hatte den Fahrplan bei der U-Bahn zum 23. März auf einen Mindesttakt von einem Zug alle zehn Minuten über den Tag reduziert. Daran hatte es scharfe Kritik insbesondere vom Berliner Fahrgastverband Igeb gegeben, da in den seltener fahrenden Zügen der Sicherheitsabstand zwischen den Fahrgästen nicht gewährleistet sei.

Die BVG begründete die Maßnahmen damit, dass die Zahl der Fahrten nur um 13 Prozent zurückgegangen sei, während das Fahrgastaufkommen um mehr als 70 Prozent einbrach. Seit rund eineinhalb Wochen verkehrt die BVG zudem auf den Linien U2 und U5 bis U9 im Berufsverkehr wieder im ursprünglichen Fünfminutentakt.

Unterdessen hat sich der Krankenstand bei der BVG trotz der Corona-Pandemie wieder deutlich reduziert. Während in der vergangenen Woche in manchen Abteilungen bis zu 25 Prozent der Mitarbeiter fehlten, fehlten aktuell noch zehn bis elf Prozent des Personals krankheitsbedingt, erklärte Nelken. Bislang seien erst sieben der rund 14.000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. 20 Angestellte befänden sich derzeit in Quarantäne. „Das ist relativ wenig, wenn man bedenkt, dass wir in der Stadt unterwegs sind“, so die BVG-Sprecherin.

Neue Fahrer können bei der BVG wegen Corona nicht ausgebildet werden

Eingebrochen sind bei den Verkehrsbetrieben dafür die Einnahmen aus Ticketverkäufen. Die BVG verzeichne hier aktuell einen Rückgang um 90 Prozent, sagt Nelken. Auch an anderer Stelle macht sich die Corona-Pandemie im Betrieb bemerkbar: Da sich wegen der geltenden Abstandsregelungen nur eine Person in der Fahrerkabine aufhalten darf, muss die praktische Ausbildung neuer Fahrer derzeit ausgesetzt werden. Auszubildende würden stattdessen zum Reinigen und Schließen der U-Bahnhöfe eingesetzt, erklärt Nelken.

„Wir überlegen, ob wir technisch Möglichkeiten schaffen können, um die Ausbildung trotzdem fortzusetzen. So könnten etwa Folien oder Plexiglasscheiben in die Fahrerkabinen eingebaut werden um die Fahrer von den Ausbildern zu trennen. Für die Straßenbahn gebe es eine solche Lösung bereits.