Coronavirus-Newsblog

Corona in Berlin: Stimmung der Wirtschaft auf Rekordtief

| Lesedauer: 78 Minuten
Spahn-Appell an Bürger: "Konsequent bleiben"

Spahn-Appell an Bürger: "Konsequent bleiben"

Vor Beginn der Osterfeiertage hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufrieden mit der jüngsten Entwicklung bei den Corona-Zahlen geäußert: Die Zahl der neuen Infektion "flacht sich ab", sagte er in Berlin. Deshalb sei es wichtig, weiter konsequent zu bleiben. from Jens Spahn in BerlinN°1QI1IU

Beschreibung anzeigen

46 Menschen sind in Berlin an dem neuartigen Coronavirus gestorben, 4446 infiziert, 2569 genesen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Berlin. Die Berliner Morgenpost hält Sie im Newsblog über die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus und Covid-19 in Berlin und Brandenburg auf dem Laufenden. Alle aktuellen News zum Coronavirus in Deutschland, Europa und der Welt können Sie hier in unserem Corona-Ticker finden.

Coronavirus-Monitor: Fallzahlen, Neuinfektionen, Todesfälle für Berlin, Deutschland, Europa und die Welt

15.00 Uhr: Wir schließen diesen Newsblog. Alle weiteren Informationen und Entwicklungen rund um das Coronavirus in Berlin und Brandenburg erhalten Sie in unserem neuen Blog.

14.12 Uhr: Landesschülerausschuss appelliert an Müller

Im Streit um die trotz Corona-Krise nach Ostern anstehenden Abiturprüfungen hat der Landesschülerausschuss den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) um Unterstützung gebeten. „Trotz der gesellschaftlichen Zustände verlangt Bildungssenatorin Scheeres von uns, in unseren wichtigsten Abschlussprüfungen Höchstleistung zu zeigen“ heißt es in dem Schreiben. Der Schülerausschuss habe dem Prüfungsplan der SPD-Politikerin zunächst zugestimmt, aufgrund vieler Sorgen bei den Schülern aber seine Meinung geändert.

Einige Schülerinnen und Schüler hätten Ängste beschrieben, sich oder ihre Angehörigen mit dem Virus anzustecken, andere gaben an, „unter einer massiven psychischen Belastung zu stehen, die die Prüfungsvorbereitungen unmöglich gestalten“. Viele Schüler litten außerdem unter Zeitmangel und Konzentrationsschwierigkeiten, da sie sich um ihre Geschwister oder Angehörige kümmern müssten oder sich infiziert hätten, heißt es in dem Appell.

Daher gebe es nach Ostern keine mit den Jahren zuvor vergleichbaren Prüfungsbedingungen. Der Schülerausschuss schreibt, dass seine Vertreter „die Hoffnung in die Bildungssenatorin dieser Stadt verloren haben“, weshalb sie sich an den Regierenden Bürgermeister wenden würden.

12.58 Uhr: Mann spuckt Frau an - Angst vor Coronavirus

Eine 22-Jährige hat am Karfreitag einen 43 Jahre alten Mann angezeigt, weil er ihr in Tiergarten ins Gesicht gespuckt haben soll. Mehr lesen Sie hier.

10.59 Uhr: Tägliche Bilanz der Polizei zu Corona-Verstößen

Rund 500 Einsatzkräfte haben am Karfreitag und in der Nacht zu Sonnabend die Einhaltung der Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin überprüft. Wie die Polizei mitteilte, wurden 36 Objekte und 121 Personen im Freien überprüft. Es gab sechs Straf- und 160 Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

DIe Behörde weiter: "Seit dem 14. März 2020führte die Polizei Berlin damit insgesamt 2228 objektbezogene Überprüfungen sowie 4849 Überprüfungen im Freien durch. In 862 Fällen wurden sofortige Schließungen der Objekte angeordnet. Insgesamt stellten die Polizeikräfte dabei bisher 1018 Straftaten und seit dem 23. März 2020 1287 Ordnungswidrigkeiten als Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fest."

Auch heute kontrolliert die Polizei mit rund 500 Beamten die Einhaltung der Corona-Regeln. Bei dem Frühlingswetter werden insbesondere Parks und andere Grünanlagen in den Blick genommen, wie eine Polizeisprecherin am Sonnabend sagte. Es sollen auch Zivilkräfte unterwegs sein.

10.37 Uhr: Polizei - Nicht an Badestellen niederlassen

Die Berliner Polizei weist darauf hin, dass man sich am Osterwochenende nicht mit "Sack & Pack" an einer Badestelle niederlassen solle. Sie twitterte: "Der Virus hätte leichtes Spiel mit großen Gruppen Badelustiger".

10.01: Neue Nummer für ehrenamtliche Helfer

Wie die Senatskanzlei mitteilt, gibt es eine neue Berliner Engagement-Nummer für alle, die ehrenamtliche Hilfe anbieten wollen oder sich selbst Unterstützung wünschen: Tel. 030 577 00 22 00. In den ersten Wochen haben sich bereits über 2000 Menschen gemeldet, um anderen zu helfen. Ziel sei es, Menschen, die sich freiwillig in der direkten Nachbarschaft engagieren wollen, mit denen zusammenzubringen, die sich Unterstützung wünschen.

08.21 Uhr: IHK-Umfrage: Stimmung der Berliner Wirtschaft auf Rekordtief

Die Corona-Krise belastet die Berliner Wirtschaft schwer - und lässt einer neuen Umfrage zufolge die Unternehmen so pessimistisch in die Zukunft blicken wie lange nicht mehr. Fast 70 Prozent der befragten Hauptstadt-Firmen gehen demnach davon aus, dass die Geschäfte im laufenden Jahr schlechter laufen werden, wie aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert zum selben Zeitpunkt bei lediglich 15 Prozent.

„Auch wenn die Ergebnisse angesichts des flächendeckenden Lockdowns leider nicht völlig unerwartet kommen, sind die Zahlen erschütternd“, teilte IHK-Präsidentin Beatrice Kramm mit. „Große Teile der Berliner Wirtschaft kämpfen buchstäblich ums Überleben. Und das Besorgniserregendste ist: Ein Ende ist nicht abzusehen.“

Nach den Auswirkungen der Pandemie befragt, gab rund ein Drittel der Betriebe an, von Insolvenz bedroht zu sein. Liquiditätsengpässe meldeten mehr als die Hälfte. Bei knapp 55 Prozent stehen die Geschäfte komplett still und bei ebenfalls rund einem Drittel werden demnach derzeit die Investitionen zurückgefahren.

Vor allem die Gastronomie trifft es hart. 96 Prozent der befragten Betriebe meldeten eine schlechte Geschäftslage. Damit lag der Wert so hoch wie in keinem anderen Gewerbe. Etwas glimpflicher trifft es das Baugewerbe. Dort beurteilt nahezu die Hälfte der Unternehmen die aktuelle Geschäftslage weiter als gut.

Für die Konjunkturumfrage wurden zwischen dem 19. März und dem 2. April rund 2700 Unternehmer in der Hauptstadt befragt.

+++ Freitag, 10.04.2020+++

Die wichtigsten Corona-News für Berlin und Brandenburg am Karfreitag

► 4 weitere Corona-Tote und 89 Neuinfektionen in Berlin

Polizei kontrolliert Coronaregeln - keine größeren Verstöße

Gutscheinportale helfen Gastronomen

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke: Ausstiegsplan für Regelungen nur unter Bedingungen

20.26 Uhr: Katja Riemann bei Hotline für Engagement in Corona-Krise zu hören

Für freiwilliges Engagement in der Corona-Krise gibt es nun in allen Berliner Bezirken eine Koordinierungsstelle. Diese Einrichtungen seien jetzt über die berlinweite Hotline 030 577 00 22 00 erreichbar, teilte die Senatskanzlei mit. Schauspielerin Katja Riemann „leitet Anrufende mit ihrer Stimme durch das Menü“, hieß es.

Mit dem Angebot sollen Freiwillige in ihrem Kiez mit Menschen zusammengebracht werden, die Hilfe brauchen. Mehr als 2000 Menschen hätten sich in den ersten Wochen gemeldet, um anderen zu helfen. Etwa 300 Mal sei Unterstützung angefragt und vermittelt worden. Die Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement, Sawsan Chebli, lobte die „wichtige Arbeit“, die gerade jetzt in der Zivilgesellschaft geleistet werde. „Die Bereitschaft zu helfen, die Solidarität ist gigantisch“, erklärte sie.

Lesen Sie auch: Seniorin schickt Bezirksbürgermeister ihren Einkaufszettel

19.42 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Potsdam auf 35 gestiegen

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Gestorbenen ist in Potsdam auf 35 gestiegen. Im Klinikum Ernst von Bergmann sei in den vergangenen 24 Stunden ein 82-jähriger Mann gestorben, im Alexanier St. Josefs Krankenhaus eine 81-jährige Frau, wie die Stadt am Freitagabend mitteilte. Beide Patienten waren schwer vorerkrankt und lebten in Potsdam. 22 der bislang in der Stadt Gestorbenen Corona-Infizierten hatten dort auch ihren Wohnsitz. Die Zahl der seit Februar mit dem Coronavirus infizierten Potsdamerinnen und Potsdamer ist auf 422 gestiegen. 53 Menschen gelten inzwischen als genesen.

In den Potsdamer Kliniken werden derzeit 119 Menschen stationär behandelt. 86 von ihnen befinden sich den Angaben zufolge im Klinikum Ernst von Bergmann, davon 67 auf der Covid-Normalstation und 19 auf der Intensivstation. Im Alexanier St. Josefs Krankenhaus gibt es 33 Patientinnen und Patienten, davon 32 auf der Covid-Normalstation und eine Person auf der Intensivstation. Ein Patient konnte nach Hause entlassen werden.

In der Flüchtlingsunterkunft Zeppelinstraße wurden insgesamt 110 Bewohner und Mitarbeitende getestet. Neben einer zuvor genannten Familie mit sieben Personen sind dort elf weitere Menschen positiv getestet worden.

18.54 Uhr: Mittlerweile 4446 Infizierte, 46 Tote, 2569 Genesene in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 4446 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus (Vortag: 4357). Das meldet die Senatsgesundheitsverwaltung. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

4446 Infizierte:

  • 2227 Personen sind männlich
  • 2212 weiblich
  • bei sieben Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 615 Personen, davon werden 143 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 46 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Damit gibt es im Vergleich zum Vortag vier weitere Todesopfer.

Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt:

  • fünf der Verstorbenen waren 40 bis 60 Jahre alt
  • 13 verstorbene Patienten waren 60 bis 80 Jahre alt und
  • 28 der verstorbenen Patienten waren über 80 Jahre alt.

Der Altersmedian der Verstorbenen beträgt 81 Jahre.

An das LAGeSo übermittelte COVID-19 Fälle (Differenz zum Vortag) nach Bezirk:

  • Charlottenburg-Wilmersdorf 557 (+12) / 346 genesen
  • Friedrichshain-Kreuzberg 387 (+15) / 270 genesen
  • Lichtenberg 171 (+0) / 100 genesen
  • Marzahn-Hellersdorf 163 (+8) / 75 genesen
  • Mitte 656 (+16) / 394 genesen
  • Neukölln 470 (+5) / 291 genesen
  • Pankow 442 (+15) / 266 genesen
  • Reinickendorf 344 (+0) / 171 genesen
  • Spandau 176 (+0) / 93 genesen
  • Steglitz-Zehlendorf 385 (+8) / 167 genesen
  • Tempelhof-Schöneberg 460 (+4) / 261 genesen
  • Treptow-Köpenick 235 (+6) / 135 genesen

17.30 Uhr: Neun Feuerwehrmänner von Corona-Infektion genesen

Bei der Berliner Feuerwehr hat sich ein weiterer Mitarbeiter von seiner Corona-Infektion erholt. Mit Stand von Freitagnachmittag (17.30 Uhr) sind damit neun Einsatzkräfte wieder genesen und konnten beziehungsweise können den Dienst wieder antreten. Außerdem haben 305 Mitarbeiter ihre angeordneten oder auf Empfehlung freiwillig gewählte Quarantäne beenden können.

Aktuell sind bei der Feuerwehr noch fünf Mitarbeiter nachweislich infiziert. Daneben sind 98 weitere Angehörige der Behörde isoliert. Bei 54 von ihnen wurde die Quarantäne vom jeweiligen Amtsarzt angeordnet, 40 folgen der ärztlichen Empfehlung und isolieren sich freiwillig. Bei den vier übrigen handelt es sich um Reiserückkehrer, die vom Dienst befreit wurden. Die Feuerwehr hat seit Bekanntwerden des ersten Covid19-Falls in Berlin am 1. März 286 Infizierte transportiert.

Bereits am Donnerstag wurden der Feuerwehr aus Asien neue Atemschutzmasken geliefert. Diese entsprächen der in Deutschland angewendeten Norm, heißt es in der täglichen Lagefortschreibung. Die Einsatzkräfte werden dabei aber auch aufgerufen, beschädigte oder abgelaufene Masken zu melden.

16.27 Uhr: Polizei kontrolliert Abstandsregeln auch zu Pferd - Keine größeren Verstöße am Karfreitag

In Berlin haben sich die Menschen am Karfreitag laut einer ersten Einschätzung der Polizei zunächst überwiegend an die Corona-Abstandsregeln gehalten. Bislang habe die Polizei keine größeren Verstöße registriert, sagte eine Sprecherin am Nachmittag. Wie bei dem schönen Wetter zu erwarten seien in einigen Grünanlagen viele Menschen unterwegs. Als Beispiele nannte sie das Tempelhofer Feld, den Schlossgarten Charlottenburg und die Gärten der Welt.

Die Polizei kontrollierte am Freitag deutlich verstärkt, ob sich die Menschen an die Corona-Verordnung halten. Nach Angaben der Sprecherin waren stadtweit rund 500 Kräfte der Einsatzhundertschaften unterwegs. Dazu kämen etwa 220 Beamte der jeweiligen Polizeiabschnitte, die auch kontrollierten. Die Polizei fahre zudem mit Lautsprecherwagen durch die Straßen und informiere die Menschen mit Durchsagen auf mehreren Sprachen, sagte die Sprecherin. Weiterhin werde man mit Pferden der Bundespolizei unterstützt, die unter anderem in den Wäldern eingesetzt werden.

Um die Verbreitung des Coronavirus einzuschränken, müssen Menschen einen Mindestabstand von 1,50 Meter halten. Gruppen mit mehr als zwei Personen dürfen nicht zusammen spazieren gehen, es sei denn, sie leben in einem Haushalt.

Auch kurz vor den Feiertagen, am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag, hatte die Polizei weiter die Einhaltung der Corona-Regeln kontrolliert. Dabei fertigten die Beamten neun Straf- und 66 Ordnungswidrigkeiten an. Seit dem 14. März registrierte die Polizei bis Freitagmorgen damit insgesamt 1012 Straftaten gegen die Verordnung zur Corona-Eindämmung.