Gesundheit

Klinikum prüft Konsequenzen aus Expertenbericht

In der größten Potsdamer Klinik sind vermehrt bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus aufgetreten. Nach einem Besuch von Experten des Robert Koch-Instituts könnten nun weitere Schutzmaßnahmen folgen.

Das Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam.

Das Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam.

Foto: dpa

Potsdam. Nach einer Häufung von Coronavirus-Fällen prüft das Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum mögliche Konsequenzen. Experten des Robert Koch-Instituts aus Berlin haben die Klinik besucht - nun liegt ein Bericht vor, der vom Gesundheitsamt geprüft wird, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. "Der Bericht wird jetzt erst einmal geprüft und die Maßnahmen werden um die notwendigen Schritte erweitert", sagte ein Sprecher. Die Stadt wollte sich auf einer Pressekonferenz am Dienstag zu Details äußern.

Die Landeshauptstadt ist das Zentrum der Infektionen und der Corona-Todesfälle in Brandenburg. Sie hatte in der vergangenen Woche wegen der Häufung von nachweislichen Coronavirus-Infektionen im Bergmann-Klinikum einen Aufnahmestopp verhängt. Nur Notfälle dürfen dort noch hinein wie etwa Menschen mit einem akuten Herzinfarkt. In dem Klinikum starben bis Dienstag weitere vier Männer und eine Frau, die schwere Vorerkrankungen gehabt hätten. Dort seien derzeit 90 mit dem Coronavirus infizierte Patienten in stationärer Behandlung, davon 15 auf einer Covid-Intensivstation. Bis Montag waren 16 Corona-Patienten in der Klinik gestorben.

Ärzte, Kranken- und OP-Schwestern sowie weitere Beschäftigte aus mehr als 20 Krankenhäusern in Brandenburg fordern in der Corona-Krise die Unterstützung der Landesregierung für Schutzausrüstung. "Das Land Brandenburg muss einen Weg finden, Masken, Schutzkittel, Schutzbrillen, Handschuhe und Desinfektionsmittel zu produzieren - sofort!!", heißt es in einem offenen Brief, der an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) ging.

Außerdem forderten die Beschäftigten mehr Personal für alle an der Krankenversorgung beteiligten Bereiche "durch schnelle und unbürokratische Einstellungen". Es müsse eine feste Zuordnung von Reinigungspersonal auf den Stationen geben sowie extra Personal für die Außenbereiche, heißt es in dem Schreiben, das von über 30 Beschäftigten unterzeichnet wurde - darunter Ärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger, Krankenschwestern und OP-Fachkräfte. "Quarantäne muss auch für Krankenhausbeschäftigte gelten.