Coronavirus

Berliner Touristen sollen am besten zu Hause bleiben

Im Kampf gegen das Coronavirus wurden die Regeln verschärft. In den umliegenden Bundesländern gelten vielfach Einreiseverbote.

Corona-Zeit und Ostern: Sind Ausflüge überhaupt erlaubt?

Auch an Ostern gelten die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Besuch des eigenen Ferienhauses, Tagesausflüge, Eiersuchen im Freien ... Was ist für die Feiertage eigentlich erlaubt und was nicht?

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Berlin.  Die von Bund und Ländern verschärften Regelungen im Kampf gegen das Coronavirus gelten auch über die Ostertage – und die Ausgangsbeschränkungen treffen die Berliner in besonderer Art. So dürfen sie zwar das eigene Bundesland legal verlassen, doch sich nicht in allen umliegenden Bundesländern aufhalten. Das hat ganz praktische Folgen, nicht nur für Besitzer von Zweitwohnungen. Die Polizei in Brandenburg bittet die Bürger, einen Personalausweis dabei zu haben. Berlin hat die Ausweispflicht hingegen aufgehoben.

Landkreis Ostprignitz-Ruppin erließ strenge Regeln

Innerhalb Brandenburgs fallen die Verordnungen sehr unterschiedlich aus – je nach Landkreis. Ostprignitz-Ruppin etwa, in dem sich das beliebte Ausflugsziel Schloss Rheinsberg befindet, erließ strengere Regeln. Dort sind bis zum 19. April alle touristischen Reisen aus privatem Anlass verboten – das schließt auch Ausflüge in das eigene Wochenendhaus ein. Besuche von Reha-Kliniken sind ebenso untersagt. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) verteidigte die Einreisesperre gegen Kritik. Zahlreiche Anfragen von Menschen, die gern ihre Urlaube im Landkreis machen würden, hätten gezeigt, dass „Appelle allein nicht ausreichen“, so Reinhardt.

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Zwei Berliner hatten vergangene Woche vor dem Verwaltungsgericht Potsdam geklagt, weil sie zu ihrem Zweitwohnsitz reisen wollten – und zunächst Recht bekommen. Der Kreis legte jedoch Beschwerde gegen zwei Beschlüsse ein. „Bis zu einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts gilt die Allgemeinverfügung, die Einreisen in das Gebiet von Ostprignitz-Ruppin aus touristischen Gründen untersagt, uneingeschränkt weiter“, hieß es. Im Landkreis sind derzeit 26 Menschen positiv auf Corona getestet worden.

Uckermark: Einwohner sorgen sich

Ebenfalls in der brandenburgischen Uckermark haben viele Einwohner die Sorge, dass Berliner das Coronavirus in ihre Region tragen. Henryk Wichmann, Sozialdezernent in der Kreisverwaltung in Prenzlau, sagte der Zeitschrift „Kommunal“: „Wir appellieren an die Berliner: Bleibt zu Hause.“ In der Uckermark lebten besonders viele alte Menschen, die Krankenhäuser verfügten nur über beschränkte Kapazitäten.

Wer ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung in Brandenburg besitzt, darf diese selbstverständlich auch für sich selbst nutzen. Allerdings gelte auch für diese Besitzer bei ihrem Aufenthalt in Brandenburg die dort verhängte Kontaktsperre. In Brandenburg ist bis 19. April der Aufenthalt an öffentlichen Orten verboten. Auch dort gilt ein Bußgeldkatalog mit Strafen zwischen 50 und 25.000 Euro.

Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern sind verboten

Auch ein Besuch der nur rund zweieinhalb bis drei Stunden entfernten Ostsee dürfte schwierig werden. Mecklenburg-Vorpommern hat am vergangenen Freitag eine Verordnung erlassen, deren Paragraph 4 ganz unmissverständlich beginnt: „Alle Reisen in das Gebiet des Landes Mecklenburg-Vorpommern sind untersagt, soweit die folgenden Absätze nichts anderes bestimmen.“

In diesen Absätzen sind neben beruflicher Tätigkeit und einer gerichtlichen Zeugenaussage auch Besuche bei direkten Verwandten erlaubt: Ehegatten, Kinder, Eltern, Großeltern. Doch genau wie für Einwohner des Bundeslandes gilt auch für Besucher: Tagestouristische Ausflüge zur Seenplatte oder an die Ostsee sind nicht gestattet, Spaziergänge in der Umgebung ausdrücklich erlaubt. Deutsche mit einem Zweitwohnsitz wurden zur Abreise aufgefordert, sofern sie nicht in dem Bundesland arbeiten.

Schilder an den Autobahnen weisen auf die Sperrungen hin

In Schleswig-Holstein dürfen Besitzer von Zweitwohnungen nun doch bleiben, allerdings dürfen sie nach der Abreise vorerst nicht wiederkommen – und ohne triftigen Grund nicht mehr neu einreisen. Zweitwohnungsbesitzer auf den Inseln und Halligen mussten diese bereits verlassen. Auch hier haben Landkreise eigene Regelungen eingeführt. Diverse Schilder an den Autobahnen A1 und A7 weisen auf die Sperrung für Touristen hin.

In Sachsen-Anhalt ist die „Verordnung 3“, die seit 2. April gilt, ebenfalls unmissverständlich. Touristische Reisen oder Reisen zu Freizeitzwecken sind untersagt. Das betreffe auch Zweitwohnsitze. In Sachsen jedoch dürfen Zweitwohnsitze aufgesucht werden – unabhängig von der Entfernung zum Erstwohnsitz. In Bayern sind touristische Reisen aus privatem Anlass nicht explizit untersagt. Es gelten jedoch ebenfalls weiter die strengen Regeln der Ausgangsbeschränkung. Entsprechend auch für Zweitwohnsitze. Bloße Fahrten zum Zweitwohnsitz ohne triftigen Grund sollten demnach nicht stattfinden.

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