Kontaktverbot

Polizei hat genug Personal für Parkkontrollen

Die Beamten verhängen am Wochenende 234 Bußgelder - Tausende waren im Britzer Garten und auf dem Tempelhofer Feld.

Polizisten kontrollieren im Park, ob die Corona-Regeln eingehalten werden.

Polizisten kontrollieren im Park, ob die Corona-Regeln eingehalten werden.

Foto: pa

Berlin. Das vergangene Wochenende mit Temperaturen von bis zu 20 Grad und viel Sonnenschein hat viele Berliner ins Freie gelockt. Dennoch seien weniger Menschen in den Parks und Wäldern unterwegs gewesen, als erwartet, hieß es in einer Bilanz der Sicherheitsbehörden am Sonntagabend. „Dafür waren wir sehr dankbar“, sagte eine Pressesprecherin.

Für die Polizei war es auch eine Art gelungenen Generalprobe für die kommenden Wochen, und speziell für die Osterfeiertage. In einem Interview mit dem Inforadio des Rundfunk Berlin-Brandenburg sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik: „Mit einer transparenten und konfliktmindernden Kommunikation haben wir die Menschen erreicht, und die Regeln wurden auch weitgehend eingehalten.“

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Coronavirus in Berlin: Polizei verhängt 234 Bußgelder

Obwohl es im Britzer Garten und auf dem Tempelhofer Feld nach Beobachtungen der Polizei besonders am Nachmittag voller wurde, mussten die Beamten keine Schließungen vornehmen. Nach Polizeischätzungen waren zu Spitzenzeiten 5000 beziehungsweise 4000 Personen zeitgleich an diesen beiden Orten im Freien.

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Auf den sehr gut besuchten Wochenmärkten sei es aber immer wieder zu Ansprachen gekommen. Nach Angaben der Polizeipräsidentin hat die Polizei von Freitag- bis Sonntagabend 234 Bußgelder verhängt. „Insgesamt haben wir 2400 Menschen angesprochen und überprüft“, sagte Slowik. „Das ist eine Quote, die durchaus vertretbar ist.“

Bei den Ordnungswidrigkeiten hätten die Kolleginnen und Kollegen vor Ort einen Ermessensspielraum. Da gehe es überwiegend um das Abstandsgebot. „Wenn dann jemand hartnäckig daran festhält den Abstand nicht einzuhalten, dann wird auch eine Ordnungswidrigkeit geschrieben.“

Die Polizeichefin führte weiter aus, dass nach zwei Wochen bei den Menschen die Emotionalität steige. „Es sind schwere Eingriffe in die individuelle Lebensführung, die wir alle im Moment aushalten müssen“, sagte sie. „Da steigt die Emotionalität etwas. Durch Kommunikation versuchen wir, dem mit Freundlichkeit zu begegnen.“

Die Kritik an dem Bußgeldkatalog des Senats, dieser sei nicht präzise genug formuliert, kann die Polizeipräsidentin nicht bestätigen. Die angesprochenen Personen würden nicht nach Ausflüchten suchen, die meisten Menschen seien vernünftig und hielten sich an die Verordnungen.

34 Polizistinnen und Polizisten mit Corona infiziert

Zur Entscheidung, dass der Personalausweis nicht mehr mitgeführt werden muss, sagte Slowik: „Die Ausweispflicht hat es uns natürlich etwas einfacher gemacht. Dennoch erleben wir, dass die Berlinerinnen und Berliner häufig ihre Ausweise dabei haben.“ So könnten gemachte Angaben besser nachvollzogen werden.

Personell hat die Berliner Polizei aktuell keine Schwierigkeiten, da Staatsbesuche, Veranstaltungen, Fußballspiele und andere Großveranstaltungen derzeit nicht stattfinden. „Es sind kaum Kollegen im Urlaub und Fortbildungen sind abgesagt“, sagte die Polizeipräsidentin. „Unsere personellen Stärken sind gut und auch ausreichend um weitere Maßnahmen, in welcher Form auch immer, begleiten zu können.“ In den Reihen der Polizei sind aktuell 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von insgesamt 26.000 mit Corona infiziert. „Das ist noch aushaltbar für die Polizei Berlin.“

Ausflugstipps der Polizeipräsidentin

Für die Osterfeiertage hat die Polizeipräsidentin auch einen Ausflugstipp. Sie rät zu Spaziergängen in der Innenstadt auf den großen Plätzen und Straßen, wie dem Kudamm, Unter den Linden oder am Gendarmenmarkt. „Dort ist mit mehr Abstand und Luft zu rechnen, als möglicherweise in so manchem Park in der Stadt.“