Corona-Pandemie

Berliner Altenheime: Kein Aufnahmestopp, aber Besuchsverbot

Berliner Pflegeeinrichtungen nehmen weiter neue Bewohner auf. Es gebe allerdings einige Vorbedingungen, erklärte ein Caritas-Sprecher.

Pflegeeinrichtung (Symbolbild)

Pflegeeinrichtung (Symbolbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Ulrich Baumgarten / picture alliance / Ulrich Baumga

Berlin. Die Situation in Berliner Senioren- und Pflegeheimen ist zwar ernst, jedoch nicht vergleichbar mit Niedersachsen, wo nach mehreren Todesfällen in einem Pflegeheim und Dutzenden Corona-Infektionen in einer Seniorenresidenz ein landesweiter Aufnahmestopp für Pflegeeinrichtungen verhängt wurde.

Einen Aufnahmestopp gebe es derzeit nicht, heißt es bei der Caritas-Altenhilfe, die in Berlin acht Seniorenheime mit 785 Plätzen betreibt und täglich 3000 alte und kranke Menschen ambulant betreut. Thomas Gleißner, Sprecher der Caritas in Berlin, sagt: „Wir nehmen weiterhin neue Bewohner auf.“ Voraussetzungen seien aber, dass grundsätzlich keine Erkältungssymptome vorliegen dürften, es müsse ein ärztlicher Fragebogen vor der Aufnahme vorliegen, „und es darf keinen Kontakt zu infizierten Personen gegeben haben.“

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Türen der Caritas-Heime von außen verschlossen

Allerdings seien seit Dienstag Besuche in den Caritas-Pflegeheimen nicht mehr möglich, so Gleißner. „Alle Eingänge sind nun von außen nicht mehr zu öffnen, Besuchsmöglichkeiten gibt es nur noch in absoluten Ausnahmefällen, etwa bei Sterbebegleitung.“ Zuvor seien die Besuchszeiten auf eine Stunde pro Besucher täglich begrenzt gewesen. Bestätigte Corona-Fälle habe es in den Berliner Caritas-Einrichtungen bisher allerdings nicht gegeben.

Die FSE gGmbH betreibt in Berlin fünf Pflege-Einrichtungen mit insgesamt 658 Bewohnern. Hier gelte das Besuchsverbot schon seit dem 13. März, sagt Denise Hartmann, die für die Pflegerische Leitung der FSE zuständig ist. Auch hier gebe es trotz einiger Verdachtsfälle bisher keinen bestätigten Corona-Fall. Einen Aufnahmestopp gebe es nicht, „da wir derzeit ohnehin keine freien Plätze haben“, so Hartmann. Im Fall von bestätigten Covid-19-Infektionen sei ein Aufnahmestopp aber denkbar. Auch bei der Katharinenhof GmbH, die in Berlin sieben Seniorenresidenzen mit rund 700 Bewohnern betreibt, gebe es derzeit ein Besuchsverbot, sagt deren Sprecher Karsten Fischer.

Caritas und FSE betonen allerdings, dass die Ausrüstung mit Schutz-Materialien zunehmend kritisch werde. „Die Versorgungslage mit Schutzkitteln ist sehr schlecht“, sagt Denise Hartmann von der FSE. „Bestellungen, die wir schon zu Beginn der Corona Krise getätigt haben, kamen nicht mehr an. Mund- und Nasenschutz, Desinfektionsmittel und Handschuhe haben wir nur in großer Eigenregie noch besorgen können.“ Sie hoffe nun darauf, dass es noch in dieser Woche eine Zuteilung von Mund- und Nasenschutz über den Senat geben werde. Bei der Caritas verfügten die Einrichtungen noch über Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel, so Thomas Gleißner, „die Bestände werden aber langsam knapp.“

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