Tegel, Schönefeld, BER

Corona-Krise in Berlin: Das ist die Lage an den Flughäfen

Die Coronavorus-Krise trifft die Berliner Flughäfen hart. So ist die Situation an den Airports in Tegel und Schönefeld.

Lufthansa mit Milliardenminus im ersten Quartal

Die Corona-Krise belastet den Lufthansa-Konzern stark: Im ersten Quartal sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent. Im zweiten Quartal erwartet der Konzern einen noch höheren operativen Verlust.

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  • Die Corona-Krise trifft die Berliner Flughäfen hart. Der Airport in Tegel (TXL) kann am 15. Juni 2020 schließen.
  • Der Flughafen BER soll wie geplant am 31. Oktober 2020 öffnen. Laut Flughafen-Chef Lütke Dadrup steht einer Inbetriebnahme nichts mehr entgegen.
  • Check-in und Abfertigung an den Berliner Flughäfen sind durch die Corona-Krise angepasst worden. Unten erfahren Sie, wie die Prozesse nun ablaufen.

Berlin. Die Coronavirus-Pandemie hat den weltweiten Flugverkehr weitgehend lahmgelegt. Die Auswirkungen dieser Krise sind auch an den Berliner Flughäfen in Tegel (TXL), in Schönefeld (SXF) und auf der Baustelle des geplanten Hauptstadtflughafens BER spürbar.

Deshalb geht der Flughafen Tegel demnächst vom Netz. Um Betriebskosten zu sparen, kann der wichtigste Flughafen Berlins am 15. Juni vorübergehend außer Betrieb gehen - wenn sich die Lage in den nächsten Wochen nicht deutlich verbessert. Das beschlossen der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg am Mittwoch, 20. Mai 2020, in einer Gesellschafterversammlung.

Mit der zunächst temporären Schließung wäre gleichzeitig das endgültige Ende Tegels besiegelt, heißt es aus Branchenkreisen. Bis zur geplanten Eröffnung des neuen Großflughafens BER am 31. Oktober kann der Flugbetrieb von einem Airport aus bewältigt werden.

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Trotz Corona-Krise: Flughafen BER soll am 31. Oktober 2020 öffnen

Der geplanten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER im Oktober 2020 steht nach Betreiberangaben derweil nichts mehr im Wege. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sagte, alle erforderlichen Dokumente seien der Bauaufsichtsbehörde übergeben worden. Darunter seien auch zuletzt offene Prüfbescheinigungen des Tüv. Die Fachleute hatten noch Kabel für die Sicherheitsstromversorgung und die Sicherheitsbeleuchtung geprüft.

Die Inbetriebnahme sei noch nie so sicher gewesen wie heute, sagte Lütke Daldrup im Sonderausschuss BER des Brandenburger Landtags. „Bei der Inbetriebnahme im Oktober 2020 sehen wir keine Risiken.“

Auch die zuständige Baubehörde des Landkreises Dahme-Spreewald hat das BER-Hauptterminal zur Nutzung freigeben. Einer Nutzung stehe bauordnungsseitig nichts mehr im Wege, hieß es Ende April.

Die Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens lässt seit 2011 auf sich warten. Sechs Inbetriebnahmetermine sind geplatzt, weil Baumängel, Technikprobleme und Planungsfehler den Start verhinderten.

Einbruch der Fluggast-Zahlen erleichtert BER-Proben und Inbetriebnahme

Der Verkehrseinbruch in Folge der Coronavirus-Krise erleichtert nach Lütke Daldrups Angaben den Probebetrieb und die Inbetriebnahme. Der Probebetrieb im Terminal werde mit reduziertem Personal bei größtmöglichen Abständen ablaufen.

„Wir haben noch ein bis zwei Prozent des Verkehrs“, zog Lütke Daldrup den Vergleich zum sonst üblichen Geschäft an den bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld. Insgesamt würden an beiden Standorten etwa 1000 Passagiere pro Tag gezählt. „Wir müssen damit rechnen, dass die Fluggastzahlen über mehrere Monate sehr gering bleiben werden.“

Keine Garantie gibt es, dass das neue Terminal 2 am BER zur Eröffnung im Oktober bereit steht. Dort fehlt wegen der Corona-Krise gut ein Viertel der Bauarbeiter aus Osteuropa. Möglicherweise bleiben auch manche Läden im BER-Hauptterminal zum Start verriegelt, wie Lütke Daldrup andeutete. Er schließe nicht aus, dass der eine oder andere Betreiber in Schwierigkeiten gerate, sagte er.

BER-Probe wegen Corona-Krise verschoben

Die BER-Betreiber haben den für Ende April geplanten ersten Probelauf mit Komparsen wegen der Corona-Krise auf den Sommer verschoben. „Die Sicherheit und Gesundheit der freiwilligen Tester und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht an erster Stelle“, teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit.

Die Komparsen sollten an dem Tag an einer Brandschutz- und Räumungsübung am Hauptterminal sowie am Flughafenbahnhof teilnehmen. Weitere Komparsentests, bei denen die Abläufe am BER geübt werden sollen, sind für Juni und Juli geplant. Ursprünglich sollten dafür rund 20.000 freiwillige Teilnehmer zum Einsatz kommen. Schon vor einigen Wochen hatte Lütke Daldrup angekündigt, dass dieser Probebetrieb - das sogenannte Orat-Programm - aufgrund der Maßnahmen gegen das neuartige Coronavirus angepasst werden müsse. Weitere Terminverschiebungen wurden zunächst nicht bekannt.

Flughäfen Tegel (TXL) und Schönefeld (SXF): Das müssen Passagiere wissen

Aufgrund des geringen Passagieraufkommens hat die Berliner Flughafengesellschaft ihre Abfertigungsprozesse verändert.

  • In den Terminals der Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld gilt seit Sonnabend, 9. Mai, eine Maskenpflicht. Wie die Flughafengesellschaft mitteilte, können medizinische oder selbstgenähte Masken getragen werden, aber auch Tücher und Schals. Ausgenommen sind demnach Kinder unter sechs Jahren und Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigung oder Behinderung keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können.
  • Flughafen Schönefeld: Bis auf Weiteres werden alle Flüge im Terminalbereich M (ehemals D) abgefertigt
  • Flughafen Tegel: Seit dem 19. März wird der Verkehr weitestgehend im Terminal C konzentriert.
  • Passagiere werden gebeten, sich online oder vor Ort an den Monitoren über ihr Terminal zu informieren.
  • Abholer werden gebeten, ankommende Fluggäste außerhalb der Terminals zu empfangen und beim Warten den vorgeschriebenen Mindestabstand einzuhalten.

Alle Informationen zum Umgang der Berliner Flughäfen mit dem Coronavirus lesen Sie auch hier.

TXL und SXF: Corona-Maßnahmen an den Berliner Flughäfen

  • Die präventive und fachgerechte Desinfektion von Oberflächen von besonders stark genutzten Flächen (z.B. Taster, Aufzüge, Klinken, Handläufe, Griffe, Tresen, Info-Counter, Bordkartenscanner, Passkontrollschalter, Self-Check-in-Counter, Food- und Beverage-Automaten) wurde intensiviert.
  • Alle Sanitäranlagen werden einer Flächendesinfektion unterzogen, und ebenso werden die Seifenspender und Seat Cleaner rund um die Uhr aufgefüllt und desinfiziert.
  • Abfliegende und ankommende Passagiere erhalten über Terminaldurchsagen, Plakate und Monitore in den Terminals aktuelle Informationen.

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