Corona-Krise

Berliner Architekten und Bauingenieure appellieren an Senat

In einem offenen Brief bitten Berliner Kammerpräsidenten um Unterstützung.

Auch Baufirmen, Handwerker und Architekten trifft die Corona-Krise hart. Darauf machen die berufsspezifischen Kammern aufmerksam.

Auch Baufirmen, Handwerker und Architekten trifft die Corona-Krise hart. Darauf machen die berufsspezifischen Kammern aufmerksam.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Berlin. In einem offenen Brief haben sich die Berliner Architektenkammer und die Baukammer Berlin an Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) gewandt. In dem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben bitten die beiden Kammerpräsidenten die Senatorin, sich dafür einzusetzen, „die bestehenden Strukturen der Bauwirtschaft überlebensfähig zu halten“. Das gelte für Baufirmen und Handwerker gleichermaßen, genauso wie für die Architektur- und Ingenieurbüros.

Die von der Senatsverwaltung in Aussicht gestellten Liquiditätshilfen könnten zwar größeren Büros und Baufirmen, zusammen mit der Beantragung von Kurzarbeit, wohl für einige Monate das Überleben sichern, schreiben Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer, und Ralf Ruhnau, Präsident der Baukammer. Solche rückzahlbaren Kredite seien allerdings nur für etablierte Markteilnehmer geeignet, befürchten sie. „Es ist deswegen dringend sicherzustellen, dass die in Aussicht gestellten schnellen und nicht rückzahlbaren Beihilfen für kleine Planungsbüros und Einzelselbstständige unsere Berufsgruppe mit einschließt“, heißt es weiter.

Berlin soll Planungs- und Bausektor unterstützen

In der von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) angekündigten Unterstützung gehe es bislang nur darum, „den kleinen und Kleinstunternehmen des privaten Kulturbetriebes, den freiberuflichen und soloselbstständigen Künstlern und Kulturarbeitern, den Honorarkräften, kleinen Kunstvereinen und Selbstständigen im Veranstaltungsbetrieb Soforthilfe zu leisten.“ Hier sei seitens der Stadtentwicklungssenatorin eine Klarstellung erforderlich, „damit auch unsere teilweise stark davon betroffenen Mitglieder die entsprechenden Anträge stellen und schnelle Hilfe bekommen können“, so Edmaier und Ruhnau. Hilfreich wären auch entsprechende Hinweise auf der Internetseite der Senatsbauverwaltung.

Zudem regen die Kammerpräsidenten an, dass Berlin – wie schon in der Vergangenheit – mit Konjunkturspritzen und erleichterten Vergabevorschriften den Planungs- und Bausektor unterstützt. Architekturwettbewerbe sollten aufgrund der Corona-Krise nicht abgesagt, sondern weitergeführt und auch neu ausgelobt werden, beispielsweise mit Online-Jurysitzungen. Auch Bietergespräche im Rahmen von Vergabeverfahren könnten mit Hilfe digitaler Medien erfolgen, regen sie an. „Gerade Planungen für öffentliche Bauvorhaben, die ohnehin notwendig sind, könnten jetzt vorangetrieben werden, ebenso bieten sich Bestandsaufnahmen und Aufmaße in leer stehenden öffentlichen Gebäuden an“, schlagen Edmaier und Ruhnau vor.

Zum Schluss appellieren die beiden Kammerpräsidenten an die Bausenatorin, alles zu tun, damit in ihrer Verwaltung und in den bezirklichen Bauämtern „trotz Homeoffice und einem möglicherweise erhöhten Krankenstand die Themen weiterhin angegangen und umgesetzt werden“. Die Zuarbeit aller Ämter sei dringend erforderlich, damit Baugenehmigungen und dringend notwendige Auskünfte erteilt werden, um sowohl das Planen als auch das Bauen vor dem Stillstand zu bewahren.

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