Nachbarschaftshilfe

Viele Berliner, vor allem Ältere, brauchen Hilfe

Die Aktion der Berliner Morgenpost „Nachbarn helfen Nachbarn“ vermittelt Angebote.

Ältere Menschen (Symbolbild)

Ältere Menschen (Symbolbild)

Foto: Patrick Seeger / dpa

Berlin. Solidarität und Hilfsbereitschaft unter Nachbarn bekommen in Zeiten der Corona-Krise eine ganz neue Bedeutung. Vor allem für Ältere und Kranke sind derzeit auf der Suche nach Hilfe, weil sie Angst haben, sich in der Öffentlichkeit mit der Krankheit anzustecken. Glücklicherweise zeigen sich viele junge Berliner solidarisch und wollen den Menschen in Not Beistand leisten.

Die Berliner Morgenpost möchte die Suche nach der passenden Unterstützung erleichtern. Deshalb haben wir die Aktion „Nachbarn helfen Nachbarn“ ins Leben gerufen. Damit wollen wir Hilfesuchenden die Möglichkeit bieten, sich unter der Nummer 030 – 8872 77 842 in unserer Redaktion zu melden und ihr Anliegen mitzuteilen. Auch alle engagierten Berliner, die gerade Zeit haben und anderen Menschen aus ihrer Nachbarschaft zur Seite stehen wollen, sollen sich damit aufgerufen fühlen, sich bei uns zu melden.

Einkaufen gehen oder Medikamente abholen

Die letzten Tage haben gezeigt: Viele Berliner nehmen das Angebot der Nachbarschaftshilfe dankbar an. Eine von ihnen ist Katrin Dechent. Die 82-Jährige wohnt in Wilmersdorf und rief in unserer Redaktion an, weil sie Unterstützung beim Einkaufen benötigt. Ihre Freude war groß, als Kerstin De Wenze aus Tempelhof-Schöneberg bereit erklärte, sich darum zu kümmern. Bereits in der letzten Woche erklärte die 51-Jährige, sie wolle „helfen, wo sie nur könne“.

Ebenso meldete sich Marita Zinski aus Marienfelde am Mittwoch in unserer Redaktion. Da sie Probleme beim Laufen hat, ist sie auf Hilfe beim Einkaufen angewiesen. Glücklicherweise möchte Gabi Jahn aus Reinickendorf für sie nun die Besorgungen erledigen. „Ich freue mich sehr, wenn ich für andere etwas Gutes tun kann.“ Darüber hinaus erklärte sich Frau Jahn dazu bereit, auch für Annelie Berg aus Frohnau die Lebensmittel mitzubringen. Frau Berg erklärte am Telefon, dass sie und ihr Ehemann über 80 seien und bereits einen Infekt gehabt hätten. Deswegen würden sie nur noch ungern ihr Haus verlassen.

Da sich Nina Hüller und ihre 13 Mitbewohner derzeit in Quarantäne befinden, weiß die Wohngemeinschaft am Ostkreuz derzeit nicht, wie sie an Lebensmittel kommen soll. „Es reicht schon, wenn uns jemand einfach zwei Tüten vor die Tür stellt“, sagte die 20-Jährige. Glücklicherweise bietet der 32-Jährige Jonas Gugel aus Neukölln an, für sie einkaufen zu gehen.

Hilfe benötigt noch Gabriele Kirst aus Marzahn. Die Seniorin bittet um Unterstützung beim Besorgen von Lebensmitteln und Abholen ihrer Tabletten. Auch Ulrich Schön bat um Hilfe. Seine Eltern leben in Hohenschönhausen und bräuchten jemanden, der für sie den Einkauf erledigt. Da er selber außerhalb von Berlin wohne, könne er sich leider nicht persönlich kümmern.

Wenn Sie Hilfe brauchen, dann können Sie auch in den nächsten Tagen von 8 Uhr bis 16 Uhr unter der Nummer 030 – 8872 77 842 in unserer Redaktion anrufen. Melden Sie sich ebenfalls, wenn Sie etwas Gutes tun und hilfsbedürftigen Menschen helfen wollen.

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