Coronavirus

Müller: Berlin will Corona-Patienten aus Italien aufnehmen

Wie bereits andere Bundesländer will auch Berlin schwer kranke Corona-Patienten aus Italien zur Behandlung aufnehmen.

Italien: Alle "nicht lebenswichtigen" Unternehmen sollen schließen

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus hat Italiens Regierung die Schließung aller "nicht lebensnotwendigen" Unternehmen und Fabriken beschlossen. Italien ist das Land mit den meisten offiziellen Coronavirus-Fällen weltweit. Mehr als 4800 Menschen sind bislang gestorben.

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Berlin will so wie andere Bundesländer schwer kranke Corona-Patienten aus Italien zur Behandlung aufnehmen. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstagabend an. „Solidarität macht nicht an der Stadtgrenze halt“, sagte Müller in der rbb-Talksendung „Wir müssen reden!“. „Wir wollen helfen und Patienten aus Italien aufnehmen. Darüber habe ich heute mit dem Charité-Chef gesprochen.“

Müller folgte damit dem Beispiel anderer Länderchefs: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Dienstag: „Wir wollen auch da ein Signal der Humanität setzen.“ Bayern will ebenfalls Covid-19-Patienten aus Italien aufnehmen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte die Aufnahme von zehn Patienten aus dem besonders leidenden Norditalien zu. „Wir wollen signalisieren: Ihr seid nicht allein.“ In Sachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind bereits erste Corona-Notfälle aus dem Ausland in Kliniken untergebracht.

Coronavirus in Berlin: Einschränkungen laut Müller wohl auch nach Ostern

Die Coronakrise wird nach Einschätzung von Müller nicht schon bald wieder vorbei sein - und wohl auch nach Ostern mit Einschränkungen im Alltag verbunden sein. "Wir müssen damit rechnen, dass es auch länger gehen kann", sagte Müller am Dienstagabend in der rbb-Talksendung.

Mit Blick auf die verschärften Maßnahmen, die für die nächsten zwei Wochen befristet wurden, sagte er: "Die Länder waren sich da einig, wir wissen aber schon, dass viele der Maßnahmen mindestens bis Ostern aufrechtzuerhalten sind", so der Regierende Bürgermeister. "Und leider müssen wir, wenn wir uns die Zahlen angucken der Infizierten, auch damit rechnen, dass über die Zeit nach Ostern über mehrere Wochen wir noch deutliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben werden."

Das bedeute, sich mit Regeln zu arrangieren, etwa dass Kinder zwar rausgehen dürfen mit ihren Eltern, dass aber Gruppenbildung nicht erlaubt sei und dass es für Jugendliche nicht möglich sei, sich zu treffen.

Michael Müller: Jüngere sollten Patenschaft für Ältere übernehmen

Müller empfiehlt Jüngeren, älteren Menschen zu helfen, die nicht rausgehen können oder das damit verbundene Risiko nicht eingehen wollen. Sie könnten eine Art Patenschaft für Ältere übernehmen, sagte Müller in der rbb-Talksendung „Wir müssen reden!“ am Dienstagabend. „Dass man zum Beispiel für sie einkauft, dass man einfach auch ein-, zweimal am Tag anruft, dass es einen direkten Kontakt gibt, dass man weiß, wie geht es demjenigen“, erklärte der SPD-Politiker. Jüngere könnten für Ältere so eine Aufgabe übernehmen. „Zu sagen, ich bin da, du kannst mich anrufen, ich ruf' dich an, ein-, zweimal am Tag, wir verabreden was miteinander, das kann schon helfen.“

Müller nahm auch Stellung zu Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), die am Montag alle Berliner über 70 gebeten hatte, sich zu Hause in Selbstquarantäne zu begeben. „Sie kennen ja meine Position zur Ausgangssperre, dann können Sie sich vorstellen, wie ich auch zur Quarantäne stehe“, sagte Müller. Das sei nicht die verabredete Maßnahme des Senats.

„Ich bitte aber trotzdem um Verständnis. Die Gesundheitssenatorin hat sich im Gesundheitsausschuss des Parlaments mit den anderen Gesundheitsexperten über neue Maßnahmen und neue Schritte unterhalten“, so der Regierende Bürgermeister. „Und in der Diskussion hat sie dann auch gesagt, das was jetzt möglicherweise geboten wäre, ist so eine Quarantäne, um jedes Risiko zu vermeiden. Aber wir wissen, dass das kein gangbarer Weg ist.“

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