Statistik

Zahl der Brandstiftungen in Berlin gestiegen

Im vergangenen Jahr gab es 1131 Brandstiftungen in Berlin - gegenüber 2018 ist die Zahl knapp um ein Viertel gestiegen.

Immer wieder werden in Berlin auch Autos angezündet, wie hier Anfang Januar in der Nähe des Parks am Gleisdreieck.

Immer wieder werden in Berlin auch Autos angezündet, wie hier Anfang Januar in der Nähe des Parks am Gleisdreieck.

Foto: Wolfram Steinberg / dpa

Im vergangenen Jahr gab es in Berlin 1131 Brandstiftungen. Damit ist die Zahl gegenüber 2018 von 889 um knapp ein Viertel gestiegen und liegt über dem Durchschnitt der vergangenen neun Jahre von 991. Das geht aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe hervor, die der Berliner Morgenpost vorliegt.

Die meisten Fälle wurden 2019 mit 124 in Mitte gezählt, gefolgt von 122 in Charlottenburg-Wilmersdorf. Die wenigsten gab es mit 60 in Reinickendorf. Generell sind die Randbezirke deutlich weniger betroffen als die Innenstadt.

Neben Brandstiftungen noch 1493 Sachbeschädigungen in Berlin

In der jüngst veröffentlichen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) wurden noch deutlich niedrigere Zahlen angegeben. Das liegt laut einer Polizeisprecherin daran, dass dort für 2019 nur die 800 vorsätzlichen Brandstiftungen erfasst wurden, in der Antwort des Senats allerdings zusätzlich 331 fahrlässige. Dort werden auch Zahlen der Branddelikte insgesamt aufgeführt.

Für das vergangene Jahr kommen zu den 1131 Brandstiftungen noch 1493 Sachbeschädigungen hinzu, die durch Feuer entstanden sind – in der Summe macht das 2624 Fälle. Hierbei sind die im Strafgesetzbuch definierten Voraussetzungen einer Brandstiftung nicht erfüllt. Die liegen demnach vor, wenn definierte Dinge wie etwa Häuser, Autos, Lager, Wälder oder Betriebsstätten durch ein Feuer ganz oder teilweise zerstört werden.

Linksextreme riefen zuletzt zu Plünderungen und Aufständen auf

Der Anteil politisch motivierter Brandstiftungen ist laut der Antwort nach vorläufigen Zahlen im vergangenen Jahr auf 52 Fälle gestiegen (2018: 36) – 50 davon links, einer rechts und einer nicht zuzuordnen. Die Zahl der politisch motivierten Sachbeschädigungen durch „Brand- oder Sprengvorrichtungen“ lag 2019 bei 21 – eine Verzehnfachung gegenüber 2018. Auch hier waren mit 19 Fällen die meisten links motiviert.

„Angesichts der aktuellen Situation müssen Verfassungsschutz und polizeilicher Staatsschutz einen besonderen Fokus auf öffentliche Aufrufe – nebst Anleitungen – zu Straftaten wie auf Indymedia legen“, sagt Luthe angesichts der Corona-Krise. Auf dem linksextremen Internetportal erschien jüngst ein Aufruf zu Plünderungen, zum Aufstand und zu Anschlägen auf die Energieversorgung. Ziel sei, einen „revolutionären Beitrag zu den Ausbrüchen von Wut, Ärger, Protesten, Plünderungen und Unruhen zu leisten“, hieß es dort. „Wer in diesen Wochen Brandanschläge etwa auf Stromverteiler verübt, will nicht einen bestimmten Gegner treffen, sondern uns alle“, so Luthe.