Coronavirus

Warum es in Berlin keinen Drive-in für Tests gibt

Einen Abstrich bei Bürgern aus dem Auto heraus nehmen - das ist in einigen Bundesländern möglich. Berlin entschied sich dagegen.

Coronavirus: So soll die Wirtschaft aus der Krise kommen

Die Corona-Krise ist eine gigantische Prüfung für die Wirtschaft. Der Staat greift deshalb tief in die Taschen, um Unternehmen, Selbständige und Bürger zu unterstützen.

Beschreibung anzeigen

Berlin. Die Senatsgesundheitsverwaltung und die bezirklichen Gesundheitsämter haben sich gegen die Möglichkeit entschieden, bei Bürgern aus deren Auto heraus Abstriche für Tests auf Covid-19 zu nehmen, obwohl einige Amtsärzte diese Methode durchaus interessant fänden.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) begründet den Berliner Weg so: Man habe inzwischen acht Corona-Abklärungsstellen in Krankenhäusern geöffnet. Dort werden Menschen beraten, die Sorge haben, infiziert zu sein. Dabei schicken die Mediziner viele Bürger auch wieder weg, weil sie keine Krankheitssymptome zeigen oder weil es keinen Grund gibt, eine Infektion anzunehmen.

Coronavirus: Rund 5 Prozent der Tests sind positiv

Zwar veröffentlicht die Gesundheitsverwaltung nicht regelmäßig die Zahl der in Berlin genommenen Tests. Die Daten aus der Woche vom 9. bis 15. März sind aber bekannt: Demnach waren von 9253 Tests 394 oder 4,2 Prozent positiv. Die Senatorin spricht weiter von einer Quote von unter fünf Prozent positiver Tests.

Man gebe die Frage, ob getestet werden soll oder nicht, in die Hände der Ärzte. Damit folge man den Empfehlungen der Experten des Robert-Koch-Instituts. Das sei auch solange nötig, wie die Kapazitäten für die Abstriche und die folgende Analyse der Proben begrenzt seien.

Auch ein negativer Test biete keine dauerhafte Gewähr, nicht infiziert zu sein. Denn das könne sich schon am nächsten Tag ändern. Deswegen sei bei einem Verdacht die zweiwöchige Quarantäne die wirksamste Lösung.

Schneller werden Mitarbeiter des Gesundheitswesens getestet

Schneller und vorrangig getestet werden Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Dass es grundsätzlich sinnvoll wäre, mehr Menschen auf das Virus zu testen und mehr positive Fälle herauszufiltern, räumt auch die Senatorin ein. Aber dafür bräuchte man auch höhere Kapazitäten.

Dann reichten selbst die für Berliner Labors angestrebten 10.000 Tests pro Tag nicht aus. Flächendeckend testen könne man erst, wenn es einen zuverlässigen und schnellen Selbsttest zum Coronavirus gebe. Das Bundesgesundheitsministerium halte die Ergebnisse der existierenden Produkte jedoch nicht für valide.

Alle Nachrichten zum Coronavirus in Berlin, Deutschland und der Welt: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus in Berlin haben wir hier für Sie zusammengetragen. In unserem Newsblog berichten wir über die aktuellen Coronavirus-Entwicklungen in Berlin und Brandenburg. Die deutschlandweiten und internationalen Coronavirus-News können Sie hier lesen. Zudem zeigen wir in einer interaktiven Karte, wie sich das Coronavirus in Berlin, Deutschland, Europa und der Welt ausbreitet. Alle weiteren wichtigen Informationen zum Coronavirus bekommen Sie hier.