Freizeit

Berliner Campingplätze verschieben ihren Saisonstart

Die Corona-Krise verschont auch nicht die Camping-Branche. Doch es gibt auch gute Nachrichten von den elf Berliner Campingplätzen.

Auf entspannten Campingurlaub wie hier in der Wohnmobil-Oase Berlin muss man noch warten.

Auf entspannten Campingurlaub wie hier in der Wohnmobil-Oase Berlin muss man noch warten.

Foto: Reto Klar

Berlin. Auch für die Camper gibt es in diesen Zeiten zunächst schlechte Nachrichten: „Auf Grund der Corona Pandemie ist uns die Aufnahme von Gästen bis voraussichtlich zum 30.4.2020 untersagt“. So informiert zum Beispiel der Berliner Camping Club e. V., der in Spandau die Campingplätze „Bürgerablage“ und „Breitehorn“ betreibt, auf seiner Homepage über die aktuelle Lage.

„Übernachtungsangebote sind derzeit nur noch zu notwendigen Zwecken, beispielsweise Dienstreisen - ausdrücklich nicht mehr zu touristischen Zwecken erlaubt, das gilt auch für Campingplätze“, sagt die Dame vom Empfang des Hotel & City Camping Nord an der Gartenfelder Straße. Buchungen könne sie für einen späteren Zeitpunkt allerdings gerne entgegennehmen. „Ich denke aber, dass die Situation auch im April noch nicht viel anders ist“, sagt sie.

Ganz ähnlich verweist auch der auf Gruppenreisen für Kinder und Jugendliche spezialisierte Verein Zeltlagerplatz Heiligensee auf behördliche Anordnungen. Aktuelle Buchungen habe man storniert und die Betroffenen informiert, heißt es auf Nachfrage der Morgenpost.

Camping: Alternative zum Hotel-Tourismus

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Auch wenn in Zeiten der Corona-Krise kaum jemand an seine Urlaubsplanung denken mag und der Berlin-Tourismus gänzlich zum Erliegen gekommen ist, zeigt immerhin die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Berliner Linken, dass die Situation auf Berlins Campingplätzen recht stabil ist.

2019 gab es in Berlin nach Auskunft der Senatsverwaltung für Wirtschaft elf Campingplätze in der Hauptstadt. „Seit 1992 sind keine Campingplätze auf dem Berliner Stadtgebiet verloren gegangen, sondern insgesamt vier Campingplätze dazu gekommen“, teilte Wirtschafts-Staatssekretär Christian Rickerts auf Nachfrage der Linken-Abgeordneten Katalin Gennburg mit. Allerdings: Sollte die Krise die diesjährige Saison erheblich verkürzen, stehen sicherlich auch hinter dieser Zahl einige Fragezeichen. „Campingplätze leisten einen wertvollen Beitrag zu ökologischen und stadtverträglichen Tourismus – und sie ermöglichen Reisenden mit kleinem Budget überhaupt erst Städtereisen“, bekennt sich die Abgeordnete Gennburg als Fan.

Campingplätze vermehrt in Außenbezirken

In der Regel hätten Campingplätze durchaus einen geringen Ressourcenverbrauch (Abfall, Wasser, Energie) und böten damit grundsätzlich eine ökologische Übernachtungsmöglichkeit in Berlin, bestätigte der Staatssekretär. Da sich die Berliner Campingplätze mehrheitlich in den Außenbezirken befänden, könnten sie zudem zur räumlichen Entzerrung der touristischen Nachfrage und damit zu einem stadtverträglichen Tourismus beitragen. „Allerdings haben Campingplätze im Verhältnis zu Hotelneubauten einen sehr großen Flächenbedarf, daher könnte die Schaffung neuer Campingplätze zu Nutzungskonflikten führen“, gibt Rickerts zu Bedenken.

Da die Auslastung der bestehenden Campingplätze im Jahr 2019 nach Auskunft der Wirtschaftsverwaltung lediglich 10,3 Prozent betrug, gehe der Senat davon aus, dass in diesem Bereich derzeit genug Kapazitäten zur Verfügung stünden. Oberstes Ziel des neuen Tourismuskonzeptes sei die Schaffung eines nachhaltigen und stadtverträglichen Tourismus. Hierzu leisteten die vorhandenen Campingplätze einen Beitrag.