Flug aus Ägypten

Einreise für Urlauber aus Risikogebiet teils ohne Auflagen

In Schönefeld ist am Sonntag eine Maschine mit 200 Ägypten-Urlaubern gelandet. Touristen mit Symptomen sollen isoliert werden.

Am Flughafen Schönefeld landet am Sonntag eine Chartermaschine mit 200 Touristen aus Ägypten.

Am Flughafen Schönefeld landet am Sonntag eine Chartermaschine mit 200 Touristen aus Ägypten.

Foto: Bernd Settnik / dpa

Schönefeld. Am Flughafen Berlin-Schönefeld ist am Sonntagabend gegen 18.20 Uhr mit knapp einstündiger Verspätung ein Flugzeug aus Ägypten gelandet. An Bord der Maschine befanden sich etwa 200 Passagiere.

Der Interministerielle Koordinierungsstab Corona (IMKS Corona) der Landesregierung bereitete Maßnahmen zur Ankunft der Urlauber aus Ägypten vor. Das teilte das zuständige Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg am Sonntagvormittag mit.

Coronavirus: Ägypten gehört zu den Risikogebieten

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) zählt Ägypten zu den internationalen Coronavirus-Risikogebieten. Daher müssten alle Passagiere in Quarantäne. Jeder Kontakt zu anderen Flugreisenden werde verhindert, teilte ein Sprecher des IMKS Corona in Potsdam mit. Doch das erschien in einer späteren Mitteilung der Behörden fraglich.

Wie ein Sprecher der Flughafengesellschaft sagte, wierde die Maschine nach der Landung auf einer Sonderposition abgestellt. Das vorbereitete Notfallverfahren des Krisenstabs sah dann vor, dass alle Passagiere aus der Maschine zu einer Screening-Stelle gebracht werden. Dort sollten sie auf mögliche Symptome untersucht werden.

Touristen aus Ägypten mit Symptomen müssen in Quarantäne

Ein Notarzt sollte dann in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt über die weiteren Maßnahmen entscheiden. Wie die Landesregierung am Sonntagvormittag weiter mitteilte, sollten Passagiere ohne Symptome direkt von Hilfsorganisationen zu ihren Wohnorten gebracht und dort für 14 Tage häuslich isoliert werden. Davon war am Nachmittag in einer erneuten Mitteilung allerdings keine Rede mehr.

Vielmehr hieß es: "Die Passagiere bekommen abgetrennt vom übrigen Flugverkehr ihr Gepäck und verlassen das Terminal, ohne mit Passagieren anderer Flüge in Kontakt zu kommen." Von einer 14-tätigen Isolierung am Wohnort war nicht mehr die Rede.

Passagiere mit Symptomen würden stationär oder ambulant im Landkreis Dahme-Spreewald und benachbarten Kreisen versorgt. Darüber sollte das Gesundheitsamt vor Ort entscheiden.

"Keine Einreisesperre" für Passagiere aus Risikogebieten

Weiter hieß es: "Nach der aktuell geltenden Rechtslage des Bundes gibt es mit Blick auf das Coronavirus gegenwärtig keine Einreisesperre nach Deutschland für Reisende aus China oder andere besonders betroffene Länder. Reisende aus Risikogebieten sind verpflichtet, auf Aussteigekarten Angaben zu ihrem Flug und zu ihrem Aufenthaltsort in den folgenden 30 Tagen nach Landung zu machen. Auch können bei Reisenden Informationen zur Symptomatik und Risikoexposition erfasst werden. Auffällige Personen können weiter befragt und gegebenenfalls untersucht werden."

Um Erklärung gebeten, warum die Urlauber aus dem Risikogebiet Ägypten nun teils ohne Auflage in Berlin-Schönefeld einreisen dürften, teilte ein Sprecher des Koordinierungsstabs Corona (IMKS) der Berliner Morgenpost mit: "Wir haben die Situation im Laufe des Sonntags neu bewertet. Demnach müssen nicht alle Passagiere in Quarantäne oder häusliche Isolierung." Man richte sich "nach der aktuell geltenden Rechtslage des Bundes".

Zunächst hatte es auch geheißen, das Gesundheitsministerium weise ausdrücklich darauf hin, "dass kein Passagier dieser Maschine von Angehörigen am Flughafen abgeholt und nach Hause gefahren werden darf". Auch diese Auflage war am Abend hinfällig.

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Angehörige dürfen Passagiere nicht abholen

Alle erforderlichen Maßnahmen zur Ankunft der Passagiere des Koordinierungsstabs Corona der Landesregierung fanden in enger Abstimmung mit dem Landkreis Dahme-Spreewald, der Flughafengesellschaft und dem Deutschen Roten Kreuz statt.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am vergangenen Dienstag angekündigt, Deutsche aus den Ländern zurückzuholen, aus denen es keine regulären Flüge mehr gibt. Dazu gehören Ägypten, Marokko, Tunesien, Argentinien, Costa Rica, die Dominikanische Republik, Peru und die Philippinen.

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