Gesundheit

Coronavirus: 45 Friedhöfe werden in Berlin gesperrt

Der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte schließt ab Montag 45 Friedhöfe. Sie wurden als Fußballplätze zweckentfremdet.

Die Grabstelle des Schauspielers Ludwig Devrient (1784-1832) auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. (Archivbild)

Die Grabstelle des Schauspielers Ludwig Devrient (1784-1832) auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. (Archivbild)

Foto: Soeren Stache / picture-alliance/ ZB

Der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte hat sich aufgrund der aktuellen Entwicklung hinsichtlich der Verbreitung des Coronavirus entschlossen, alle dem Verband zugehörigen Friedhöfe ab Montag, 23. März 2020, für die Öffentlichkeit zu schließen.

Der Verband betreut 45 Friedhöfe in der Innenstadt, darunter einige sehr bekannte, auf denen berühmte Persönlichkeiten von Karl Friedrich Schinkel über die Mendelssohns bis zu Fanny Hensel begraben liegen. Doch die Areale haben auch als innerstädtische Grünflächen Bedeutung, die zu Spaziergängen einladen. Zu den betroffenen Friedhöfen gehören etwa die Friedhöfe an der Bergmannstraße und am Halleschen Tor in Kreuzberg, der Dorotheenstädtische Friedhof an der Chausseestraße und der St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhof an der Mollstraße (Mitte).

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Evangelische Friedhofsverband: Friedhöfe werden als Fußballplätze benutzt

In der Mitteilung des Verbandes heißt es: „Wir möchten mit dieser Maßnahme dazu beitragen, eine weitere Verbreitung des Coronavirus einzuschränken und bitten Sie um Ihre Hilfe und Ihr Verständnis. Wir müssen unsere Mitarbeitenden schützen, damit zumindest die Bestattungen, die nicht aufgeschoben werden können, weiterhin durchgeführt werden können. Uns nötigt auch das Verhalten etlicher Personen dazu, die Friedhöfe zu schließen, da diese als Fußballplätze, Ersatztoiletten u. a. zweckentfremdet werden. Das zwingt uns nun, diesen für alle schwierigen Schritt zu gehen und die Friedhöfe – zunächst für 14 Tage – zu schließen.”

Beisetzungen in eingeschränkter Form

Der Beisetzungsbetrieb solle weiterhin stattfinden, allerdings in eingeschränkter Form. Urnenbestattungen werden, soweit möglich, zeitlich nach hinten verschoben. Dadurch können wir vorerst den Beisetzungsbetrieb für Erdbeisetzungen aufrechterhalten. Zu den Beisetzungen wird der jeweilige Friedhof geöffnet und ggf. der Einlass über Kontrollen geregelt. Trauerfeiern sollen nach Möglichkeit im Freien abgehalten werden.

Bundestag beschloss Zuschuss zur Instandhaltung

Der Verband ringt seit Jahren mit steigenden Kosten für Unterhalt und Sicherung der teils prächtigen, aber sehr verfallenen Areale. Dazu kommen immer weniger Einnahmen, weil Bestattungen zurückgehen oder nur noch als Urnenbeisetzung stattfinden.

Im Herbst beschloss der Bundestag einen Zuschuss zur Instandhaltung der historisch bedeutsamen evangelischen Friedhöfe in Berlin. 23,4 Millionen Euro sind für die nächsten zehn Jahre zugesagt, um Mausoleen zu sanieren, alte Mauern zu stabilisieren, Alleen neu zu pflanzen und die Grünpflege zu verbessern.