Coronavirus

Corona-Pandemie: CDU will drei Wochen Ausgangssperre

Berlins CDU fordert den sofortigen Shutdown. Auch der Fern- und Flugverkehr soll weitgehend eingestellt werden.

Corona-Krise: Bayern stellt öffentliches Leben ein

Im Kampf gegen das Coronavirus stellt Bayern das öffentliche Leben praktisch ein: Für zunächst zwei Wochen sollen nun auch Restaurants, Friseure oder Baumärkte schließen. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder.

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Berlin. Angesichts der weiter steigenden Erkrankungsfälle fordert die CDU einschneidende Sofortmaßnahmen, um die Corona-Epidemie zu stoppen. „Damit die Pandemie nicht in einer Katastrophe endet, muss der Kampf gegen das Virus jetzt mit aller Entschiedenheit und Konsequenz geführt werden“, sagte CDU-Landeschef Kai Wegner am Sonnabend und legte einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vor.

Darin fordert die CDU den sofortigen Ausruf eines Katastrophenalarms. „Wir appellieren an den Senat, diese Maßnahmen umzusetzen und sagen unsere konstruktive Mitarbeit zu“, sagte Wegner.

Der Plan sieht vor, eine Ausgangssperre nach bayerischem Vorbild zu verhängen und sie von der Bundeswehr überwachen zu lassen. Außerdem fordert die CDU die Einstellung des Flugverkehrs auf den Berliner Flughäfen bis auf Rückflüge für EU-Bürger und Transportflüge für Lebensmittel und medizinisches Material. Der Maßnahmenkatalog sieht außerdem vor, den Fernverkehr auf der Schiene und den Publikumsverkehr in den Verwaltungen einzustellen.

Stattdessen soll so viel Personal wie möglich zur Versorgung der Corona-Infizierten und der Durchsetzung der Einschränkungen abgestellt werden. „Die CDU Berlin wird den Senat dabei unterstützen, jetzt alles Notwendige zu tun, damit Berlin die Coronakrise bestmöglich meistert“, sicherte Wegner am Sonnabend zu.

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Hotel- und Gaststättengewerbe fordert "echte finanzielle Soforthilfe"

Auch dem Hotel- und Gaststättengewerbe gehen die vom Land aufgestellten Hilfsprogramme nicht weit genug. Sie haben einen offenen Brief an das Land Berlin verfasst und fordern Klarheit über mögliche Schließungen und eine „echte finanzielle Soforthilfe“. Die bislang getroffenen Maßnahmen seien zwar eine Hilfe, retteten aber die Unternehmen nicht. „Alle bisher getätigten Beschlüsse sorgen für Aufschub der Probleme – nicht für Lösungen“, heißt es in dem Brief.

Die Gastronomen und Hoteliers fordern ein Gespräch mit dem Senat. Sie seien bereit, Verantwortung zu übernehmen und könnten unter anderem einen Lieferdienst für Risikogruppen organisieren. Sollte ihr Angebot nicht angenommen werden, fordern sie klare Einschnitte. „Schaffen Sie rechtliche Klarheit und ordnen Sie die komplette Schließung aller gastronomischen und Hotel-Betriebe an.“

Unterdessen hielt der Andrang in den Supermärkten auch am Sonnabend unvermindert an. Die Nachfrage nach Lebensmitteln und Hygieneprodukten übersteigt in der Corona-Krise das Volumen des Weihnachtsgeschäfts um fast das Dreifache. „Ein großes Zentrallager am Berliner Stadtrand konfektioniert derzeit täglich eine Menge von bis zu 700.000 Einheiten. Zu Weihnachten sind es nur rund 250.000“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen.