Hilfsangebote

Hilfesuchende und Helfer vernetzen

Auf der Webseite der „QuarantäneHelden“ können Anfragen gestellt werden.

Ein Mann bringt einer Frau Einkäufe an die Tür (Symbolbild).

Ein Mann bringt einer Frau Einkäufe an die Tür (Symbolbild).

Foto: pa/dpa

Berlin. In der Corona-Krise zeigt sich Berlin solidarisch: In immer mehr Hausfluren hängen Aushänge, auf denen Menschen ihren Nachbarn Hilfe bei Besorgungen oder Kinderbetreuung anbieten. Der Grund: Viele Menschen verlassen wegen des Virus ihre Wohnung nicht mehr. Vor allem Personen aus Risikogruppen sind davon betroffen.

Gezielte Suche nach Angeboten im nahen Umfeld

Die neugegründete Initiative „QuarantäneHelden“ will die Vermittlungen zwischen freiwilligen Helfern und Hilfe-Suchenden jetzt vereinfachen. Auf ihrer Webseite haben Menschen die Möglichkeit, eine Hilfeanfrage zu stellen. Helfer können sich dann gezielt die Anfragen aus ihrer Nähe anzeigen lassen und sich mit den Hilfe-Suchenden vernetzen. Bis auf die Postleitzahl der Antragsteller sind die Anfragen anonym. Sobald auf eine Nachricht geantwortet wird, erhält der Hilfesuchende die Email-Adresse des Helfers und kann direkt mit ihm in Kontakt treten.

Hinter den „QuarantäneHelden“ steckt eine Gruppe von Freunden aus München und Salzburg, alle zwischen 25 und 30 Jahre alt. Mit dem deutschlandweiten Projekt wollen sie in der Krise „ihren kleinen Beitrag leisten und Menschen helfen“, wie es auf der Website heißt. Die Idee für die Initiative kam ihnen durch einen Zufall: „Eine aus der Gruppe hat mit ihrer Oma telefoniert und erleichtert festgestellt, dass sie soweit gut versorgt ist. Dann kam aber der Gedanke, wie es den Menschen geht, bei denen das nicht der Fall ist“, erzählt Andrea Matthes, Pressesprecherin der QuarantäneHelden.

Zwei Software-Entwickler hatten die Idee

„Zwei Freunde, die in der Softwareentwicklung arbeiten, hatten daraufhin den Vorschlag einer Vermittlungsplattform.“ Das war am Donnerstagabend, am Sonnabendmittag ging ihre Website live. Das Ziel sei, Hilfe dahin zu schicken, wo sie gebraucht wird – und so die Verbreitung des Virus einzudämmen, sagt Matthes. Um auch Menschen ohne Internetanschluss erreichen zu können, gibt es auf ihrer Webseite die Printvorlage für einen Aushang. Menschen, die ihren Nachbarn Hilfe anbieten wollen, können den mit ihrer Telefonnummer ausfüllen und in Hausfluren aufhängen.

Die Onlinevermittlung laufe bisher aber sehr gut. Deutschlandweit gebe es schon über 20.000 registrierte Helfer und Hilfesuchende. „Wir sind überrascht davon, wie nett und hilfsbereit die Leute sind“, sagt Matthes. „Wir versuchen trotzdem jede Anfrage anzuschauen, damit niemand die Website missbraucht.“ Sie appelliere aber auch an die Ehrlichkeit und Vernunft der Nutzer. Um sicher zu gehen, dass die Anfragesteller tatsächlich auf Hilfe angewiesen sind, solle man sich telefonisch und nicht nur schriftlich absprechen. Persönlicher Kontakt müsse aber vermieden werden.

Jeder Helfer sollte nur eine Familie unterstützen

„Am besten sollte nur lokal und nur einer Person oder Familie geholfen werden, um Ansteckungen zu verhindern“, sagt Matthes. An erster Stelle müsse jeder Helfer und jede Helferin auf sich selbst aufpassen: „Die eigene Gesundheit geht vor.“ Wer Hilfe anfragen möchte, kann sich unter www.quarantaenehelden.org mit seiner Email-Adresse registrieren. Alle, die anderen Menschen helfen möchten, können ihre Postleitzahl eingeben und sich Anfragen aus ihrer Umgebung zuschicken lassen.

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