Coronavirus

„Ein Beitrag in einer für viele schweren Zeit“

Berlinerinnen und Berliner machen mit bei der Aktion „Nachbarn helfen Nachbarn“ der Berliner Morgenpost.

Andreas Luckenbach erledigt Besorgungen für Menschen, die sich nicht draußen bewegen können.

Andreas Luckenbach erledigt Besorgungen für Menschen, die sich nicht draußen bewegen können.

Foto: Jörg Krauthöfer

Berlin. Solidarität und Hilfsbereitschaft sind gerade in Zeiten der Corona-Krise gefragt wie selten zuvor: Viele berufstätige Eltern wissen derzeit nicht, wie sie ohne Unterstützung ihre Kinder betreuen sollen, da Schulen und Kitas geschlossen sind. Ebenso haben ältere Menschen Angst davor, ihre Wohnung oder ihr Haus zu verlassen, da es für sie besonders gefährlich ist, wenn sie sich mit dem Virus in der Öffentlichkeit anstecken. Auch Menschen, die unter Quarantäne stehen, sehen sich vor der Herausforderung, Lebensmittel oder auch Medikamente zu beschaffen. Glücklicherweise zeigen sich viele Berliner solidarisch und wollen einander beistehen.

Zettel werden in Fluren der Wohnhäuser ausgehängt

In vielen Häusern haben sich die Nachbarn zusammengetan und in ihren Fluren Zettel mit unterschiedlichen Hilfsangeboten aufgehängt. Mit der Aktion „Nachbarn helfen Nachbarn“ möchte die Berliner Morgenpost solche Aktionen noch mehr vorantreiben. Neben unserer Zettelaktion können seit Montag Hilfesuchende und Helfende sich zusätzlich telefonisch unter der Nummer 030 - 8872 77 842 in unserer Redaktion melden. Auch in den letzten Tagen haben hilfsbereite Berliner bei uns angerufen und ihre Unterstützung angeboten.

Einer von ihnen ist Andreas Luckenbach aus Haselhorst. Er möchte älteren Menschen aus seiner Nachbarschaft Unterstützung anbieten, indem er für sie den Einkauf erledigt. „Ich bin aktiver Radfahrer und habe zwei große Körbe, mit denen ich Mengen an Lebensmitteln transportieren kann“, sagte der 65-Jährige.

Auch Helga Gentry aus Charlottenburg zeigt sich sehr engagiert. Bereits am Mittwoch hatte sich die ehemalige Stewardess dazu bereiterklärt, einer Frau zu helfen, die an einem Tumor und einer Lungenembolie leidet und deshalb nur noch ungern ihre Wohnung verlassen möchte. Mittlerweile sind die beiden Frauen in telefonischem Kontakt, und ab Montag will Gentry für Monika K. einkaufen gehen. „Es hat alles hervorragend geklappt, und wir sind sogar für heute nochmal einfach so zum Telefonieren verabredet“, sagt Gentry.

Doch damit ist nicht genug, denn Gentry möchte noch weiteren Menschen helfen. Darüber freut sich Frau Rochlitz, denn sie hat drei Kinder und braucht dringend Unterstützung bei deren Betreuung. Helga Gentry hat nun angeboten, in der nächster Woche auf ihre Kinder aufzupassen, um die Mutter bei ihrer Arbeit zu entlasten.

Ebenfalls am Telefon gemeldet hat sich Phuong Phan. Sie studiert Kunstgeschichte, und da sie momentan Zeit habe, würde sie gerne hilfsbedürftigen Menschen aus ihrer Nachbarschaft in Neukölln unter die Arme greifen. Obwohl sie kein Auto hat, könne sie beispielsweise kleinere Einkäufe erledigen oder auf Kinder aufpassen.

„Ich möchte auch gerne meinen Beitrag in einer für viele schweren Zeit leisten“, schrieb Stefanie Ziermer in einer E-Mail an die Redaktion. Die 35-jährige Betriebswirtin bietet an, sowohl Besorgungen für Menschen aus ihrer näheren Umgebung in Lichterfelde zu erledigen, als auch gegebenenfalls die Betreuung von Kinder zu übernehmen.

Auch Mandy Vicente aus Mitte möchte vor allem älteren Menschen helfen „wo sie kann“. Da die 30-jährige Mutter mit ihrer Tochter zu Hause ist, könne sie sich vorstellen, für Andere zu kochen, während ihr Mann den Einkauf übernehmen könnte. „Ich helfe bei allem, was benötigt wird“, meldete sich Kerstin De Wenze am Telefon. Da die 51-Jährige gerade nicht zur Arbeit muss, möchte sie hilfsbedürftigen Menschen in Tempelhof-Schöneberg zur Seite stehen. Dafür könne sie sich vorstellen, einkaufen zu gehen, Medikamente zu besorgen, den Spaziergang mit Hunden zu übernehmen und auf Kinder aufzupassen.

Helfen möchte ebenfalls die 23-jährige Angelina Nüdke. „Ich komme zwar aus Hoppegarten in Brandenburg, aber solange ich noch mit der Bahn fahren kann, ist mir kein Weg zu weit.“ Da sie zu Hause sei und ausreichend Zeit habe, könne auch sie sich gut vorstellen, für Ältere etwa den Einkauf zu erledigen oder mit dem Hund Gassi zu gehen.

Die Berliner Morgenpost will auch in der nächsten Woche wieder für Ihre Telefonanrufe zur Verfügung stehen. Hilfesuchende und Helfende können sich von 8 Uhr bis 16 Uhr unter der Nummer 030 - 8872 77 842 in der Redaktion melden. Haben Sie keine Scheu davor, um Unterstützung zu bitten. Es hat sich gezeigt, dass genug Berliner helfen wollen. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, über unsere Zettelaktion Hilfsleistungen anzubieten. Dafür schneiden Sie den Zettel rechts aus und schreiben Ihren Namen und Telefonnummer drauf. Anschließend hängen Sie den ausgefüllten Zettel in Ihrem Hausflur auf, sodass sich Ihre Nachbarn bei Ihnen melden können.

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