Corona-Krise

Coronavirus - Michael Müller negativ getestet

Der israelische Botschafter ist mit dem Coronavirus infiziert. Er war Gast bei einer Veranstaltung mit dem Regierenden Bürgermeister.

Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin.

Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Berlin. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist negativ auf das Covid-19-Virus getestet worden. Das teilte Senatssprecherin Melanie Reinsch am Donnerstag mit. Er habe sich nicht infiziert. Auch die übrigen Berliner Abgeordneten sind nach Einschätzung des Gesundheitsamtes bei einer Veranstaltung mit dem positiv getesteten israelischen Botschafter Jeremy Issacharoff nicht mit dem Virus angesteckt worden, teilte das Abgeordnetenhaus am Donnerstag mit. Der im Bezirk Mitte zuständige Gesundheitsstadtrat Ephrahim Gothe habe den Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, am Donnerstag darüber informiert, dass eine Infektion der Teilnehmer der Veranstaltung am 9. März ausgeschlossen sei.

Beim israelischen Botschafter müsse der Infektionszeitpunkt nach Einschätzung des Gesundheitsamtes erst nach dem 9. März gewesen sein, sagte der Sprecher des Abgeordnetenhauses, Ansgar Hinz. Bei der Veranstaltung, bei der ein Porträt der Holocaust-Überlebenden und Berliner Ehrenbürgerin Margot Friedländer vorgestellt wurde, sei der israelische Botschafter noch nicht infektiös gewesen. Von Issacharoff ist am Dienstag bekannt geworden, dass er positiv auf das Virus getestet wurde.

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Bei dem Treffen hatte Issacharoff nach Angaben des Abgeordnetenhauses Kontakt zu etlichen Abgeordneten, darunter auch zu Wieland und Vizepräsidentin Cornelia Seibeld. Bei der Veranstaltung war auch der Regierende Bürgermeister anwesend. Das Abgeordnetenhaus hatte seine für Donnerstag geplante Plenarsitzung daraufhin am Mittwoch abgesagt. Eine Senatssprecherin teilte am Mittwochabend mit, der Regierende Bürgermeister sei vorsorglich in Kurzzeit-Quarantäne gegangen.

Präsident Wieland werde für Montag (23. März) den Ältestenrat einberufen, um zu beraten, wie es mit den Sitzungen des Abgeordnetenhauses weitergeht, heißt es in der Mitteilung.

Müller, Pop und Lederer wollten sich auf Corona testen lassen

Müller hatte, nachdem er von der Erkankung des Botschafters erfahren hatte, zunächst zwei Tage pausieren und dann das Wochenende abwarten wollen, hieß es zunächst. Danach seien die 14 Tage möglicher Inkubationszeit nach dem Treffen am 9. März ohnehin vorbei. "Es geht ihm gut, er hat keine Symptome", sagte seine Sprecherin.

Auch Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) wollten sich testen lassen, ebenso Parlamentspräsident Ralf Wieland. Ob diese Tests inzwischen erfolgt sind, wurde am Donnerstag allerdings nicht mitgeteilt.

Abgeordnetenhaus-Sitzung abgesagt

Das Abgeordentenhaus teilte zu dem Vorgang am Mittwoch im Wortlaut mit:

"In Absprache mit den Fraktionen hat Präsident Ralf Wieland die morgige Plenarsitzung abgesagt.

Am 9. März fand im Festsaal die feierliche Enthüllung des Ehrenbürgerin-Porträts von Margot Friedländer statt. Unter den Gästen war der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff, der inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Etliche Parlamentarierinnen und Parlamentarier hatten direkten Kontakt mit dem israelischen Botschafter, darunter auch Präsident Ralf Wieland, die Vizepräsidentinnen Cornelia Seibeld und Dr. Manuela Schmidt.

Es geht darum, weitere Infektionsrisiken zu verringern.

Am Montag wird der Ältestenrat das weitere Vorgehen beraten."

Müller und der Botschafter saßen in der ersten Reihe

Bei dem Termin am 9. März habe der Regierende Bürgermeister Michael Müller auch mit dem israelischen Botschafter gesprochen. Beide saßen zwar in der ersten Reihe, berichtet ein Teilnehmer, aber nicht nebeneinander.

Die Fraktionen seien übereingekommen, der Empfehlung des Parlamentspräsidenten Ralf Wieland zu folgen und die für Donnerstag geplante Plenarsitzung abzusagen, hieß es aus dem Abgeordnetenhaus.

Müller zu Besuch in Brandenburg - Staatskanzlei prüft Konsequenzen

Die Brandenburger Staatskanzlei prüfte ebenfalls zunächst Konsequenzen. Die Senatskanzlei informierte Brandenburgs Staatskanzlei laut Regierungssprecher Florian Engels über den Vorfall. Die Senatskanzlei hatte mitgeteilt, Müller habe Issacharoff nur aus der Ferne gegrüßt. Müller war am Mittwoch mehrere Stunden zu Gast in Potsdam - bei einem Treffen von Mitgliedern des Berliner Senats und der Brandenburger Landesregierung.

Angesichts der Entwarnung bei Müller scheint es unwahrscheinlich, dass Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) oder andere Kabinettsmitglieder einen Test auf das Coronavirus machen müssen. mit dpa