Corona-Newsblog Berlin

Zweiter Corona-Toter in Berlin - Polizei schließt 55 Läden

1071 Menschen sind in Berlin mit dem Coronavirus infiziert. Über die aktuellen Entwicklungen informieren wir Sie im Newsblog.

Berliner Sterne-Restaurant kocht für Pflegekräfte

Das Berliner Sterne-Restaurant "Tulus Lotrek" hat wegen der Coronakrise geschlossen. Gekocht wird hier trotzdem - für Pflegekräfte, die sonst keine Zeit haben, eine ausgewogene Mahlzeit zuzubereiten.

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Die Berliner Morgenpost hält Sie im Newsblog über die aktuellen Nachrichten und Entwicklungen zur Verbreitung des Coronavirus in Berlin und Brandenburg auf dem Laufenden. Alle überregionalen und internationalen Corona-News lesen Sie hier.

Coronavirus in Berlin - Die wichtigsten News am Montag:

- Zweiter Corona-Toter in Berlin
- Imbisse und Bäckereien geschlossen
- Berliner Gastronomen schlagen Alarm
- Berliner Polizei: Ausweis mitnehmen

14.15 Uhr: Wir starten ein neues Newsblog. Alle weiteren Informationen zur Ausbreitung des Coronavirus in Berlin und Brandenburg finden Sie in unserem neuen Blog.

14.12 Uhr: Auto nur benutzen, wenn unbedingt nötig



13.09 Uhr: Neue Ausgehregeln - Polizei will Personalstärke beibehalten

Die Berliner Polizei will für die Kontrolle der strengeren Ausgangsverbote vorerst nicht noch mehr zusätzliches Personal einsetzen. Man werde weiterhin mit der gleichen Stärke unterwegs sein, sagte eine Sprecherin. An den nächsten Wochenenden könnten es allerdings auch mal deutlich mehr Polizisten aus den Bereitschaftseinheiten werden. Dazu kämen noch „alle freien Kapazitäten“ der vielen örtlichen Polizeiwachen in den Berliner Stadtteilen, wie die Sprecherin sagte.

In der vergangenen Woche hatten jeweils rund 120 zusätzliche Polizisten in zwei Schichten tagsüber und nachts die angeordnete Schließung von Kneipen und Restaurants kontrolliert. Am Wochenende waren bis zu 300 Polizisten dafür unterwegs.

Seit Montag will die Polizei auch darauf achten, dass Menschen nur noch alleine oder zu zweit unterwegs sind. Drei oder mehr Personen dürfen nur noch gemeinsam draußen sein, wenn sie eine Familie sind oder anderweitig zusammen wohnen.

12.12 Uhr: Einstein Stiftung fördert Studenten in der Corona-Krise

Die Einstein Stiftung Berlin fördert in einem Soforthilfeprogramm Studenten, die vorübergehend in der medizinischen Grundversorgung der Charité kommen sollen. Wie die Stiftung am Montag mitteilte, werden dafür 300.000 Euro zur Verfügung gestellt. Während der kommenden drei Monate können rund 100 Studenten jeweils mit 1000 Euro pro Monat vergütet werden. Hintergrund ist der durch die Corona-Pandemie prognostizierte Mangel an Pflegekräften.


„Mit dieser Initiative will die Einstein Stiftung einen Beitrag dazu leisten, dass die Charité den bevorstehenden medizinischen und pflegerischen Herausforderungen möglichst gut gerecht werden kann. Durch die Unterstützung von Studierenden soll zudem das wichtige gesellschaftliche Engagement junger Menschen honoriert und gefördert werden,“ sagt der Vorstandsvorsitzende der Einstein Stiftung, Günter Stock.


„Wir begrüßen diese Initiative außerordentlich. Denn in den nächsten Tagen und Wochen werden wir eine große Anzahl von Patientinnen und Patienten behandeln müssen. Hier können Studierende der Medizin oder der Pflege einen wichtigen Beitrag leisten. Viele von ihnen haben vor dem Studium bereits pflegerische Erfahrungen gesammelt oder eine entsprechende Ausbildung absolviert,“ so Heyo Kroemer, der Vorstandsvorsitzende der Charité.


Am Soforthilfeprogramm interessierte Studierende der Charité oder der Alice Salomon Hochschule können sich direkt an die Charité wenden unter stud-freiwillige@charite.de. In der Kurzbewerbung sollten die Immatrikulationsbescheinigung sowie entsprechende Nachweise der pflegerischen Erfahrung enthalten sein. Die Studierenden werden nach Eignung ausgewählt und eingesetzt. Sie können die Dauer ihres Einsatzes und die tägliche Arbeitszeit nach Verfügbarkeit selbst bestimmen.

11.37 Uhr: Berliner Polizei kontrolliert 91 Objekte - 55 Schließungen

Berliner Polizisten haben am Sonntag in der Zeit zwischen 6 und 18 Uhr 55 Verstöße von Geschäften und Gastronomiebetrieben festgestellt und ihre sofortige Schließung veranlasst. 40 Strafanzeigen wurden gefertigt. Insgesamt wurden tagsüber 91 Objekte kontrolliert. Im Einsatz waren laut Polizei 300 Einsatzkräfte.

In der Mitteilung der Polizei heißt es: "Beanstandet werden musste in der überwiegenden Zahl das Verhalten in Bäckereien, Cafés, Eisdielen und Imbisseinrichtungen, in denen der Verzehr von Speisen vor Ort angeboten wurde und Tische und Stühle zum Verweilen aufgestellt worden waren. Zudem fielen diverse geöffnete Blumengeschäfte auf."

Zwischen 18 und 6 Uhr kontrollierten rund 200 Polizeibeamte 25 Objekte und führten zudem 18 Überprüfungen im Freien durch. In neun Fällen ordneten die Polizeikräfte Schließungen an und fertigten sieben Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz. Ein Schwerpunkt bei den Objekten ließ sich laut Polizei nicht feststellen.

In Berlin dürfen seit Sonntag keine Restaurants und sonstige Gastronomie-Betriebe mit Publikumsverkehr mehr öffnen. Gaststätten dürfen aber weiter Speisen und Getränke zur Abholung oder zur Lieferung anbieten.

11.26 Uhr: Berliner Erzieher kritisieren neue Notbetreuung

Berliner Erzieher haben den Senat aufgefordert, die Neuregelung bei der Notbetreuung von Kindern "systemrelevanter Eltern" zu überarbeiten. Die Neuregelung sieht vor, dass auch Eltern eine Notbetreuung in Anspruch nehmen können, wenn nur ein Elternteil in Berufen wie Pflege, Medizin, Feuerwehr, Polizei oder Einzelhandel arbeiten. Die Erzieher erwarten aus diesem Grund einen Anstieg der Kinder in der Notbetreuung. In der Betreuung sei der empfohlene Abstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten, es gebe keine entsprechende Schutzkleidung. "Wir müssen engen Kontakt zu den Kindern haben, Windeln wechseln, Nasen putzen, werden angenießt und angehustet", heißt es von den Erziehern. Die Erzieher fordern zudem eine feste Gruppeneinteilung der Kinder. Die Online-Petition der Erzieher finden Sie hier.

11.07 Uhr: Berlins Krankenhäuser fürchten um ihre finanzielle Existenz

Die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) zeigt sich enttäuscht über die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Liquiditätssicherung der Kliniken. Mit dem aktuell angepassten Gesetzentwurf zum Ausgleich der finanziellen Belastungen für die Krankenhäuser in der Coronakrise würden die vor größten Herausforderungen stehenden Kliniken weiterhin nicht ausreichend unterstützt, heißt es am Montagvormittag in einer Pressemitteilung der BKG.

Die mit dem Gesetzesentwurf vorgeschlagenen finanziellen Unterstützungen blieben weit hinter dem Notwendigen zurück. Krankenhäuser würden mit vielen Millionen Euro für Anschaffungen in Vorleistungen gehen. Hinzu kämen zusätzliche Aufwände für Schutzmaterial. Das gesamte normale Leistungsgeschehen der Krankenhäuser werde zeitgleich heruntergefahren, um auf die erwarteten hohen Patientenzahlen vorbereitet zu sein.

„Enorme Zusatzkosten bei gleichzeitigem drastischen Umsatz-Rückgang – das ist ein an die Existenz gehender Einsatz der Krankenhäuser, der im Bekenntnis zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung und zum Schutz der Bevölkerung mit voller Hingabe erbracht wird“, so die Kritik der BKG. Die Krankenhäuser dürften erwarten, dass Politik volle Unterstützung zusagt. Mit dem nun vorliegenden Entwurf könnten die Kliniken aber nicht sicher sein, die Krise unbeschadet zu überstehen.

Im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses brachte der Vorsitzende Wolfgang Albers (Linke) das Thema zur Sprache. Die Einrichtung eines Intensivbettes koste 95.000 Euro, der Gesetzentwurf des Ministeriums sehe dafür 50.000 Euro vor. „Wer zahlt die Differenz“, fragte Albers. Vor der Krise haben eine einfache OP-Maske drei Cent gekostet, inzwischen würden 50 Cent verlangt. Leistungsfähige Atemmasken habe es für 70 Cent gegeben, jetzt müssten die Krankenhäuser sieben bis zwölf Euro zahlen. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sicherte zu, dass Berlin seinen Krankenhäusern auch finanziell helfen werde.

Neben den deutlich zu geringen Zahlungen an Krankenhäuser bringt der Gesetzesentwurf aus Sicht der Krankenhäuser eine Bürokratie mit sich, die in Krisenzeiten unmöglich zu erfüllen sei. Es drohe das Szenario, dass die zu niedrig angesetzten Zahlungen auch nur schwerlich abgerufen werden können. „Wir brauchen eine einfache Pauschalfinanzierung für die Krankenhäuser“, so BKG-Chef Marc Schreiner.

11.02 Uhr: Berlin hat 1000 Beatmungsgeräte bestellt

Berlin hat aus der Sammelbestellung des Bundesgesundheitsministeriums 1000 Beatmungsgeräte für die Krankenhäuser bestellt. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) im Gesundheitsausschuss. Man habe diesen Wunsch beim Bund angemeldet, der insgesamt 10.000 Geräte beschafft. Man werde wohl nicht die vollen 1000 bekommen, räumte die Senatorin ein. Aber man habe den Berliner Wunsch gut begründet und Konzepte vorgelegt.

10.32 Uhr: Berliner Gastronomen schlagen Alarm

Berliner Gastronomen haben sich in einem offenen Brief an Senatschef Michael Müller (SPD) gewandt. Die Liste der Unterzeichner reicht vom Drei-Sterne-Restaurant Rutz über Grill Royal und Café Einstein bis Loretta am Wannsee. Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, müssen Restaurants seit Montag geschlossen bleiben.

In dem Brief heißt es: "Wir stehen bereits jetzt mit dem Rücken an der Wand. Unsere Existenz ist dramatisch gefährdet, denn ohne Buchungen und Gäste schauen wir in leere Kassen und Konten, sehen die stillen Räume unserer geschlossenen Betriebe und wissen schon jetzt nicht, wie wir und unsere MitarbeiterInnen den Monatswechsel überstehen werden, geschweige denn, wie wir die anstehenden Miet- und sonstigen Zahlungen des neuen Monats leisten sollen. Das Wasser steht uns buchstäblich bis zum Hals!"

Viele Betriebe könnten ohne Hilfsgelder nicht den April durchhalten. Um überleben zu können, seien sie unter anderem angewiesen auf einen Nothilfefond, die sofortige Kostenübernahme der Bruttogehälter, sofortige Bürgschaften für Miet- und Pachtverpflichtungen und die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 01.03.2021

In dem Brief heißt es: "Beachten Sie bitte, in der Gastronomie gibt es keinen 'Nachholeffekt', wir können nach der Krise eben nicht einfach unsere Produktion hochfahren, um den entgangenen Umsatz nachzuholen. Denn das Essen oder Getränk, das wir heute nicht verkaufen, werden wir drei Monate später nicht mehrfach an den Gast bringen können."

Zugleich bieten die Gastronomen Hilfe bei der Versorgung der Berliner oder der Einsatzkräfte mit Speisen und Getränke an.

10.28 Uhr: Gesundheitssenatorin rät: Alle Menschen über 70 in Quarantäne

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat am Montagvormittag im Berliner Abgeordnetenhaus empfohlen, alle Personen über 70 Jahre in Quarantäne zu nehmen.

10 Uhr: 80 Prozent der Intensivbetten in Berlin belegt

Derzeit sind in Berlins Krankenhäusern 80 Prozent der mit Beatmungsgeräten ausgestatteten Intensivbetten belegt. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Krankenhäuser seien aber dabei, ihre Betten frei zu machen, indem verschiebbare Eingriffe ausgesetzt werden. Man werde 60 bis 80 Prozent der Intensivbetten für die erwarteten Corona-Patienten benötigen, sagte Kalayci. Man sei bestrebt, die Intensiv-Kapazitäten zu verdoppeln. Die Krankenhäuser hätten 700 bis 800 zusätzliche Betten angekündigt, so die Senatorin. Zusammen mit dem geplanten Corona-Krankenhaus auf dem Messegelände werde eine Verdoppelung der Zahlen von Intensivbetten gelingen.

Als schwierig stellte die Senatorin die Beschaffung von Schutzausrüstung dar. Zum Teil würden solche Waren an den Grenzen nach Deutschland aufgehalten. Eine in Berlin erwartete Lieferung falle nicht so groß aus wie bestellt.

9.25 Uhr: Zweiter Corona-Toter in Berlin

In Berlin ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Patient gestorben. Es handelt sich um einen 70 Jahre alten Mann. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montagvormittag im Berliner Abgeordnetenhaus. Es handelt sich um den zweiten Toten in der Hauptstadt im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie.

6.30 Uhr: Polizei will kontrollieren - Berliner sollen Personalausweis dabeihaben

Die Berliner Polizei hat in der Nacht beim Kurznachrichtendienst Twitter darum gebeten, dass alle Berliner einen Personalausweis oder ein anderes Dokument, aus dem die Wohnanschrift hervorgeht, mit sich führen. In einem weiteren Tweet präzisierte die Behörde: "Die Pflicht zu einer Bescheinigung gibt die VO (Verordnung, Anm. d. Red.) nicht vor, sie macht es aber mit Sicherheit einfacher, unseren Kolleg. ggü. den Aufenthalt draußen glaubhaft zu machen."

In einem weiteren Tweet am Montagmorgen schrieb die Polizei: "Dieser o. andere Dokumente sollen unseren Kolleg. bei Zweifeln im Einzelfall die Prüfung ermöglichen, ob Sie mit Personen desselben Haushaltes unterwegs sind." In einer weiteren Präzisierung teilte die Polizei mit: "Wer heute an die frische Luft will, muss nicht ständig fürchten, in eine Kontrolle zu geraten. Unsere Kolleg. kontrollieren vor allem Gruppen über 2 Personen, in denen deutlich gegen die Abstandsregelung verstoßen wird."

5.31 Uhr: Neue Regeln für die Corona-Krise - was bleibt erlaubt in Berlin?

In Berlin müssen sich die Menschen von diesem Montag an auf noch härtere Einschnitte im öffentlichen Leben einstellen. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen, gilt ein Kontaktverbot, Aufenthalte im Freien werden weiter eingeschränkt. Die Verordnung zur Eindämmung des neuartigen Erregers wurde am Sonntag nach Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verschärft. Was in der Corona-Krise in Berlin erlaubt bleibt und was verboten ist, lesen Sie hier.

+++ Sonntag, 22. März 2020 +++

21.28 Uhr: Müller zur Telefonkonferenz mit Merkel: War eine heftige Diskussion

Bei der Telefonkonferenz der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die neuen Regeln gegen die Corona-Pandemie soll es hoch hergegangen sein. „Es war über mehrere Stunden tatsächlich eine heftige Diskussion“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) im rbb-„Spezial“ am Sonntagabend. Aber sehr einvernehmlich sei dann vereinbart worden, dass man keine komplette Ausgangssperre wolle - weder die Bundesregierung noch die Ministerpräsidenten, meinte Müller. Dennoch müsse es weitere Einschränkungen der Kontakte geben. „Das haben wir miteinander beschlossen bundesweit.“

In Berlin gibt es nach Müllers Einschätzung für die Maßnahmen des Senats eine große Akzeptanz. „Und es funktioniert auch“, sagte Müller. Zu den neuen geplanten Ausgangsbeschränkungen sagte er: „Es geht darum, dass man natürlich zur Arbeit kann, man kann zum Arzt gehen, man kann kranke Verwandte besuchen. Aber mal aus reinem Spaß jetzt rausgehen und mal zu gucken, was passiert und sich möglichst mit fünf, sechs Leuten zusammenstellen, das geht eben nicht“, so der Regierende Bürgermeister. „Die meisten Menschen haben das verstanden. Für diejenigen, die es nicht verstanden haben, gibt es jetzt diese Regeln.“

Die Länderchefs hatten sich am Sonntagnachmittag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Telefonkonferenz zum weiteren Vorgehen gegen die Corona-Pandemie abgestimmt. Sie einigten sich darauf, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

20.39 Uhr: Neuer Stand: 1071 Corona-Fälle in Berlin nachgewiesen

In Berlin haben sich bis Sonntagnachmittag nachweislich 1071 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das waren 46 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt gibt es damit erstmals weniger Neuinfektionen als in der vergangenen Woche mit teils mehr als 100 neu registrierten Ansteckungen pro Tag. Allerdings lag nun das Wochenende bei den Auswertungen dazwischen.

41 Menschen werden zur Zeit in Krankenhäusern behandelt, 20 von ihnen wegen schwerer Verläufe auf Intensivstationen. Das sind mehr als in den vergangenen Tagen. Ein hochbetagter Berliner Patient mit Vorerkrankungen, der mit Sars-CoV-2 infiziert war, ist gestorben.

Eine Häufung von bestätigten Ansteckungen gibt es weiterhin in den Berliner Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. Die meisten Infizierten sind zwischen 25 und 60 Jahre alt. Eine Mehrheit von ihnen bekommt nach den bisherigen weltweiten Erfahrungen mit dem neuen Virus nur milde oder gar keine Symptome. Rund fünf Prozent aber erkranken schwer. Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen gelten als besonders gefährdet und schutzbedürftig.

Um die Epidemie einzudämmen, ermitteln die Gesundheitsämter weiterhin Kontaktpersonen und verhängen Quarantäne. Auch deshalb steigen die bestätigten Fälle in der Hauptstadt. Das Robert Koch-Institut schätzt aber auch, dass viele Menschen, die sich bereits am Anfang der Epidemie infizierten, bereits wieder genesen und nun immun gegen das Virus sind.

19.47 Uhr: Immer wieder Verstöße gegen "Social Distancing"-Regel

Gerade Heranwachsende schienen sich in den letzten Tagen schwer zu tun mit "social distancing" - immer wieder gab es Berichte und Bilder von Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener in Berliner Parks, die alle Vorsichtsregeln zu Corona missachteten. Dabei gilt gerade diese Altersgruppe als Coronavirus-Verbreiter, weil sie oft viele Sozialkontakte haben.

Nun hat sich auch der Berliner Landesschülerausschuss deutlich zu Wort gemeldet: "Wir mahnen dazu, die geltenden Ausgangsbeschränkungen zu beachten und weisen darauf hin, dass das Einladen zu Corona-Partys eine verantwortungslose Zumutung gegenüber dem Rest der Bevölkerung ist. Wir fordern jeden Jugendlichen dazu auf, sämtliche Aktivitäten dieser Art - ob in geschlossenen Räumen oder außerhalb -, sofort einzustellen." Ab sofort solle man sich nur noch digital austauschen. "Wenn wir jetzt drei Wochen stillhalten, werden wir in einem Monat wieder aufatmen!", endet der Aufruf.

19.15 Uhr: Berliner Senat beschließt Ausgangsbeschränkungen

Nach dem Treffen der Ministerpräsidenten hat sich der Berliner Senat auf Ausgangsbeschränkungen geeinigt. Sie treten am Montag um null Uhr in Kraft. Das Papier trägt den sperrigen Titel „Verordnung über vorübergehende Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Verbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Berlin“.

In ihm ist festgelegt, was künftig erlaubt und was verboten sein soll. Menschen, die in der Öffentlichkeit angetroffen werden, müssen sich ausweisen und plausibel den Grund für das Verlassen der Wohnung darlegen können. Das soll durch die Polizei kontrolliert werden.

Von den Einschränkungen sind weiter eine Reihe von Personengruppen ausgenommen, dazu zählen politische Mandatsträger und ehrenamtlich Tätige. Auch der Weg von und zur Arbeit ist ebenso weiter möglich wie das Bringen und Holen von Kindern zur Kita im Notbetrieb.

„Wir haben bundesweit keine Ausgangssperre und wollen sie auch nicht“, sagte der Regierende Bürgermeisster Michael Müller (SPD) nach der Einigung im Senat. Weitere Verschärfungen schloss er nicht aus. „Wir müssen von Tag zu Tag besonnen und sachgerecht entscheiden“, sagte Müller.

Lesen Sie hier im Einzelnen, was in Berlin jetzt verboten und geschlossen ist - und was erlaubt bleibt

19 Uhr: Klatschen von Berliner Balkonen

Um 19 Uhr fand ein kollektives Klatschen an Berlins Fenstern und auf den Balkonen statt. Als Zeichen der Solidarität bedankten sich Menschen für die Helfer in der Krise. Seit Tagen hallt immer wieder Beifall durch Berlins Straßen. Der tägliche Applaus gilt dem Krankenhauspersonal, Feuerwehrleuten und Einsatzkräften der Polizei. Die Aktion gilt weltweit. Die Einsatzkräfte bedanken sich oftmals mit Hupen und Sirenen bei der Bevölkerung. Das Klatschen soll um 21 Uhr erneut stattfinden.

18 Uhr: Musiker spielen von Berliner Balkonen

Eine junge Frau streicht auf ihrem Balkon die Saiten der Violine. Die Töne, die sie spielt, ziehen wie ein Moment der Glückseligkeit durch die Simon-Dach-Straße in Friedrichshain. Auf den Balkonen und an Fenstern lauschen die Anwohner den sanften Klängen ihres Instruments. Es ist Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“, das die Solistin spielt. Als sie ihren Bogen absetzt, herrscht Stille in der sonst so belebten Straße. Und dann applaudieren die Zuhörer. Während die Frau sich bedankt und ihre Balkontür schließt, ist in der Wühlischstraße noch eine Trompete zu hören.

Musiker in ganz Berlin haben an diesem Sonntag um 18 Uhr auf ihren Balkonen und an ihren Fenstern die Europahymne, die neunte Sinfonie Beethovens als gemeinsames Zeichen für Solidarität und Lebensfreude in der Coronavirus-Krise gespielt. Auch in den sozialen Netzwerken teilten Menschen Videos von der Aktion. So war im Bezirk Neukölln beispielsweise ein Musiker mit Ziehharmonika auf der Straße zu sehen, der vor einem haltenden Auto die „Ode an die Freude“ spielt. Auch das Konzerthausorchester Berlin veröffentlichte einen kurzen Video auf Twitter unter dem Hashtag #musikfuerdeutschland.

Ihr Vorbild hat die Aktion in Italien, dem sogenannten Flashmob sonoro. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen in den vergangenen Tagen immer wieder Menschen, die gemeinsam gegen die Coronavirus-Krise von ihren Balkonen aus singen und musizieren. In Deutschland wollten am Sonntag um 18 Uhr zunächst Musiker des Staatsorchesters Stuttgart sowie Mitglieder der Stuttgarter Philharmoniker und des Kammerorchesters Stuttgart ein gemeinsames Konzert aus den Privatwohnungen der Musiker geben.

Sie riefen auch Hobbymusiker dazu auf, sich dem Konzert anzuschließen und auf ihren Balkonen zu spielen. Die Aktion wurde in den sozialen Netzwerken aber schnell zum Selbstläufer, letztlich warb die Tagesschau unter dem Hashtag #musikerfuerdeutschland auf Twitter für die Aktion. Bundesweit zeigten Menschen ihre Solidarität.

17.30 Uhr: Soziale Kontakte werden für mindestens zwei Wochen massiv begrenzt - auch in Berlin

Bund und Länder haben sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf eine umfassende Beschränkung sozialer Kontakte verständigt, die mindestens zwei Wochen gelten soll. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten, darunter auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, einigten sich bei einer Telefonkonferenz am Sonntag darauf, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. Das geht aus einem Beschlusspapier von Bund und Ländern hervor

Auch Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege sollen unverzüglich schließen. Davon betroffen sind etwa Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben.

Restaurants und Gaststätten sollen unverzüglich schließen - wo dies noch nicht der Fall sei. Für Berlin gilt dies bereits seit Sonntag. Erlaubt sind noch Liefer- und Abholdienste für Speisen. Der Berliner Senat wollte sich am Sonntagnachmittag austauschen, nachdem sich die Länderchefs gemeinsam mit Merkel beraten haben. Er bereitete am Sonntag Ausgangsbeschränkungen vor.

16.10 Uhr: Ausgangsbeschränkungen auch in Berlin möglich

In Berlin könnte es im Kampf gegen die Corona-Pandemie bald Ausgangsbeschränkungen geben. Das sieht der Entwurf für eine entsprechende Verordnung vor. Danach soll es weiterhin erlaubt sein, die Wohnung beispielsweise für kurze Spaziergänge oder für Einkäufe zu verlassen, genauso wie für Besuche in ärztlichen oder therapeutischen Praxen. Auch aus wichtigen persönlichen oder familiären Gründen wie für die Teilnahme an einer Trauerfeier oder für unaufschiebbare Behördengänge soll das dem Entwurf aus der Gesundheitssenatsverwaltung zufolge gelten.

Beschlossen ist das noch nicht. Der Senat will sich darüber am Sonntagnachmittag austauschen, nachdem sich die Länderchefs zunächst gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Telefonkonferenz über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten haben.

Lesen Sie hier, was in Berlin im Einzelnen verboten werden soll - und was erlaubt bleibt

„So traurig und hart es ist: Es gibt keine Zeit mehr, sich der Realität zu verweigern“, teilte Thomas Isenberg, gesundheitspolitischer Sprecher der Berliner SPD-Fraktion, am Sonntagnachmittag zu den Überlegungen aus dem Entwurf mit. „Die Bevölkerung hat ein Recht, geschützt zu werden. Ansonsten werden schon in vier Wochen in Berlin und Deutschland die Intensivbetten nicht mehr reichen und schockierende Zustände herrschen.“

In der rot-rot-grünen Koalition gibt es aber auch Bedenken gegen Ausgangsbeschränkungen. Die Berliner CDU hatte am Samstag eine „Ausgangssperre nach bayerischem Vorbild“ für 21 Tage gefordert. In Bayern und im Saarland dürfen Bürger ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

15.32 Uhr: Mehr Abstand: Berliner reagieren auf Corona-Pandemie

Immer mehr Berliner reagieren auf die Corona-Pandemie inzwischen so, wie Wissenschaftler sich das wünschen - mit Abstand. Straßen und Parks blieben am Wochenende deutlich leerer. Und die Mehrheit der Menschen draußen wahrte eine Distanz von ein bis zwei Metern. Samstagabend und in der Nacht zu Sonntag musste die Polizei erstmals keine „Corona-Partys“ mehr beenden. Mit 20 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Auflagen waren es noch weniger als in den Nächten zuvor. Es traf nun unter anderem eine Gruppe Hundebesitzer, die sich auf einem Spielplatz zu nahe gekommen war.

15.12 Uhr: Coronavirus-Infizierte in Unfall verwickelt - Quarantäne-Verstoß

Ein Verkehrsunfall einer mit dem Coronavirus infizierten Frau hat für die Polizei in der Nähe von Müllrose (Landkreis Oder-Spree) zu einer kritischen Situation geführt. Die Frau erklärte den Beamten am Samstag nach einem nicht von ihr verursachten Zusammenstoß, dass sie positiv auf Covid-19 getestet worden sei, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die anschließende Unfallaufnahme durch die Beamten sei daher in Vollschutzkleidung erfolgt.

Es habe sich herausgestellt, dass die infizierte Frau widerrechtlich die amtlich verordnete häusliche Quarantäne verlassen hatte. Nach einer Information an das Gesundheitsamt sei deswegen Strafanzeige nach dem Infektionsschutzgesetz gegen sie erstattet worden.

Zuvor war ein Beteiligter gegen 12.45 Uhr auf der B87 bei Müllrose auf Höhe des Oder-Spree-Kanals in den Gegenverkehr geraten und mit dem Auto der Frau kollidiert. Verletzt wurde niemand.

14.26 Uhr: Landessportbund Berlin startet Video-Fitnessprogramm

Um trotz der Einschränkungen in der Coronakrise Fitness-Aktivitäten zu ermöglichen, startet der Landessportbund Berlin (LSB) gemeinsam mit Partnern ein Video-Sportprogramm. „In Partnerschaft mit dem rbb werden von Montag an zweimal täglich Bewegungsangebote live aus dem Wohnzimmer des LSB Berlin gestreamt“, teilte der LSB am Sonntag mit.

Die Kampagne „move at home“ („zuhause bewegen“) soll gleichermaßen Bewegung und Solidarität fördern. „Der organisierte Sport steht zusammen und zeigt, dass auch in Zeiten der Corona-Krise der Alltag mit Sport gestaltet und bereichert werden kann“, sagte LSB-Präsident Thomas Härtel.

14.13 Uhr: Berliner Busse und U-Bahnen werden gereinigt, aber nicht desinfiziert

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) rufen die Fahrgäste zu Eigenverantwortung und Rücksichtnahme zum Schutz vor dem Coronavirus auf. U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen würden zwar regelmäßig gereinigt werden, jedoch finde eine Desinfektion der Fahrzeuge nicht statt, wie eine BVG-Sprecherin am Sonntag mitteilte. „Das können wir nicht leisten.“ Haltestangen, Türknöpfe und Touchscreens der Fahrkartenautomaten würden stattdessen mit Wasser und Reinigungsmittel geputzt.

„Wir appellieren an die Menschen, selber Verantwortung zu übernehmen. Beim Türöffnen beispielsweise ein Taschentuch auf die Finger legen“. Zuvor hatte bereits die Hamburger U-Bahn mitgeteilt, dass sie auf eine Desinfektion ihrer Fahrzeuge verzichte.

Die S-Bahn Berlin folge „den Vorsorgeempfehlungen des Robert Koch-Instituts“, teilte ein Bahnsprecher mit. Die Züge würden „entsprechend regelmäßig gereinigt“. Die Deutsche Bahn stehe als Betreiber in ständigem Austausch mit den Gesundheitsbehörden.

Bei Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sei eine Übertragung durch Schmierinfektion denkbar, heißt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung. Es gebe aber bislang keine Fälle, bei sich Menschen nachweislich durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit Sars-CoV-2 infiziert haben.

13.53 Uhr: Spargelbauern - Erntehelfer fehlen nach wie vor

Der ursprünglich von den Beelitzer Spargelbauern für dieses Wochenende geplante Auftakt der Ernte kann nur sehr gedämpft anlaufen. „Zum einen macht uns die kühle Witterung einen Strich durch die Rechnung, viel drängender ist das Problem der weiter fehlenden Erntehelfer aufgrund der Reisebeschränkungen aus Angst vor dem Coronavirus“, sagte der Vorsitzende des Beelitzer Spargelvereins, Jürgen Jakobs, auf Anfrage.

Weniger als die Hälfte der eigentlich gebuchten etwa 2300 Spargelstecher - die meisten davon aus Rumänien - konnten anreisen. Versuche, statt auf dem Landweg per Flugzeug von Bukarest nach Deutschland zu reisen, hätten nicht geklappt, sagte Jakobs. Ihnen sei nicht abgenommen worden, dass sie zur Ernte nach Deutschland wollten und dort erwartet würden, berichtete er. Versperrt sei auch der Weg mit dem Auto, sagte Jakobs. Die Rumänen würden an der österreichisch-ungarischen Grenze meist nicht durchgelassen.

Empfehlungen, durch Corona arbeitslos gewordene deutsche Erntehelfer einzusetzen, sieht Jakobs skeptisch. „Der Aufwand für die Ausbildung ist nicht gering“, sagte Jakobs. In der Regel würden gerade einmal 50 Prozent dann auch Spargel stechen. „Es ist kein einfacher Job, der auch viel Übung verlangt“, sagte er.

13.50 Uhr: Kältehilfe-Angebote in Brandenburg verlängert

In Brandenburg reagieren während der Corona-Krise viele Kommunen und Anbieter von Obdachlosen- und Kältehilfe mit einer Erweiterung ihres Angebots. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist eine längere Verweildauer der Bewohner im Vergleich zum Vorjahr zugesagt“, sagt beispielsweise Potsdams Stadtsprecherin Christine Homann. Eine Verlängerung der Kältehilfe zum Schutz der Gesundheit sei bis zum 30. April möglich. Zudem auch der Aufenthalt tagsüber.

13.34 Uhr: Senat bespricht am Sonntag weiteres Vorgehen in der Corona-Krise

Der Berliner Senat will sich am Sonntag über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie austauschen. Das teilte eine Sprecherin am Sonntagvormittag mit. Zuvor ist geplant, dass die Länderchefs darüber gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten.

Bereits am Samstag hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bekannt gegeben. So sind in Berlin seit Sonntag Veranstaltungen, Versammlungen und Ansammlungen mit mehr als zehn Personen nicht mehr erlaubt.

Gaststätten dürfen keine Gäste mehr platzieren, sondern Speisen und Getränke nur noch zum Mitnehmen oder Ausliefern anbieten. Ob es noch härtere Maßnahmen geben soll, wird Müller zufolge am Sonntag mit Bund und Ländern abgestimmt. Dazu könnten zum Beispiel Ausgangsbeschränkungen gehören.

12.13 Uhr: 200 Touristen aus Risikogebiet Ägypten werden erwartet

In Brandenburg wird am Sonntagnachmittag eine Maschine mit rund 200 Touristen aus dem Coronavirus-Risikogebiet Ägypten erwartet. Die Urlauber werden voraussichtlich gegen 17.30 Uhr auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld landen, teilte der Interministerielle Koordinierungsstab Corona Brandenburg mit. Landkreis Dahme-Spreewald, Flughafengesellschaft und Hilfsorganisationen bereiten den Angaben zufolge die Ankunft vor.

Alle Passagiere müssten in Quarantäne, da Ägypten laut dem Robert Koch-Institut (RKI) zu den internationalen Coronavirus-Risikogebieten gehört. Jeder Kontakt zu anderen Flugreisenden werde verhindert. Angehörige dürfen die Rückkehrer nicht direkt in Empfang nehmen.

Die Maschine wird nach den Angaben auf einer Sonderposition abgestellt. Alle Passagiere werden zu einer Screening-Stelle geleitet und auf Symptome untersucht. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wird dann über weitere Maßnahmen entschieden. Passagiere ohne Symptome werden direkt von Hilfsorganisationen zu ihren Wohnorten gebracht und dort für 14 Tage häuslich isoliert. Passagiere mit Symptomen werden stationär oder ambulant im Landkreis Dahme-Spreewald oder in benachbarten Kreisen versorgt. Mehr dazu lesen Sie hier.

12.10 Uhr: Evangelischer Friedhofsverband - Friedhöfe werden geschlossen

Der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte hat sich aufgrund der aktuellen Entwicklung hinsichtlich der Verbreitung des Coronavirus entschlossen, alle dem Verband zugehörigen Friedhöfe ab Montag, 23.3.2020, für die Öffentlichkeit zu schließen. Der Verband betreut 45 Friedhöfe in der Innenstadt, darunter einige sehr bekannte, auf denen berühmte Persönlichkeiten von Karl Friedrich Schinkel über die Mendelssohns bis zu Fanny Hensel begraben liegen. Doch die Areale haben auch als innerstädtische Grünflächen Bedeutung, die zu Spaziergängen einladen. Zu den betroffenen Friedhöfen gehören etwa die Friedhöfe an der Bergmannstraße und am Halleschen Tor in Kreuzberg, der Dorotheenstädtische Friedhof an der Chausseestraße und der St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhof an der Mollstraße (Mitte). Mehr dazu lest ihr hier.

11.50 Uhr: Restaurant-Kontrollen - 20 Anzeigen

Auch in der Nacht zu Sonntag haben Polizisten wieder Restaurants, Bars, Kneipen und Imbisse kontrolliert. Insgesamt wurden 29 Objekte überprüft. Es wurden 23 geschlossen und 20 Anzeigen geschrieben. Außerdem gab es 17 Überprüfungen im Freien - z.B. gab es Spielplätzen Ansammlungen von Personen. Diese löste die Polizei auf.

Die Berliner Polizei hat am Sonnabendnachmittag ein Treffen von circa 150 Erwachsenen und Kindern im Strandbad Müggelsee aufgelöst. Der Betreiber hatte geöffnet. Er versicherte, dass er nicht wusste, dass er schließen muss. Nachdem die Polizei da war, wurde die Einrichtung geschlossen. Die Erwachsenen und Kinder verließen das Strandbad Müggelsee.

11.18 Uhr: Virologe Drosten: Keine vollen Fußballstadien bis nächstes Jahr

Renommierte Virologen rechnen angesichts der Coronavirus-Krise nicht mehr mit einem regulären Sportbetrieb mit Zuschauern in diesem Jahr. Er glaube „überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig“, sagte der Berliner Virologe Christian Drosten von der Charité dem Nachrichtenmagazin „Stern“. „Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben. Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten.“

10.59 Uhr: Rewe-Markt in Tegel mit exklusiven Öffnungszeiten für Corona-Helfer

Der Rewe-Markt in Tegel an der Ernststraße führt für Corona-Helfer exklusive Öffnungszeiten ein. "Alle, die in Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken, bei Polizei, Feuerwehr und BVG arbeiten, sind jetzt auch für uns da. Darüber hinaus gibt es viele freiwillige Helfer, die alte und vorerkrankte Menschen aus der Risikogruppe mit Einkäufen unterstützen. Wir möchten ab sofort für diese Alltagshelden exklusive Öffnungszeiten anbieten, in denen unser Rewe-Markt ausschließlich für sie geöffnet wird", heißt es. "Wir wollen damit sicherstellen, dass die genannten Personen nach dem Dienst nicht vor leeren Regalen stehen."

  • Dienstag 7 Uhr bis 9 Uhr
  • Donnerstag 7 Uhr bis 9 Uhr

10.49 Uhr: Weniger Berliner in der Stadt unterwegs

In Berlin scheinen weniger Menschen unterwegs zu sein. "Guten Morgen, unglaublich viele Menschen in Berlin haben den Ernst der Lage offenbar erkannt. Es sind merklich weniger Menschen in der Stadt unterwegs. Wer dennoch angesprochen werden muss, reagiert meist verständnisvoll", twitterte die Polizei.

10.42 Uhr: Bislang 342 Brandenburger positiv auf Coronavirus getestet

In Brandenburg sind bislang 342 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit (Stand: 8 Uhr). Im Vergleich zum Vortag seien das 54 Personen mehr. 21 Personen werden den Angaben nach stationär versorgt, davon zwei intensiv medizinisch beatmetet.

Bislang gibt es in Brandenburg einen Todesfall in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Ein 81-Jähriger mit schwersten Vorerkrankungen war am Freitag im Krankenhaus Hennigsdorf (Oberhavel) gestorben.

10.35 Uhr: 50.000 Atemschutzmasken geliefert

Am Samstag wurden für das Brandenburger Gesundheitswesen etwa 50.000 Atemschutzmasken angeliefert, die in Krankenhäusern, Arztpraxen und Gesundheitsämtern dringend benötigt werden. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) finanzierte die Beschaffung. Die Masken werden an die 19 regionalen Abstrichstellen in Kooperation mit den Landkreisen, kreisfreien Städten, Krankenhäusern und ambulanten Ärzten verteilt. Weitere Lieferungen des Bundes werden im Land erwartet.

9.38 Uhr: U-Bahnen fahren nur noch alle zehn Minuten

Wegen der Coronapandemie fahren weniger Menschen mit der U-Bahn. Deswegen dünnt die BVG den Takt aus. Tagsüber fahren die Züge noch alle zehn Minuten statt wie bisher alle fünf Minuten. Zusätzliche Fahrten soll es nur nach Bedarf geben, sagte eine Sprecherin.

Am Mittwoch hatte das Landesunternehmen schon den Takt bei Busse und Straßenbahnen ausgedünnt. Auch für sie gilt ein Zehn-Minuten-Takt. Allerdings wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) vereinzelt wieder mehr Busse fahren lassen, etwa zu Krankenhäusern und Polizeiabschnitten.

Derzeit steigen nur noch gut halb so viele Kunden wie üblich in die Fahrzeuge der BVG. Die Tram-Linien 16/18 sowie 37/67 werden nicht mehr bedient, auch auf der Stummel-U-Bahnstrecke U55 im Regierungsviertel fahren keine Züge.

Die S-Bahn behält weitgehend ihren Fahrplan bei. Entfallen sind allerdings die Verstärkerfahrten der Linien S1, S3 und S5. Keine Züge fahren mehr auf den Linien S26 (Teltow-Stadt – Waidmannlust), S45 (Flughafen Schönefeld – Südkreuz) und S85 (Grünau – Pankow).

8.40 Uhr: Keine Einigkeit bei Diskussion um Notparlament in Berlin

Unter den Fraktionen des Abgeordnetenhauses gibt es noch keine gemeinsame Antwort auf die Frage, wie sich die Funktionsfähigkeit des Berliner Landesparlaments in der Corona-Krise sichern lässt. Laut einem Sprecher des Abgeordnetenhauses will sich der Ältestenrat am Montag treffen. Dann soll darüber beraten werden. SPD und CDU befürworten eine Verfassungsänderung zugunsten einer Notparlamentslösung mit deutlich weniger Abgeordneten, die FPD-Fraktion ist entschieden dagegen, große Skepsis gibt es auch bei den Grünen.

7.23 Uhr: Schmales Sportprogramm im April in Berlin

Die großen Sportveranstaltungen in Berlin kapitulieren im April fast geschlossen vor dem Coronavirus. Lediglich der für den 23. April angesetzte Spieltag der Darts Premier League in der Mercedes-Benz Arena ist bisher noch nicht abgesagt worden.

Dagegen müssen sich die Halbmarathon-Läufer (5. April) ebenso wie die Tänzer im Wettbewerb um das „Blaue Band der Spree“ (10. bis 13. April) auf das kommende Jahr konzentrieren. Die Handball-Nationalmannschaft kämpft ebenso zu einem späteren Zeitpunkt um ein Olympia-Ticket wie auch die Schwimmer, deren deutsche Meisterschaften Ende des Monats ausgesetzt wurden. Beide Veranstaltungen können auch ganz entfallen, falls die Olympischen Spiele in Tokio verschoben werden.

Auch im Mai sind bereits einige Sportveranstaltungen wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. So wurde das für den 16. und 17. Mai angesetzte Finale in der Champions League der Volleyballer bis auf Weiteres verschoben. Der Europäische Handball-Verband EHF hat alle Spiele bis zum 12. April ausgesetzt, so dass auch der Termin des Final Four im EHF-Pokal eventuell mit den Füchsen als Gastgeber am 23. und 24. Mai ebenso unsicher ist wie das für den 23. Mai angesetzte DFB-Pokalfinale.

Die wichtigsten News vom Sonnabend in Kürze:

- Senat: Keine Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen
- Berliner CDU will drei Wochen Ausgangssperre
- Erster Covid-19-Infizierter in Brandenburg tot
- Notbetreuung von Kindern soll erleichtert werden
- Abitur- und MSA-Prüfungen verschoben

20.01 Uhr: Coronavirus - Nun 1025 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin sind derzeit 1025 Coronavirus-Fälle bestätigt, 157 mehr als noch am Freitag.(Stand 21.03.2020, 16.30 Uhr). Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Sonnabend mit. Die Kontaktpersonen würden derzeit im Rahmen der Containment-Strategie ermittelt, kontaktiert und isoliert, hieß es weiter.

579 Personen sind männlich, 446 weiblich. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 39 Personen, davon werden 14 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Bisher ist in Berlin ein am neuartigen Coronavirus erkrankter Patient ist verstorben.

19.55 Uhr: Robert-Koch-Institut sucht nach "Containment Scouts"

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sucht nach sogenannten "Containment Scouts" zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Die Aufgabe des "Unterstützungspersonal Krisenmanagement" ist dabei die telefonische Befragung von Coronavirus-Patienten und ihrer möglichen Kontaktpersonen. Die Stellenausschreibung richtet sich vor allem an Studenten, die bereit sind, ein Urlaubssemester einzulegen. Der Einsatz erfolgt in der jeweils gewünschten Landesstelle. Vergütet wird der Job mit monatlich 2325 Euro brutto. Interessenten sollten sich bis zum 31.3.2020 bewerben. Die Stellenausschreibung "Containment Scout" des RKI finden Sie auch hier.

19.35 Uhr: Video - Applaus von den Balkonen für die Corona-Helfer

Berlin: Applaus von den Balkonen für die Corona-Helfer
Berlin: Applaus von den Balkonen für die Corona-Helfer

In der Corona-Krise haben die Berliner am Sonnabend um 19 Uhr erneut auf etlichen Balkonen geklatscht und gejohlt und damit den Einsatz von Menschen in "systemrelevanten Berufen" wie Feuerwehr, Pflege und Einzelhandel gewürdigt. Zu hören waren die Klatschkonzerte unter anderem im Pankower Zentrum, in Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Friedenau.

Seit Tagen bekunden Bürger an vielen Orten Europas ihre Solidarität mit den Helfern, die unter erschwerten Bedingungen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus kämpfen, Kranke betreuen und die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs aufrechterhalten.

18.12 Uhr: Senat plant offenbar nun doch Ausgangsbeschränkungen wie in Bayern


Am Sonntag wird der Senat voraussichtlich weitere Beschränkungen beschließen. Wie die Berliner Morgenpost aus Regierungskreisen erfuhr, sind demnach Ausgangsbeschränkungen nach bayerischem Vorbild geplant. Außerhalb der Wohnung gilt für Passanten dann ein Mindestabstand von 1,5 Metern, heißt es in der Vorlage von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Eine Gruppenbildung wäre dann auch unter zehn Personen verboten. Grundsätzlich darf die Wohnung nur noch mit einem triftigen Grund verlassen werden, zum Beispiel für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt. Familienbesuche sollen wohl erlaubt bleiben. Sportliche Betätigung ebenfalls, wenn sie allein ausgeübt wird, auch das Gassi-Gehen mit dem Hund bleibt möglich.

Es wird eine Nachweispflicht eingeführt, das heißt, die Menschen müssen plausibel erklären, warum sie das Haus verlassen, wenn sie von der Polizei danach gefragt werden. Diese neuen Beschränkungen sollen auf der Senatssitzung am Sonntag beschlossen werden, die nach der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stattfindet. Darüber hat sich die Landesregierung am Sonnabend verständigt.

17.33 Uhr: Potsdam: Weitere Einschränkungen wegen Corona-Gefahr

In Potsdam gelten für die Bürger wegen der Gefahr durch das Coronavirus ab Sonntag weitere Einschränkungen. Ab dann sei die Außenbestuhlung an Cafés und Restaurants untersagt, kündigte Mike Schubert (SPD), Potsdamer Oberbürgermeister, am Sonnabend an. Er hoffe, dass die Länder Berlin und Brandenburg zudem eine gemeinsame Regelung zu den Öffnungszeiten von Gaststätten finden, sagte er.

In Potsdam müssen ab Sonntag auch Friseure sowie Nagel-, Tattoo- und Sonnenstudios geschlossen bleiben. Zudem dürften nur noch Lebensmittelgeschäfte öffnen, die Waren der Grundversorgung anbieten. Wein-, Tee- oder Süßigkeitenläden würden nicht darunter fallen.

17.18 Uhr: Abitur- und MSA-Prüfungen in Berlin abgesagt

Berlin sagt die vor Ostern geplanten Abitur- und MSA-Prüfungen ab. „Dieser Schritt ist auch deshalb notwendig, weil das Land Berlin in den nächsten Tagen alle öffentlichen Ansammlungen von mehr als 10 Menschen untersagen wird“, begründete die Bildungsverwaltung den Schritt am Sonnabend. Trotz aller bereits getroffenen Vorkehrungen für die Prüfungen könne derzeit nicht sichergestellt werden, dass sich die Prüflinge vor oder nach der jeweiligen Prüfung in Gruppen versammeln, um sich auszutauschen. „Viele Jugendliche sind sich der Ernsthaftigkeit der Lage noch nicht bewusst und suchen die Nähe zu ihren Mitschülerinnen und Mitschüler.“ Genau dies aber solle aus Gründen des Infektionsschutzes verhindert werden.

  • Alle schriftlichen Abiturprüfungen mit zentralen Prüfungsaufgaben, deren Termine vor den Osterferien liegen, werden auf den jeweiligen Nachschreibetermin verlegt.
  • Schriftliche Abiturprüfungen mit dezentralen Aufgabenstellungen und weitere Abiturprüfungen, für welche die Termine schulintern festgelegt worden sind (mündliche Prüfungen, Präsentationsprüfungen), müssen neu terminiert werden, sofern dafür bisher Termine vor den Osterferien festgelegt waren.
  • Bei Abiturprüfungen mit dezentralen Aufgabenstellungen werden bei Terminverlegungen die Aufgaben eingesetzt, die von den Fachberaterinnen und Fachberatern als Erstvorschlag ausgewählt wurden.
  • Die Regelungen für die Prüfungstermine nach den Osterferien haben weiterhin Bestand ebenso wie die Entscheidung der Schulleitungen zu den möglichen Terminverlegungen dieser Prüfungen. Je nach Lage der Dinge können sich weitere Veränderungen ergeben.

Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) teilte mit: „Viele Gespräche mit Schulleitungen haben mir gezeigt, dass uns alle die Sorge um die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und das Risiko der weiteren Ausbreitung des Virus umtreibt. Wir hatten für die Abiturprüfungen vor den Osterferien bereits besondere Vorkehrungen getroffen. Aber angesichts von öffentlichen Ausgehbeschränkungen wäre eine Zusammenkunft von vielen Schülerinnen und Schülern an einem Ort nicht mehr verhältnismäßig gewesen.“

„Der Landesschülerausschuss begrüßt die Entscheidung der Senatsverwaltung und dankt der Senatorin Scheeres für die dadurch entstandene Klarheit“, sagte Landesschülersprecher Miguel Gongora versöhnlich.

17.15 Uhr: Brandenburger Hochschulen gehen in Präsenznotbetrieb

Die Brandenburger Hochschulen gehen in der nächsten Woche bis auf weiteres in den sogenannten Präsenznotbetrieb über. „Wir wollen und müssen dazu beitragen, dass die Infektionsketten unterbrochen werden und sich die Ausbreitung der Corona-Pandemie verlangsamt“, sagte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) am Sonnabend laut einer Mitteilung.

Dabei soll die höchstmögliche Zahl von Mitarbeitern zu Hause arbeiten und nur die Beschäftigen, die unbedingt notwendig sind, sollen vor Ort sein.

Nachdem der Präsenzbetrieb für Studenten bereits seit dem 13. März ausgesetzt sei, gehe es jetzt um den Schutz der verbliebenen Mitarbeiter. Die digitale Lehre und systemrelevante Forschung bleibe weiterhin möglich, sagte Oliver Günther, Vorsitzender der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz und Präsident der Universität Potsdam. Die TH Wildau und die FH Potsdam beginnen am Montag, die übrigen Einrichtungen am Dienstag.

16.36 Uhr: Senat verschärft Maßnahmen - Restaurants müssen schließen

Der Berliner Senat hat am Sonnabend weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen. Künftig dürfen keine Veranstaltungen oder Versammlungen mit über zehn Personen mehr stattfinden. Ausnahmen für Parlamente, Gerichte und andere staatliche Einrichtungen sowie für Versorgung, Gesundheitsfürsorge und Unternehmen gelten weiter.

Zudem sollen physische Kontakte zu anderen Menschen, abgesehen von Angehörigen des eigenen Haushalts oder Partnern, auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. Wo immer möglich ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Metern einzuhalten. Gaststätten mit Tischbetrieb müssen für den Publikumsverkehr geschlossen werden, sie dürfen allerdings Speisen und Getränke zur Abholung oder zur Lieferung anbieten. Für die Abholung, auch durch Lieferdienste, sind Vorkehrung zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen zu treffen. Der Beschluss tritt am Sonntag in Kraft.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte zu dem Beschluss: „Diese weiteren Maßnahmen sind nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Jeder einzelne von uns muss hier auch eigenverantwortlich handeln und diese Regelungen beachten und umsetzen. Soziale Kontakte müssen eingeschränkt werden. Es ist gut, dass wir im Senat diese Schritte heute gemeinsam beschlossen haben. Weitere Schritte werden wir gemeinsam morgen mit Bund und Ländern diskutieren und auch mit Brandenburg abstimmen.“

15.59 Uhr: Über 100 Erwachsene und Kinder treffen sich im Strandbad Müggelsee

Die Berliner Polizei hat am Sonnabendnachmittag ein Treffen von über 100 Erwachsenen und Kindern im Strandbad Müggelsee aufgelöst. "Mit dieser Schnapsidee sind die Verantwortlichen baden gegangen. Anzeige ist raus", twitterte die Polizei, ohne Details zu der aufgelösten Veranstaltung zu nennen.

15.27 Uhr: Berliner CDU fordert drei Wochen Ausgangssperre

Die Berliner CDU hat wegen der Corona-Pandemie für die Hauptstadt eine sofortige Ausgangssperre für 21 Tage vorgeschlagen. „Wir müssen heute leider Freiheiten einschränken, um Leben zu retten“, heißt es in Maßnahmevorschlägen der Oppositionspartei vom Sonnabend.

Zu den Vorschlägen gehört auch die Einstellung des Fernverkehrs auf der Schiene und die Schließung der Berliner Flughäfen. Ausnahmen sollten Rückflüge für EU-Bürger und Transportflüge für Lebensmittel und medizinisches Material sein. Darüber hinaus schlägt die Partei das Heranziehen der Bundeswehr vor - unter anderem, um Unterstützung bei der Überwachung der Ausgangssperre zu leisten.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will eine Ausgangssperre bisher möglichst vermeiden - auch aus Sorge vor sozialen Folgen.

14.20 Uhr: Offener Brief von Gastronomie und Hotellerie

Gastronomen, Inhaber von Eventagenturen und Hoteliers haben einen offenen Brief an das Land Berlin verfasst. Sie fordern Klarheit über mögliche Schließungen und "echte finanzielle Soforthilfe". Die bislang getroffenen Maßnahmen helfen zwar, aber retten die Unternehmen nicht. "Alle bisher getätigten Beschlüsse (...) sorgen für Aufschub der Probleme - nicht für Lösungen."

Gastronomen und Hoteliers fordern ein Gespräch mit den Verantwortlichen. Sie seien bereit, Verantwortung zu übernehmen - u.a. wären Gastronomen bereit, z.B. einen Lieferdienst für Risikogruppen zu organisieren. Falls das Angebot nicht vom Land angenommen werden sollte, fordern Gastronomen und Hoteliers: "Schaffen Sie rechtliche Klarheit und ordnen Sie die komplette Schließung aller gastronomischen und Hotel-Betriebe an."

Außerdem wurde eine Liste verfasst, welche Sofortmaßnahmen beschlossen werden sollten - z.B. 100-prozentige Kostenübernahme aller Bruttogehälter, Fortzahlungen aller ausgefallenen Arbeitsstunden für Minijobber und Aushilfen, Steuernachlässe, rechtlicher Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen, Bürgschaften für Miet- und Pachtverpflichtungen, Körperschaftssteuer-Vorauszahlungen können zurückgefordert werden, Kreditzinsen aus Schutzschirm müssen zurückgesetzt werden und Übernahme der Fixkosten und Löhne in Veranstaltungsagenturen.

Bilder der Corona-Krise in Berlin: Die Hauptstadt steht still

14.09 Uhr: Notbetreuung für Kita- und Grundschulkinder ausgeweitet

Die Senatsverwaltung für Bildung und Familie weitet die Notbetreuung für Kita- und Grundschulkinder aus. Bislang war die Bedingung für das Anrecht auf Notbetreuung, dass beide Elternteile in einem „systemrelevanten Beruf“ arbeiten – darunter fällt vieles, vom Kassierer beim Lebensmittelmarkt bis zur Ärztin. Jetzt nach einer Woche will man „nachjustieren“. Künftig reicht es, wenn nur ein Elternteil in einem der Berufe arbeitet. Das gilt für:

  • Gesundheitsbereich (ärztliches Personal, Pflegepersonal und medizinische Fachangestellte .Reinigungspersonal, sonstiges Personal in Krankenhäusern. Arztpraxen, Laboren, Beschaffung und Apotheken)
  • Pflege
  • Polizei
  • Feuerwehr
  • Justizvollzug
  • Behindertenhilfe
  • Einzelhandel (Lebensmittel- und Drogeriemärkte)

Damit sollen Härtefälle ausgeschlossen werden. Wie zuvor muss aber erst geprüft werden, ob es nicht eine private Lösung für die Betreuungsfrage gibt – erst dann soll auf die Notbetreuung zurückgegriffen werden. „Die Situation ist derzeit für viele Eltern zweifellos sehr schwierig. Mit der veränderten Notbetreuungs-Regelung für Eltern wollen wir gezielt jene derzeit lebenswichtigen Bereiche im Gesundheitssektor und anderswo unterstützen, die aktuell einen besonders großen Personalbedarf haben“, sagte Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD).

14.02 Uhr: 17 bestätigte Infektionen bei der Polizei

In Berlin sind 17 Polizisten mit dem Coronavirus infiziert. Das sind zwei Infektionen mehr als am Vortag. Es befinden sich insgesamt 78 Menschen in Quarantäne.

13.48 Uhr: Weniger Anzeigen wegen Corona-Verstößen in Berlin

Die Berliner Polizei hat in der Nacht zum Sonnabend deutlich weniger Verstöße gegen die Coronavirus-Verordnung des Senats festgestellt als noch in der Nacht zuvor. Rund 200 Beamte notierten seit Freitagabend (18 Uhr) insgesamt 26 Strafanzeigen, wie eine Sprecherin am Sonnabend mitteilte. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag waren es demnach noch 90 Anzeigen gewesen. „Ob jetzt mehr Menschen die Gefahr einer Infektion erkannt haben, können wir nicht sagen. Vielleicht war es auch nur Zufall“, sagte sie.

Die Beamten überprüften in der gesamten Stadt erneut zahlreiche Bars, Lokale und Geschäfte. Seit einigen Tagen gelten in der Stadt weitreichende Regeln, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Die Sprecherin erklärte weiter, auch Bürger hätten Hinweise auf Verstöße gegeben. „In einem Spätkauf wurden zehn Menschen auf engstem Raum aufgefunden. Das ist nicht erlaubt - auch wenn Spätkauf-Läden natürlich weiterhin öffnen dürfen.“ Eine genaue Aufschlüsselung nach der Art der Vergehen nannte die Polizei nicht. „Es war die gesamte Bandbreite.“ Ein Club sei diesmal nicht dabei gewesen.

13.15 Uhr: Spruchband hängt am Balkon

Von einem Balkon eines Wohnhauses am Herrfurthplatz (Neukölln) hängt ein rotes Spruchband. Dort steht in weißer Schrift "Stay the fuck home".

12.49 Uhr: Ein Toter und 288 bestätigte Corona-Fälle in Brandenburg

Ein 81-Jähriger mit schwersten Vorerkrankungen aus dem Landkreis Havelland ist nach einer Coronavirus-Infektion der erste Tote in Brandenburg. 288 Menschen seien positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Das seien 56 mehr laborbestätigte Fälle als am Vortag. 18 Menschen seien in stationärer Behandlung; zwei Menschen würden beatmet.

12.34 Uhr: Füchse-Trainer Michael Roth ist infiziert

Füchse-Trainer Michael Roth hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Klub am Sonnabend mit. Roth befand sich in Hamburg als er Erkältungssymptome aufwies, woraufhin er sich testen ließ. Roth, der sich weiterhin in Hamburg befindet, ist nun in einer 14-tägigen Quarantäne. „Ich bin jetzt in Quarantäne, aber mir geht es gut. Wichtig ist, dass sich alle an die Vorgaben der Bundesregierung halten, um das Virus bestmöglich einzudämmen. Wir sind alle dafür verantwortlich. Nachdem wir das gemeinsam überstanden haben, freue ich mich auf die gesunde Rückkehr in den Fuchsbau“, so Roth.

Die Spieler Fabian Wiede, Silvio Heinevetter und Paul Drux wurden negativ auf das Coronavirus getestet. Nachdem Nationalmannschaftskollege Jannik Kohlbacher positiv getestet wurde, unterzogen sie sich einem provisorischen Test.

12.22 Uhr: Edeka im Schillerkiez (Neukölln) muss vorerst schließen

Ein Edeka-Markt an der Herrfurthstraße im Schillerkiez muss am Sonnabend vorerst schließen. "Werte Kunden, aufgrund fehlender Waren schließen wir Samstag, den 21.03 Uhr den Laden um 14 Uhr zu."

11.55 Uhr: „Zwangsvorstellungen“ - Berliner Schaubühne geht online

Die Berliner Schaubühne verlegt ihren Spielbetrieb auf die virtuelle Bühne. Auf der Webseite des Theaters stehe ab sofort täglich von 18.30 Uhr bis Mitternacht kostenfrei ein Online-Ersatzspielplan mit täglich wechselndem Programm bereit, kündigte das Theater am Samstag an. Zu sehen seien Fernsehaufzeichnungen von Schaubühnen-Inszenierungen aus verschiedenen Jahrzehnten, darunter auch von Peter Stein, Luc Bondy, Klaus Michael Grüber und Andrea Breth.

11.19 Uhr: Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann droht mit Späti-Schließungen

Monika Herrmann (Grüne), Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, droht auf Twitter mit Späti-Schließungen. "Wenn weiter Spätipartys gefeiert werden, müssen vielleicht die Spätis ab 18:00 geschlossen werden."

11.12 Uhr: Erster Corona-Toter - Landkreis weitet Maßnahmen aus

Nach dem ersten Brandenburger Todesfall nach einer Coronavirus-Infektion weitet der betroffene Landkreis Oberhavel seine Maßnahmen aus. Ab Mittwoch werden auch Einrichtungen der Tagespflege geschlossen, nachdem landesweit unter anderem bereits Schulen und Kitas zu seien, sagte die Landkreissprecherin am Samstag auf Anfrage.

11.08 Uhr: Hygieneregeln für den Parkbesuch

Am Tempelhofer Feld wurden Hinweisschilder mit Hygieneregeln für den Parkbesuch aufgestellt. Darauf steht:

  • Ausreichend Abstand voneinander halten
  • Vermeidung von Berührungen
  • Hände vom Gesicht fernhalten
  • Händewaschen regelmäßig und ausreichend lange
  • Niesen oder Husten in die Armbeuge oder in ein Taschentuch

8.37 Uhr: Senat bereitet härtere Beschränkungen vor

Der Berliner Senat bereitet zur Eindämmung des Coronavirus weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens in der Hauptstadt vor. Der Senat wolle am Samstag darüber in einer Telefonschalte beraten, wie es aus der Regierung hieß. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) kündigte am Freitagabend bereits härtere Maßnahmen und deren Umsetzung in den kommenden Tagen an. Restaurants sollen dann ganz schließen - bislang dürfen sie bis 18.00 Uhr geöffnet sein. Künftig solle es dann noch Abhol- und Lieferdienste geben. Auch Versammlungen unter 50 Menschen sollten eingeschränkt werden, sagte Müller.

Müller sagte: „Wir erleben es ja, dass manche es immer noch nicht begriffen haben und glauben, Restaurants sind immer noch ein schöner Treffpunkt zum feiern, oder ich mache die Party im Mauerpark.“ Berlin werde zu härteren Maßnahmen kommen müssen. Er wolle das in enger Abstimmung mit Brandenburg machen.

Eine Ausgangssperre will Müller möglichst vermeiden - aus Sorge vor sozialen Folgen, wie er betonte. „Eine Ausgangssperre, wenn Kinder, die auf engstem Raum vielleicht in Familien leben, über Monate nicht mehr raus können, wird dramatische soziale Folgen haben.“ Mehr dazu lesen Sie hier.

8.29 Uhr: S26, S45 und S85 eingestellt

Wichtige Information für Fahrgäste der S-Bahn: Ab heute verkehren die Linien S26, S45 und S85 nicht mehr. Grund: Diese Linien decken nur Teilstrecken ab. "Nutzt bitte die anderen Linien", schreibt die S-Bahn auf Twitter.

8.26 Uhr: Bitte aufs Rad umsteigen

Über Anzeigetafeln in der Stadt bittet die Verkehrsinformationszenatrale die Berliner, aufs Rad umzusteigen. "Bitte vermeidet unnötige Wege! Fahrt, wenn ihr könnt und müsst mit dem Rad zur Arbeit. Das schützt euch und vor allem andere, die auf den ÖPNV angewiesen sind. Und haltet Abstand!"

8.24 Uhr: Frank Zander textet Song um - "Nur nach draußen gehen wir nicht"

Schlagersänger Frank Zander dichtet seine Hertha-Hymne um und appelliert in der Corona-Krise an den gesunden Menschenverstand. Mehr dazu lesen Sie hier.

Frank Zander textet Song um

5.15 Uhr: Vivantes schließt Pflegeheime für Besucher

Die Corona-Krise verschärft sich in Deutschland. Vivantes schließt deswegen die Pflegeheime für Besucher. "Zum Schutz unserer Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen werden wir ab dem 20. März 2020 die Besuchszeiten komplett einstellen", heißt es in einem Schreiben.

4.58 Uhr: Lebensmittelhandel sieht wachsende Aggressivität bei Kunden

In den Lebensmittelgeschäften in der Region werden die Umgangsformen nach Branchenangaben rauer. „Unsere Verkäufer spüren eine steigende Aggressivität“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen. Das zeige sich etwa, wenn Verkaufspersonal in der Corona-Krise darauf hinweise, wenn mehr als haushaltsübliche Mengen im Einkaufswagen landen. Dann sei es schon vorkommen, dass Kunden Mitarbeiter mit dem Wagen abdrängten. Busch-Petersen rief dazu auf, auf Hamsterkäufe zu verzichten. „Es wird niemand verhungern.“

4.12 Uhr: Kältehilfe erweitert Angebote wegen Corona

In Brandenburg reagieren während der Corona-Krise viele Kommunen und Anbieter von Obdachlosen- und Kältehilfe mit einer Erweiterung ihres Angebots. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist eine längere Verweildauer der Bewohner im Vergleich zum Vorjahr zugesagt“, sagt beispielsweise Potsdams Stadtsprecherin Christine Homann. Eine Verlängerung der Kältehilfe zum Schutz der Gesundheit sei bis zum 30. April möglich. Zudem auch der Aufenthalt tagsüber.

+++ Freitag, 20. März 2020 +++

Die wichtigsten News vom Freitag in Kürze:

- Erster Berliner Coronavirus-Patient gestorben. Auch in Brandenburg gab es einen Todesfall.
- Zahl der Infizierten steigt auf 868
-Feuerwehr schließt vorläufig eine Wache.
- Woidke: Keine Ausgangssperre in Brandenburg bis Sonntag.
- Fake-News über Berliner Ausgangssperre aufgetaucht.
- Pankow sperrt Spielplätze ab Montag, Charlottenburg-Wilmersdorf und Neukölln ab Sonnabend.
- Restaurantkette "Vapiano" ist zahlungsunfähig.
- VBB: Erstattung für Patienten in Quarantäne.

23.53 Uhr: Erster Coronavirus-Infizierter in Brandenburg gestorben

Brandenburg hat einen ersten Todesfall nach einer Coronavirus-Infektion. Ein 81 Jahre alter Mann sei am späten Freitagabend in der Oberhavel Klinik in Hennigsdorf (Landkreis Oberhavel) gestorben, teilte der Landkreis am späten Freitagabend mit. Der Mann sei zuvor mit schwersten Vorerkrankungen in das Krankenhaus eingeliefert und palliativmedizinisch versorgt worden. Ob er an Covid-19 oder einer anderen Krankheit starb, sei daher unklar - ebenso wie die Frage, wo er sich mit Sars-CoV-2 angesteckt hatte.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Brandenburg erhöhte sich unterdessen am Freitag auf 265 (Stand: 15.00 Uhr). 61 bestätigte Fälle seien im Vergleich zum Vortag hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

22.00 Uhr: Abendlicher Applaus für Corona-Helfer

Mit Applaus von den Balkonen und aus geöffeneten Fenstern haben Berliner am Freitagabend in mehreren Stadtteilen den Helfern in der Corona-Krise gedankt. Gegen 21 Uhr brandete Beifall in einigen Straßenzügen im Prenzlauer Berg und in Kreuzberg auf. Einzelne Menschen oder ganze Familien versammelten sich auf den Balkonen oder lehnten sich aus den Fenstern und applaudierten für ein paar Minuten. Vereinzelt waren Jubelrufe zu hören.

19.57 Uhr: Müller: Restaurantschließungen vorbereiten

In der rbb-"Abendschau" sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), er lehne eine generelle Ausgangssperre weiter ab. Mit Blick auf die verschärften Maßnahmen in Bayern sagte er aber: "Wir müssen in Berlin diese Schritte gehen. Ich habe den Senat heute beauftragt, das vorzubereiten, dass es auch bei uns zu Restaurantschließungen kommen kann, jenseits der Öffnungszeiten, die wir jetzt beschlossen haben - die Restaurants wirklich zugemacht werden, aber Abhol- und Lieferdienste noch möglich sind.

19.41 Uhr: Zahl der Infizierten steigt auf 868

Es sind dramatische Zahlen, die die Senatsverwaltung für Gesundheit gerade bekanntgegeben hat. In Berlin gibt es nun 868 Infizierte. 490 Personen sind männlich, 378 weiblich. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 44 Personen, davon werden 18 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Ein am neuartigen Coronavirus erkrankter Patient ist verstorben.

18.58 Uhr: Restaurants in Berlin sollen schließen

Nach Informationen der Morgenpost will der Senat auch in Berlin die Restaurants komplett schließen. Außerdem sollen sich nur noch Gruppen von maximal zehn Personen zusammen draußen aufhalten, bisher lag der Wert bei 50. Anders als vorerst berichtet, ist das aber noch nicht formell beschlossen.

Außerdem soll es einige Anpassungen bei der Notbetreuung für Kinder von Arbeitnehmern in systemrelevanten Branchen geben. Am Wochenende werde man über weitere Verschärfungen bis hin zu einer Ausgangssperre beraten.

18.51 Uhr: SPD-Fraktion plädiert für harte Linie

Die SPD-Fraktion plädiert in der Debatte um die Gegenmaßnahmen zur Ausbreitung des Coronavirus für eine harte Linie. „Die Situation ist so ernst, dass kein Instrument tabu ist“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh am Freitagabend.

Das sieht auch der Gesundheitsexperte Thomas Isenberg so: „Wenn uns die Experten sagen, dass harte Maßnahmen bis hin zur Einschränkung von Bewegung im öffentlichen Raum das Richtige sind, dann gilt das“, so der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion. Es gehe darum, keine „italienischen Zustände“ zu bekommen. „Fast alle Experten raten uns jetzt, so hart wie möglich zu reagieren“, so Isenberg.

Zu den Debatten in der rot-rot-grünen Koalition über eine Ausgangssperre sagte Fraktionschef Saleh: „Hier geht es nicht um politische Befindlichkeiten, es geht um die Gesundheit unserer Bevölkerung. Es geht um Leben und Tod“, so Saleh weiter. Von der italienischen Krankenschwester bis zum italienischen Ministerpräsidenten höre man in Deutschland, man solle nicht die Fehler Italiens wiederholen. Das müssen wir ernst nehmen“, sagte Saleh nach einer Schaltkonferenz. „Spätestens wenn die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin am Wochenende zu dem Schluss kommen, dass weitere Maßnahmen notwendig sind, dann müssen wir in Berlin diese unverzüglich umsetzen.“

17.57 Uhr: Feuerwehr schließt vorläufig eine Wache

Die Berliner Feuerwehr hat vorläufig eine Feuerwache geschlossen. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, handelt es sich um die Wache in Marzahn, wo mehrere Kräfte positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Die Feuerwehr versucht nun, mit Kräften der Rettungsdienstakademie den zunächst entstandenen Engpass zu überbrücken. Ob die Marzahner Wache dauerhaft zu bleibt, war zunächst unklar.

16.41 Uhr: Extremer Anstieg der Arbeitslosigkeit in Berlin

Die Krise schlägt voll auf den Berliner Arbeitsmarkt durch. Der Chef der Regionaldirektion der Arbeitsagentur Bernd Becking sagte, man beobachte einen extrem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. Genaue Zahlen gebe es aber noch nicht. Auch die Zahl der Kurzarbeiter steigt an. Mit Stand Freitag hätten in Berlin 2800 Betriebe mit 60.800 Beschäftigten die Hilfe beantragt. In Brandenburg seien es 756 Betriebe mit knapp 19.000 Beschäftigten gewesen.

16.37 Uhr: Abstand halten auch beim Waldspaziergang

Abstand halten, das gilt auch beim Waldspaziergang. Darauf hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hingewiesen. Spaziergänge in den Wäldern und Grünanlagen Berlins seien zwar gesund und böten Momente der Abwechslung. Allerdings gelte auch in der Natur: Halten Sie Abstand!

Senatorin Regine Günther (Grüne): „Bewegung an der frischen Luft tut gut, aber bitte beachten Sie die Regeln, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden.“

Diese sind:

  • Gehen Sie nur allein oder zu zweit in die Natur – vermeiden Sie unbedingt größere Gruppen und Verabredungen mit Freunden und Bekannten.
  • Halten Sie Abstand voneinander, auch wenn Sie nur zu zweit unterwegs sind.
  • Die Berliner Waldspielplätze sind teilweise noch geöffnet. Achten Sie auch hier unbedingt auf den nötigen Abstand Ihrer spielenden Kinder, auch zu anderen Personen.
  • Verabredungen zu Laufgruppen oder zum Hundespaziergang in geselliger Runde verbieten sich aufgrund der Ansteckungsgefahren derzeit ausnahmslos.

Auch Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) rief auf Twitter noch mal zum Abstandhalten auf.

16.32 Uhr: Rewe-Märkte in Spandau mit Sonderöffnung für Risikogruppen

Wie der RBB berichtet, führen mehrere Rewe-Märkte in Spandau Sonderöffnungszeiten für Corona-Risikogruppen und chronisch Kranke ein. Die Supermärkte sollen zwischen 7 und 9 Uhr geöffnet sein. Zwischen 9 und 22 Uhr können dann andere Kunden einkaufen. Die Maßnahme werde nicht von Wachschützern begleitet, sondern sei freiwillig, hieß es.

16.14 Uhr: Neukölln macht Spiel- und Sportplätze dicht

Das Bezirksamt Neukölln verbietet ab Sonnabend den Aufenthalt auf Spiel- und Sportplätzen. Zudem wird die Öffnung von Jugendfreizeiteinrichtungen und Familienzentren für den Publikumsverkehr untersagt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung unterzeichnete Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) unter Zustimmung des gesamten Bezirksamtskollegiums.

„Es reicht nicht mehr aus, um Rücksichtnahme zu bitten. Wir müssen sie anordnen. Wir werden vor Ort transparent über die Gründe aufklären und Familien informieren. Die wichtige Botschaft lautet: bleiben Sie zu Hause. Auch wenn es schwerfällt. Die Situation ist ernst", erklärten LIecke und Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD).

15.59 Uhr: Polizei muss Solidaritätstransparent entfernen

15.39 Uhr: Reinickendorfer Ärztin startet Coronavirus-Tests

Die Ärztin Ulrike Leimer-Lipke wird ab sofort in Reinickendorf für Personen, die ihr durch das Gesundheitsamt gemeldet werden, im Außenbereich ihrer Praxis einen Abstrich zum Nachweis von Coronaviren vornehmen. Durch ihre Initiative würden die Untersuchungskapazitäten im Bezirk deutlich erweitert und ein größerer Kreis von Personen zeitnah überprüft werden, teilte das Bezirksamt mit. Gesundheitsstadtrat Uwe Brockhausen (SPD) dankte Leimer-Lipke am Freitag für ihre Initiative: „Unser Gesundheitssystem ist durch die Ausbreitung des Coronavirus vor sehr große Herausforderungen gestellt. Wir müssen in dieser schwierigen Zeit zusammenstehen und uns auf die wichtigste Aufgabe, die Eindämmung der Krankheitsausbreitung, mit vollen Kräften konzentrieren. Dies hat höchste Priorität. Ich bin für jede Initiative dankbar, die uns hier hilft. Frau Leimer-Lipke und ihr Team der hausärztlichen Praxis Lübars zeigen mit ihrer großartigen Initiative, wie uns auch die niedergelassenen Ärzte tatkräftig unterstützen können.“

Die Ärztin lädt alle Kollegen im Bezirk ein, sich mit ihr in Verbindung zu setzen und sich an der Aktion zu beteiligen. „Die gute und flächendeckende Betreuung durch niedergelassene Ärzte hilft Patienten durch diese schwere Phase und wird dringend benötigt, um so die sehr belasteten Notaufnahmen zu entlasten. Dies ist eine wichtige Säule zur Bewältigung dieser außergewöhnlichen Krisensituation.“

15.38 Uhr: Mehrere Schulen verschieben Präsentationsprüfungen im Abitur

Immer mehr Gymnasien und Sekundarstufen mit Oberstufe verschieben ihre sogenannten Präsentationsprüfungen für das Abitur – so die Friedensburg Oberschule oder die katholische Schule Liebfrauen, ein Gymnasium. Mit dieser Verschiebung kommt man einerseits den Schülern entgegen, die für den Endspurt der Vorbereitung für die Präsentationsprüfungen nicht mehr in die Bibliotheken können, weil die geschlossen sind. Aber auch vielen Lehrern; viele Kollegien sind im Durchschnitt älter, Lehrer von 60 Jahren und mehr sind dort nicht selten. Auch gibt es Pädagogen mit Vorerkrankungen, all die will man schützen. Der Druck auf Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), das Abitur ganz zu verschieben, wächst. So fordert der Landesschülerausschuss eine Verschiebung, auch von den eigenen Genossen aus der SPD kriegt sie Gegenwind. Bei den mündlichen Präsentationsprüfungen stellen Schüler ein Thema in einem mündlichen Vortrag vor und müssen anschließend Prüfungsfragen dazu von einer Lehrerkommission beantworten.

15.12 Uhr: Staus an polnischer Grenze aufgelöst

Die Lage auf den Brandenburger Autobahnen Richtung Polen hat sich entspannt. Nach kilometerlangen Lkw-Staus in den vergangenen Tagen durch verstärkte Kontrollen in der Corona-Krise rollt der Verkehr wieder. „An den Grenzübergängen gibt es keine Probleme“, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums am Freitag. Kurz vor Mitternacht habe sich der Rückstau langsam abgebaut, die Fahrzeuge hätten losfahren können.

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu erschweren, hatte Polen am vergangenen Wochenende an Grenzübergängen zu Deutschland Kontrollen eingeführt. In den darauffolgenden Tagen hatten sich vor der Grenze auf den Autobahnen kilometerlange Staus Richtung Osten gebildet. Am Donnerstag war der Stau auf der Autobahn 12 55 Kilometer lang, auf der A11 waren es rund 41 Kilometer und auf der A15 etwa acht Kilometer.

An den meisten Übergängen fließe der Verkehr am Freitagmorgen ohne Wartezeiten, teilte der polnische Grenzschutz mit.

14.51 Uhr: Charlorttenburg-Wilmersdorf schließt Spielplätze ab Sonnabend

Auch Charlottenburg-Wilmersdorf schließt seine Spielplätze. Ab Sonnabend sind sie zu. Der Spielplatz im Schlosspark Charlottenburg ist bereits seit Dienstag geschlossen.

14.29 Uhr: Woidke schließt Ausgangssperre für Brandenburg bis Sonntag aus

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) schließt eine Ausgangssperre für Brandenburg bis Sonntag aus. Dann werde in einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Neubewertung der Lage geben. Die in Bayern und Saarland beschlossenen Ausgangsbeschränkungen seien wegen der dortigen Lage nachzuvollziehen, so Woidke.

14.13 Uhr: Fake-News über Berliner Ausgangssperre kursiert bei WhatsApp

Bei WhatsApp kursiert am Freitagnachmittag eine gefälschte Nachricht über eine bevorstehende Ausgangssperre in Berlin. Das gefälschte Bild erweckt den Eindruck, vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) zu stammen. Die dort verbreiteten Informationen sind allerdings falsch. Eine Ausgangssperre ist derzeit nicht beschlossen, im rot-rot-grünen Senat gibt es allerdings einen heftigen Streit um diese Frage. Auch das Lageso selbst twitterte am Freitagnachmittag über die Fälschung und bat darum, das Bild nicht weiterzuverbreiten.

Auch Senatssprecherin Melanie Reinsch wies Gerüchte zurück, der Berliner Senat habe bereits eine Ausgangssperre ab Montag beschlossen. Die Lage sei volatil, hieß es. Aber bisher gehe der Senat davon aus, mit Brandenburg abgestimmt vorgehen zu wollen. Der Brandenburger Ministerpräsident Ditmar Woidke hatte gesagt, man wolle die Entwicklung über das Wochenende abwarten.

13.24 Uhr: Erster Berliner Coronavirus-Patient gestorben

In Berlin ist der erste mit dem neuen Coronavirus infizierte Patient verstorben. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 95-jährigen Mann mit schweren Grunderkrankungen, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitagnachmittag mitteilte.

13.20 Uhr: Hertha - Alle Coronavirus-Tests negativ

Bundesligist Hertha BSC meldet beim Kurznachrichtendienst Twitter, alle Tests der Profispieler sowie des Trainerteams seien negativ ausgefallen. Dennoch müsse an der angeordneten zweiwöchigen Quarantäne bis Ende März festgehalten werden.

12.32 Uhr: Berliner haben bereits rund 127.000 Euro für Clubs gespendet

Die Spendenkampagne der Clubcommission Berlin mit dem Verein Reclaim Club Culture kann schon nach zwei Tagen erste Erfolge vermelden. Stand Freitagmittag kamen rund 4300 Einzelspenden zusammen, die insgesamt 127.000 Euro ergaben. Viele der Spender kommentierten ihre Spende mit einer kurzen aufbauenden Nachricht wie „Liebe“ oder „Haltet durch“. Unter dem Motto „Save Berlin’s Club Culture in Quarantine“ rufen die Clubs auf der Webseite Betterplace auf, die Künstler und Veranstaltungsorte zu unterstützen. Acht Prozent der Einnahmen sollen zudem direkt an die „Stiftung Zivile Seenotrettung“ gehen, so die Initiatoren der Aktion. Bisher sind das rund 10.000 Euro.

In Berlin sind laut Aussage der Commission rund 9000 Mitarbeiter und Zehntausende Künstler betroffen von den drohenden Schließungen. Zeitgleich geht eine Internetseite online, auf der verschiedene DJs ihre Musik, die sonst auf einer Party läuft, live streamen können. Das heißt, auf dem Portal www.unitedwestream.berlin werden einerseits Aufführungen und DJ-Sets bereitgestellt, aber es gibt auch Gespräche und Vorträge rund um die Berliner Clubszene. Die Medienpartner Radio 1 und Arte beteiligen sich, indem sie wie Arte jeden Abend ein Liveprogramm aus einem Club aus Berlin senden: an diesem Freitagabend aus dem „Kater Blau“, am Sonnabend aus der „Alten Münze“.

12.29 Uhr: Taxifahrer wollen Sonderfahrdienst anbieten und Autos umbauen

Wegen ausbleibender Fahrgäste lassen in Berlin laut Innung bereits rund 2000 von etwa 8000 Taxifahrern ihre Fahrzeuge stehen. Man wolle jetzt mit umgebauten Taxen und einem Sonderfahrdienst für Krankenschwestern, Feuerwehrleute, Polizisten und andere wichtige Berufsgruppen wieder mehr Kunden gewinnen, sagte Innungschef Leszek Nadolski am Freitag in Berlin. Das Angebot richte sich an Menschen, die sicher zur Arbeit und zurück kommen wollen, aber keine eigenen Autos haben. Wie der Dienst finanziert werden soll, sei aber noch unklar. Zuvor hatte „Spreeradio 105,5“ berichtet.

Taxen sollen laut Nadolski zudem mit einer Scheibe ausgestattet werden, die den hinteren Bereich vom Fahrer trennt, um Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern. Auch bargeldloses und kartenloses Zahlen soll eingeführt werden, etwa per Handy.

12.18 Uhr: Buchladen mit Botschaft im Schaufenster

Der Buchladen am Bayerischen Platz bleibt trotzig weiter offen. Im Schaufenster hängt ein Zettel mit der Botschaft: "Bücher sind ein Lebensmittel und bislang das einzige Mittel gegen die Sache mit der Krone!"

11.54 Uhr: Bezirksamt Neukölln warnt vor Betrügern, die sich als Gesundheitsamt-Mitarbeiter ausgeben

Das Bezirksamt Neukölln warnt vor Betrügern, die sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgeben und Tests auf das Coronavirus anbieten. Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke stellt klar: es gebe keine unangekündigten oder flächendeckenden Tests in Berlin.

„Tests auf das Virus SARS-CoV-2, das sogenannte Corona-Virus, finden immer nur nach vorheriger Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt statt. Es gibt keine unangekündigten Tests", so Liecke. "Getestet wird zudem nur, wer bestätigten Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatte oder in einem Risikogebiet war und Symptome wie Husten, Fieber und Atembeschwerden zeigt."

Er rät: "Sollte jemand bei Ihnen an der Tür klingeln und einen Corona-Test anbieten, der vielleicht sogar kostenpflichtig ist, gehen Sie darauf nicht ein und rufen sofort die Polizei. Lassen Sie sich nicht bedrängen. Lassen Sie sich keine Angst machen. Rufen Sie die Polizei."

11.51 Uhr: Berliner Linke lehnt Ausgangssperre in Coronavirus-Krise ab

Die Berliner Linke ist entschieden gegen eine Ausgangssperre in der Coronavirus-Krise. „Jedes andere Mittel muss erst ausgeschöpft sein“, sagte Linke-Chefin Katina Schubert am Freitag. Eine Ausgangssperre bedeute keine verlängerten Schulferien. „Wir sperren dann Leute ein“, sagte die Landesvorsitzende. „Wer jetzt laut danach schreit, will politisch Kapital daraus ziehen und den starken Mann spielen.“ Hinzu komme, dass eine vollständige Ausgangssperre nicht zu kontrollieren sei.

11.43 Uhr: Coronavirus-Krise: Erneut knapp 100 Verstöße in der Nacht

Die Berliner Polizei ist auch in der Nacht zu Freitag gegen zahlreiche Verstöße gegen das neue Corona-Infektionsschutzgesetz vorgegangen. Von Donnerstagabend bis zum frühen Freitagmorgen überprüften Polizisten 98 Kneipen, Restaurants, Geschäfte und andere Objekte, wie eine Polizeisprecherin am Freitag sagte. Als Ergebnis wurden 91 Anzeigen gestellt, oft wegen der nicht mehr erlaubten Öffnung von Kneipen oder Läden. Die Verstöße verteilten sich über die ganze Stadt.

Auffällig ist, dass es offenbar nachts deutlich mehr gravierende Verstöße gibt. Tagsüber sind es meist Geschäfte, die nicht mehr öffnen dürfen, aber sich nicht an die neue Verordnung halten. Am Donnerstag hatte es nach 119 Überprüfungen 34 Anzeigen gegeben. In der vorangegangenen Nacht lag die Zahl der Verstöße hingegen mit 97 deutlich höher.

11.33 Uhr: Baumarkt Obi verschärft Maßnahmen

Der Baumarkt Obi verschärft seine Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus – auch in seinen Berliner Filialen. Ein Morgenpost-Reporter hatte am Donnerstag vor der Filiale in Berlin-Adlershof beobachtet, dass Sicherheitsmitarbeiter die Anzahl der Kunden begrenzen, damit in dem Laden ein Sicherheitsabstand gewahrt werden kann. Außerdem sei Kindern der Zugang zum Markt verwehrt worden. Eine Obi-Mitarbeiterin vor Ort bestätigte gegenüber der Morgenpost die Maßnahmen. Eine Pressesprecherin der Obi-Zentrale teilte auf Nachfrage mit, dass sich die Baumarkt-Kette an den Vorgaben und Empfehlung der Bundesregierung und der Bundesländer orientiere. „Der Zutritt zu den Obi-Märkten wird über Personal gesteuert, sodass eine Maximalzahl von Kunden im Markt nicht überschritten werden kann“, hieß es weiter von dem Unternehmen. Zum vermeintlichen Kinder-Verbot äußerte sich die Sprecherin zunächst nicht.

11.19 Uhr: Klaus Lederer über Ausgangssperren

Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat den Eindruck zurückgewiesen, es werde im Senat um die Ausgangssperre gestritten. Es gebe aber natürlich „unterschiedliche Perspektiven“. Die Gesundheitssenatorin stehe unter massivem Druck, weitere Maßnahmen anzuordnen. Im Senat gebe es niemanden der nicht verstanden habe, in welcher Lage wir sind, sagte Lederer. Die Frage sei aber, was wirklich im Alltag durchzusetzen sei und was eher eine symbolische Anordnung. Wer sich anschaue, welche Folgen die geschlossenen Grenzen für die Versorgung hätten, der müsse einsehen, dass eine „Balance“ nötig sei.

Man müsse sich im Klaren sein, dass man als Stadt eine Ausgangssperre auch durchhalten müsse. Da rede man nicht von drei Tagen, sondern womöglich von vielen Wochen. Sollten die Kanzlerin und die Länderministerpräsidenten aber überein kommen, dass eine Ausgangssperre nötig sei, dann sei das „ein weiteres Alarmsignal“. Schon jetzt herrsche in der Stadt „Totentanz“, so der Senator. Bei den allermeisten Bürgern sei angekommen, dass sie ihr Verhalten anpassen müssten. „Die paar Wahnsinnigen, die übrig bleiben, kriegt man auch mit der Polizei nur schwer in den Griff.“

11.11 Uhr: Ramona Pop - "Die Krise bewältigen wir nur gemeinsam"

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop erklärte auf Nachfrage der Morgenpost zur Diskussion um die Ausgangssperren, es sei die oberste Priorität, Menschen zu schützen und Leben zu retten. Deshalb habe der Senat deutliche Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens ergriffen und werde dafür sorgen, dass diese Regeln auch durchgesetzt werden.

Im Senat würden die Wirkung der bisherigen Maßnahmen und das weitere Vorgehen „mit großer Ernsthaftigkeit“ diskutiert, sagte Pop: „Es geht um Gesundheitsschutz, aber auch um Freiheitsrechte und soziale Folgen; eine Rutschbahn zu immer drastischeren Maßnahmen kann es in einer aufgeklärten Demokratie nicht geben. Wer jetzt nur an sich denkt und Regeln missachtet, provoziert einschneidende Maßnahmen. Ich appelliere deswegen an die Vernunft, sich solidarisch zu verhalten und enge Kontakte zu vermeiden. Die Krise bewältigen wir nur gemeinsam.“

11.09 Uhr: 70 Angehörige der Berliner Feuerwehr in Quarantäne

Mittlerweile befinden sich 70 Angehörige der Berliner Feuerwehr in häuslicher Quarantäne. Fünf davon sind mit dem Coronavirus infiziert, 25 hatten zu einem Infizierten Kontakt und wurden auf Anordnung des jeweiligem Amtsarztes isoliert. Die übrigen 40 befinden sich vorsorglich in Isolation. Die Feuerwehr hat mit Stand von Donnerstagmittag insgesamt 37 Infizierte transportiert.

10.59 Uhr: Auch Pankow sperrt die Spielplätze - ab Montag

Auch im Bezirk Pankow werden die öffentlichen Spielplätze zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie bis auf weiteres geschlossen. Die Sperrung gilt allerdings erst ab Montag, 23. März. Das teilte das Bezirksamt Pankow am Freitagvormittag mit. „Ich bitte Sie eindringlich, dieser Anordnung Folge zu leisten. Diese Maßnahme ist leider ein notwendiges Element zur Senkung der Infektionsrate", so Vollrad Kuhn, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste. Die Pankower Spielplätze sollen mit Hinweisschildern versehen und mit Flatterband abgesperrt werden. "Bei Missachtung sind sowohl die Mitarbeiter des Bezirksamtes als auch Polizeibeamte befugt, Platzverweise zur Durchsetzung der Sperrung auszusprechen", heißt es weiter.

10.56 Uhr: Sportsenator Geisel - Bleibt eurem Verein treu

Berlins Innen- und Sportsenator Andreas Geisel hat den Berliner Sportvereinen in Zeiten der Coronavirus-Krise Mut zugesprochen. „Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam mit großer Solidarität den Berliner Sport durch diese schwierige Zeit bringen werden“, sagte Geisel in einem Presseschreiben der Senatsverwaltung für Inneres und Sport am Freitag.

Er rief vor allem Vereinsmitglieder dazu auf, ihrem Club in der schwierigen Phase unbedingt die Treue zu halten. „Mitgliedsaustritte würden die Situation noch verschlimmern“, sagte er.

10.53 Uhr: Berliner SPD sagt Landesparteitag ab

Die Berliner SPD hat ihren Landesparteitag abgesagt. Das sagte Landesgeschäftsführerin Anett Seltz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest. „Gesundheit geht vor“, sagte Seltz zur Begründung vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus. Die Landes-SPD hatte ihren Parteitag für den 16. Mai geplant, zeitgleich mit dem Landesparteitag der Berliner Linke, die den Termin ebenfalls verschiebt.

Bei der Berliner SPD steht die Wahl einer neuen Spitze an. Der Noch-Landesvorsitzende Michael Müller hatte im Januar angekündigt, nicht wieder zu kandidieren. Stattdessen wollen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und der SPD-Fraktionschef Raed Saleh gemeinsam antreten und den Landesverband künftig als Duo führen. Mit der Absage steht nun fest, dass Müller länger als geplant als Landeschef im Amt bleibt.

10.45 Uhr: Mittlerweile 731 Infizierte in Berlin

In Berlin haben sich mittlerweile 731 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte das Robert-Koch-Institut am Freitag mit. Das sind 158 mehr als am Vortag.

10.40 Uhr: Coronavirus-Infektionen in Brandenburg auf 232 gestiegen

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Brandenburg hat sich am Freitag auf 232 erhöht (Stand: 8 Uhr). 28 bestätigte Fälle seien im Vergleich zum Vortag hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit.

Neu gemeldet wurden demnach zehn Coronavirus-Infektionen in Potsdam, in der Landeshauptstadt verdoppelte sich damit die Zahl auf 20. Acht Infektionen kamen im Landkreis Barnim dazu, sechs im Landkreis Oberhavel. Jeweils zwei neue Infizierten verzeichneten Cottbus und Brandenburg/Havel.

An der Spitze mit der Zahl der Infizierten steht damit aktuell der Landkreis Barnim. Dort gibt es derzeit insgesamt 29 bestätigte Coronavirus-Fälle.

9.27 Uhr: Herthas Lukebakio appelliert: Zuhause bleiben

Fußballprofis von Bundesligist Hertha BSC setzen ihre Appelle an die Öffentlichkeit in der Coronavirus-Krise fort. „Wie ihr sehen könnt, ist die Situation schwierig für alle. Das Einzige, was ihr machen könnt, um zu helfen, ist zuhause zu bleiben. Bleibt gesund, Gott schütze euch“, sagte Stürmer Dodi Lukebakio in einem Internetvideo, das der Hauptstadtclub am Freitagmorgen veröffentlichte. Der 22 Jahre alte Belgier ist darin auf einem Spinningrad auf einem Balkon zu sehen. „Wir arbeiten alle hart daran, in Form zu bleiben.“

8.56 Uhr: Heftiger Streit im rot-rot-grünen Senat über Ausgangssperre in Berlin

Der Berliner Senat ist sich uneinig über die weitere Strategie zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie. In der Sitzung der Stadtregierung habe es am Donnerstagabend heftigen Streit über die Ausgangssperre gegeben, berichteten Teilnehmer. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hätten Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) heftig für ihre Pläne kritisiert, auch in Berlin den Shutdown zu erklären.

7.48 Uhr: Michael Müller - Ausgangssperre kein Allheilmittel

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat eine Ausgangssperre zur Eindämmung des Coronavirus in der Hauptstadt zurückhaltend bewertet. Er sagte am Freitagmorgen im Rbb-Inforadio, er könne nicht versprechen, dass die bisherigen Schritte in der Krise ausreichten. Die Ausgangssperre sei aber auch kein „Allheilmittel“, sie löse nicht jedes Problem.

„Ich appelliere immer noch sehr an die Vernunft jedes einzelnen, jetzt mit zu helfen, es geht um unser aller Gesundheit“, sagte Müller im Inforadio des Rbb. „Viele haben begriffen, worum es jetzt geht, dass man Kontakte so weit wie möglich vermeidet.“ Es gebe aber immer noch Menschen, „die eng zusammenstehen, feiern, die zu Corona-Parties einladen“.

Zugleich kündigte Müller an: „Wir werden härter durchgreifen“. Auch über die Ordnungsämter müssten die Regelungen umgesetzt werden, aber kein Senat könne 3,5 Millionen Menschen kontrollieren, meinte der Regierungschef. „Wir müssen jetzt alle mithelfen.“

6.15 Uhr: VBB - Erstattung für Patienten in Quarantäne

Wer Zeitkarten wie ein Monats- oder 7-Tage-Ticket gekauft hat und dieses wegen Krankheit oder Unfällen nicht nutzen kann, kann sich regulär die entgangene Leistung erstatten lassen. Der VBB stellt nun klar: Das gleiche gilt auch für amtlich angeordnete Quarantänefälle. Der Verkehrsverbund erstattet den Kaufpreis abzüglich des Werts von zwei Einzelfahrkarten, also 5,80 Euro, je Tag, an dem das Ticket noch genutzt werden konnte, so der VBB.

Nicht zurückgegeben werden können hingegen nicht abgestempelte Einzelfahrausweise oder Tagestickets. Sie behalten jedoch ihre Gültigkeit. Nicht unter die Regelung fallen Abonnements und Firmentickets, hieß es weiter. Sollten die Einschränkungen längerfristig bestehen oder verschärft werden, werde zu einem späteren Zeitpunkt „eine Kulanzregelung für diese Kundengruppe neu bewertet“.

5.35 Uhr: Reedereien stellen Betrieb von Ausflugsschiffen auf der Spree ein

Wegen der Corona-Krise lassen viele Berliner Reedereien ihre Ausflugsschiffe nicht mehr ausfahren. Die Reedereien Spree- und Havelschiffahrt, Riedel, Stern und Kreisschiffahrt, Lüdicke und Bruno Winkler haben die Fahrten eingestellt, wie auf ihren Webseiten am Donnerstag zu lesen war.

Unklar blieb zunächst, ob die Reedereien dazu verpflichtet sind, die Fahrten zu stoppen. In der Verordnung des Berliner Senats zur Corona-Krise vom Dienstag werden die Ausflugsschiffe nicht eigens genannt. Die Gesundheitsverwaltung sowie die Pressestelle der Polizei waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

4.32 Uhr: Hilfe für Obdachlose

Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) will obdachlosen Menschen in der Hauptstadt nach dem Auslaufen der Kältehilfe neue Unterkunftsangebote machen. „Wir brauchen auch für sie einen Rettungsschirm“, sagte Breitenbach am Donnerstag. „Wir müssen ihnen so etwas wie ein Zuhause bieten.“ Deshalb würden gerade bei drei Unterkünften neue Mietverträge geprüft, weil die aus der Kältehilfe bis Anfang April sukzessive ausliefen. Das Angebot solle allein schon aus Infektionsschutzgründen deutlich über eine Notübernachtung hinausgehen, betonte sie.

4.31 Uhr: Berlin hilft Unternehmen

Der Berliner Senat will Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige mit insgesamt 600 Millionen Euro an Soforthilfen unterstützen. Allein 100 Millionen Euro soll es im laufenden Jahr an Soforthilfemaßnahmen für Kleinunternehmen und Soloselbstständige sowie für Freiberufler geben, wie der Senat auf einer Sondersitzung am Donnerstagabend beschlossen hat.

Das „Soforthilfe II“ überschriebene Landesprogramm wende sich an die besonders hart von der Corona-Krise getroffenen Klein- und Kleinstunternehmen mit maximal fünf Beschäftigten sowie Freiberufler und Soloselbstständige aus Bereichen wie Handel und Dienstleistung, Jugend und Bildung, Kultur, Sport und Tourismus. Die Höhe des Zuschusses ist auf 5000 Euro begrenzt. Mehr dazu lesen Sie hier.

4.16 Uhr: Apotheker schützen sich mit Plexiglas und Kundenbegrenzung

Manche Apotheker in Berlin haben wegen der Coronavirus-Pandemie Schutzvorkehrungen getroffen. Sie lassen nur noch eine begrenzte Zahl von Kunden ins Geschäft, bitten um Abstand oder bedienen hinter Plexiglas. Die Maßnahmen dienten dem Schutz von Apothekenteams und von Kunden, sagte ein Sprecher des Berliner Apotheker-Vereins auf Anfrage. Jeder Apothekenleiter könne entscheiden, welche Schritte für die Gegebenheiten in seinem Geschäft passend seien.

+++ Donnerstag, 19.03.2020 +++

Coronavirus in Berlin - die wichtigsten News vom Donnerstag in Kürze:

- Berliner Corona-Klinik soll in 20 bis 25 Tagen fertig sein.
- Zahl der Infizierten steigt auf 688.
- Flughäfen bleiben mit je einem Terminal offen.
- Personalmangel: Berlins Krankenhäuser rufen um Hilfe.
- Die S-Bahn stellt den Betrieb auf drei Linien ein.
- Michael Müller negativ auf Coronavirus getestet.
- Kneipen- und Restaurantverbot zeigt Wirkung. Trotzdem 97 Einrichtungen geschlossen.
- Berlin steht still - Bilder aus einer fast leeren Stadt
- Auch Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg schließen die Spielplätze.
- Staus an der Grenze: Lkw fährt in Stauende, ein Toter.

22.37 Uhr: Grenzkontrollen für Lkw nach Polen werden offenbar aufgehoben.

Das twittert zumindest die sächsische Polizei unter Berufung auf die polnischen Behörden.

21.09 Uhr: Berlin plant 600 Millionen Euro Soforthilfe für Unternehmen

Berlin will Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie mit 600 Millionen Euro Soforthilfen unterstützen. Das hat der Senat auf einer Sondersitzung am Donnerstagabend beschlossen, wie Wirtschaftssenatorin und Bürgermeisterin Ramona Pop (Grüne) auf Twitter mitteilte. „Wir wollen schnell und unbürokratisch unterstützen, um Existenzen zu sichern und Arbeitsplätze zu retten“, schrieb Pop.

20.43 Uhr: Senat beschließt Sofortprogramm für Kleinstunternehmer

Der Senat hat ein Sofortprogramm zur Hilfe für Kleinstunternehmer mit maximal fünf Beschäftigten und Solo-Selbständige beschlossen. Für Betroffene der Corona-Krise soll es unbürokratisch 5000 Euro Zuschuss geben. Das Geld solle über die landeseigene Investitionsbank Berlin ausgezahlt werden, sagte die SPD-Abgeordnete und stellvertretende Landesvorsitzende Iris Spranger. Die Fraktion hatte an dem Plan wesentlich mitgewirkt. Wer Mitarbeiter beschäftigt, soll nach drei Monaten Anspruch auf weitere 5000 Euro haben, Selbstständige nach sechs Monaten. Wie viele Anträge es geben werde, sei noch unklar. Insgesamt gibt es in Berlin etwa 200.000 Selbstständige, die fast alle von der Krise betroffen sind.

20.19 Uhr: Berliner Flughäfen bleiben geöffnet, BER-Eröffnung wie geplant

Die Berliner Flughäfen bleiben auch in der Corona-Krise am Netz. Das versicherte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Donnerstagabend nach der Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg. Mindestens ein Terminal solle geöffnet bleiben, auch um die Versorgung sicher zu stellen. Die restlichen Flächen werde man angesichts des eingebrochenen Luftverkehrs still legen, so der Flughafenchef, dessen Vertrag am Donnerstag um ein Jahr bis März 2022 verlängert worden war. Für einen Großteil der Mitarbeiter wolle man Kurzarbeitergeld beantragen. Der Verkehr in Tegel und Schönefeld sei auf nur noch ein Viertel des Vorkrisenniveaus zurückgegangen, berichtete Lütke Daldrup. Noch starteten und landeten viele Flugzeuge, die seien sehr voll. Aber die meisten seien eben sehr leer. Die finanziellen Verluste wollte der Flughafenchef nicht beziffern. Es seien aber künftig nur „sehr geringe Erlöse“ zu erwarten. Auch zu der Höhe einer notwendigen Finanzhilfe der Gesellschafter Bund, Berlin und Brandenburg wollte sich Lütke Daldrup nicht äußern.

Er versicherte aber, dass der neue Flughafen BER wie geplant am 31. Oktober eröffnet werde. Die Sanierung der Kabelstränge werde im März abgeschlossen, dann müsse der TÜV darüber den Bericht fertig stellen. Der Probebetrieb solle am 30. April starten. Eventuell werde man wegen der Corona-Epidemie mit weniger Komparsen testen und mehr Abläufe digital überprüfen.

Auch dass einige Mitarbeiter des TÜV wegen Kontaktes zu einem Corona-Fall ins Homeoffice geschickt worden sind, hält der Flughafenchef nicht für ein Hindernis. Die Experten arbeiteten ohnehin digital, wenn sie Dokumente durchsuchen oder den Bericht erstellen.

Der Aufsichtsrat traf neben der Vertragsverlängerung für den Flughafenchef noch eine weitere Personalentscheidung. Michael Halberstadt kommt von den Leipziger Verkehrsbetrieben und folgt als Personalgeschäftsführer Manfred Bobke-von Camen, der altersbedingt ausscheidet.

20.10 Uhr: 688 Menschen in Berlin mit Coronavirus infiziert

Es gibt neue Zahlen zu den Infizierten in Berlin. Derzeit sind 688 Fälle des neuartigen Coronavirus bestätigt (Stand 19.3.2020, 16:30 Uhr). Die Kontaktpersonen werden derzeit im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

389 Personen sind männlich, 299 weiblich. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 43 Personen, davon werden 15 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert.

18.59 Uhr: Lkw fährt auf A12 in Stauende: ein Toter

Der kilometerlange Lastwagen-Stau auf der A12 Richtung Polen hat ein erstes Todesopfer gefordert. Bei einem Auffahrunfall zwischen Storkow und Fürstenwalde (Oder-Spree), in den drei Laster verwickelt waren, kam nach Polizeiangaben am Donnerstag ein Fahrer ums Leben. Ein weiterer Lkw-Fahrer wurde schwer verletzt.

Aus noch unbekannter Ursache fuhr ein Lastwagenfahrer auf das Stauende auf und starb an der Unfallstelle. Seine Identität ist noch nicht geklärt. Der Fahrer des Lastwagens vor ihm kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus Die Fahrbahn Richtung Polen blieb wegen der Bergungsarbeiten an der Unfallstelle zunächst gesperrt.

Auf der Autobahn 12 betrug der Stau am Donnerstagnachmittag 55 Kilometer und reichte fast bis an das Kreuz Spreeau heran. In der Nacht zu Donnerstag waren die Vorschriften für Kontrollen von Lastwagenfahrern und Berufspendlern gelockert worden: Sie müssen kein Formular mehr mit Daten ihrer Erreichbarkeit ausfüllen. Damit werde viel Zeit gespart, hieß es.

18.40 Uhr: S-Bahn stellt Betrieb auf drei Linien ein

Die Berliner S-Bahn stellt wegen der Corona-Krise den Betrieb auf drei Linien vollständig ein. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Betroffen von der Entscheidung sind die S-Bahnlinien S26 zwischen Waidmannslust und Teltow Stadt, S45 vom Südkreuz zum Flughafen Schönefeld sowie die zwischen Grünau und Pankow verkehrende S85.

Die Sperrung der drei Linien gilt von Sonnabend bis zum Ende der Osterferien am 19. April und sei „in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB)“ geschehen, teilte die S-Bahn mit. Streckeneinstellungen finden dadurch jedoch nicht statt, da auf allen Abschnitten parallele Linien verkehren. Der Takt auf den Strecken wird dadurch jedoch reduziert.

17.04 Uhr: Klopapier statt Fahrgäste?

17.04 Uhr: Geschäfte, die öffnen dürfen, dürfen das auch sonntags tun

Geschäfte, die in Berlin noch öffnen dürfen, können das künftig auch sonntags tun. Das hat die Senatsarbeitsverwaltung in einer neuen Allgemeinverfügung festgelegt. Die Ausnahmeregelung vom Berliner Ladenöffnungsgesetz gilt bis 19. April und betrifft folgende Geschäfte:

  • Lebensmitteleinzhelhandel
  • Getränkemärkte
  • Wochenmärkte
  • Läden für Sanitätsbedarf
  • Geschäfte für Hör- und Sehhilfen
  • Drogerien
  • Zeitungsläden
  • Einzelhandel für Bau-, Handwerker, Gartenbau- und Tierbedarf
  • Apotheken
  • Tankstellen

16.38 Uhr: Lichtenberg schließt die Spielplätze

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hat das Bezirksamt Lichtenberg weitere drastische Maßnahmen ergriffen: die Nutzung der Spielplätze im Bezirk ist mit sofortiger Wirkung untersagt. Das Straßen- und Grünflächenamt wird dies entsprechend kennzeichnen. Das Bezirksamt bittet um Verständnis und appelliert erneut, diese Entscheidung zu akzeptieren und durch möglichst wenige, direkte soziale Kontakte der Verbreitung des Virus entgegenzuwirken.

Zuvor am Tag hatte bereits Friedrichshain-Kreuzberg die Spielplätze geschlossen. Die Bezirke Mitte, Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf, Spandau und Steglitz-Zehlendorf hatten bereits ihre Spiel- und Bolzplätze geschlossen.

16.11 Uhr: Notbetreuung für knapp unter 5 Prozent der Grundschüler

Wie viele Kinder werden momentan an Berlins Grundschulen „notbetreut“? „Die Notbetreuungsquote an Schulen liegt nach den Rückmeldungen der letzten Tagen derzeit bei knapp unter 5 Prozent“, sagt Martin Klesmann, Sprecher der Berliner Senatsbildungsverwaltung. Der höchste Anteil finde sich im Bezirk Pankow, gefolgt von Marzahn-Hellersdorf. Ausdrücklich wandte sich auch Senatorin Sandra Scheeres (SPD) an alle Schulmitarbeiter. „Ich möchte mich herzlichst bei allen Erzieherinnen und Erziehern, Lehrkräften, pädagogischen Fachkräften, Tageseltern und allen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern vor Ort bedanken, die in dieser Situation Außergewöhnliches leisten!“, betonte sie.

15.16 Uhr: Berliner Krankenhäuser rufen um Hilfe

Die Berliner Krankenhäuser haben angesichts von Personalmangel in der Coronakrise alle Einwohner mit medizinischer Ausbildung zu Hilfe gerufen. Alle Berliner mit entsprechender Ausbildung sollen sich an Einrichtungen wenden, die zu ihren Qualifikationen passen, teilte die Berliner Krankenhausgesellschaft am Donnerstag mit. „Um für die erwarteten Patientenzahlen ausreichend Personal in den Krankenhäusern vorzuhalten, müssen die Personalbestände aufgestockt werden“, erklärte Geschäftsführer Marc Schreiner.

Auch in den Pflegeeinrichtungen müsse die Versorgung sichergestellt sein, um Einweisungen von Bewohnern in Krankenhäuser zu vermeiden, warnte Schreiner weiter. „Dabei sind wir auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen“, teilte die Krankenhausgesellschaft mit. Daher sollten alle Berliner mit medizinischer Ausbildung per Mail ihre wesentlichen Daten an Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen beziehungsweise die dortigen Personalabteilungen schicken. Um die Telefonleitungen nicht zu überlasten, wurde explizit auf die Möglichkeit von Mails hingewiesen. Die Krankenhausgesellschaft machte auf Anfrage keine näheren Angaben zu den erforderlichen Qualifikationen. Die Einrichtungen selbst müssten entscheiden, welche Gruppen eine Unterstützung darstellten.

Auch der Klinikkonzern Vivantes ruft Ärzte, Pflegefachkräfte, Pflegehilfen, die zurzeit nicht mehr im Gesundheitswesen tätig sind, auf, sich zu melden.

15.09 Uhr: Paketzusteller DHL meldet "keinerlei Engpässe"

Der Paketzusteller DHL verzeichnet gegenwärtig trotz des Coronavirus "normale Sendungsmengen". Das teilte das Logistikunternehmen auf Anfrage der Berliner Morgenpost mit. Es gebe "keinerlei Engpässe". "Die Brief- und Paketzustellung läuft aktuell bundesweit ohne wesentliche Einschränkungen. Unsere betrieblichen Planungen sind grundsätzlich darauf ausgerichtet, temporär auch deutliche Mehrmengen bewältigen zu können. Sollten sich mehr Menschen in Deutschland entschließen, Güter online zu erwerben, steht dem derzeit in Bezug auf Transport und Zustellung nichts entgegen", heißt es weiter.

Die Mitarbeiter seien gemäß der Richtlinien es Robert-Koch-Institutes sensibilisiert worden, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um eine Übertragung des Coronavirus zu vermeiden. Insbesondere verzichte das Unternehmen nun darauf, dass Sendungsempfänger den Erhalt von Paketen quittieren müssen.

"In diesem Kontext weisen wir auch ausdrücklich auf die Möglichkeit hin, als DHL-Kunde einen sogenannten Ablagevertrag zu schließen, und empfehlen dieses Zustellverfahren für alle Haushalte in Selbstisolation oder unter Quarantäne. Damit legt der Zusteller Paket-Sendungen an einen zuvor vom Kunden festgelegten Ort ab, wodurch eine direkte Übergabe nicht mehr erfolgen muss. Diese Leistung ist kostenfrei und kann jederzeit auch online vereinbart werden", so eine Sprecherin.

14.57 Uhr: Berlin steht still - Bilder aus der Hauptstadt

14.05 Uhr: Staus an der Grenze: Polens Regierungschef verspricht Abhilfe

Polen will die durch Kontrollen entstandenen Staus an der deutsch-polnischen Grenze so schnell wie möglich abbauen. Man habe die Arbeitsabläufe bereits verbessert, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Donnerstag in Warschau. „Die Schlangen an der westlichen Grenze mit Deutschland haben sich schon verkürzt, und wir werden alles tun, damit der Verkehr innerhalb der kommenden Stunden ohne Hindernisse ablaufen kann.“

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu erschweren, hatte Polen am Wochenende an Grenzübergängen zu Deutschland Kontrollen eingeführt. Polen können in ihre Heimat zurückkehren, müssen aber für 14 Tage in Quarantäne. Ausländer dagegen dürfen nur in Ausnahmefällen ins Land. Für den Warenverkehr gibt es keine Begrenzungen. Seitdem haben sich an den Grenzübergängen an den Autobahnen große Staus Richtung Osten gebildet.

Als Reaktion darauf hat Polen in der Nacht zu Donnerstag die Vorschriften für die Kontrollen von Lastwagenfahrern und Berufspendlern gelockert. Beide Gruppe müssten bei einem Grenzübertritt kein Formular mehr mit Daten ihrer Erreichbarkeit ausfüllen, sagte eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes. Damit lasse sich viel Zeit bei der Abfertigung sparen.

13.44 Uhr: Union-Keeper Gikiewicz verzichtet auf Teil seines Gehalts

Nach dem Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach will auch Torwart Rafael Gikiewicz vom 1. FC Union Berlin im Zuge der Coronavirus-Krise auf einen Teil seines Gehalts verzichten. „Das in der Welt herrschende Coronavirus betrifft uns alle. Wir sind gezwungen, zu handeln. Diese Zeit ist eine Prüfung für uns alle, eine Zeit der Prüfung für die ganze Welt und eine Zeit des gemeinsamen Handelns, um die durch diese Pandemie verursachten Verluste zu minimieren“, schrieb der 32 Jahre alte Pole in sozialen Netzwerken. Deshalb wolle er einen Teil seiner Einnahmen aufgeben, „um meinem Verein zu helfen, diese schwere Zeit zu überstehen“.

Gikiewicz nutzte seinen Beitrag auch für einen Appell. „Wir können es gemeinsam schaffen“, schrieb er weiter. „Und ihr, beschützt die Älteren und die Schwächeren.“ Zuvor hatten die Spieler von Ligakonkurrent Gladbach angekündigt, freiwillig auf Teile ihres Gehalts zu verzichten. Dem hatten sich Trainerstab, Direktoren und Geschäftsführer des Clubs vom Niederrhein angeschlossen.

13.13 Uhr: Stromableser kommen nicht

Die Berliner sollen den Stand der Stromzähler in ihren Wohnungen vorübergehend selbst ablesen. Damit sollen zum Schutz vor dem Coronavirus Kontakte zwischen Mitarbeitern und Bewohnern vermieden werden, wie die Stromnetzgesellschaft Berlin am Donnerstag mitteilte. Sie verschickt nun Karten für die jährliche Ablesung des Zählers. Die Daten können online, per Telefon oder Post übermittelt werden. Zähler in Kellern oder Gemeinschaftsräumen von Mehrfamilienhäusern werden weiter von Mitarbeitern abgelesen. Am Mittwoch hatte auch die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mitgeteilt, dass die Kunden ihre Gaszähler selbst ablesen sollen. Lesen Sie einen ausführlichen Bericht hier.

13.07 Uhr: CDU-Fraktionschef: Berlin darf in der Pandemie keine Zeit verlieren

Berlins CDU-Fraktionschef Burkard Dregger forderte den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag auf, mehr Führung zu zeigen. Berlin dürfe angesichts der Corona-Pandemie keine Zeit verlieren, sagte der Oppositionspolitiker der Deutschen Presse-Agentur. Dregger verlangte die sofortige Einsetzung eines zentralen Krisenstab beim Regierenden Bürgermeister. „Wir müssen jetzt rechtzeitig Vorbereitungen treffen, bevor es zu einer weiteren deutlichen Verbreitung des Virus kommt.“

Anders als in der Flüchtlingskrise 2015/2016 gebe es noch keinen solchen Krisenstab für die Corona-Pandemie, sagte Dregger. Er müsse alle Senatsverwaltungen im Kontakt mit den zuständigen Bundesbehörden rund um die Uhr zentral koordinieren. Bislang gibt es in Berlin bereits einen Krisenstab der Gesundheitsverwaltung von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).

12.32 Uhr: Michael Müller negativ auf Corona getestet

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist negativ auf das Covid-19-Virus getestet worden. Das teilte Senatssprecherin Melanie Reinsch am Donnerstag mit. Er habe sich nicht infiziert. Auch die übrigen Berliner Abgeordneten sind nach Einschätzung des Gesundheitsamtes bei einer Veranstaltung mit dem positiv getesteten israelischen Botschafter Jeremy Issacharoff nicht mit dem Virus angesteckt worden, teilte das Abgeordnetenhaus am Donnerstag mit.

Abgeordnetenhaus-Präsident Ralf Wieland werde für Montag (23. März) den Ältestenrat einberufen, um zu beraten, wie es mit den Sitzungen des Abgeordnetenhauses weitergeht, heißt es in der Mitteilung.

11.59 Uhr: Auch Bezirk Friedrichshain Kreuzberg schließt Spielplätze

Bis auf weiteres sind nun auch in Friedrichshain-Kreuzberg die Spielplätze geschlossen. Dies geschehe nach Abstimmung zwischen den Berliner Gesundheitsstadträten am gestrigen Abend und auf Empfehlung unseres Amtsarztes, teilt das Bezirksamt mit."Mit Blick auf die Senkung der Infektionsrate bitten wir die Familien im Bezirk eindringlich und herzlichst, dieser Anordnung Folge zu leisten", so der Appell.

Weiter heißt es: "Mit der Sperrung der Spielplätze des Bezirks folgen wir der Empfehlung der Bundesregierung: Soziale Kontakte sind so weit wie möglich zu reduzieren. Auch im Bewusstsein darüber, dass die Kinderbetreuung in dieser Zeit für viele Eltern eine sehr große Herausforderung darstellt, bitten wir die Familien und Eltern um Verständnis für diese Maßnahme."

Die Bezirke Mitte, Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf, Spandau und Steglitz-Zehlendorf hatten bereits ihre Spiel- und Bolzplätze geschlossen.

11.49 Uhr: Polizeigewerkschaft fordert unverzügliche Corona-Tests für systemrelevante Berufsgruppen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin fordert unverzügliche Corona-Tests für systemrelevante Berufsgruppen, sofern entsprechende Krankheitssymptome vorliegen. Da man sich in einer Ausnahmesituation befände, dürfe bei Polizisten nicht so verfahren werden wie bei allen anderen Bürgern auch, sagte Landeschef Norbert Cioma. „Wir brauchen hier Flexibilität im Gesundheitssystem, so dass die Beschäftigten in den systemrelevanten Berufsgruppen bei vorliegenden Krankheitssymptomen unverzüglich auf das Virus getestet und diese Tests ausgewertet werden.“ Bislang müssten etwa Polizisten, die Symptome aufweisen, Kontakt zu Infizierten hatten oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind, den „gewohnten langwierigen Weg über die Gesundheitsämter gehen“.

Bei der geforderten Bevorzugung handele es sich nicht um Privilegien, sondern um notwendige Maßnahmen, so Cioma weiter.Niemand möchte sich das Szenario ausmalen, wenn uns in den systemrelevanten Berufsgruppen auf einen Schlag Hunderte wegbrechen.“ Zu den Gruppen gehören neben Polizisten etwa auch Feuerwehrleute, Ärzte oder Pfleger. Es handele sich um Personen, die auch in dieser Situation den Kontakt zu Bürgern nicht einfach herunterfahren oder frei entscheiden könnten, einfach zu Hause zu bleiben, so der GdP-Chef.

Bei der Berliner Polizei sind mit Stand von Donnerstagfrüh (8.30 Uhr) 13 Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert. Das teilte ein Sprecher am Mittag mit. Daneben befinden sich 109 Beamte auf amtsärztliche Anordnung in häuslicher Quarantäne.

11.42 Uhr: Seelsorgerin für isolierte Angehörige der Berliner Feuerwehr

38 Angehörige der Berliner Feuerwehr befinden sich als Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Davon sind 36 als Kontaktpersonen der Kategorie I eingestuft. Außerdem gibt es zwei bestätigte Fälle einer Corona-Infektion. Die Leitungen der einzelnen Wachen wurden von der Feuerwehrführung angewiesen, Einsatzkräfte mit Erkältungssymptomen keinen Dienst versehen zu lassen. Sofern die Symptome erst während der Schicht auftreten, muss diese sofort beendet, der Heimweg angetreten und der Hausarzt kontaktiert werden. Mittlerweile gibt es bei der Berliner Feuerwehr für Angehörige auch eine Seelsorgerin.

11.10 Uhr: Bezirksamt Mitte: Müller hat sich bei Treffen mit Israels Botschafter nicht infiziert

Die Sorge des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD), sich bei einer Veranstaltung mit dem israelischen Botschafter mit dem Coronavirus infiziert zu haben, ist dem Bezirksamt Mitte zufolge unbegründet. Das teilte Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) in einem Schreiben an den Präsidenten des Abgeordnetenhauses mit. Müller und zahlreiche Abgeordnete hatten am 9. März an einem Treffen mit dem Botschafter teilgenommen. Später waren bei diesem Coronasymptome aufgetreten, er wurde positiv getestet. "Durch Analyse des zeitlichen Verlaufs" könne seit Mittwochabend aber "ausgeschlossen" werden, "dass es am 9. März zu einer Infektion hätte kommen können", heißt es. Müller hatte mitgeteilt, sich wegen des Coronaverdachts vorerst in Quarantäne zu begeben.

11.00 Uhr: 187 Coronavirus-Fälle in Brandenburg - 16 neue Infektionen

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Brandenburg ist auf 187 gestiegen (Stand: 8.00 Uhr). Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Es seien weitere 16 bestätigte Coronavirus-Fälle hinzugekommen. Gemeldet wurden jeweils sechs Erkrankungen aus den Landkreisen Oberhavel und Potsdam Mittelmark, der Landkreis Uckermark registrierte drei neue Fälle, der Landkreis Barnim einen Neuinfizierten. An der Spitze mit der Zahl der Infizierten steht aktuell der Landkreis Oder-Spree. Dort gibt es derzeit insgesamt 23 bestätigte Coronavirus-Fälle.

10.35 Uhr: Vorerst keine Präsenzprüfungen mehr an Berliner Hochschulen

An den Berliner Hochschulen werden bis auf weiteres keine Präsenzprüfungen mehr geschrieben. „Die Prüfungen werden in alternativer Form und/oder zu einem späteren Termin durchgeführt“, teilte die Senatskanzlei am Donnerstag mit. Vorgaben zu Staatsexamina würden von den jeweiligen Prüfungsämtern erlassen und mitgeteilt.

Auch Abgabefristen für Abschlussarbeiten würden - gerechnet ab dem 12. März - nicht weiter laufen, hieß es. Wenn ein regulärer Studienbetrieb wiederaufgenommen werde, könnten Studenten den vollen Rest ihrer Abgabefrist wahrnehmen, um Abschlüsse wie Bachelor, Master und Diplom zu erlangen. Vor knapp einer Woche war bereits beschlossen worden, Bibliotheken zu schließen und Präsenzveranstaltungen abzusagen.

An den Unis waren bisher einzelne Coronavirus-Fälle bekannt geworden. Die TU sprach vor einer Woche von drei Nachweisen, die FU hatte auf ihrer Facebook-Seite von einem Fall berichtet.

10.31 Uhr: „Klunkerkranich“-Gast positiv auf Coronavirus getestet

Die Betreiber der Neuköllner Panorama-Bar „Klunkerkranich“ weisen in einem Facebook-Post darauf hin, dass einer ihrer Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Der Gast sei am Mittwoch, 11. März, im „Klunkerkranich“ gewesen und habe sich in der Zeit zwischen 17.30 und 19 Uhr vor allem auf der Terrasse in seiner Gruppe aber auch im „Wohnzimmer“ aufgehalten. Am vergangenen Sonntag seien dann die ersten Symptome aufgetreten; ein Test auf das Coronavirus habe einen positiven Befund ergeben. Die Betreiber schreiben: „Es ist nur gering wahrscheinlich, dass sich in diesem kurzen Zeitrahmen jemand infiziert hat, da auch nach eigener Aussage des Gastes außerhalb seiner Gruppe kaum Interaktionen stattfanden, ausgeschlossen ist dies jedoch nicht.“ Die „Klunkerkranich“-Macher bitten Gäste, die in dem betreffenden Zeitraum vor Ort waren, „sich besonders aufmerksam ihrem Körperbefinden zu widmen“.

10.06 Uhr: Rund 100 Lokale und Geschäfte trotz Verbots geöffnet

Die Berliner Polizei hat am Mittwochabend Geschäfte, Kneipen und Restaurants kontrolliert und knapp 100 Verstöße gegen die Schließungen wegen des Coronavirus festgestellt. In 59 Fällen musste eine Schließung verfügt werden, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte. In zwölf Fällen sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet worden.

Die Beamten überprüften laut eigenen Angaben im gesamten Stadtgebiet zwischen 18.00 Uhr und 6.00 Uhr insgesamt 154 Lokale. Auch in Parks wurden Gruppen kontrolliert. In Berlin sind Kneipen und Clubs seit Samstag geschlossen. Restaurants dürfen nur noch bis 18.00 Uhr öffnen. Geschäfte sind ebenfalls seit Mittwoch geschlossen. Wie viele Anzeigen seit der neuen Regelung insgesamt gestellt wurden, war zunächst unklar.

8.36 Uhr: Berliner Corona-Klinik soll in 20 bis 25 Tagen fertig sein

Das Corona-Krankenhaus auf dem Berliner Messegelände mit 1000 Betten soll so schnell wie möglich bezugsfertig sein. Projektleiter Albrecht Broemme sagte am Donnerstag im RBB-Inforadio: „Wir haben einen Bereich identifiziert, der von der Messe an das Land Berlin abgetreten wird: Das ist an der Jafféstraße, die Halle 26.“

Man müsse innerhalb von 20 bis 25 Tagen fertig werden: „Wenn die Prognosen des Robert-Koch-Instituts stimmen, müssen wir das am Laufen haben (...). Wir möchten eben nicht haben, dass man dann selektieren muss, wen kann man noch beatmen und wer hat Pech“, so Broemme, Berlins ehemaliger Branddirektor.

Man werden eine Art Trockenbau aufstellen, „mit Leuten, die froh sind, wenn sie jetzt ein paar Aufträge kriegen“. Broemme sagte, er spüre eine große Hilfsbereitschaft: „Da sind die Berliner unschlagbar, auch mit ihren Firmen, und sagen, ich habe eine Idee, ich kann was beibringen, und da fragt im Moment keiner, ob er damit Geld verdienen kann“.

Bei der Bundeswehr werde heute ein Amtshilfe-Antrag gestellt, sagte Broemme weiter: „Knowhow brauchen wir. Und das medizinische Personal können wir nicht von Praxen und Krankenhäusern abziehen (...) Wir werden dann auch über die Medien Aufrufe machen, dass ehemalige und pensionierte und andere Leute sagen, da machen wir doch mit“.

Der Senat hatte am Dienstag beschlossen, gemeinsam mit der Bundeswehr und weiteren Partnern ein Covid-19-Krankenhaus für bis zu 1000 Patienten aufzubauen. Dort sollen sowohl leichtere Fälle versorgt werden als auch Intensivpatienten, die auf Beatmungsgeräte angewiesen sind.

7.51 Uhr: Kontrollen wegen Coronakrise - 47 Kilometer Stau auf Autobahn 12

Auch am Donnerstagmorgen mussten Autofahrer auf den Bundesautobahnen 12 und 11 Richtung Polen mit langen Staus rechnen. Auf der A12, die von Berlin in Richtung Polen führt, gab es 47 Kilometer Stau vor der Grenze nach Polen, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei sagte. Für Autos ist die Autobahn laut Verkehrsinformationszentrale (VIZ) mittlerweile in Richtung Frankfurt (Oder) vollständig gesperrt. Autofahrer sollten den Grenzübergang an der Stadtbrücke in Frankfurt (Oder) nutzen. Lastwagen durften zusätzlich auf dem Standstreifen fahren, hieß es.

Auf der A15, die an Cottbus vorbei nach Polen führt, staute es sich von der polnischen Grenze laut Polizei bis zur Anschlussstelle Cottbus Süd. Die Staulänge dort liegt bei rund 30 Kilometer. Auf der A11, die von Berlin nach Stettin führt, betrug die Staulänge bis zur Landesgrenze zu Polen etwa 18 Kilometer. Grund für die Verzögerungen sind polnische Grenzkontrollen wegen der Coronakrise.

6.40 Uhr: Bilanz der Nacht: Kneipen- und Restaurantverbot zeigt Wirkung

Das rigorose Schließen der Berliner Restaurants am Mittwochabend und zuvor schon der Bars und Kneipen wegen der Coronavirus-Pandemie hat nach Einschätzung von Beobachtern deutliche Wirkung im Nachtleben gezeigt. In den sonst von jungen Menschen und Touristen belebten größeren Straßen von Neukölln, Schöneberg, Kreuzberg und Friedrichshain waren alle Gaststätten und Restaurants geschlossen. Am frühen Abend hatten die Imbisse noch geöffnet, gegen 23 Uhr war auch hier fast alles dicht. U-Bahnen und Busse fuhren weitgehend leer auf ihren Strecken. Nur Spätkaufläden hatten an manchen Ecken noch geöffnet. Auch auf dem üblicherweise äußerst belebten RAW-Gelände herrschte gespenstische Ruhe.

Schon im Lauf des Mittwochs hatten Polizisten mehr als 130 illegal geöffnete Läden und Geschäfte in ganz Berlin geschlossen. Hier galten seit dem Morgen strenge Vorschriften, die nur wenige Ausnahmen von der befohlenen Schließung erlaubten. Auch in einigen Parks lösten Polizisten größere Gruppen von Menschen auf. Ab Donnerstag soll das Wetter wieder schlechter werden, so dass sich dieses Problem verringern könnte.

5.19 Uhr: Berliner Sportvereine und Athleten mit vielen Sorgen

Der Landessportbund Berlin wird in der Coronakrise mit einer Vielzahl von Sorgen und Nöten seiner Mitglieder konfrontiert. „In den vergangen Tagen sind über einhundert Anfragen von Vereinen sowie von einzelnen Sportlerinnen und Sportlern eingegangen“, teilte der LSB mit: „Die Herausforderungen für Vereine und Verbände sind groß und in ihrer Dimension wie in anderen Bereichen der Gesellschaft auch noch nicht absehbar.“ Auf der Internetseite der Verbands sollen in Kürze die wichtigsten Fragen für alle zugänglich beantwortet werden.

Gerade viele Absagen sind ein Problem. „Wie groß die finanziellen Nöte werden, kann man derzeit jedoch nur ahnen. Die gegenwärtige Situation können wir nur gemeinsam bewältigen“, hieß es vom LSB: „Die Politik wird nicht alle Ausfälle kompensieren können.“ Deshalb appellierte der LSB an „die Solidarität innerhalb der Sportfamilie“.

4.31 Uhr: Freie Universität schränkt Hochschulbetrieb ein

Die Freie Universität will den Betrieb an der Hochschule einschränken, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Eine maximale Anzahl von Mitarbeitern solle ab Freitag von zu Hause aus arbeiten, teilte die Universität in der Nacht zu Donnerstag mit. Studierende hätten ab Donnerstag keine Prüfungen mehr mit Anwesenheit, sondern in „alternativer Form“, oder der Termin werde verschoben. Über die Durchführung der Staatsexamina befänden die zuständigen Prüfungsämter des Landes. Abgabefristen von Abschlussarbeiten in Bachelor- oder Masterstudiengängen werden vom 12. März bis mindestens 11. Mai ausgesetzt.

4.31 Uhr: Theater in Brandenburg leiden unter Schließung

In Brandenburg sorgen sich geschlossene Theater und Veranstaltungshäuser in der Corona-Krise darum, wie es mit ihnen weiter geht. Derzeit gehe es um ganz existenzielle Fragen, sagte der Sprecher des Hans Otto Theaters in Potsdam, Björn Achenbach. Wenn der Zeitraum für die Schließung ausgedehnt werde, könne das erhebliche finanzielle Einbußen zur Folge haben.

Die Sprecherin der Neuen Bühne Senftenberg, Christiane Freitag, sagte, wie bedrohlich die Schließung für die Existenz ihres Hauses sei, könne man noch nicht abschließend beurteilen. „Es kommt drauf an, wie lange die Schließung andauert.“ Derzeit ist der Spielstopp wegen der Ausbreitung des Virus in dem Theater im Landkreis Oberspreewald-Lausitz bis zum 31. März geplant. Derweil „spielen die Schauspieler zu Hause und stellen die Filme später auf unserem Instagram-Kanal online“, berichtete Freitag.

4.28 Uhr: Coronavirus: Berlins erste Nacht ohne Restaurants

Die Berliner Polizei hat in der Nacht zu Donnerstag erneut kontrolliert, ob sich Lokale an die verordnete Schließung wegen der Coronavirus-Pandemie halten. Erstmals mussten von Mittwochabend bis Donnerstagfrüh um 6.00 Uhr auch Restaurants geschlossen bleiben. Mehr als 100 Polizisten sollten wie in den Nächten zuvor Gastwirte auf die Auflagen aufmerksam machen oder illegal geöffnete Lokale schließen.

3.31 Uhr: Treffen im Wirtschaftsministerium zu Maßnahmen in Corona-Krise

Wegen der Corona-Krise hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) Verbände und Gewerkschaften für Donnerstag (16.00 Uhr) zu einem Runden Tisch eingeladen. Bei einem Treffen im Ministerium in Potsdam soll den Angaben zufolge über Auswirkungen des Coronavirus auf die regionale Wirtschaft gesprochen werden. Vor allem gehe es darum abzuschätzen, welche Maßnahmen eingeleitet werden müssten, um Unternehmen und Beschäftigte der Region zu unterstützen, hieß es in einer Einladung des Ministeriums.

+++ Mittwoch, 18.03.2020 +++

23.09 Uhr: Stadion-Boss bietet Hertha geringere Miete an

Zur Abminderung der finanziellen Folgen der Spielausfälle aufgrund der Corona-Krise hat Timo Rohwedder, der Chef des Berliner Olympiastadions, dem Fußball-Bundesligisten Hertha BSC eine Mietminderung angeboten. „Man kann davon ausgehen, dass wir mit Hertha eine partnerschaftliche Lösung anstreben. Wir können ja nichts in Rechnung stellen, was nicht erbracht wurde“, sagte Rohwedder der „Bild“-Zeitung.

Hertha hat einen Mietvertrag für das Olympiastadion bis 2025 unterschrieben und zahlt etwas mehr als fünf Millionen Euro pro Jahr. Nun hat der Berliner Senat den Sportbetrieb in der Stadt bis 19. April gestoppt. Wenn Hertha in Zeiten der Coronavirus-Pandemie überhaupt noch Heimspiele in der laufenden Saison austragen darf, kommen wohl nur Geisterspiele infrage, bei denen keine Einnahmen durch Ticketverkäufe erzielt werden. „Selbst bei einem Geisterspiel werden wir wohl nicht einen vollständigen Mietpreis einfordern“, kündigte Rowedder an.

22.36 Uhr: Coronavirus-Verdacht in Eurowings-Maschine in Schönefeld

Auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld ist am Mittwoch eine Eurowings-Maschine gelandet, in der ein Passagier mit Corona-Verdacht saß. Die Airline habe diesen Verdacht gemeldet, daraufhin habe der Flughafen dafür gesorgt, dass ein Krankenwagen und eine Amtsärztin zu dem Flugzeug fuhren, sagte ein Flughafensprecher am Abend. Der RBB hatte zuvor berichtet. Der Fluggast sei ins Krankenhaus gebracht worden, so der Sprecher. Die anderen Passagiere mussten, wie in einem Verdachtsfall üblich, entsprechende Informationskarten ausfüllen und konnten dann von Bord. Die Maschine kam am Nachmittag aus Palma de Mallorca.

21.57 Uhr: Olympiastadion-Chef bietet Hertha Mietminderung an

Zur Abminderung der finanziellen Folgen der Spielausfälle aufgrund der Corona-Krise hat Timo Rohwedder, der Chef des Berliner Olympiastadion, dem Fußball-Bundesligisten Hertha BSC eine Mietminderung angeboten. „Man kann davon ausgehen, dass wir mit Hertha eine partnerschaftliche Lösung anstreben. Wir können ja nichts in Rechnung stellen, was nicht erbracht wurde“, sagte Rohwedder der „Bild“-Zeitung.

Hertha hat einen Mietvertrag für das Olympiastadion bis 2025 unterschrieben und zahlt etwas mehr als fünf Millionen Euro pro Jahr. Nun hat der Berliner Senat den Sportbetrieb in der Stadt bis 19. April gestoppt. Wenn Hertha in Zeiten der Coronavirus-Pandemie überhaupt noch Heimspiele in der laufenden Saison austragen darf, kommen wohl nur Geisterspiele infrage, bei denen keine Einnahmen durch Ticketverkäufe erzielt werden. „Selbst bei einem Geisterspiel werden wir wohl nicht einen vollständigen Mietpreis einfordern“, kündigte Rowedder an.

19.53 Uhr: Zahl der Infizierten in Berlin steigt auf 519

In Berlin sind jetzt 519 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das teilte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci mit. 28 von ihnen werden im Krankenhaus behandelt, davon neun intensivmedizinisch. 286 Personen sind männlich, 232 weiblich, bei einer wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Alle Personen, die nicht im Krankenhaus behandelt werden, sind häuslich isoliert.

18.01 Uhr: Polizei bildet Krisenstab

Bei der Berliner Polizei sollen die Bemühungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus‘ nun mit mehr Personal gesteuert werden. „Die von mir eingerichtete Koordinierungsstelle erweitere ich zu einem gesamtbehördlichen Krisenstab“, twitterte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Mittwochnachmittag. Dieser solle sieben Tage die Woche an 24 Stunden alle polizeilichen Maßnahmen in der Hauptstadt im Zusammenhang mit dem Virus steuern und umsetzten. Wie viele Kräfte hinzugezogen werden, konnte eine Polizeisprecherin auf Anfrage nicht sagen. Das unterliege einer täglichen Lagebeurtielung und sei abhängig vom Einsatzgeschehen.

17.19 Uhr: BVG schließt Servicezentren und Fundbüro

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus schließen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ab Donnerstag die Servicezentren, das Fundbüro sowie das Kundenbüro für erhöhtes Beförderungsentgelt. Fahrkarten können an den Automaten und über die Ticket-App gekauft werden, wie die BVG am Mittwoch mitteilte. Zahlungs- und Nachzeigefristen würden entsprechend der Schließungsdauer verlängert. Wer etwas verloren hat, könne sich über ein Notfalltelefon einen Abholtermin geben lassen.

17.13 Uhr: Müller: Hamsterkäufe sind asozial

Deutliche Worte fand Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) für Menschen, die durch ihr Verhalten andere gefährden. „Es ist richtig, Hamsterkäufe als asozial zu bezeichnen“, sagte Müller. „Es ist auch untragbar, wenn Menschen die Abstandsregel nicht einhalten.“ Jetzt sei Eigenverantwortung gefragt.

17.08 Uhr: Charité bietet Entscheidungshilfe für Coronavirus-Test online an

Die Berliner Charité bietet ab sofort eine App als Entscheidungshilfe für einen Test auf das neue Coronavirus an. Wenn Nutzer online einen Fragebogen beantworten, erhalten sie Handlungsempfehlungen, teilte die Berliner Uni-Klinik am Mittwoch mit. Die „CovApp“ erbringe keine diagnostischen Leistungen. Sie könne aber dabei helfen, die Notwendigkeit eines Arztbesuches oder Tests auf das Virus besser einzuschätzen.

Die „CovApp“ ist browserbasiert und über die Adresse https://covapp.charite.de/ zu erreichen. Bei den Fragen gehe es zum Beispiel um aktuelle Symptome, Reisen und mögliche Kontakte. Nutzer erhielten nach Beantwortung des Fragenkatalogs auch die medizinisch relevanten Informationen für ein etwaiges Arztgespräch. Darüber hinaus gebe es Infos, wie sich das eigene Infektionsrisiko reduzieren lasse.

Ziel der Charité-Initiative ist es auch, die Abläufe in ihrer stark ausgelasteten Untersuchungsstelle weiter zu verbessern. Die App ist in Kooperation mit der gemeinnützigen Potsdamer Organisation Data4Life entwickelt worden. Sie wird von der Hasso Plattner Foundation finanziert.

Die Antworten aus dem Fragebogen können durch einen QR-Code an die Charité übermittelt werden. Der Code sei anonym und werde direkt auf dem Endgerät der Nutzer bearbeitet und gespeichert.

16.19 Uhr: Berlin gestaltet das Abitur flexibler

Auch Berlin wird das Abitur flexibler gestalten. Es soll nun den Schulleitungen freigestellt werden, ob sie das Abitur an den ursprünglich festgelegten Terminen schreiben oder ob sie als Haupttermin die Nachschreibetermine ab Ende April nutzen. Bayern hatte schon aufgrund der Coronakrise sein Abitur vorschoben, andere Bundesländer erwägen diesen Schritt auch.

Ursprünglich war geplant, dass die geschlossenen Schulen ab nächste Woche tageweise ihre Türen für die Abitur-Prüflinge öffnen, damit die ihre Prüfungen wie geplant ablegen können. Der Berliner Landesschülerausschuss hatte aber schon gegen diese Regelung protestiert, auch weil man in diesen Zeiten nicht die richtige Konzentration für die Abitur-Prüfung aufbringen könne. „Wenn Schulleitungen der Auffassung sind, dass die Vorbereitung ihrer Schüler auf die Abiturprüfungen nur eingeschränkt möglich war, können sie jeweils entscheiden, ob sie den Haupt- oder lieber den ersten Nachschreibetermin als Termin für die Abiturprüfungen nutzen wollen“, heißt es nun von der Senatsverwaltung für Bildung. Diese Entscheidung hat man gemeinsam mit Brandenburg getroffen. „Kein Schüler soll Nachteile erfahren“, so Scheeres.

Beim Landesschülerausschuss ist man mit der Entscheidung nicht zufrieden. „Diese Entscheidung führt nur zu weiterer Verunsicherung“, sagt Landeschulsprecher Miguel Gongora. Es brauche jetzt Klarheit.

16.13 Uhr: Polizei schließt am Mittwoch 130 Geschäfte in Berlin

130 Berliner Geschäfte sind von Mittwochmorgen bis zum frühen Nachmittag wegen nicht erlaubter Öffnung in der Coronavirus-Krise von der Polizei geschlossen worden. Das sagte Polizeisprecherin Anja Dierschke der Deutschen Presse-Agentur. „Größtenteils lief das freiwillig ab. Wir sind sehr zufrieden, wenn sich das mit einem Gespräch regeln lässt.“ Viele dieser Geschäftsleute seien nicht informiert gewesen. Die Geschäfte hätten sich über die ganze Stadt verteilt, es habe keine bestimmten Schwerpunkte gegeben.

Die Zahl der Anzeigen stehe noch nicht fest, sagte Dierschke. „Es war der erste Tag heute, da sind wir mit viel Fingerspitzengefühl daran gegangen. Oft war das eine Frage der Aufklärung.“ In Fällen, bei denen etwa eine Bar mit verdunkelten Scheiben und einem geöffneten Nebeneingang betrieben werde, sei die Lage eindeutig: „Dann wird das natürlich strafrechtlich verfolgt.“

Rechtlich ist es derzeit grundsätzlich so: Wer ein Geschäft, eine Kneipe oder am Abend ein Restaurant öffnet, obwohl es verboten ist, begeht eine Straftat. Die wird normalerweise in jedem Fall angezeigt. Trotzdem sucht die Polizei in vielen Fällen in ganz Deutschland im Moment erstmal das Gespräch, um die Menschen zur Einsicht zu bewegen.

16.07 Uhr: Geschäfte in der Altstadt Spandau geschlossen

In der Altstadt Spandau halten sich die Geschäfte an das Öffnungsverbot. Auch die beiden großen Kaufhäuser von Karstadt und C&A sind geschlossen. Viele Läden weisen mit Schildern auf die Situation hin, das zentrale Schuhhaus Ega hat „Bleiben Sie gesund“ auf mehrere Zettel im Schaufenster geschrieben. Ein noch geöffneter Optiker verweist darauf, dass maximal 20 Personen gleichzeitig in die Filiale kommen dürfen und bittet Kunden, sich an die Hygieneregeln zu halten.

Vollkommen leer ist die Altstadt dennoch nicht – einige Menschen sitzen in den Cafés und Bistros und auf den Terrassen davor in der Sonne. Auch Spaziergänger sind unterwegs. „Ich bin niemand, der Panik macht“, sagt eine ältere Spandauerin, als sie vor einem geschlossenen Geschäft stehen bleibt. Dennoch findet sie die Entscheidung von Land und Bundesregierung richtig. „Es wäre viel schlimmer, wenn die Politik nichts machen würde“, sagte sie.

15.56 Uhr: Müller muss möglicherweise in Quarantäne

Das Corona-Virus hat jetzt auch die Berliner Spitzenpolitik erreicht. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, hat informiert, dass der israelische Botschafter mit dem Coronavirus infiziert wird. Er war Gast bei einer Veranstaltung, an der zahlreiche Berliner Politiker teilgenommen haben, darunter auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

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15.29 Uhr: Müller verteidigt Offenhaltung von Parks und Spielplätzen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Offenhaltung von Spielplätzen, Parks und Gärten in Berlin verteidigt. „Es gibt in einem Stadtstaat eine besondere Situation, gerade da, wo wie in der Gropiusstadt 50.000 bis 60.000 Menschen auf engem Raum leben“, sagte Müller. Menschen müssten in solchen Situationen die Wohnungen verlassen. Er appellierte an die Menschen, sich an die beschlossenen Einschränkungen zu halten. „Mit den Freiheiten, die jetzt noch vorhanden sind, muss verantwortungsvoll umgegangen werden“, sagte Müller.

Berlin wird mit seinen Universitätskliniken auch schwere Fälle von Corona-Erkrankungen aus Brandenburg behandeln. Das verabredeten beide Landesregierungen am Mittwoch auf einer gemeinsamen Sitzung. Brandenburg will gleichzeitig die Möglichkeit der Behandlung von schwer Erkrankten auf- und ausbauen. In Brandenburg sind aktuell 159 Menschen an dem Virus erkrankt, in Berlin sind es 383. 21 Berliner Patienten werden stationär behandelt.

Auch die Möglichkeiten, Verdachtsfälle zu testen, sollen deutlich ausgebaut werden. „Wir werden die Kapazitäten brauchen“, sagte Brandenburgs Gesundheitsministerin, Ursula Nonnemacher (Grüne).

15.20 Uhr: Notbetreuung an Schulen und Kitas läuft "recht ruhig ab"

Die ersten Zahlen zur Notbetreuung in den Schulen sind draußen. „Es läuft alle insgesamt recht ruhig ab“, sagt Martin Klesmann, Sprecher der Senatsbildungsverwaltung. Durchschnittlich nähmen 6 bis 8 Kinder pro Schule das Angebot der Notbetreuung wahr, lediglich an einer Schule wird ein Spitzensatz von 20 Kindern erreicht. Anspruch auf Notbetreuung haben Eltern und Alleinerziehende, die in „systemrelevanten Berufen“ arbeiten – das kann die Supermarkt-Kassiererin im Discounter genauso sein wie der Müllfahrer, Ärztinnen oder Krankenpfleger. Allerdings müssen bei Paaren beide Eltern in einem systemrelevanten Beruf arbeiten, um den Anspruch zu haben.

15.13 Uhr: Charité-Chef - Zahl der Infizierten wird um ein Drittel täglich steigen

Die Zahl der Infizierten wird nach Einschätzung des Chefs der Berliner Charité, Heyo Kroemer, um ein Drittel pro Tag ansteigen. Das sagte Kroemer nach Angaben des Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch in der gemeinsamen Sitzung der beiden Landesregierungen Berlin und Brandenburg. „Es fängt jetzt erst so richtig an“, sagte Woidke. Er appellierte an die Menschen, sich an die beschlossenen Einschränkungen zu halten.

14.40 Uhr: Berliner Schüler fordern Verschiebung des Abiturs

Der Landesschülerausschuss Berlin fordert eine Verschiebung des Abiturs in die Zeit, wenn die Schulen wieder geöffnet sind; also frühestens nach den Osterferien. Die Schülervertreter haben dafür mehrere Argumente, unter anderem, dass es diesen Zeit schwer sei, sich „mental“ vorzubereiten und zu konzentrieren. Außerdem seien die Bibliotheken geschlossen, um Literatur für die Abitur-Präsentationsprüfung zu besorgen. Letzlich schwebe eine mögliche Ausgangssperre noch im Raum. „Wir fordern eine klare Haltung und keine Überraschung, wenn eine häusliche Quarantäne erlassen wird“, sagt Landesschulsprecher Miguel Gongora.

Bayern hat sich schon entschieden, das Abitur in den Mai zu verschieben, NRW überlegt, dies zu tun.

14.21 Uhr: Corona-Tests in Berliner Laboren: Weniger als fünf Prozent positiv

Berliner Labore haben in der vergangenen Woche 9253 Tests auf das neue Coronavirus durchgeführt. Davon seien 394 positiv ausgefallen, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwoch auf Anfrage mit. Das entspricht einem Anteil von gut vier Prozent. Es handelt sich nicht nur um Ergebnisse von Berlinern: Auch für Brandenburger und Menschen mit anderen Wohnsitzen würden Tests durchgeführt, hieß es. Die Zahl der bestätigten Fälle in Berlin liegt laut Robert-Koch-Institut (Stand Mittwochnachmittag) bei 391.

Laut Gesundheitsverwaltung haben sieben Labore in Berlin derzeit eine Kapazität von 2000 Tests pro Werktag. An einer Ausweitung werde gearbeitet.

Bundesweit liegen die Testkapazitäten laut dem Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, bei etwa 160.000 pro Woche. Die Kapazitäten seien noch weiter zu steigern, zum Beispiel unbürokratisch mit Hilfe des Bereichs Tiermedizin. Das sei möglich, da solche Labore etwa durch die Blauzungenkrankheit auf die Testmethode eingestellt seien.

Wieler bekräftigte, Tests müssten „sehr strategisch“ eingesetzt werden: Getestet werden sollen nach Kriterien des RKI nur Patienten, bei denen es geboten ist. Das heißt, dass sie Symptome haben und in einem der Risikogebiete waren oder in den vergangenen zwei Wochen Kontakt zu nachweislich Infizierten hatten. Bei diesen Menschen sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie tatsächlich mit Sars-CoV-2 infiziert sind.

14.10 Uhr: Wir starten unseren neuen Newsblog zum Coronavirus in Berlin und Brandenburg. Alle bisherigen Entwicklungen zum Coronavirus lesen Sie hier in unserem vorherigen Newsblog.

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