Corona-Newsblog Berlin

Zweiter Corona-Toter in Berlin - Polizei schließt 55 Läden

| Lesedauer: 142 Minuten
Berliner Sterne-Restaurant kocht für Pflegekräfte

Berliner Sterne-Restaurant kocht für Pflegekräfte

Das Berliner Sterne-Restaurant "Tulus Lotrek" hat wegen der Coronakrise geschlossen. Gekocht wird hier trotzdem - für Pflegekräfte, die sonst keine Zeit haben, eine ausgewogene Mahlzeit zuzubereiten.

Beschreibung anzeigen

1071 Menschen sind in Berlin mit dem Coronavirus infiziert. Über die aktuellen Entwicklungen informieren wir Sie im Newsblog.

Die Berliner Morgenpost hält Sie im Newsblog über die aktuellen Nachrichten und Entwicklungen zur Verbreitung des Coronavirus in Berlin und Brandenburg auf dem Laufenden. Alle überregionalen und internationalen Corona-News lesen Sie hier.

Coronavirus in Berlin - Die wichtigsten News am Montag:

- Zweiter Corona-Toter in Berlin
- Imbisse und Bäckereien geschlossen
- Berliner Gastronomen schlagen Alarm
- Berliner Polizei: Ausweis mitnehmen

14.15 Uhr: Wir starten ein neues Newsblog. Alle weiteren Informationen zur Ausbreitung des Coronavirus in Berlin und Brandenburg finden Sie in unserem neuen Blog.

14.12 Uhr: Auto nur benutzen, wenn unbedingt nötig



13.09 Uhr: Neue Ausgehregeln - Polizei will Personalstärke beibehalten

Die Berliner Polizei will für die Kontrolle der strengeren Ausgangsverbote vorerst nicht noch mehr zusätzliches Personal einsetzen. Man werde weiterhin mit der gleichen Stärke unterwegs sein, sagte eine Sprecherin. An den nächsten Wochenenden könnten es allerdings auch mal deutlich mehr Polizisten aus den Bereitschaftseinheiten werden. Dazu kämen noch „alle freien Kapazitäten“ der vielen örtlichen Polizeiwachen in den Berliner Stadtteilen, wie die Sprecherin sagte.

In der vergangenen Woche hatten jeweils rund 120 zusätzliche Polizisten in zwei Schichten tagsüber und nachts die angeordnete Schließung von Kneipen und Restaurants kontrolliert. Am Wochenende waren bis zu 300 Polizisten dafür unterwegs.

Seit Montag will die Polizei auch darauf achten, dass Menschen nur noch alleine oder zu zweit unterwegs sind. Drei oder mehr Personen dürfen nur noch gemeinsam draußen sein, wenn sie eine Familie sind oder anderweitig zusammen wohnen.

12.12 Uhr: Einstein Stiftung fördert Studenten in der Corona-Krise

Die Einstein Stiftung Berlin fördert in einem Soforthilfeprogramm Studenten, die vorübergehend in der medizinischen Grundversorgung der Charité kommen sollen. Wie die Stiftung am Montag mitteilte, werden dafür 300.000 Euro zur Verfügung gestellt. Während der kommenden drei Monate können rund 100 Studenten jeweils mit 1000 Euro pro Monat vergütet werden. Hintergrund ist der durch die Corona-Pandemie prognostizierte Mangel an Pflegekräften.


„Mit dieser Initiative will die Einstein Stiftung einen Beitrag dazu leisten, dass die Charité den bevorstehenden medizinischen und pflegerischen Herausforderungen möglichst gut gerecht werden kann. Durch die Unterstützung von Studierenden soll zudem das wichtige gesellschaftliche Engagement junger Menschen honoriert und gefördert werden,“ sagt der Vorstandsvorsitzende der Einstein Stiftung, Günter Stock.


„Wir begrüßen diese Initiative außerordentlich. Denn in den nächsten Tagen und Wochen werden wir eine große Anzahl von Patientinnen und Patienten behandeln müssen. Hier können Studierende der Medizin oder der Pflege einen wichtigen Beitrag leisten. Viele von ihnen haben vor dem Studium bereits pflegerische Erfahrungen gesammelt oder eine entsprechende Ausbildung absolviert,“ so Heyo Kroemer, der Vorstandsvorsitzende der Charité.


Am Soforthilfeprogramm interessierte Studierende der Charité oder der Alice Salomon Hochschule können sich direkt an die Charité wenden unter stud-freiwillige@charite.de. In der Kurzbewerbung sollten die Immatrikulationsbescheinigung sowie entsprechende Nachweise der pflegerischen Erfahrung enthalten sein. Die Studierenden werden nach Eignung ausgewählt und eingesetzt. Sie können die Dauer ihres Einsatzes und die tägliche Arbeitszeit nach Verfügbarkeit selbst bestimmen.

11.37 Uhr: Berliner Polizei kontrolliert 91 Objekte - 55 Schließungen

Berliner Polizisten haben am Sonntag in der Zeit zwischen 6 und 18 Uhr 55 Verstöße von Geschäften und Gastronomiebetrieben festgestellt und ihre sofortige Schließung veranlasst. 40 Strafanzeigen wurden gefertigt. Insgesamt wurden tagsüber 91 Objekte kontrolliert. Im Einsatz waren laut Polizei 300 Einsatzkräfte.

In der Mitteilung der Polizei heißt es: "Beanstandet werden musste in der überwiegenden Zahl das Verhalten in Bäckereien, Cafés, Eisdielen und Imbisseinrichtungen, in denen der Verzehr von Speisen vor Ort angeboten wurde und Tische und Stühle zum Verweilen aufgestellt worden waren. Zudem fielen diverse geöffnete Blumengeschäfte auf."

Zwischen 18 und 6 Uhr kontrollierten rund 200 Polizeibeamte 25 Objekte und führten zudem 18 Überprüfungen im Freien durch. In neun Fällen ordneten die Polizeikräfte Schließungen an und fertigten sieben Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz. Ein Schwerpunkt bei den Objekten ließ sich laut Polizei nicht feststellen.

In Berlin dürfen seit Sonntag keine Restaurants und sonstige Gastronomie-Betriebe mit Publikumsverkehr mehr öffnen. Gaststätten dürfen aber weiter Speisen und Getränke zur Abholung oder zur Lieferung anbieten.

11.26 Uhr: Berliner Erzieher kritisieren neue Notbetreuung

Berliner Erzieher haben den Senat aufgefordert, die Neuregelung bei der Notbetreuung von Kindern "systemrelevanter Eltern" zu überarbeiten. Die Neuregelung sieht vor, dass auch Eltern eine Notbetreuung in Anspruch nehmen können, wenn nur ein Elternteil in Berufen wie Pflege, Medizin, Feuerwehr, Polizei oder Einzelhandel arbeiten. Die Erzieher erwarten aus diesem Grund einen Anstieg der Kinder in der Notbetreuung. In der Betreuung sei der empfohlene Abstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten, es gebe keine entsprechende Schutzkleidung. "Wir müssen engen Kontakt zu den Kindern haben, Windeln wechseln, Nasen putzen, werden angenießt und angehustet", heißt es von den Erziehern. Die Erzieher fordern zudem eine feste Gruppeneinteilung der Kinder. Die Online-Petition der Erzieher finden Sie hier.

11.07 Uhr: Berlins Krankenhäuser fürchten um ihre finanzielle Existenz

Die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) zeigt sich enttäuscht über die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Liquiditätssicherung der Kliniken. Mit dem aktuell angepassten Gesetzentwurf zum Ausgleich der finanziellen Belastungen für die Krankenhäuser in der Coronakrise würden die vor größten Herausforderungen stehenden Kliniken weiterhin nicht ausreichend unterstützt, heißt es am Montagvormittag in einer Pressemitteilung der BKG.

Die mit dem Gesetzesentwurf vorgeschlagenen finanziellen Unterstützungen blieben weit hinter dem Notwendigen zurück. Krankenhäuser würden mit vielen Millionen Euro für Anschaffungen in Vorleistungen gehen. Hinzu kämen zusätzliche Aufwände für Schutzmaterial. Das gesamte normale Leistungsgeschehen der Krankenhäuser werde zeitgleich heruntergefahren, um auf die erwarteten hohen Patientenzahlen vorbereitet zu sein.

„Enorme Zusatzkosten bei gleichzeitigem drastischen Umsatz-Rückgang – das ist ein an die Existenz gehender Einsatz der Krankenhäuser, der im Bekenntnis zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung und zum Schutz der Bevölkerung mit voller Hingabe erbracht wird“, so die Kritik der BKG. Die Krankenhäuser dürften erwarten, dass Politik volle Unterstützung zusagt. Mit dem nun vorliegenden Entwurf könnten die Kliniken aber nicht sicher sein, die Krise unbeschadet zu überstehen.

Im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses brachte der Vorsitzende Wolfgang Albers (Linke) das Thema zur Sprache. Die Einrichtung eines Intensivbettes koste 95.000 Euro, der Gesetzentwurf des Ministeriums sehe dafür 50.000 Euro vor. „Wer zahlt die Differenz“, fragte Albers. Vor der Krise haben eine einfache OP-Maske drei Cent gekostet, inzwischen würden 50 Cent verlangt. Leistungsfähige Atemmasken habe es für 70 Cent gegeben, jetzt müssten die Krankenhäuser sieben bis zwölf Euro zahlen. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sicherte zu, dass Berlin seinen Krankenhäusern auch finanziell helfen werde.

Neben den deutlich zu geringen Zahlungen an Krankenhäuser bringt der Gesetzesentwurf aus Sicht der Krankenhäuser eine Bürokratie mit sich, die in Krisenzeiten unmöglich zu erfüllen sei. Es drohe das Szenario, dass die zu niedrig angesetzten Zahlungen auch nur schwerlich abgerufen werden können. „Wir brauchen eine einfache Pauschalfinanzierung für die Krankenhäuser“, so BKG-Chef Marc Schreiner.

11.02 Uhr: Berlin hat 1000 Beatmungsgeräte bestellt

Berlin hat aus der Sammelbestellung des Bundesgesundheitsministeriums 1000 Beatmungsgeräte für die Krankenhäuser bestellt. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) im Gesundheitsausschuss. Man habe diesen Wunsch beim Bund angemeldet, der insgesamt 10.000 Geräte beschafft. Man werde wohl nicht die vollen 1000 bekommen, räumte die Senatorin ein. Aber man habe den Berliner Wunsch gut begründet und Konzepte vorgelegt.

10.32 Uhr: Berliner Gastronomen schlagen Alarm

Berliner Gastronomen haben sich in einem offenen Brief an Senatschef Michael Müller (SPD) gewandt. Die Liste der Unterzeichner reicht vom Drei-Sterne-Restaurant Rutz über Grill Royal und Café Einstein bis Loretta am Wannsee. Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, müssen Restaurants seit Montag geschlossen bleiben.

In dem Brief heißt es: "Wir stehen bereits jetzt mit dem Rücken an der Wand. Unsere Existenz ist dramatisch gefährdet, denn ohne Buchungen und Gäste schauen wir in leere Kassen und Konten, sehen die stillen Räume unserer geschlossenen Betriebe und wissen schon jetzt nicht, wie wir und unsere MitarbeiterInnen den Monatswechsel überstehen werden, geschweige denn, wie wir die anstehenden Miet- und sonstigen Zahlungen des neuen Monats leisten sollen. Das Wasser steht uns buchstäblich bis zum Hals!"

Viele Betriebe könnten ohne Hilfsgelder nicht den April durchhalten. Um überleben zu können, seien sie unter anderem angewiesen auf einen Nothilfefond, die sofortige Kostenübernahme der Bruttogehälter, sofortige Bürgschaften für Miet- und Pachtverpflichtungen und die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 01.03.2021

In dem Brief heißt es: "Beachten Sie bitte, in der Gastronomie gibt es keinen 'Nachholeffekt', wir können nach der Krise eben nicht einfach unsere Produktion hochfahren, um den entgangenen Umsatz nachzuholen. Denn das Essen oder Getränk, das wir heute nicht verkaufen, werden wir drei Monate später nicht mehrfach an den Gast bringen können."

Zugleich bieten die Gastronomen Hilfe bei der Versorgung der Berliner oder der Einsatzkräfte mit Speisen und Getränke an.

10.28 Uhr: Gesundheitssenatorin rät: Alle Menschen über 70 in Quarantäne

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat am Montagvormittag im Berliner Abgeordnetenhaus empfohlen, alle Personen über 70 Jahre in Quarantäne zu nehmen.

10 Uhr: 80 Prozent der Intensivbetten in Berlin belegt

Derzeit sind in Berlins Krankenhäusern 80 Prozent der mit Beatmungsgeräten ausgestatteten Intensivbetten belegt. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Krankenhäuser seien aber dabei, ihre Betten frei zu machen, indem verschiebbare Eingriffe ausgesetzt werden. Man werde 60 bis 80 Prozent der Intensivbetten für die erwarteten Corona-Patienten benötigen, sagte Kalayci. Man sei bestrebt, die Intensiv-Kapazitäten zu verdoppeln. Die Krankenhäuser hätten 700 bis 800 zusätzliche Betten angekündigt, so die Senatorin. Zusammen mit dem geplanten Corona-Krankenhaus auf dem Messegelände werde eine Verdoppelung der Zahlen von Intensivbetten gelingen.

Als schwierig stellte die Senatorin die Beschaffung von Schutzausrüstung dar. Zum Teil würden solche Waren an den Grenzen nach Deutschland aufgehalten. Eine in Berlin erwartete Lieferung falle nicht so groß aus wie bestellt.

9.25 Uhr: Zweiter Corona-Toter in Berlin

In Berlin ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Patient gestorben. Es handelt sich um einen 70 Jahre alten Mann. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montagvormittag im Berliner Abgeordnetenhaus. Es handelt sich um den zweiten Toten in der Hauptstadt im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie.

6.30 Uhr: Polizei will kontrollieren - Berliner sollen Personalausweis dabeihaben

Die Berliner Polizei hat in der Nacht beim Kurznachrichtendienst Twitter darum gebeten, dass alle Berliner einen Personalausweis oder ein anderes Dokument, aus dem die Wohnanschrift hervorgeht, mit sich führen. In einem weiteren Tweet präzisierte die Behörde: "Die Pflicht zu einer Bescheinigung gibt die VO (Verordnung, Anm. d. Red.) nicht vor, sie macht es aber mit Sicherheit einfacher, unseren Kolleg. ggü. den Aufenthalt draußen glaubhaft zu machen."

In einem weiteren Tweet am Montagmorgen schrieb die Polizei: "Dieser o. andere Dokumente sollen unseren Kolleg. bei Zweifeln im Einzelfall die Prüfung ermöglichen, ob Sie mit Personen desselben Haushaltes unterwegs sind." In einer weiteren Präzisierung teilte die Polizei mit: "Wer heute an die frische Luft will, muss nicht ständig fürchten, in eine Kontrolle zu geraten. Unsere Kolleg. kontrollieren vor allem Gruppen über 2 Personen, in denen deutlich gegen die Abstandsregelung verstoßen wird."

5.31 Uhr: Neue Regeln für die Corona-Krise - was bleibt erlaubt in Berlin?

In Berlin müssen sich die Menschen von diesem Montag an auf noch härtere Einschnitte im öffentlichen Leben einstellen. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen, gilt ein Kontaktverbot, Aufenthalte im Freien werden weiter eingeschränkt. Die Verordnung zur Eindämmung des neuartigen Erregers wurde am Sonntag nach Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verschärft. Was in der Corona-Krise in Berlin erlaubt bleibt und was verboten ist, lesen Sie hier.

+++ Sonntag, 22. März 2020 +++

21.28 Uhr: Müller zur Telefonkonferenz mit Merkel: War eine heftige Diskussion

Bei der Telefonkonferenz der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die neuen Regeln gegen die Corona-Pandemie soll es hoch hergegangen sein. „Es war über mehrere Stunden tatsächlich eine heftige Diskussion“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) im rbb-„Spezial“ am Sonntagabend. Aber sehr einvernehmlich sei dann vereinbart worden, dass man keine komplette Ausgangssperre wolle - weder die Bundesregierung noch die Ministerpräsidenten, meinte Müller. Dennoch müsse es weitere Einschränkungen der Kontakte geben. „Das haben wir miteinander beschlossen bundesweit.“

In Berlin gibt es nach Müllers Einschätzung für die Maßnahmen des Senats eine große Akzeptanz. „Und es funktioniert auch“, sagte Müller. Zu den neuen geplanten Ausgangsbeschränkungen sagte er: „Es geht darum, dass man natürlich zur Arbeit kann, man kann zum Arzt gehen, man kann kranke Verwandte besuchen. Aber mal aus reinem Spaß jetzt rausgehen und mal zu gucken, was passiert und sich möglichst mit fünf, sechs Leuten zusammenstellen, das geht eben nicht“, so der Regierende Bürgermeister. „Die meisten Menschen haben das verstanden. Für diejenigen, die es nicht verstanden haben, gibt es jetzt diese Regeln.“

Die Länderchefs hatten sich am Sonntagnachmittag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Telefonkonferenz zum weiteren Vorgehen gegen die Corona-Pandemie abgestimmt. Sie einigten sich darauf, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

20.39 Uhr: Neuer Stand: 1071 Corona-Fälle in Berlin nachgewiesen

In Berlin haben sich bis Sonntagnachmittag nachweislich 1071 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das waren 46 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt gibt es damit erstmals weniger Neuinfektionen als in der vergangenen Woche mit teils mehr als 100 neu registrierten Ansteckungen pro Tag. Allerdings lag nun das Wochenende bei den Auswertungen dazwischen.

41 Menschen werden zur Zeit in Krankenhäusern behandelt, 20 von ihnen wegen schwerer Verläufe auf Intensivstationen. Das sind mehr als in den vergangenen Tagen. Ein hochbetagter Berliner Patient mit Vorerkrankungen, der mit Sars-CoV-2 infiziert war, ist gestorben.

Eine Häufung von bestätigten Ansteckungen gibt es weiterhin in den Berliner Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. Die meisten Infizierten sind zwischen 25 und 60 Jahre alt. Eine Mehrheit von ihnen bekommt nach den bisherigen weltweiten Erfahrungen mit dem neuen Virus nur milde oder gar keine Symptome. Rund fünf Prozent aber erkranken schwer. Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen gelten als besonders gefährdet und schutzbedürftig.

Um die Epidemie einzudämmen, ermitteln die Gesundheitsämter weiterhin Kontaktpersonen und verhängen Quarantäne. Auch deshalb steigen die bestätigten Fälle in der Hauptstadt. Das Robert Koch-Institut schätzt aber auch, dass viele Menschen, die sich bereits am Anfang der Epidemie infizierten, bereits wieder genesen und nun immun gegen das Virus sind.

19.47 Uhr: Immer wieder Verstöße gegen "Social Distancing"-Regel

Gerade Heranwachsende schienen sich in den letzten Tagen schwer zu tun mit "social distancing" - immer wieder gab es Berichte und Bilder von Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener in Berliner Parks, die alle Vorsichtsregeln zu Corona missachteten. Dabei gilt gerade diese Altersgruppe als Coronavirus-Verbreiter, weil sie oft viele Sozialkontakte haben.

Nun hat sich auch der Berliner Landesschülerausschuss deutlich zu Wort gemeldet: "Wir mahnen dazu, die geltenden Ausgangsbeschränkungen zu beachten und weisen darauf hin, dass das Einladen zu Corona-Partys eine verantwortungslose Zumutung gegenüber dem Rest der Bevölkerung ist. Wir fordern jeden Jugendlichen dazu auf, sämtliche Aktivitäten dieser Art - ob in geschlossenen Räumen oder außerhalb -, sofort einzustellen." Ab sofort solle man sich nur noch digital austauschen. "Wenn wir jetzt drei Wochen stillhalten, werden wir in einem Monat wieder aufatmen!", endet der Aufruf.

19.15 Uhr: Berliner Senat beschließt Ausgangsbeschränkungen

Nach dem Treffen der Ministerpräsidenten hat sich der Berliner Senat auf Ausgangsbeschränkungen geeinigt. Sie treten am Montag um null Uhr in Kraft. Das Papier trägt den sperrigen Titel „Verordnung über vorübergehende Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Verbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Berlin“.

In ihm ist festgelegt, was künftig erlaubt und was verboten sein soll. Menschen, die in der Öffentlichkeit angetroffen werden, müssen sich ausweisen und plausibel den Grund für das Verlassen der Wohnung darlegen können. Das soll durch die Polizei kontrolliert werden.

Von den Einschränkungen sind weiter eine Reihe von Personengruppen ausgenommen, dazu zählen politische Mandatsträger und ehrenamtlich Tätige. Auch der Weg von und zur Arbeit ist ebenso weiter möglich wie das Bringen und Holen von Kindern zur Kita im Notbetrieb.

„Wir haben bundesweit keine Ausgangssperre und wollen sie auch nicht“, sagte der Regierende Bürgermeisster Michael Müller (SPD) nach der Einigung im Senat. Weitere Verschärfungen schloss er nicht aus. „Wir müssen von Tag zu Tag besonnen und sachgerecht entscheiden“, sagte Müller.

Lesen Sie hier im Einzelnen, was in Berlin jetzt verboten und geschlossen ist - und was erlaubt bleibt

19 Uhr: Klatschen von Berliner Balkonen

Um 19 Uhr fand ein kollektives Klatschen an Berlins Fenstern und auf den Balkonen statt. Als Zeichen der Solidarität bedankten sich Menschen für die Helfer in der Krise. Seit Tagen hallt immer wieder Beifall durch Berlins Straßen. Der tägliche Applaus gilt dem Krankenhauspersonal, Feuerwehrleuten und Einsatzkräften der Polizei. Die Aktion gilt weltweit. Die Einsatzkräfte bedanken sich oftmals mit Hupen und Sirenen bei der Bevölkerung. Das Klatschen soll um 21 Uhr erneut stattfinden.

18 Uhr: Musiker spielen von Berliner Balkonen

Eine junge Frau streicht auf ihrem Balkon die Saiten der Violine. Die Töne, die sie spielt, ziehen wie ein Moment der Glückseligkeit durch die Simon-Dach-Straße in Friedrichshain. Auf den Balkonen und an Fenstern lauschen die Anwohner den sanften Klängen ihres Instruments. Es ist Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“, das die Solistin spielt. Als sie ihren Bogen absetzt, herrscht Stille in der sonst so belebten Straße. Und dann applaudieren die Zuhörer. Während die Frau sich bedankt und ihre Balkontür schließt, ist in der Wühlischstraße noch eine Trompete zu hören.

Musiker in ganz Berlin haben an diesem Sonntag um 18 Uhr auf ihren Balkonen und an ihren Fenstern die Europahymne, die neunte Sinfonie Beethovens als gemeinsames Zeichen für Solidarität und Lebensfreude in der Coronavirus-Krise gespielt. Auch in den sozialen Netzwerken teilten Menschen Videos von der Aktion. So war im Bezirk Neukölln beispielsweise ein Musiker mit Ziehharmonika auf der Straße zu sehen, der vor einem haltenden Auto die „Ode an die Freude“ spielt. Auch das Konzerthausorchester Berlin veröffentlichte einen kurzen Video auf Twitter unter dem Hashtag #musikfuerdeutschland.

Ihr Vorbild hat die Aktion in Italien, dem sogenannten Flashmob sonoro. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen in den vergangenen Tagen immer wieder Menschen, die gemeinsam gegen die Coronavirus-Krise von ihren Balkonen aus singen und musizieren. In Deutschland wollten am Sonntag um 18 Uhr zunächst Musiker des Staatsorchesters Stuttgart sowie Mitglieder der Stuttgarter Philharmoniker und des Kammerorchesters Stuttgart ein gemeinsames Konzert aus den Privatwohnungen der Musiker geben.

Sie riefen auch Hobbymusiker dazu auf, sich dem Konzert anzuschließen und auf ihren Balkonen zu spielen. Die Aktion wurde in den sozialen Netzwerken aber schnell zum Selbstläufer, letztlich warb die Tagesschau unter dem Hashtag #musikerfuerdeutschland auf Twitter für die Aktion. Bundesweit zeigten Menschen ihre Solidarität.

17.30 Uhr: Soziale Kontakte werden für mindestens zwei Wochen massiv begrenzt - auch in Berlin

Bund und Länder haben sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf eine umfassende Beschränkung sozialer Kontakte verständigt, die mindestens zwei Wochen gelten soll. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten, darunter auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, einigten sich bei einer Telefonkonferenz am Sonntag darauf, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. Das geht aus einem Beschlusspapier von Bund und Ländern hervor

Auch Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege sollen unverzüglich schließen. Davon betroffen sind etwa Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben.

Restaurants und Gaststätten sollen unverzüglich schließen - wo dies noch nicht der Fall sei. Für Berlin gilt dies bereits seit Sonntag. Erlaubt sind noch Liefer- und Abholdienste für Speisen. Der Berliner Senat wollte sich am Sonntagnachmittag austauschen, nachdem sich die Länderchefs gemeinsam mit Merkel beraten haben. Er bereitete am Sonntag Ausgangsbeschränkungen vor.

16.10 Uhr: Ausgangsbeschränkungen auch in Berlin möglich

In Berlin könnte es im Kampf gegen die Corona-Pandemie bald Ausgangsbeschränkungen geben. Das sieht der Entwurf für eine entsprechende Verordnung vor. Danach soll es weiterhin erlaubt sein, die Wohnung beispielsweise für kurze Spaziergänge oder für Einkäufe zu verlassen, genauso wie für Besuche in ärztlichen oder therapeutischen Praxen. Auch aus wichtigen persönlichen oder familiären Gründen wie für die Teilnahme an einer Trauerfeier oder für unaufschiebbare Behördengänge soll das dem Entwurf aus der Gesundheitssenatsverwaltung zufolge gelten.

Beschlossen ist das noch nicht. Der Senat will sich darüber am Sonntagnachmittag austauschen, nachdem sich die Länderchefs zunächst gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Telefonkonferenz über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten haben.

Lesen Sie hier, was in Berlin im Einzelnen verboten werden soll - und was erlaubt bleibt

„So traurig und hart es ist: Es gibt keine Zeit mehr, sich der Realität zu verweigern“, teilte Thomas Isenberg, gesundheitspolitischer Sprecher der Berliner SPD-Fraktion, am Sonntagnachmittag zu den Überlegungen aus dem Entwurf mit. „Die Bevölkerung hat ein Recht, geschützt zu werden. Ansonsten werden schon in vier Wochen in Berlin und Deutschland die Intensivbetten nicht mehr reichen und schockierende Zustände herrschen.“

In der rot-rot-grünen Koalition gibt es aber auch Bedenken gegen Ausgangsbeschränkungen. Die Berliner CDU hatte am Samstag eine „Ausgangssperre nach bayerischem Vorbild“ für 21 Tage gefordert. In Bayern und im Saarland dürfen Bürger ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

15.32 Uhr: Mehr Abstand: Berliner reagieren auf Corona-Pandemie

Immer mehr Berliner reagieren auf die Corona-Pandemie inzwischen so, wie Wissenschaftler sich das wünschen - mit Abstand. Straßen und Parks blieben am Wochenende deutlich leerer. Und die Mehrheit der Menschen draußen wahrte eine Distanz von ein bis zwei Metern. Samstagabend und in der Nacht zu Sonntag musste die Polizei erstmals keine „Corona-Partys“ mehr beenden. Mit 20 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Auflagen waren es noch weniger als in den Nächten zuvor. Es traf nun unter anderem eine Gruppe Hundebesitzer, die sich auf einem Spielplatz zu nahe gekommen war.

15.12 Uhr: Coronavirus-Infizierte in Unfall verwickelt - Quarantäne-Verstoß

Ein Verkehrsunfall einer mit dem Coronavirus infizierten Frau hat für die Polizei in der Nähe von Müllrose (Landkreis Oder-Spree) zu einer kritischen Situation geführt. Die Frau erklärte den Beamten am Samstag nach einem nicht von ihr verursachten Zusammenstoß, dass sie positiv auf Covid-19 getestet worden sei, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die anschließende Unfallaufnahme durch die Beamten sei daher in Vollschutzkleidung erfolgt.

Es habe sich herausgestellt, dass die infizierte Frau widerrechtlich die amtlich verordnete häusliche Quarantäne verlassen hatte. Nach einer Information an das Gesundheitsamt sei deswegen Strafanzeige nach dem Infektionsschutzgesetz gegen sie erstattet worden.

Zuvor war ein Beteiligter gegen 12.45 Uhr auf der B87 bei Müllrose auf Höhe des Oder-Spree-Kanals in den Gegenverkehr geraten und mit dem Auto der Frau kollidiert. Verletzt wurde niemand.

14.26 Uhr: Landessportbund Berlin startet Video-Fitnessprogramm

Um trotz der Einschränkungen in der Coronakrise Fitness-Aktivitäten zu ermöglichen, startet der Landessportbund Berlin (LSB) gemeinsam mit Partnern ein Video-Sportprogramm. „In Partnerschaft mit dem rbb werden von Montag an zweimal täglich Bewegungsangebote live aus dem Wohnzimmer des LSB Berlin gestreamt“, teilte der LSB am Sonntag mit.

Die Kampagne „move at home“ („zuhause bewegen“) soll gleichermaßen Bewegung und Solidarität fördern. „Der organisierte Sport steht zusammen und zeigt, dass auch in Zeiten der Corona-Krise der Alltag mit Sport gestaltet und bereichert werden kann“, sagte LSB-Präsident Thomas Härtel.

14.13 Uhr: Berliner Busse und U-Bahnen werden gereinigt, aber nicht desinfiziert

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) rufen die Fahrgäste zu Eigenverantwortung und Rücksichtnahme zum Schutz vor dem Coronavirus auf. U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen würden zwar regelmäßig gereinigt werden, jedoch finde eine Desinfektion der Fahrzeuge nicht statt, wie eine BVG-Sprecherin am Sonntag mitteilte. „Das können wir nicht leisten.“ Haltestangen, Türknöpfe und Touchscreens der Fahrkartenautomaten würden stattdessen mit Wasser und Reinigungsmittel geputzt.

„Wir appellieren an die Menschen, selber Verantwortung zu übernehmen. Beim Türöffnen beispielsweise ein Taschentuch auf die Finger legen“. Zuvor hatte bereits die Hamburger U-Bahn mitgeteilt, dass sie auf eine Desinfektion ihrer Fahrzeuge verzichte.

Die S-Bahn Berlin folge „den Vorsorgeempfehlungen des Robert Koch-Instituts“, teilte ein Bahnsprecher mit. Die Züge würden „entsprechend regelmäßig gereinigt“. Die Deutsche Bahn stehe als Betreiber in ständigem Austausch mit den Gesundheitsbehörden.

Bei Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sei eine Übertragung durch Schmierinfektion denkbar, heißt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung. Es gebe aber bislang keine Fälle, bei sich Menschen nachweislich durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit Sars-CoV-2 infiziert haben.

13.53 Uhr: Spargelbauern - Erntehelfer fehlen nach wie vor

Der ursprünglich von den Beelitzer Spargelbauern für dieses Wochenende geplante Auftakt der Ernte kann nur sehr gedämpft anlaufen. „Zum einen macht uns die kühle Witterung einen Strich durch die Rechnung, viel drängender ist das Problem der weiter fehlenden Erntehelfer aufgrund der Reisebeschränkungen aus Angst vor dem Coronavirus“, sagte der Vorsitzende des Beelitzer Spargelvereins, Jürgen Jakobs, auf Anfrage.

Weniger als die Hälfte der eigentlich gebuchten etwa 2300 Spargelstecher - die meisten davon aus Rumänien - konnten anreisen. Versuche, statt auf dem Landweg per Flugzeug von Bukarest nach Deutschland zu reisen, hätten nicht geklappt, sagte Jakobs. Ihnen sei nicht abgenommen worden, dass sie zur Ernte nach Deutschland wollten und dort erwartet würden, berichtete er. Versperrt sei auch der Weg mit dem Auto, sagte Jakobs. Die Rumänen würden an der österreichisch-ungarischen Grenze meist nicht durchgelassen.

Empfehlungen, durch Corona arbeitslos gewordene deutsche Erntehelfer einzusetzen, sieht Jakobs skeptisch. „Der Aufwand für die Ausbildung ist nicht gering“, sagte Jakobs. In der Regel würden gerade einmal 50 Prozent dann auch Spargel stechen. „Es ist kein einfacher Job, der auch viel Übung verlangt“, sagte er.

13.50 Uhr: Kältehilfe-Angebote in Brandenburg verlängert

In Brandenburg reagieren während der Corona-Krise viele Kommunen und Anbieter von Obdachlosen- und Kältehilfe mit einer Erweiterung ihres Angebots. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist eine längere Verweildauer der Bewohner im Vergleich zum Vorjahr zugesagt“, sagt beispielsweise Potsdams Stadtsprecherin Christine Homann. Eine Verlängerung der Kältehilfe zum Schutz der Gesundheit sei bis zum 30. April möglich. Zudem auch der Aufenthalt tagsüber.

13.34 Uhr: Senat bespricht am Sonntag weiteres Vorgehen in der Corona-Krise

Der Berliner Senat will sich am Sonntag über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie austauschen. Das teilte eine Sprecherin am Sonntagvormittag mit. Zuvor ist geplant, dass die Länderchefs darüber gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten.

Bereits am Samstag hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bekannt gegeben. So sind in Berlin seit Sonntag Veranstaltungen, Versammlungen und Ansammlungen mit mehr als zehn Personen nicht mehr erlaubt.

Gaststätten dürfen keine Gäste mehr platzieren, sondern Speisen und Getränke nur noch zum Mitnehmen oder Ausliefern anbieten. Ob es noch härtere Maßnahmen geben soll, wird Müller zufolge am Sonntag mit Bund und Ländern abgestimmt. Dazu könnten zum Beispiel Ausgangsbeschränkungen gehören.

12.13 Uhr: 200 Touristen aus Risikogebiet Ägypten werden erwartet

In Brandenburg wird am Sonntagnachmittag eine Maschine mit rund 200 Touristen aus dem Coronavirus-Risikogebiet Ägypten erwartet. Die Urlauber werden voraussichtlich gegen 17.30 Uhr auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld landen, teilte der Interministerielle Koordinierungsstab Corona Brandenburg mit. Landkreis Dahme-Spreewald, Flughafengesellschaft und Hilfsorganisationen bereiten den Angaben zufolge die Ankunft vor.

Alle Passagiere müssten in Quarantäne, da Ägypten laut dem Robert Koch-Institut (RKI) zu den internationalen Coronavirus-Risikogebieten gehört. Jeder Kontakt zu anderen Flugreisenden werde verhindert. Angehörige dürfen die Rückkehrer nicht direkt in Empfang nehmen.

Die Maschine wird nach den Angaben auf einer Sonderposition abgestellt. Alle Passagiere werden zu einer Screening-Stelle geleitet und auf Symptome untersucht. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wird dann über weitere Maßnahmen entschieden. Passagiere ohne Symptome werden direkt von Hilfsorganisationen zu ihren Wohnorten gebracht und dort für 14 Tage häuslich isoliert. Passagiere mit Symptomen werden stationär oder ambulant im Landkreis Dahme-Spreewald oder in benachbarten Kreisen versorgt. Mehr dazu lesen Sie hier.

12.10 Uhr: Evangelischer Friedhofsverband - Friedhöfe werden geschlossen

Der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte hat sich aufgrund der aktuellen Entwicklung hinsichtlich der Verbreitung des Coronavirus entschlossen, alle dem Verband zugehörigen Friedhöfe ab Montag, 23.3.2020, für die Öffentlichkeit zu schließen. Der Verband betreut 45 Friedhöfe in der Innenstadt, darunter einige sehr bekannte, auf denen berühmte Persönlichkeiten von Karl Friedrich Schinkel über die Mendelssohns bis zu Fanny Hensel begraben liegen. Doch die Areale haben auch als innerstädtische Grünflächen Bedeutung, die zu Spaziergängen einladen. Zu den betroffenen Friedhöfen gehören etwa die Friedhöfe an der Bergmannstraße und am Halleschen Tor in Kreuzberg, der Dorotheenstädtische Friedhof an der Chausseestraße und der St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhof an der Mollstraße (Mitte). Mehr dazu lest ihr hier.

11.50 Uhr: Restaurant-Kontrollen - 20 Anzeigen

Auch in der Nacht zu Sonntag haben Polizisten wieder Restaurants, Bars, Kneipen und Imbisse kontrolliert. Insgesamt wurden 29 Objekte überprüft. Es wurden 23 geschlossen und 20 Anzeigen geschrieben. Außerdem gab es 17 Überprüfungen im Freien - z.B. gab es Spielplätzen Ansammlungen von Personen. Diese löste die Polizei auf.

Die Berliner Polizei hat am Sonnabendnachmittag ein Treffen von circa 150 Erwachsenen und Kindern im Strandbad Müggelsee aufgelöst. Der Betreiber hatte geöffnet. Er versicherte, dass er nicht wusste, dass er schließen muss. Nachdem die Polizei da war, wurde die Einrichtung geschlossen. Die Erwachsenen und Kinder verließen das Strandbad Müggelsee.

11.18 Uhr: Virologe Drosten: Keine vollen Fußballstadien bis nächstes Jahr

Renommierte Virologen rechnen angesichts der Coronavirus-Krise nicht mehr mit einem regulären Sportbetrieb mit Zuschauern in diesem Jahr. Er glaube „überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig“, sagte der Berliner Virologe Christian Drosten von der Charité dem Nachrichtenmagazin „Stern“. „Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben. Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten.“

10.59 Uhr: Rewe-Markt in Tegel mit exklusiven Öffnungszeiten für Corona-Helfer

Der Rewe-Markt in Tegel an der Ernststraße führt für Corona-Helfer exklusive Öffnungszeiten ein. "Alle, die in Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken, bei Polizei, Feuerwehr und BVG arbeiten, sind jetzt auch für uns da. Darüber hinaus gibt es viele freiwillige Helfer, die alte und vorerkrankte Menschen aus der Risikogruppe mit Einkäufen unterstützen. Wir möchten ab sofort für diese Alltagshelden exklusive Öffnungszeiten anbieten, in denen unser Rewe-Markt ausschließlich für sie geöffnet wird", heißt es. "Wir wollen damit sicherstellen, dass die genannten Personen nach dem Dienst nicht vor leeren Regalen stehen."

  • Dienstag 7 Uhr bis 9 Uhr
  • Donnerstag 7 Uhr bis 9 Uhr

10.49 Uhr: Weniger Berliner in der Stadt unterwegs

In Berlin scheinen weniger Menschen unterwegs zu sein. "Guten Morgen, unglaublich viele Menschen in Berlin haben den Ernst der Lage offenbar erkannt. Es sind merklich weniger Menschen in der Stadt unterwegs. Wer dennoch angesprochen werden muss, reagiert meist verständnisvoll", twitterte die Polizei.

10.42 Uhr: Bislang 342 Brandenburger positiv auf Coronavirus getestet

In Brandenburg sind bislang 342 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit (Stand: 8 Uhr). Im Vergleich zum Vortag seien das 54 Personen mehr. 21 Personen werden den Angaben nach stationär versorgt, davon zwei intensiv medizinisch beatmetet.

Bislang gibt es in Brandenburg einen Todesfall in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Ein 81-Jähriger mit schwersten Vorerkrankungen war am Freitag im Krankenhaus Hennigsdorf (Oberhavel) gestorben.

10.35 Uhr: 50.000 Atemschutzmasken geliefert

Am Samstag wurden für das Brandenburger Gesundheitswesen etwa 50.000 Atemschutzmasken angeliefert, die in Krankenhäusern, Arztpraxen und Gesundheitsämtern dringend benötigt werden. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) finanzierte die Beschaffung. Die Masken werden an die 19 regionalen Abstrichstellen in Kooperation mit den Landkreisen, kreisfreien Städten, Krankenhäusern und ambulanten Ärzten verteilt. Weitere Lieferungen des Bundes werden im Land erwartet.

9.38 Uhr: U-Bahnen fahren nur noch alle zehn Minuten

Wegen der Coronapandemie fahren weniger Menschen mit der U-Bahn. Deswegen dünnt die BVG den Takt aus. Tagsüber fahren die Züge noch alle zehn Minuten statt wie bisher alle fünf Minuten. Zusätzliche Fahrten soll es nur nach Bedarf geben, sagte eine Sprecherin.

Am Mittwoch hatte das Landesunternehmen schon den Takt bei Busse und Straßenbahnen ausgedünnt. Auch für sie gilt ein Zehn-Minuten-Takt. Allerdings wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) vereinzelt wieder mehr Busse fahren lassen, etwa zu Krankenhäusern und Polizeiabschnitten.

Derzeit steigen nur noch gut halb so viele Kunden wie üblich in die Fahrzeuge der BVG. Die Tram-Linien 16/18 sowie 37/67 werden nicht mehr bedient, auch auf der Stummel-U-Bahnstrecke U55 im Regierungsviertel fahren keine Züge.

Die S-Bahn behält weitgehend ihren Fahrplan bei. Entfallen sind allerdings die Verstärkerfahrten der Linien S1, S3 und S5. Keine Züge fahren mehr auf den Linien S26 (Teltow-Stadt – Waidmannlust), S45 (Flughafen Schönefeld – Südkreuz) und S85 (Grünau – Pankow).

8.40 Uhr: Keine Einigkeit bei Diskussion um Notparlament in Berlin

Unter den Fraktionen des Abgeordnetenhauses gibt es noch keine gemeinsame Antwort auf die Frage, wie sich die Funktionsfähigkeit des Berliner Landesparlaments in der Corona-Krise sichern lässt. Laut einem Sprecher des Abgeordnetenhauses will sich der Ältestenrat am Montag treffen. Dann soll darüber beraten werden. SPD und CDU befürworten eine Verfassungsänderung zugunsten einer Notparlamentslösung mit deutlich weniger Abgeordneten, die FPD-Fraktion ist entschieden dagegen, große Skepsis gibt es auch bei den Grünen.

7.23 Uhr: Schmales Sportprogramm im April in Berlin

Die großen Sportveranstaltungen in Berlin kapitulieren im April fast geschlossen vor dem Coronavirus. Lediglich der für den 23. April angesetzte Spieltag der Darts Premier League in der Mercedes-Benz Arena ist bisher noch nicht abgesagt worden.

Dagegen müssen sich die Halbmarathon-Läufer (5. April) ebenso wie die Tänzer im Wettbewerb um das „Blaue Band der Spree“ (10. bis 13. April) auf das kommende Jahr konzentrieren. Die Handball-Nationalmannschaft kämpft ebenso zu einem späteren Zeitpunkt um ein Olympia-Ticket wie auch die Schwimmer, deren deutsche Meisterschaften Ende des Monats ausgesetzt wurden. Beide Veranstaltungen können auch ganz entfallen, falls die Olympischen Spiele in Tokio verschoben werden.

Auch im Mai sind bereits einige Sportveranstaltungen wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. So wurde das für den 16. und 17. Mai angesetzte Finale in der Champions League der Volleyballer bis auf Weiteres verschoben. Der Europäische Handball-Verband EHF hat alle Spiele bis zum 12. April ausgesetzt, so dass auch der Termin des Final Four im EHF-Pokal eventuell mit den Füchsen als Gastgeber am 23. und 24. Mai ebenso unsicher ist wie das für den 23. Mai angesetzte DFB-Pokalfinale.

Die wichtigsten News vom Sonnabend in Kürze:

- Senat: Keine Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen
- Berliner CDU will drei Wochen Ausgangssperre
- Erster Covid-19-Infizierter in Brandenburg tot
- Notbetreuung von Kindern soll erleichtert werden
- Abitur- und MSA-Prüfungen verschoben

20.01 Uhr: Coronavirus - Nun 1025 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin sind derzeit 1025 Coronavirus-Fälle bestätigt, 157 mehr als noch am Freitag.(Stand 21.03.2020, 16.30 Uhr). Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Sonnabend mit. Die Kontaktpersonen würden derzeit im Rahmen der Containment-Strategie ermittelt, kontaktiert und isoliert, hieß es weiter.

579 Personen sind männlich, 446 weiblich. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 39 Personen, davon werden 14 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Bisher ist in Berlin ein am neuartigen Coronavirus erkrankter Patient ist verstorben.

19.55 Uhr: Robert-Koch-Institut sucht nach "Containment Scouts"

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sucht nach sogenannten "Containment Scouts" zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Die Aufgabe des "Unterstützungspersonal Krisenmanagement" ist dabei die telefonische Befragung von Coronavirus-Patienten und ihrer möglichen Kontaktpersonen. Die Stellenausschreibung richtet sich vor allem an Studenten, die bereit sind, ein Urlaubssemester einzulegen. Der Einsatz erfolgt in der jeweils gewünschten Landesstelle. Vergütet wird der Job mit monatlich 2325 Euro brutto. Interessenten sollten sich bis zum 31.3.2020 bewerben. Die Stellenausschreibung "Containment Scout" des RKI finden Sie auch hier.

19.35 Uhr: Video - Applaus von den Balkonen für die Corona-Helfer

Berlin: Applaus von den Balkonen für die Corona-Helfer
Berlin: Applaus von den Balkonen für die Corona-Helfer

In der Corona-Krise haben die Berliner am Sonnabend um 19 Uhr erneut auf etlichen Balkonen geklatscht und gejohlt und damit den Einsatz von Menschen in "systemrelevanten Berufen" wie Feuerwehr, Pflege und Einzelhandel gewürdigt. Zu hören waren die Klatschkonzerte unter anderem im Pankower Zentrum, in Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Friedenau.

Seit Tagen bekunden Bürger an vielen Orten Europas ihre Solidarität mit den Helfern, die unter erschwerten Bedingungen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus kämpfen, Kranke betreuen und die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs aufrechterhalten.

18.12 Uhr: Senat plant offenbar nun doch Ausgangsbeschränkungen wie in Bayern


Am Sonntag wird der Senat voraussichtlich weitere Beschränkungen beschließen. Wie die Berliner Morgenpost aus Regierungskreisen erfuhr, sind demnach Ausgangsbeschränkungen nach bayerischem Vorbild geplant. Außerhalb der Wohnung gilt für Passanten dann ein Mindestabstand von 1,5 Metern, heißt es in der Vorlage von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Eine Gruppenbildung wäre dann auch unter zehn Personen verboten. Grundsätzlich darf die Wohnung nur noch mit einem triftigen Grund verlassen werden, zum Beispiel für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt. Familienbesuche sollen wohl erlaubt bleiben. Sportliche Betätigung ebenfalls, wenn sie allein ausgeübt wird, auch das Gassi-Gehen mit dem Hund bleibt möglich.

Es wird eine Nachweispflicht eingeführt, das heißt, die Menschen müssen plausibel erklären, warum sie das Haus verlassen, wenn sie von der Polizei danach gefragt werden. Diese neuen Beschränkungen sollen auf der Senatssitzung am Sonntag beschlossen werden, die nach der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stattfindet. Darüber hat sich die Landesregierung am Sonnabend verständigt.

17.33 Uhr: Potsdam: Weitere Einschränkungen wegen Corona-Gefahr

In Potsdam gelten für die Bürger wegen der Gefahr durch das Coronavirus ab Sonntag weitere Einschränkungen. Ab dann sei die Außenbestuhlung an Cafés und Restaurants untersagt, kündigte Mike Schubert (SPD), Potsdamer Oberbürgermeister, am Sonnabend an. Er hoffe, dass die Länder Berlin und Brandenburg zudem eine gemeinsame Regelung zu den Öffnungszeiten von Gaststätten finden, sagte er.

In Potsdam müssen ab Sonntag auch Friseure sowie Nagel-, Tattoo- und Sonnenstudios geschlossen bleiben. Zudem dürften nur noch Lebensmittelgeschäfte öffnen, die Waren der Grundversorgung anbieten. Wein-, Tee- oder Süßigkeitenläden würden nicht darunter fallen.

17.18 Uhr: Abitur- und MSA-Prüfungen in Berlin abgesagt

Berlin sagt die vor Ostern geplanten Abitur- und MSA-Prüfungen ab. „Dieser Schritt ist auch deshalb notwendig, weil das Land Berlin in den nächsten Tagen alle öffentlichen Ansammlungen von mehr als 10 Menschen untersagen wird“, begründete die Bildungsverwaltung den Schritt am Sonnabend. Trotz aller bereits getroffenen Vorkehrungen für die Prüfungen könne derzeit nicht sichergestellt werden, dass sich die Prüflinge vor oder nach der jeweiligen Prüfung in Gruppen versammeln, um sich auszutauschen. „Viele Jugendliche sind sich der Ernsthaftigkeit der Lage noch nicht bewusst und suchen die Nähe zu ihren Mitschülerinnen und Mitschüler.“ Genau dies aber solle aus Gründen des Infektionsschutzes verhindert werden.

  • Alle schriftlichen Abiturprüfungen mit zentralen Prüfungsaufgaben, deren Termine vor den Osterferien liegen, werden auf den jeweiligen Nachschreibetermin verlegt.
  • Schriftliche Abiturprüfungen mit dezentralen Aufgabenstellungen und weitere Abiturprüfungen, für welche die Termine schulintern festgelegt worden sind (mündliche Prüfungen, Präsentationsprüfungen), müssen neu terminiert werden, sofern dafür bisher Termine vor den Osterferien festgelegt waren.
  • Bei Abiturprüfungen mit dezentralen Aufgabenstellungen werden bei Terminverlegungen die Aufgaben eingesetzt, die von den Fachberaterinnen und Fachberatern als Erstvorschlag ausgewählt wurden.
  • Die Regelungen für die Prüfungstermine nach den Osterferien haben weiterhin Bestand ebenso wie die Entscheidung der Schulleitungen zu den möglichen Terminverlegungen dieser Prüfungen. Je nach Lage der Dinge können sich weitere Veränderungen ergeben.

Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) teilte mit: „Viele Gespräche mit Schulleitungen haben mir gezeigt, dass uns alle die Sorge um die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und das Risiko der weiteren Ausbreitung des Virus umtreibt. Wir hatten für die Abiturprüfungen vor den Osterferien bereits besondere Vorkehrungen getroffen. Aber angesichts von öffentlichen Ausgehbeschränkungen wäre eine Zusammenkunft von vielen Schülerinnen und Schülern an einem Ort nicht mehr verhältnismäßig gewesen.“

„Der Landesschülerausschuss begrüßt die Entscheidung der Senatsverwaltung und dankt der Senatorin Scheeres für die dadurch entstandene Klarheit“, sagte Landesschülersprecher Miguel Gongora versöhnlich.

17.15 Uhr: Brandenburger Hochschulen gehen in Präsenznotbetrieb

Die Brandenburger Hochschulen gehen in der nächsten Woche bis auf weiteres in den sogenannten Präsenznotbetrieb über. „Wir wollen und müssen dazu beitragen, dass die Infektionsketten unterbrochen werden und sich die Ausbreitung der Corona-Pandemie verlangsamt“, sagte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) am Sonnabend laut einer Mitteilung.

Dabei soll die höchstmögliche Zahl von Mitarbeitern zu Hause arbeiten und nur die Beschäftigen, die unbedingt notwendig sind, sollen vor Ort sein.

Nachdem der Präsenzbetrieb für Studenten bereits seit dem 13. März ausgesetzt sei, gehe es jetzt um den Schutz der verbliebenen Mitarbeiter. Die digitale Lehre und systemrelevante Forschung bleibe weiterhin möglich, sagte Oliver Günther, Vorsitzender der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz und Präsident der Universität Potsdam. Die TH Wildau und die FH Potsdam beginnen am Montag, die übrigen Einrichtungen am Dienstag.

16.36 Uhr: Senat verschärft Maßnahmen - Restaurants müssen schließen

Der Berliner Senat hat am Sonnabend weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen. Künftig dürfen keine Veranstaltungen oder Versammlungen mit über zehn Personen mehr stattfinden. Ausnahmen für Parlamente, Gerichte und andere staatliche Einrichtungen sowie für Versorgung, Gesundheitsfürsorge und Unternehmen gelten weiter.

Zudem sollen physische Kontakte zu anderen Menschen, abgesehen von Angehörigen des eigenen Haushalts oder Partnern, auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. Wo immer möglich ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Metern einzuhalten. Gaststätten mit Tischbetrieb müssen für den Publikumsverkehr geschlossen werden, sie dürfen allerdings Speisen und Getränke zur Abholung oder zur Lieferung anbieten. Für die Abholung, auch durch Lieferdienste, sind Vorkehrung zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen zu treffen. Der Beschluss tritt am Sonntag in Kraft.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte zu dem Beschluss: „Diese weiteren Maßnahmen sind nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Jeder einzelne von uns muss hier auch eigenverantwortlich handeln und diese Regelungen beachten und umsetzen. Soziale Kontakte müssen eingeschränkt werden. Es ist gut, dass wir im Senat diese Schritte heute gemeinsam beschlossen haben. Weitere Schritte werden wir gemeinsam morgen mit Bund und Ländern diskutieren und auch mit Brandenburg abstimmen.“

15.59 Uhr: Über 100 Erwachsene und Kinder treffen sich im Strandbad Müggelsee

Die Berliner Polizei hat am Sonnabendnachmittag ein Treffen von über 100 Erwachsenen und Kindern im Strandbad Müggelsee aufgelöst. "Mit dieser Schnapsidee sind die Verantwortlichen baden gegangen. Anzeige ist raus", twitterte die Polizei, ohne Details zu der aufgelösten Veranstaltung zu nennen.

15.27 Uhr: Berliner CDU fordert drei Wochen Ausgangssperre

Die Berliner CDU hat wegen der Corona-Pandemie für die Hauptstadt eine sofortige Ausgangssperre für 21 Tage vorgeschlagen. „Wir müssen heute leider Freiheiten einschränken, um Leben zu retten“, heißt es in Maßnahmevorschlägen der Oppositionspartei vom Sonnabend.

Zu den Vorschlägen gehört auch die Einstellung des Fernverkehrs auf der Schiene und die Schließung der Berliner Flughäfen. Ausnahmen sollten Rückflüge für EU-Bürger und Transportflüge für Lebensmittel und medizinisches Material sein. Darüber hinaus schlägt die Partei das Heranziehen der Bundeswehr vor - unter anderem, um Unterstützung bei der Überwachung der Ausgangssperre zu leisten.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will eine Ausgangssperre bisher möglichst vermeiden - auch aus Sorge vor sozialen Folgen.

14.20 Uhr: Offener Brief von Gastronomie und Hotellerie

Gastronomen, Inhaber von Eventagenturen und Hoteliers haben einen offenen Brief an das Land Berlin verfasst. Sie fordern Klarheit über mögliche Schließungen und "echte finanzielle Soforthilfe". Die bislang getroffenen Maßnahmen helfen zwar, aber retten die Unternehmen nicht. "Alle bisher getätigten Beschlüsse (...) sorgen für Aufschub der Probleme - nicht für Lösungen."

Gastronomen und Hoteliers fordern ein Gespräch mit den Verantwortlichen. Sie seien bereit, Verantwortung zu übernehmen - u.a. wären Gastronomen bereit, z.B. einen Lieferdienst für Risikogruppen zu organisieren. Falls das Angebot nicht vom Land angenommen werden sollte, fordern Gastronomen und Hoteliers: "Schaffen Sie rechtliche Klarheit und ordnen Sie die komplette Schließung aller gastronomischen und Hotel-Betriebe an."

Außerdem wurde eine Liste verfasst, welche Sofortmaßnahmen beschlossen werden sollten - z.B. 100-prozentige Kostenübernahme aller Bruttogehälter, Fortzahlungen aller ausgefallenen Arbeitsstunden für Minijobber und Aushilfen, Steuernachlässe, rechtlicher Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen, Bürgschaften für Miet- und Pachtverpflichtungen, Körperschaftssteuer-Vorauszahlungen können zurückgefordert werden, Kreditzinsen aus Schutzschirm müssen zurückgesetzt werden und Übernahme der Fixkosten und Löhne in Veranstaltungsagenturen.

Bilder der Corona-Krise in Berlin: Die Hauptstadt steht still