Coronavirus

Schulen in Berlin bleiben offen - Verunsicherung groß

An Berlins Schulen wird weiter unterrichtet. Flächendeckende Schließungen gibt es vorerst nicht, so Bildungssenatorin Scheeres.

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Berlins Schulen werden zwar ab Montag nicht flächendeckend geschlossen, aber Schülerfahrten ins Ausland sind bis auf weiteres untersagt. Das hat am Donnerstag Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) entschieden. Das entspricht der Empfehlung, die in der Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen wurde.

Es dürften zunächst auch keine neuen Reisen gebucht werden. Auch ansonsten wird das Schulleben auf die Kernaufgabe, den Unterricht, reduziert. Nur Mittagessen und ergänzende Betreuung, wie z.B. Horte, werden aufrecht erhalten. „Exkursionen Wandertage und Ausflüge sollen hingegen unterlassen werden“, hieß es weiter in einer Erklärung der Senatsbildungsverwaltung. Auch die Schulinspektion und alle Arten von Schulkonferenzen und – gremien sind vorerst ausgesetzt. „Wir nehmen die Lage sehr ernst“, sagte Scheeres.

Neun Schulen und zwei Kitas sind inzwischen in Berlin geschlossen

Schon am Donnerstag im Schulausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hatte Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers (SPD) die Dynamik der Situation betont. „Es kommen stündlich neue Nachrichten rein über Schulen, die geschlossen werden“, sagte Stoffers. Neun Schulen sind inzwischen in Berlin geschlossen, teilweise nur für ein paar Tage, teilweise über einen längeren Zeitraum von 14 Tagen.

An fünf Schulen ist der Schulbetrieb eingeschränkt, auch in zwei Kitas. Von einer generellen Schließung von Kitas- und Schulen ab Montag – wie es nun in Bayern und im Saarland geschieht – sieht man aber noch ab. Politiker wie Silke Gebel, Fraktionsvorsitzende der Berliner Grünen, halten das allerdings für einen Fehler.

„Wir werden Schulen schließen müssen“, twitterte sie - so laute die Empfehlung des Virologen Christian Drosten, an die man sich halten solle. Noch ist das aber keine Senatslinie. Man bleibt vorerst dabei, in Einzelfällen den Kita- oder Schulbetrieb für eine Weile stillzulegen, sollte ein bestätigter Coranafall im direkten Umfeld auftauchen.

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Verunsicherung an vielen Schulen ist groß – wie mit Verdachtsfällen umgehen?

Allerdings ist die Verunsicherung an vielen Berliner Schulen, wie man mit dem Coronavirus und Verdachtsfällen umgeht, groß. Deshalb hat das Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf sich mit einem Schreiben an alle Schulleitungen des Bezirks gewandt, um das Vorgehen zu erklären. „Das Gesundheitsamt erhält Coronavirusnachweise von Laboren, Ärzten oder anderen Gesundheitsämtern gemeldet und setzt sich im Falle eines Lehrers oder Schülers, der ihre Schule besucht, mit Ihnen in Verbindung.“

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Das heißt, in der Regel kommt das Gesundheitsamt auf die Schule zu und ordnet gegebenenfalls eine Schließung an. Nur, wenn Schulen tatsächlich von einem „bestätigten Fall“ erfahren, sollen sie sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden.

Offenbar rufen aber auch viele Schulleitungen beim Amtsarzt an, wenn sie nur einen Verdacht haben. „Da momentan enorm viele Anfragen mit teilweise vagen Informationen bei uns auflaufen, können wir die dringend notwendigen Ermittlungsaufgaben nicht durchführen.“ Das Schreiben betont, man soll wirklich nur zum Telefon greifen, „wenn bei einem Lehrer oder Schüler ein bestätigter Fall per Abstrichergebnis vorliegt.“ Um alle Verdachtsfälle und Kontaktpersonen kümmere man sich auf anderem Wege.

Schulen fragen sich, wie es mit den Prüfungen weitergeht

Eine wichtige Frage ist auch, wie es nun mit den anstehenden Prüfungen wie dem Mittleren Schulabschluss (MSA) und Abitur weitergeht. Die ersten Abiturprüfungen sind für den 27. März angesetzt, die Prüfungen ziehen sich dann weiter in den April und Mai.

Auf der Kultusministerkonferenz wurde deutlich, dass man den Lehrern und Schülern in diesem Punkt weit entgegenkommen will – sowohl, was den Zeitplan als auch die Art der Durchführung betrifft. Die Abschlüsse würden auf jeden Fall bundesweit anerkannt, betonte Ties Rabe, der Hamburger Senator für Schule und Berufsbildung, der für die nördlichen Bundesländer sprach. In Berlin stimmt man sich bei der Durchführung des MSA und der Berufsbildungsreife (BBR) aktuell mit dem Nachbarland Brandenburg ab. Noch halte man an der normalen Terminplanung fest. „Wir arbeiten aber schon an einem Plan B“, so Stoffers im Schulausschuss.

In Berlin sind nach Angaben der Senatsverwaltung für Bildung mittlerweile neun Schulen geschlossen.


Diese Schulen sind zurzeit geschlossen:

• Christoph-Földerich-Grundschule, Spandau

• Conrad-Grundschule, Steglitz-Zehlendorf

• Emanuel-Lasker-Schule, Friedrichshain-Kreuzberg

• John-F.-Kennedy-Schule (Grundschulbereich), Steglitz-Zehlendorf

• Johann-Peter-Hebel-Grundschule, Charlottenburg-Wilmersdorf

• Schule Eins, Pankow

• Sophie-Scholl-Schule, Tempelhof-Schöneberg

• Wangari-Maathai-Internationale-Schule, Charlottenburg-Wilmersdorf

Geschlossene Kitas:

• Kita Pappelallee 40, Prenzlauer Berg

• Kita Waldräuber, Reinickendorf