Natur

Jungaale im Potsdamer Hafen auf die Reise geschickt

Potsdam. 300 000 junge Aale sind am Dienstag vom Potsdamer Hafen aus auf die Reise geschickt worden. In Plastikkübeln luden Fischer die Jungaale auf Boote, um sie in der Region auszusetzen. Mit dieser Aktion soll dem Rückgang der Aale in europäischen Gewässern entgegengewirkt werden. "Mit großem Einsatz setzen Berufsfischer und Angler Brandenburgs seit 2006 ein ambitioniertes Wiederauffüllungsprogramm des Aalbestands um", betonte Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne). Er selbst entließ im Hafen ebenfalls ein paar Aale direkt ins Wasser.

Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) pflanzt sich in der Sargassosee vor Mittelamerika fort, überquert den Atlantik und lebt als ausgewachsener Fisch in Mitteleuropa. Da seine Wanderung durch Umwelteinflüsse oder Staustufen in Flüssen und Seen zunehmend erschwert wird, gilt er als vom Aussterben bedroht. Die Aale bleiben die nächsten Jahre bis zur Laichreife in Brandenburger Gewässern, dann geht es zurück zum Meer.

Diese Methode gilt als effektivste Maßnahme zur Wiederauffüllung des Aalbestands, wie das Ministerium betonte. Deshalb werden im Rahmen des Projektes die Jungaale in offene Gewässer mit Verbindung zur Elbe ausgesetzt, in diesem Jahr bereits mehr als acht Millionen. Zwei Millionen in einer Aalfarm angefütterte Jungaale folgen noch.

Das Projekt wird vor allem aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds, Landesmitteln und Eigenmitteln der Fischerei finanziert.