Bildung in Berlin

Das sind Berlins beliebteste weiterführende Schulen

In Berlin haben sich mehr Schüler für weiterführende Schulen angemeldet als im Vorjahr. Es gab aber auch deutlich mehr Plätze.

Weiterführende Berliner Schulen verzeichnen ein Plus an Anmeldungen von Schülern  im Vergleich zum Vorjahr.

Weiterführende Berliner Schulen verzeichnen ein Plus an Anmeldungen von Schülern im Vergleich zum Vorjahr.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Berlin. Mehr als 1000 Plätze an Berlins weiterführenden Schulen (ab der siebten Klasse) sind für das Schuljahr 2020/21 bisher nicht vergeben. Die Senatsbildungsverwaltung hat am Montag die Anmeldezahlen vorgelegt.

Obwohl sich in Berlin dieses Jahr 332 mehr Schüler angemeldet haben als im Vorjahr, besteht dennoch kein Platzmangel bei den weiterführenden Schulen. 57,6 Prozent der Schüler wählten in diesem Jahr eine Integrierte Sekundarschule (ISS), 42,2 Prozent ein Gymnasium. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese Zahlen fast unverändert geblieben.

Aus den Zahlen lassen sich auch die Schulen ableiten, die bei Eltern und Schülern am beliebtesten sind. Bei den ISS landete in diesem Jahr folgende Schulen in den Top Ten:

  1. die Max-Beckmann-Schule in Reinickendorf
  2. Martin-Buber-Schule in Spandau
  3. die Carl-Zeiss-Schule in Tempelhof
  4. die Sophie-Scholl-Schule in Schöneberg
  5. die Bettina-von-Arnim-Schule in Reinickendorf
  6. die Gutenberg-Schule in Lichtenberg
  7. die Wilma-Rudolph-Schule in Zehlendorf
  8. die Ellen-Key-Schule in Friedrichshain
  9. die Alexander-Puschkin-Schule in Lichtenberg
  10. die Heinz-Brandt-Schule in Pankow

Auch bei den Gymnasien gibt es eine diesjährige Top Ten:

  1. auf Platz eins ist das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Pankow gelandet
  2. Fichtenberg-Oberschule in Steglitz
  3. das Barnim-Gymnasium
  4. das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium in Lichtenberg
  5. das Friedrich-Engels-Gymnasium in Reinickendorf
  6. das Paul-Natorp-Gymnasium in Schöneberg
  7. das Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow
  8. das Hannah-Arendt-Gymnasium in Neukölln
  9. das Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Prenzlauer Berg
  10. das Robert-Blum-Gymnasium in Schöneberg.

Von den 26.282 verfügbaren Plätzen, die es in Berlin gibt, werden im nächsten Schuljahr also bisher 25.173 besetz sein. Dabei sieht die Verteilung der noch freien folgendermaßen aus: 682 Plätze sind bei 75 der 126 Integrierten Sekundarschulen frei, 427 freie Plätze gibt es zudem bei 50 der 90 aufnehmenden Gymnasien. Auch wenn im Laufe des Schuljahres noch Schüler durch Zuzug hinzukommen, hätte Berlin also noch Platz.

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Bildungssenatorin Scheeres (SPD): Schulbauoffensive zeigt Wirkung

Die Schulbauoffensive des Berliner Senats zeige alles in allem also Wirkung, so Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). „Mir ist klar, dass wir bei der Schaffung von Schulplätzen auch in Zukunft nicht nachlassen dürfen“, so Scheeres. Die Zahl der Schulplätze konnte im Vergleich zum Vorjahr bei den weiterführenden Schulen um 1267 erhöht werden. Schwierig sei allerdings die unausgeglichene Beliebtheit der Schulen.

Da es bei den weiterführenden Schulen keine Verteilung nach Einzugsgebiet gebe, könne es für die Schulwahl ganz verschiedene, subjektive Gründe geben, erklärt Stefanie Remlinger, Bildungspolitikerin der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

Nicht nur Qualität und Schulprofil, sondern auch der Fahrtweg spielten eine Rolle. Bei den beliebten Schulen kämen auf der Schulseite häufig Auswahlkriterien wie der Notendurchschnitt hinzu, die Anmeldung für Schüler und Eltern werde so oft zur Nervenprobe. Denn schon in der Grundschule entstehe so Leistungsdruck bei den Schülern, bei den Eltern ein „Lotteriegefühl“, sagt Remlinger.

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Berliner Senat: Viele der Schulen sind über-nachgefragt

Ein gewisser Anteil der Plätze müsse nämlich auch ausgelost werden. Die besonders beliebten Berliner Gymnasien waren in diesem Jahr um 26,3 Prozent über-nachgefragt, heißt es in der Mitteilung der Senatsverwaltung weiter. Im Falle der ISS sind es sogar knapp 51 Prozent.

Bei den ISS meldeten sich also nochmal halb so viele Schüler mehr an wie aufgenommen werden können. Remlinger kann trotz der noch freien Plätze bei den weiterführenden Schulen keine Entwarnung geben: „In den Vorjahren gab es noch mehr freigebliebene Plätze.“ Die Schülerzahlen steigen also weiter.

Es sei zwar erfreulich, dass in diesem Jahr alle Schüler versorgt werden konnten. Berlin müsse den Schulbau dennoch weiter vorantreiben, bis „ein Puffer“ entstanden ist, so Remlinger. Die nun stark nachgefragten Schulen würden zudem nichts über die weniger stark nachgefragten Schulen aussagen.

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FDP-Sprecher Fresdorf: Schulen müssen auch selbst an Attraktivität arbeiten

Die Wahl haben – das müsse jedem Schüler möglich sein, sagt Paul Fresdorf, parlamentarischer Geschäftsführer der Berliner FDP und Sprecher für Bildung. Allein deshalb müsse es in Berlin jedes Jahr etwa 1000 Schulplätze mehr geben als zahlenmäßig benötigt werden.

Er appelliert dabei auch an die Schulen selbst: „Umso attraktiver eine Schule ist, desto mehr Anmeldungen bekommt sie“, so Fresdorf. Anhand der Zahlen sehe man zwar, dass Plätze bei den weiterführenden Schulen geschaffen werden, es müssten aber deutlich mehr sein. „Spannend“ werde es, wenn die Zahlen für die Grundschulen vorliegen, findet Fresdorf. Die Plätze seien dort noch knapper bemessen.

Was ihr bei der Darstellung des Senats fehle, sei die Verteilung auf die Bezirke, kritisiert indes Remlinger weiter. Als Pankowerin weiß sie zum Beispiel, dass gut 2000 Schüler jedes Jahr auf weiterführende Schulen außerhalb des Bezirks gehen. Auch wie oft der Erstwunsch eines Schülers überhaupt erfüllt werden kann, gehe aus der Mitteilung nicht hervor.

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