Prozess

Weizsäcker-Sohn erstochen: Anklage gegen Gregor S. erhoben

Gregor S. erstach von Weizsäcker und verletzte einen Polizisten schwer. Es wurde Anklage wegen Mordes und versuchten Mordes erhoben.

Staatsanwaltschaft - Motiv soll allgemeine Abneigung gegen Weizsäcker-Familie sein

Fritz von Weizsäcker, Chefarzt an der Berliner Schlosspark-Klinik und Sohn von Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, wurde am Dienstagabend bei einer Messerattacke getötet.

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Knapp vier Monate nach dem tödlichen Messerangriff auf Fritz von Weizsäcker in der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg ist Anklage gegen den 57-jährigen Gregor S. wegen Mordes erhoben worden. Außerdem wird er wegen versuchten Mordes an einem Polizisten angeklagt. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Freitag beim Kurznachrichtendienst Twitter mit. Gregor S. ist seit der Tat im Krankenhaus des Maßregelvollzugs untergebracht.

Der Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten, Richard von Weizsäcker, wurde am 19. November 2019 nach dem Ende eines Vortrages von Gregor S. mit einem Klappmesser durch einen Stich in den Hals getötet. Fritz von Weizsäcker starb noch vor Ort. Der Angreifer konnte von einem anwesenden Polizisten überwältigt werden.

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Der Beamte habe in die Messerklinge gegriffen, um zu verhindern, dass Gregor S. weiter auf Weizsäcker einstechen kann. Dabei erlitt der Beamte tiefe Schnittwunden. Der Angreifer habe sich losreißen können und den Polizisten mit dem Messer an Hals und Brustkorb getroffen. Beide seien zu Boden gestürzt. Schließlich habe der Polizist, ein vierfacher Familienvater, den Angreifer entwaffnen können. Der Beamte musste notoperiert werden.

Fritz von Weizsäcker erstochen: Gregor S. plante Tat

Laut Generalstaatsanwaltschaft hat Gregor S. die Tat geplant. Dabei sei er im Internet auf den Vortrag in der Schloßpark-Klinik gestoßen. Demnach fuhr er am Dienstag mit der Bahn zu der Veranstaltung in Berlin. Zuvor kaufte er sich noch in Rheinland-Pfalz ein Messer.

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Gregor S. soll einen wahnhaften Hass auf die Familie des ehemaligen Bundespräsidenten haben. Grund soll Richard von Weizsäckers Geschäftsführer-Job in den 60er-Jahren beim Chemiekonzern Boehringer gewesen sein. Dieses Unternehmen habe damals

„Inwieweit die Schuldfähigkeit des Angeschuldigten eingeschränkt oder gar aufgehoben ist, ist einer Klärung in der Hauptverhandlung vorbehalten“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Der 57-jährige Deutsche war zuvor nicht mit Straftaten in Erscheinung getreten.