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Coronavirus in Berlin: Die Hauptstadt im Alarmzustand

Die Zahl der Corona-Fälle in Berlin steigt auf 13. Die Behandlungsstelle im Virchow-Klinikum verzeichnet enormen Zulauf.

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Die Preise für Atemschutzmasken schießen in die Höhe. Die Bundesregierung hat jetzt den Export der Masken untersagt.

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Berlin. In Berlin gibt es mittlerweile 13 nachgewiesene Fälle des neuen Coronavirus, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Donnerstag mit. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt gegeben.

Die Behandlungsstelle im Virchow-Klinikum der Charité verzeichnete auch am zweiten Tag einen enormen Zulauf. Berichte, wonach schon ab elf Uhr vormittags keine Wartemarken mehr ausgegeben worden seien, wies eine Charité-Sprecherin zurück. Die Stelle sei bis 16 Uhr besetzt gewesen.

Coronavirus in Berlin: Krankenhäuser planen weitere Test-Stellen

Um die Charité zu entlasten, planen andere Berliner Krankenhäuser weitere Stellen, an denen sich Bürger, die befürchten, mit dem Virus infiziert zu sein, testen lassen können. Bei Vivantes hieß es, man könne noch nicht sagen, wann die Stellen in den Krankenhäusern in Prenzlauer Berg und am Wenckebach-Klinikum in Tempelhof öffneten. Welche weiteren Krankenhäuser sich beteiligen, wollte die Gesundheitsverwaltung auf Nachfrage nicht sagen. Man sei in Gesprächen, hieß es.

Feuerwehr und Kassenärztliche Vereinigung (KV) haben am Mittwoch ihren neuen Fahrdienst für Patienten gestartet, die sich nicht mehr selbst zum Arzt begeben können. Im Einsatz sind vier Fahrzeuge der Berliner Feuerwehr, die mit Ärzten, Assistenten und Schutzausrüstung ausgestattet sind. Der Dienst wird über die Leitstelle der KV (Telefonnummer: 116117) gesteuert und nur dann angefordert, wenn sich herausgestellt hat, dass die Anrufenden sehr schwere Erkältungssymptome aufweisen und einen Hausbesuch benötigen.

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Viele Berliner Hausärzte klagen, dass sie nicht über die notwendige Schutzkleidung verfügten, um womöglich ansteckende Corona-Patienten zu behandeln. Die KV fordert Patienten deshalb wiederum auf, sich nur nach vorheriger Anmeldung in den Praxen vorzustellen. „Höchste Priorität der KV Berlin ist es, dass sich unsere Ärzte und deren Praxispersonal nicht mit dem Virus anstecken“, sagte KV-Vorstand Burkhard Ruppert. Die KV sei „aktuell in intensiven Gesprächen mit der Senatsverwaltung und der Berliner Feuerwehr, um Schutzkleidung für die Praxen zu bekommen“, sagte Ruppert.

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Eltern, deren Kinder über Erkältungssymptome wie Schnupfen oder Halsweh klagen, rät die KV zum gleichen Vorgehen wie im Falle von erwachsenen Erkrankten. Sie sollten die Kinder zu Hause lassen und sich telefonisch an den Kinderarzt wenden, dieser solle über das weitere Vorgehen entscheiden. Sollte ein Mediziner entscheiden, dass ein Test auf das Virus geboten sei, würden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

Coronavirus in Berlin: Weiterhin bleiben zwei Schulen geschlossen

Zwei Schulen blieben am Mittwoch weiterhin aufgrund des Coronavirus geschlossen: die private Berlin Metropolitan School im Bezirk Mitte und die öffentliche Emanuel-Lasker-Schule in Friedrichshain-Kreuzberg. Die Schließung der Lasker-Sekundarschule gelte „bis auf Widerruf“, heißt es auf der Homepage – frühestens nächste Woche macht sie wieder auf. Noch warten Eltern, Lehrer und Schüler die Ergebnisse der Coronatests ab, die bei Schülern – die auf einer Skireise in Norditalien waren – am Mittwoch in den Schulräumen durchgeführt wurden. Ein Lehrer dieser Klassenreise war am Coronavirus erkrankt. Nach den Tests werde man die Schule „entsprechend reinigen“. Das sei mit dem Schulamt abgesprochen.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) machte am Rande eines Pressetermins deutlich, dass ihre Behörde eine Schulschließung nicht zu bestimmen habe. „Das entscheidet der Amtsarzt“, sagte sie. „Die Kompetenz haben wir nicht.“ Der Fall an der Emanuel-Lasker-Schule habe aber gezeigt, wie schnell man in ihrer Behörde reagiere. Am Montagabend um 21.30 Uhr habe man von der Erkrankung des Lehrers erfahren und sofort agiert. „Die Telefonkette hat funktioniert“, betonte sie. So hätten am nächsten Morgen Schulaufsicht und Schulpsychologen vor dem Schultor gestanden, um Schüler zu informieren, die noch nichts von der Schließung wussten.

Grundsätzlich sei Schulausfall aber ein Problem – besonders, weil wichtige Prüfungen wie die Berufsbildungsreife (BBR), der Mittlere Schulabschluss (MSA) und das Abitur ab März bevorstehen. Keiner wisse genau, ob das Virus bis dahin noch ein dominierendes Thema sei. „Wir können ja nicht in eine Glaskugel schauen“, sagte Scheeres. Aber man entwickele zusammen mit Brandenburg Notfallpläne, wie man im Fall einer längeren Schulschließung mit den Prüfungen BBR und MSA umgeht. Für das Zentralabitur spreche man auf der Staatssekretärsebene mit den anderen Bundesländern. Bislang sei von einer Abiturverschiebung nirgends die Rede gewesen.