Freizeit

Das sind die Tipps zum Wochenende in Berlin

Sport, Literatur, Kunst, Genuss: In allen Bezirken der Hauptstadt lässt sich am Wochenende viel erleben. Eine Auswahl.

Die Fahrer müssen beim „Eisspeedway Berlin“ ihre Maschinen perfekt beherrschen.

Die Fahrer müssen beim „Eisspeedway Berlin“ ihre Maschinen perfekt beherrschen.

Foto: privat / Horn

„Galerie Weisser Elefant“ zeigt Rückblick mit Ausblick von Elma Riza

Werke aus Fotografie, Zeichnungen im Raum und Skulpturen - aber alles in Bewegung und in Verbindung mit der Außenhülle, dem Raum. Das ist die Ausstellung „Logique d’Espaces“ von Elma Riza. Die Eröffnung ist am Sonnabend, 29. Februar, um 19 Uhr in der „Galerie Weisser Elefant“ an der Auguststraße 21. Die Kunstausstellung verbindet derzeitige Arbeiten Elma Rizas mit ihren früheren Werken. Es ist also ein Rückblick mit einem Ausblick auf das, was noch kommen soll. Für ihre zweite Einzelausstellung wählte die Künstlerin Elma Riza Projekte zu ihrem bevorzugten Thema, den Raumstrategien, aus. Elma Riza ist in Berlin keine Unbekannte. Sie ist seit vergangenem Jahr Mitorganisatorin des Vereins Frauenmuseum Berlin. Außerdem studierte sie an der Kunsthochschule Weißensee, davor in Nantes. Ihre erste Einzelausstellung hatte sie in Tunis. Außerdem wurden ihre Werke auch schon in London, Wien, Marseille und Berlin gezeigt.

Galerie Weisser Elefant, Ausstellung „Logique d’Espaces“, Auguststraße 21, vom 29.2. bis zum 9.4.

Museumsabend für die Künstlerin Audre Lorde

Nach ihr wird in naher Zukunft eine Straße in Friedrichshain-Kreuzberg benannt. Die Amerikanerin Audre Lorde (1934-1992) war eine Dichterin und Aktivistin, die einen Teil ihres Lebens in Kreuzberg verbrachte. So war sie unter anderem 1984 Gastprofessorin am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität. Zu ihren Verdiensten zählt die Vernetzung schwarzer Menschen, insbesondere Frauen in Deutschland, und die Einbindung von Frauen, Lesben und Schwulen in die Friedensbewegung. Das Friedrichshain-Kreuzberg-Museum bietet jetzt eine Reihe von Veranstaltungen, die der Öffentlichkeit Persönlichkeit und Ideen Lordes vermitteln. In der Dachetage stellt nun Marion Kraft Leben und Werk vor, Ika Hügel-Marshall und Jeanne Wagner lesen Texte. Zudem wird es eine Diskussionsrunde und einen Rundgang zum Thema „Audre Lorde in Berlin“ geben.

Friedrichshain-Kreuzberg-Museum (FHXB), Adalbertstraße 95a, Kreuzberg, 5. März, 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das Haft-Tagebuch von Edith Jacobson und seine Geschichte

Um eine schwarze Kladde und ihre bewegende Geschichte geht es an diesem Abend. Die Kladde enthält Gedichte und Notizen der jüdischen Psychoanalytikerin Edith Jacobson (1897-1978), die sie während ihrer Haft in Moabit 1935 schrieb. „Nun gerade lass ich mich nicht unterkriegen“ steht darin. Die Sozialwissenschaftlerin Judith Kessler liest aus den Texten vor, Elzbieta Sternlicht spielt Klavier. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Weltverbesserinnen“. Die schwarze Kladde galt als verschollen. Kessler fand das Heft vor mehr als 25 Jahren in ihrem privaten Umfeld, ahnte jedoch nichts von dessen Bedeutung. Mehrmals las sie darin und legte es wieder beiseite. Erst 2014 wurde ihr klar, dass es die Gefängnisnotizen von Edith Jacobson enthielt, die als eine der bedeutendsten Psychoanalytikerinnen des 20. Jahrhunderts gilt. Kessler hat diese Aufzeichnungen, gemeinsam mit dem Publizisten Roland Kaufhold, als Buch herausgegeben.

Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, Steglitz, 29. Februar, Beginn 19.30 Uhr, Eintritt zwölf Euro, Karten und Info unter elawarkocz@web.de, www.sternlichtelzbieta.de.

„Rudow liest“: Süd-Neukölln feiert ein gemeinsames Lesefest

Am ersten Märzwochenende, vom 6. bis zum 8. März, findet zum neunten Mal das Lesefest „Rudow liest“ im Süden von Neukölln statt. 17 Lesungen wird es an dem Wochenende geben an ganz verschiedenen Orten. Dazu gehören unter anderem ein Reisebüro, kirchliche Gemeindezentren, eine Apotheke – und zum ersten Mal dieses Jahr auch eine Schule. Das dreitägige Lesefest wird am Freitagabend von Neuköllns Kulturstadträtin Karin Korte (SPD) um 18 Uhr in der Bibliothek Rudow am Bildhauerweg 9 eröffnet. Die letzte Lesung findet Sonntagabend um 18 Uhr in der Buchhandlung Leporello an der Krokusstraße 91 statt. Hier wird der vielfach ausgezeichnete Autor Ahmad Mansour aus seinem Buch „Klartext zur Integration: Gegen falsche Toleranz und Panikmache“ lesen. Der Eintritt zu den einzelnen Lesungen ist frei, um Reservierung wird allerdings dringend gebeten.

„Rudow liest“, Anmeldung und Programm unter www.hier-in-rudow.de/rudow-aktuell/rudow-liest-2020.html

Winterlicher Rebenschnitt im einzigen Weingarten von Prenzlauer Berg

Weinerzeugnisse von der Spree genießen einen zweifelhaften Ruf. Im südöstlichsten Zipfel von Pankow arbeitet der Verein „Weingarten Berlin“ seit Jahren entsprechend hart daran, Spötter Lügen zu strafen. Damit die Pflanzen im Blumenviertel am Volkspark Prenzlauer Berg kraftvoll austreiben können, braucht das Team um Hobbywinzer Wolfgang Krause am heutigen Sonnabend Hilfe beim Rebenschnitt. Scheren sollten Unterstützer selbst mitbringen. Im Gegenzug gibt es Gärtnertipps und Einblicke in die Welt der hauptstädtischen Weinanbaus. Wichtig ist der Beschnitt im Spätwinter deshalb, weil man dadurch das vegetative Wachstum fördert. Altes Holz wird entfernt, und die Traubentriebe lassen sich in Stammnähe halten. In guten Jahren ernten die Winzer aus Prenzlauer Berg bis zu 1000 Kilogramm Trauben und verkaufen Riesling-Flaschen unter dem Etikett „Der Besondere“.

Rebenschnitt im Weingarten im Blumenviertel, Sa, 29. Februar ab 11 Uhr, Am Weingarten 16, 10405 Berlin

Jagd nach dem Weltmeistertitel beim Eisspeedway in Wilmersdorfer Stadion

Im Wilmersdorfer Horst-Dohm-Eisstadion geht es an diesem Wochenende rasant zu. Dort findet zum 47. Mal der „Eisspeedway Berlin“ statt. Die Teilnehmer sind dabei mit Motorrädern, die mit Spikes ausgestattet sind, auf dem Eis unterwegs und fahren um den Sieg in der Team-Weltmeisterschaft. Russland bzw. vormals die Sowjetunion hat bislang 37 von 41 vergebenen Team-WM-Titeln gewonnen und gilt daher auch in diesem Jahr als der klare Favorit. Neben Russland und dem Gastgeber Deutschland gehen zudem die Nationen Finnland, Kasachstan, Österreich Schweden und Tschechien an den Start, mit jeweils zwei Fahrern plus einem Ersatz. Im Wettbewerb treten die sieben teilnehmenden Nationen alle gegeneinander an. 21 Rennen stehen deshalb am Sonnabend auf dem Programm, die Läufe 22 bis 42 folgen am Sonntag. Danach ist allerdings noch nicht Schluss, dann geht es im kleinen Finale und im Superfinale um die Medaillen.

Horst-Dohm-Eisstadion, Fritz-Wildung-Straße 9, Wilmersdorf, Beginn 29.2. um 16.40 Uhr, am 1.3. um 13:40 Uhr. Eintritt ab 30 Euro, Kinder 9 Euro.