Innovation

Berliner Start-up bringt Smartphone auf den Markt

799 Euro soll das Smartphone aus Karbon kosten. Ab Sommer ist das Handy der Firma Carbon Mobile erhältlich.

Besteht nur zu fünf Prozent aus Kunststoff: Das Carbon 1.

Besteht nur zu fünf Prozent aus Kunststoff: Das Carbon 1.

Foto: Berlin Partner/photothek.net

Berlin.  Plant ein Berliner Start-up jetzt den Angriff auf die Marktführer Apple und Samsung? Wohl kaum. „Unser Ansatz ist es, Normen zu hinterfragen, neue Ansätze zu finden und der Branche notwendige, neue Impulse hin zu Miniaturisierung und nachhaltiger Produktion zu geben“, sagte Firas Khalifeh, Geschäftsführer von Carbon Mobile in Berlin. Khalifeh hat am Mittwoch das erste Produkt seines Unternehmens präsentiert: Das Smartphone Carbon 1 ist ein Android-Smartphone mit einem Gehäuse aus Karbon-Verbundstoffen.

Dank des neuen Werkstoffs soll das Gerät 30 Prozent leichter sein als herkömmliche Smartphones. Dafür musste das Berliner Start-up allerdings ein Hindernis überwinden: Denn Kohlefaserschalen sind zwar leicht und stabil, aber auch undurchlässig für Funkwellen. Andere Hersteller haben für Smartphones deshalb vor allem auf Kunststoff, Metall oder Glas gesetzt. Carbon Mobile hingegen ist es gelungen, durch Kombination von Verbundstoffen ein Material zu entwickeln, das die Funkwellen nicht abschirmt. Das Berliner Smartphone besitzt nur einen Kunststoffanteil in Höhe von fünf Prozent und soll zudem einfach zu reparieren sein. So wolle das Start-up dazu beitragen, dass nicht nur die Geräte an sich langlebiger sind, sondern auch die Produktion nachhaltiger ist, sagte Firas Khalifeh. Derzeit würde die Smartphone-Industrie jährlich 50 Millionen Tonnen Elektroschrott produzieren. 8o Prozent davon könnten nicht recycelt werden.

Das Carbon 1 soll ab Sommer ausgeliefert werden und 799 Euro kosten. Die erste Charge wird noch in China hergestellt, perspektivisch will das Unternehmen aber eine deutsche Fertigung aufbauen. Das Carbon-Smartphone sei eine kleine Revolution und ein Beleg für Berlin als Technologie-Hauptstadt, sagte Berlin-Partner-Chef Stefan Franzke.