Leistungsprämie

4,6 Millionen Euro extra für fleißige Polizisten

Fast 2300 besonders fleißige Polizisten bekamen im vergangenen Jahr eine Leistungsprämie. Insgesamt wurden 4,6 Millionen Euro verteilt.

Besonders fleißige Polizisten bekommen ab dem vergangenen Jahr eine Leistungsprämie.

Besonders fleißige Polizisten bekommen ab dem vergangenen Jahr eine Leistungsprämie.

Foto: Deutzmann / imago images

Wer seinen Job als Polizist besonders gut macht, bekommt eine Leistungsprämie. Was in anderen Bundesländern schon längst üblich ist, wurde im vergangenen Sommer auch in Berlin eingeführt. Für das Jahr 2019 lagen insgesamt fünf Millionen Euro im Topf, wovon genau 4.555.562,33 Euro ausgeschüttet wurden. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des Berliner FDP-Abgeordneten Marcel Luthe hervor, die der Morgenpost vorliegt.

Überstunden oder Sonderaufträge wurden belohnt

Demnach erhielten 2282 der mehr als 25.000 Beamten und Polizeibeschäftigten einen Bonus, weil sie etwa Überstunden leisteten, Sonderaufträge ausführten oder besonderes Engagement zeigten. Davon waren 1816 Beamte und 466 Tarifbeschäftigte, 1572 männlich und 710 weiblich. Die meisten Auszahlungen gab es mit 609 in der Direktion Einsatz (Dir E), zu der unter anderem die Bereitschafts- und Wasserschutzpolizei sowie die Hubschrauberstaffel gehören. Mit insgesamt rund 6400 Kräften ist diese Direktion auch die größte der sieben Direktionen. Die wenigsten Prämien wurden an der Polizeiakademie gezahlt.

Die Berliner FDP begrüßt die Bonuszahlungen

FDP-Mann Luthe und Daniel Kretzschmar, Berliner Landesvorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamten (BDK), begrüßen die Bonuszahlungen zwar prinzipiell. „Wenn aber Leistungsprämien ihren Zweck erfüllen und andere zur Leistung anspornen sollen, muss transparent sein, wer wofür konkret eine Prämie bekommen hat“, sagt Luthe. Und Gewerkschafter Kretzschmar ergänzt: „Weil es das erste Mal ist, muss man schauen, ob das Geld nach messbaren behördlichen Ergebnissen vergeben wurde oder eher nach Sympathie oder sozialen Gesichtspunkten.“ An der Leistungsprämie hatte es im Vorfeld massive Kritik gegeben. Während die einen von Willkürlichkeit in der Vergabe sprachen, befürchtete der Gesamtpersonalrat eine Neiddebatte.