Verkehr

Ab Dienstag Zugausfälle zwischen Nauen und Berlin

Ab Dienstagmorgen fallen viele Züge zwischen Nauen und Berlin für fünf Wochen aus. Grund ist die Schienenerneuerung.

Pendlern stehen zwischen Nauen und Berlin starke Einschränkungen bevor: Die Deutsche Bahn erneuert Gleise.

Pendlern stehen zwischen Nauen und Berlin starke Einschränkungen bevor: Die Deutsche Bahn erneuert Gleise.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Berlin. Für Pendler wird es in den Regionalbahnen in den nächsten Wochen vermutlich noch enger als ohnehin schon: An diesem Dienstag beginnen Bauarbeiten auf der Bahnstrecke zwischen Brieselang (Havelland) und Spandau – und die haben zahlreiche Zugausfälle und -umleitungen zur Folge. Die Dauer ist für fünf Wochen, bis zum 24. März, angesetzt. Betroffen sind die Linien RE2, RB10 und RB14.

Wie die Deutsche Bahn in einer Fahrgastinformation mitteilt, sollen auf der stark befahrenen Hamburger Bahn die Schienen in den Abschnitten Brieselang und Falkensee sowie Falkensee und Spandau erneuert werden. Dazu, heißt es weiter, muss im jeweils betroffenen Teil ein Gleis gesperrt werden – der Verkehr kann daher überwiegend nur eingleisig geführt werden.

Bauarbeiten der Deutschen Bahn: RB14 fällt zwischen Nauen und Berlin aus

Vom 18. Februar, ab 5 Uhr, bis 24. März, 16 Uhr, fällt deshalb die Linie RB14 – mit wenigen zeitlichen Ausnahmen – zwischen Nauen und Charlottenburg aus. Die Deutsche Bahn richtet einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Nauen und Spandau, mit Zwischenhalten an den fünf Bahnhöfen ein, die normalerweise von der Regionalbahn angefahren werden. Allerdings verlängert sich dadurch die Fahrzeit von knapp 30 Minuten auf 60 Minuten. In Spandau müssten die Fahrgäste dann auf die S- oder U-Bahn umsteigen.

Die Linie RE6, die zwischen Hennigsdorf und Gesundbrunnen fährt, wird in demselben Zeitraum umgeleitet, sodass die Halte in Falkensee, Spandau und Jungfernheide entfallen. Auch hier ist ein Schienenersatzverkehr zwischen Hennigsdorf und Spandau geplant, auch hier verlängert sich die Fahrzeit jedoch erheblich.

ODEG: Verstärkerzüge der RE2 fahren bis Ende Februar nicht

Bei der von der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG) betriebenen Linie RE2 entfallen bis mindestens Ende Februar die Verstärkerfahrten, die eigentlich für Entlastung während der Haupt-Berufsverkehrzeiten sorgen sollen. Als Grund wird die hohe Auslastung der Strecke genannt. Bereits Anfang Februar waren die Verstärkerzüge wegen einer Baumaßnahme ausgefallen. Inwieweit es auch im März Einschränkungen gibt, sei noch nicht klar.

Wie Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese auf Anfrage des FDP-Abgeordneten Paul Fresdorf mitteilt, werden die Bauarbeiten zum Erhalt einer leistungsfähigen Infrastruktur als unvermeidbar angesehen. „Im anstehenden Bauzeitraum werden durch die DB Netz AG bereits verschiedene Arbeiten gebündelt, um mehrfache Sperrungen des Streckenabschnitts zu vermeiden“, so Streese weiter.

FDP kritisiert fehlende Alternativen für Pendler

Dass die Züge der RB14 zwischen Nauen und Charlottenburg entfallen, obwohl nur im Abschnitt zwischen Brieselang und Spandau gebaut wird, erklärt der Staatssekretär mit der hohen Belegung des Bahnhofs Spandau. Die Züge dort enden bzw. starten – und in dem Zusammenhang wenden – zu lassen, sei nicht möglich, „weil dafür keine Bahnsteigkapazitäten zur Verfügung stehen“. Der Bahnhof Spandau sei von der DB Netz AB bereits zu einem „überlasteten Schienenweg“ erklärt worden.

FDP-Politiker Fresdorf gibt dennoch zu bedenken: „Gerade Pendler sind auf eine gute Anbindung in Berlin und Brandenburg angewiesen“, sagt er. „Rufbusse und stationäre Carsharing-Lösungen könnten hier enorm Abhilfe schaffen.“ Die Außenbezirke seien jedoch in die Planungen des Berliner Senats kaum einbezogen und speziell bei Infrastrukturproblemen auf sich gestellt.

Die Züge auf der Pendlerstrecke zwischen Nauen und Berlin sind im Berufsverkehr seit Längerem regelmäßig überlastet. Seit April 2019 sollen auf der Linie der RB10 eigentlich Doppelstockzüge fahren, auch für die RB14 waren höhere Kapazitäten angekündigt. Doch der Einsatz der zusätzlichen Wagen verzögerte sich immer weiter. Die Züge brauchen eine Zulassung, um durch den Nord-Süd-Tunnel zu fahren, hieran hakte es.

Ab Anfang Februar sollte die Genehmigung vorliegen; Pendler berichten tatsächlich von einer kürzlichen Verbesserung und Entspannung der Situation. Die Befürchtung ist jedoch da, dass es ab Dienstag wieder anders aussieht.