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Warmer Winter: Leidenszeit für Allergiker startet

Meteorologen wird die Sache langsam unheimlich: Kein Schnee im Winter, dafür Haselpollen im Januar. Nicht nur für Berlins Allergiker könnten wärmere Jahre zum Problem werden.

"Kätzchen" hängen am Morgen an einem Haselstrauch vor der aufgehenden Sonne.

"Kätzchen" hängen am Morgen an einem Haselstrauch vor der aufgehenden Sonne.

Foto: dpa

Berlin. In Berlin hat die Leidenszeit für Allergiker erneut deutlich früher begonnen als üblich. Grund seien vor allem die extrem milden Temperaturen in diesem Winter, sagte Meteorologe Thomas Dümmel an der Freien Universität. Er zählte im Stadtteil Dahlem in der vergangenen Woche an manchen Tagen bereits mehr als 100 Hasel- und mehr als 70 Erlenpollen pro Kubikmeter Luft. Bei Temperaturen bis zu 15 Grad an diesem Wochenende rechnet er erneut mit solchen Spitzenwerten.

Die ersten Pollen gingen Dümmel bereits am 10. Januar in die Falle. Purpurerlen hatten sogar schon im Dezember mit der Blüte begonnen. Damit blieben Allergikern nur wenige Wochen Atempause, seit die letzten Ambrosia-Pollen Ende Oktober flogen. Dümmel rechnet damit, dass bald auch die Birke mehrere Wochen früher blüht als üblich.

Der frühe Start in die Pollensaison ist kein neues Phänomen. Auch der vergangene Winter war deutlich zu warm. "Langsam macht es mir Angst", sagte Dümmel. Er rechne in diesem Winter nicht mal mehr mit einer hauchdünnen Schneedecke. "Wenn es in dem Rhythmus weitergeht mit der Erwärmung, wird es bedenklich." Nicht nur für Allergiker. "Dann brauchen wir im Sommer mehr Klimaanlagen."

Positiver als im vergangenen Jahr sehe nur die Niederschlagsbilanz für diesen Winter aus, berichtete Dümmel. Im Dezember fielen rund 30 Liter Regen pro Quadratmeter, im Januar 32 Liter. Das lag zwar unter dem Durchschnitt, der für Dezember bei 54 und für Januar bei 43 Litern Niederschlag pro Quadratmeter liegt. Doch es war deutlich mehr als im trockenen Winter 2018. Der Februar reißt die magere Bilanz für dieses Jahr bisher heraus: Mit 33 Litern pro Quadratmeter in Dahlem sei das Monatssoll von 36 Litern schon fast erfüllt.

70 Prozent des Berliner Regensolls im Winter seien insgesamt schon gefallen, sagte Dümmel. "Wir brauchen aber noch ein bisschen mehr." Denn ein weiterer trockener Sommer könne den Vorrat schnell zunichtemachen. Denn nicht jeder Regentropfen komme auch im Grundwasser an. In einer Stadt wie Berlin gibt es viele versiegelte Flächen und die Kanalisation führt das Regenwasser dann ab.