Kammergericht

BVG: Bestellung von 1500 U-Bahnwagen verzögert sich weiter

Die BVG braucht dringend neue U-Bahnen. Doch nun verschiebt sich ein entscheidender Gerichtstermin für die Wagen-Bestellung unerwartet.

Die alten U-Bahnwagen der BVG sind teils kaum noch einsatzfähig. Neue werden dringend gebraucht.

Die alten U-Bahnwagen der BVG sind teils kaum noch einsatzfähig. Neue werden dringend gebraucht.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Die Bestellung von 1500 neuen U-Bahnwagen durch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) beim Hersteller Stadler verzögert sich weiter. Grund ist, dass das Berliner Kammergericht den nächsten Verhandlungstermin am Freitag kurzfristig verschoben hat.

Vor dem obersten Berliner Gericht rügt der unterlegene Bieter Alstom derzeit die Vergabe an Stadler. Bei der für Montag, 17. Februar geplanten, zweiten mündlichen Anhörung hätte womöglich schon ein Urteil fallen können. Doch das Kammergericht verschob den Termin auf den 20. März. Der Grund für die Verschiebung war zunächst nicht bekannt.

BVG wartet händeringend auf neue U-Bahnwagen

Auch wenn die Chancen für die BVG vor dem Kammergericht gut stehen, bedeutet die Mitteilung weiteres Warten auf die nötigen Wagen. Die ursprünglich für Ende 2021 geplante Auslieferung der ersten Züge dürfte nicht mehr zu halten sein. Erste neue Wagen gibt es dann erst 2022.

Die braucht die BVG dringend. Die U-Bahnflotte der Verkehrsbetriebe ist stark dezimiert. Seit Anfang 2018 wurden alleine von der Kleinprofil-Baureihe A3L71 18 Wagen stillgelegt oder sind nicht mehr einsatzbereit. Von der Serie F79 sind mindestens 58 von 70 Wagen abgestellt. Beide Zugtypen sind Leichtbaureihen aus Aluminium. Nach nunmehr rund 40 Dienstjahren sind viele wegen Rissen und Rost nicht mehr einsetzbar. Anders als früher können die Verkehrsbetriebe ausgefallene Züge heute kaum noch auffangen. Ist ein Wagen nicht einsatzbereit, schlägt sich das fast direkt im Betrieb nieder.