Freizeit

Das sind die besten Tipps zum Wochenende in Berlin

Ausgehen nur in der Innenstadt? Weit gefehlt. Das Veranstaltungsangebot ist in allen Berliner Stadtteilen vielfältig. Eine Auswahl.

Der Schwabe Reinhold Steinle bietet etwas andere Führungen durch Neukölln an.

Der Schwabe Reinhold Steinle bietet etwas andere Führungen durch Neukölln an.

Foto: Amin Akhtar

Erster Ausflug in den Frühling zu den Kamelien im Botanischen Garten

Berlin. Während sich die Natur derzeit noch von ihrer kargen Seite zeigt, ist es im Botanischen Garten Dahlem bereits Zeit für einen ersten Frühlingsspaziergang. Besucher können im Kameliengewächshaus eine üppig blühenden Blütenpracht und ein weiß-rosa-rotes Farbenspiel erleben. Die Ur-Kamelie und die zahlreichen, zum großen Teil historischen Sorten des Botanischen Gartens, verwandeln das Kamelienhaus in ein Blütenmeer.

Die Faszination durch den Blütenreichtum spiegelt sich auch in Kunst und Literatur wider. Doch die populäre Rose des Winters hat nicht nur eine interessante Geschichte, sondern sie ist mit ihrer speziellen Biologie eine Herausforderung für Züchter in aller Welt. Mehr darüber erfahren Besucher auf einer Führung von Beate Senska. Die Biologin erklärt auf dem Rundgang zum Thema „Kamelien – die kühlen Schönheiten“ alles Wissenswerte über die Pflanzen.

Botanischer Garten, Sonntag 16. Februar, 10 Uhr, Treffpunkt Eingang Königin-Luise-Straße, Kosten: Führung 6 Euro und erm. Garteneintritt 3 Euro

Goethe auf der Bühne: Iphigenie auf Tauris im Theater an der Parkaue

Im Theater an der Parkaue feiert ein neues Stück Premiere. „Iphigenie aus Tauris“, 1779 von Johann Wolfgang von Goethe geschrieben, ist ab Mittwoch auf der Bühne zu sehen. Der Stoff ist bekannt: Iphigenie, von der Göttin Diana nach Tauris gebracht, kann dem Werben Thoas’ keine stichhaltigen Argumente mehr entgegenstellen. Doch heiraten will sie ihn nicht, denn sie fühlt sich auf der Insel fremd. Zu groß ist ihre Sehnsucht nach Griechenland. Dabei erwartet sie dort nur ihre mordlustige Familie. Wem ist Iphigenie verpflichtet?

„Goethe hat eine durch ihre Ansprüche an sich selbst aufgeriebene Frauenfigur geschrieben“, heißt in der Ankündigung des Theaters. Damit passt der 350 Jahre alte Stoff immer noch in die heutige Zeit. Regisseurin Nora Bussenius bringt Goethes Tragödie nun in Lichtenberg auf die Bühne.

Theater an der Parkaue, Parkaue 29, Premiere 19. Februar, 19 Uhr, weitere Vorstellung am 21. Februar, 18 Uhr, geeignet für Jugendliche ab 16. Restkarten sind noch zu 13 Euro an der Abendkasse erhältlich.

Malen zum Mitmachen für Familien in der Galerie Kungerkiez

Gemeinsam mit Geschwistern, Eltern und Großeltern Bilder malen? Zu einem solchen Workshop lädt die Künstlerin Zsuzsa Klemm in die Galerie Kungerkiez ein. Er hat den Titel: „Mit Farbe, Form und Linie zur inneren Stimme“. Die Malerin stellt große Bögen Papier zur Verfügung, außerdem Acrylfarbe, Kohle, Bleistift und Wachskreide. Los geht es mit einer kurzen Einführung und einer Lockerungsübung, „danach darf dann jeder loslegen“, so die Künstlerin. Im Laufe des Workshops soll es auch eine Zwischenreflexion geben.

„Da gucken wir uns an, was gemacht worden ist, aus welcher Motivation heraus, und wie die Wirkung ist.“ Zsuzsa Klemm stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien. 1977 kam ihre Familie nach Deutschland. Klemm studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Seit 2008 lebt sie in Berlin. Die Galerie Kungerkiez zeigt noch bis zum 23. Februar eine Ausstellung mit ihren Bildern.

Galerie Kungerkiez, Karl-Kunger-Straße 15, Alt-Treptow, Workshop am 15. Februar, 11-14 Uhr, Kosten 14 Euro, für Kinder bis 3 Jahre frei, Anmeldung erbeten unter zsuzsa.klemm@gmail.com

Mit einem Schwaben den Bezirk Neukölln entdecken

Wie sieht Neukölln eigentlich von oben aus? Und wie das Rathaus von innen? Wie hat sich der Richardplatz in Laufe der Jahre verändert? Und was gibt es im hippen Reuterkiez heute noch Neues zu entdecken? Reinhold Steinle geht diesen Fragen regelmäßig auf den Grund. Und freut sich über Begleitung. Denn der gebürtige Schwabe, der seit Langem schon in Neukölln lebt, führt durch den Bezirk. Sein Steckenpferd sind die Rathausturmführungen.

Darüber hinaus kennt sich Steinle aber auch so blendend im Bezirk aus und bietet Führungen an. Zum Beispiel im Karstadt am Hermannplatz. Der Kaufhaus-Eigentümer, die Signa Gruppe, wünscht sich hier eigentlich einen Neubau im Stil der 1920-er Jahre, doch das Projekt ist im Kiez umstritten. Wer mag, kann sich mit Steinle ein eigenes Bild von dem Gebäude und seiner Umgebung machen.

Führungen mit Reinhold Steinle durch Neukölln. Dauer circa 90 Minuten, Teilnahme 7 bis 10 Euro. Anmeldung unter reinhold_steinle@gmx.de und Tel. 030 857 323 61. www.reinhold-steinle.de

Der legendäre Berliner Fotograf Umbo in 200 Bildern

Der Künstler mit dem Pseudonym „Umbo“ – bürgerlich Otto Umbehr (1902-1980) – stehe für einen „Urknall“ der modernen Fotografie Mitte der 20er-Jahre, hat Kunsthistoriker Herbert Molderings einmal geschrieben. Er gilt als Erfinder des Bildes der „Neuen Frau“, des neuen Bildes der Straße und der fotografischen Reportage. Sein Name ist verbunden mit den Wandervögeln der Wilhelminischen Ära, mit Bauhauslehrer Johannes Itten und der Medienmetropole Berlin. In „Werke 1926 – 1956“ sind jetzt 200 Arbeiten sowie zahlreiche Dokumente aus dem Nachlass zu sehen.

Die Ausstellung feiert zudem den Erwerb des Nachlasses Umbos durch die Galerie. Bei der Vernissage sprechen unter anderem Thomas Köhler, Direktor der Berlinischen Galerie und Ulrich Domröse, Leiter der Fotografischen Sammlung und Kurator der Ausstellung.

Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, Kreuzberg, 20. Februar, Einlass ab 18 Uhr, Beginn 19 Uhr, Eintritt frei am Eröffnungsabend, Ausstellung bis 25. Mai., Mi.-Mo. 10-18 Uhr. Eintritt 8/5 Euro

Maxi Obexer liest aus ihrem Roman „Europas längster Tag“

Die deutsch-italienische Schriftstellerin Maxi (eigentlich Margareth) Obexer erzählt in ihrem 2017 erschienene Roman „Europas längster Tag“ von ganz verschiedenen Einwanderungsgeschichten. Was bedeutet es zu gehen? Und was heißt ankommen? Fragen, denen sie in ihren Büchern nachgeht. Die Autorin hat die europäische Einwanderungspolitik zu dem Leitthema ihrer literarischen Arbeit gemacht.

Am 18. Februar liest Maxi Obexer in der Bezirkszentralbibliothek im Eva-Maria-Buch-Haus aus ihrem Werk. Verschiedene Autoren nehmen im Rahmen der Lesereihe „Europa – deine Geschichten“, initiiert durch die Senatskulturverwaltung und die Berliner Bezirke, ihr Publikum mit auf Reisen durch Europa. Und jeder trifft dabei einen ganz anderen Ton. Seit Herbst 2019 existiert die Lesereihe. Maxi Obexer wuchs in einer deutschsprachigen Familie in Südtirol/Italien auf. Sie wurde mehrfach auch für ihre Theaterstücke und Hörspiele ausgezeichnet.

„Europas längster Tag“ (2017), Lesung mit Autorin Maxi Obexer, 18.02., 20 Uhr, Bezirkszentralbibliothek, Götzstraße 8-12, 12099 Tempelhof, Eintritt frei