Ausbildung

Evangelischer Journalistenschule in Berlin droht das Aus

Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik spart an der Medien-Ausbildung in Berlin.

Sie gilt als eine der exzellenten Ausbildungsstätten für Journalisten in Deutschland, brachte namhafte Medienleute hervor, gewann Preise – nun steht die Evangelische Journalistenschule (EJS) in Berlin vor dem Aus. „Die Ausschreibung des nächsten Jahrgangs im März ist vorerst gestoppt“, bestätigt Jörg Bollmann, Publizistischer Vorstand des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP). Zu dem Medienunternehmen der evangelischen Kirche gehören unter anderem die Nachrichtenagentur EPD und die Zeitschrift „Chrismon“.

Insgesamt müsse das GEP bis 2024 eine Summe von 1,9 Millionen Euro einsparen, so Bollmann. Dies solle ausschließlich sozialverträglich geschehen, indem beispielsweise frei werdende Stellen nicht wiederbesetzt würden. Dies treffe 2021 und 2022 auch zwei der derzeit drei festen Stellen der Journalistenschule. „Im nächsten halben Jahr werden wir klären, ob die Schule Bestand hat – unabhängig davon wollen wir aber aus der journalistischen Aus- und Weiterbildung nicht aussteigen.“

Anlass des „Restrukturierungskonzepts“ sei die schlechte Marktlage. „Auch wir sind abhängig von der Marktentwicklung im Print- und Nachrichtengeschäft, etwa dem Rückgang von Auflagen und Werbeerlösen.“

Seit 25 Jahren bietet die EJS pro Jahrgang 16 Schülern eine 22-monatige Ausbildung. Der 14. Jahrgang sollte 2020 starten. Besonderer Wert wird auf wertebasierte Ausbildung gelegt, die auch die journalistische Arbeit selbst hinterfragt. Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hatte gerade betont, Qualitätsjournalismus sei heute wichtiger denn je.

Es brauche „Gatekeeper“, sagte er, „die uns helfen, uns in der Flut von Informationen zurechtzufinden“. Alumni und Unterstützer haben eine Initiative für die EJS gegründet: evangelische-journalistenschule-retten.de.