Christian Gräff

CDU-Abgeordneter gibt Verband der Grundstücksnutzer ab

Gräff verzichtet auf den Spitzenposten. Es war nicht immer deutlich zu erkennen, ob er als Politiker oder als VDGN-Chef sprach.

Der CDU-Abgeordnete Christian Gräff.

Der CDU-Abgeordnete Christian Gräff.

Foto: Die Hoffotografen GmbH Berlin

Es hat immer mal wieder Kritik an der Doppelrolle gegeben: Christian Gräff, Berliner CDU-Abgeordneter, war seit Juni 2019 auch Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN). In der Auseinandersetzung um Wohnungsneubau sowie die Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik in Berlin war dann nicht immer klar erkennbar, wer sprach: der CDU-Abgeordnete oder der VDGN-Präsident. Nun hat sich Gräff entschieden: Er scheide aus dem VDGN aus, sagte der 41-Jährige der Berliner Morgenpost. Ein Nachfolger ist auch schon ausgemacht: Jochen Brückmann, Experte für Stadtentwicklung bei der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK), übernimmt.

„Ich werde mich jetzt voll und ganz auf meine Arbeit als Abgeordneter im Berliner Landesparlament und auf meine Selbstständigkeit konzentrieren“, sagte Gräff. In den vergangenen Monaten seien die inhaltlichen Schwerpunkte beim VDGN neu ausgerichtet und die Verbandsarbeit verbessert worden. „Für mich war immer klar, dass der Verband dann auch wieder einen hauptamtlichen Präsidenten braucht“, so Gräff.

Auf seinen Vorschlag nominierte das VDGN-Präsidium in dieser Woche einstimmig Jochen Brückmann als Nachfolger. Der 52-Jährige ist seit 20 Jahren in verschiedenen Funktionen bei der IHK und sehr gut in der Stadt vernetzt. Für die IHK sei dies ein „echter Verlust“, hieß es in Wirtschaftskreisen. Auf einem außerordentlichen Verbandstag im Mai soll Brückmann zum neuen Präsidenten gewählt werden.

VDGN hat rund 20.000 Mitglieder in Berlin

Der VDGN hat rund 20.000 Mitglieder in Berlin und ist gerade im Ostteil sehr präsent. Der Verband war 1994 gegründet worden, um die Interessen der ostdeutschen Grundstücksnutzer zu vertreten, die damals auch vom Thema Enteignung betroffen waren. Der VDGN machte in den vergangenen Jahren in Berlin Front gegen das Straßenausbaubeitrags-Gesetz, engagiert sich für den Erhalt von Kleingärten oder kämpft schon seit Jahren für die sogenannte Tangentiale Verbindung Ost (TVO).

Die bessere Straßenverbindung zwischen den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick soll die Stadtteile Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf vom Verkehr entlasten beziehungsweise den Innovationspark Wuhlheide besser anbinden.