Tiergarten

Bericht: Razzia in Stripclub nach Hinweis von Innensenator

Eine Einsatzhundertschaft stürmte nach einem Hinweis von Innensenator Geisel (SPD) einen Stripclub. Der Verdacht: Zwangsprostitution.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) im Abgeordnetenhaus

Innensenator Andreas Geisel (SPD) im Abgeordnetenhaus

Foto: Annette Riedl / dpa

Berlin. Wie „Bild“ und „BZ“ berichten, hat es im vergangenen Oktober einen größeren Polizeieinsatz in einem Stripclub an der Potsdamer Straße in Tiergarten gegeben. Das Etablissement ist auch ein prominenter Schauplatz in der TV-Serie „4 Blocks“, in der es um Clankriminalität geht.

Der Hinweis für den Einsatz kam laut Bericht von Innensenator Andreas Geisel (SPD) persönlich. Dieser sei in seiner Funktion als Abgeordneter über minderjährige Prostituierte in dem Club informiert worden und habe dies in einem Sicherheitsgespräch mit Mitarbeitern thematisiert. Die zuständige Abteilung des Landeskriminalamtes habe aber nach der Prüfung des Falls von einer schnellen Durchsuchung abgeraten, da keine Erkenntnisse über etwaige Zwangsprostitution vorgelegen hätten.

Es kam schließlich doch zu einem Durchsuchungsbeschluss und zur Einleitung eines Verfahrens wegen des Verdachts der Zwangsprostitution gekommen. Eine Einsatzhundertschaft habe den Club eingehend durchsucht und Personalien von Betreibern, Angestellten und Gästen überprüft. Minderjährige Prostituierte seien aber nicht gefunden worden.

Geisel beruft sich aus Zeugnisverweigerungsrecht

Die Staatsanwaltschaft soll Geisel dann in einem Schreiben zu einer „zeugenschaftlichen Vernehmung“ aufgefordert haben. Als Abgeordneter müsse er aber keine Angaben machen. Anders verhalte es sich in seiner Funktion als Innensenator. Geisel soll dann mitgeteilt haben, dass ihm die Information als Wahlkreisabgeordneter zugetragen worden sei. Der Hinweisgeber habe darum gebeten, anonym zu bleiben. Er berufe sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht als Abgeordneter.

Der Club soll laut Bericht mittlerweile einen Antrag auf Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen gestellt haben. Der Sprecher der Innensenators erklärte, Geisel habe seiner Pflicht als Abgeordneter genügt, indem er seine Informationen über eine mögliche Straftat an die Polizei weitergegeben habe. Auf operative polizeiliche Maßnahmen habe er keinen Einfluss genommen.