Prozesse

Spektakulärer Diebstahl von Goldmünze: Plädoyers vor Ende

Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf".

Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf".

Foto: dpa

Berlin (dpa/bb) – Im Fall des spektakulären Diebstahls einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum stehen die Plädoyers vor dem Ende. Für alle vier Angeklagten wurde im Prozess vor dem Landgericht der Hauptstadt Freispruch beantragt. Einer der Verteidiger eines 21-Jährigen, der damals als Wachmann tätig war und laut Anklage den drei Mitangeklagten wichtige Hinweise gegeben haben soll, erklärte am Donnerstag, die einzelnen Indizien seien widerlegt.

Der zweite Anwalt des ehemaligen Wachmanns soll am Montag plädieren. Dann wären die Plädoyers abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hat Haftstrafen von fünf bis sieben Jahren wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall verlangt. Das Urteil in dem seit mehr als einem Jahr laufenden Prozess soll noch im Februar verkündet werden.

Die 21- bis 25-Jährigen Angeklagten sollen in der Nacht zum 27. März 2017 die Münze "Big Maple Leaf" mit einem damaligen Goldwert von knapp 3,75 Millionen Euro gestohlen haben. Drei der deutschen Angeklagten, die zu einer arabischstämmigen Familie gehören, sollen über ein Fenster in das Museum eingestiegen sein. Das Trio soll dann eine Vitrine zertrümmert und das riesige Goldstück zu einem Auto geschafft haben. Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen.

Einer der Verteidiger des damaligen Wachmanns erklärte weiter, es gebe keine Hinweise, dass sein Mandant Erkenntnisse über die Sicherheitssysteme im Museum erlangt haben könnte - "da wussten nur leitende Mitarbeiter Bescheid". Die Ermittler hätten sich "extrem früh" auf den 21-Jährigen konzentriert, obwohl ein anderer Wachmann, der zur Tatzeit im Museum seinen Dienst versah, widersprüchliche Angaben gemacht und möglicherweise involviert gewesen sei.