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Testlauf: Taser in drei Jahren in Berlin viermal eingesetzt

Drei Jahre lange wurden Taser in zwei Polizeiabschnitten getestet. Nun liegen Ergebnisse vor. Polizeigewerkschaft fordert Ausweitung.

Polizeibeamter mit Taser

Polizeibeamter mit Taser

Foto: Andreas Arnold / dpa

Berlin. Vor drei Jahren startete in Berlin auf zwei Polizeiabschnitten die Erprobung von Distanz-Elektroimpuls-Geräten, umgangssprachlich Taser genannt. In diesem Zeitraum kam es zu 23 Einsätzen mit der Waffe. 19 mal sei der Gebrauch angedroht worden, viermal wurde der Taser eingesetzt, teilte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Mittwoch mit.

„Wir haben bereits vor Beginn des Testlaufs deutlich gemacht, dass wir den Taser als sinnvolles Einsatzmittel sehen, um die Lücke zwischen Pfefferspray und Schusswaffe zu schließen“ erklärte Berlins GdP-Vorsitzender Norbert Cioma und forderte eine Ausweitung des Probelaufs auf Polizeiabschnitte in ganz Berlin. Notwendig sei auch eine Änderung des Gesetzes über die Anwendung unmittelbaren Zwangs (UZwG). Bisher sei der Taser der Schusswaffe gleichgesetzt, was dessen Einsatz rechtlich erschwere. Cioma fordert eine Einstufung unterhalb der Schusswaffe.

Bisherige Erfahrungen hätten gezeigt, dass allein schon die Androhung des Taser-Einsatzes schwierige Situationen deeskalieren könne, so Cioma weiter. Alle vier Taser-Einsätze in Berlin hätten dabei geholfen, geplante Suizide zu verhindern. Auch bei anderen Einsätzen habe der Taser auf jeden Fall geringere Auswirkungen als der Einsatz einer Schusswaffe, erklärte Cioma.