Infrastruktur

Bahn investiert 840 Millionen Euro in Berlin und Brandenburg

In Berlin und Brandenburg investiert die Deutsche Bahn 2020 unter anderem in neue Gleise und Brücken. Es gibt zahlreiche Sperrungen.

Das Logo der Deutschen Bahn.

Das Logo der Deutschen Bahn.

Foto: dpa

Berlin. Die Deutsche Bahn will 2020 in Berlin und Brandenburg die Rekordsumme von rund 840 Millionen Euro in die Infrastruktur wie das Schienennetz investieren. Dafür sollen unter anderem mehr als 200 Kilometer Gleise, gut 170 Weichen und 35 Brücken erneuert werden, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte. In 2019 waren es 780 Millionen Euro. Bundesweit stehen der Deutschen Bahn für dieses Jahr 12,2 Milliarden Euro für solche Projekte zur Verfügung.

Baustellen bei der Bahn treffen vor allem Pendler

"Bauen ist bei den Kunden nicht immer beliebt", räumte Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbeauftragter für das Land Berlin, am Mittwoch ein. "Wo gebaut wird, kann leider nicht auch immer gleich gefahren werden." Das gilt 2020 an vielen Stellen - und dürfte nicht zuletzt Pendler treffen.

Ein größeres Projekt sind die Arbeiten auf der Strecke von Ludwigsfelde nach Jüterbog ab Oktober. "Wir haben es mit der Anhalter-Bahn zu tun und damit auch mit dem gesamten Fernverkehr Richtung München und auch einem Großteil des Fernverkehrs Richtung Frankfurt", erklärte Kaczmarek.

Geplant ist, Gleise und Weichen zu erneuern. Dafür sollen 30 Weichen schon vormontiert angeliefert werden. Das kostet 1,3 Millionen Euro zusätzlich. "Sonst hätten wir eine doppelt so lange Sperrzeit gehabt", so der DB-Konzernbeauftragte für Berlin. "Kundenfreundliches Bauen", kurz KuBa, nennt die Deutsche Bahn das.

Ein KuBa-Projekt gibt es auch auf der Strecke zwischen Karow und Bernau im Nordosten Berlins, auf der die Brücken erneuert werden sollen. Dort sind 2020 mehrmals Sperrungen geplant, allerdings nur kurzfristig, wenn drei Hilfsbrücken ein- und ausgebaut werden - Kostenpunkt zusätzliche 1,5 Millionen Euro. Mehrfache Sperrungen sind außerdem beispielsweise auf der Bahnstrecke von Lichtenberg nach Strausberg vorgesehen und auf der von Griebnitzsee nach Potsdam.

Auch das S-Bahnnetz ist von Bauarbeiten betroffen

Auch im S-Bahn-Netz stehen zahlreiche Bauprojekte an, die Sperrungen erforderlich machen. Das gilt nicht zuletzt am Südring der S-Bahn. "Die Gleise sind fällig und müssen erneuert werden", sagte Kaczmarek. "Es geht um den wirklich sehr stark belasteten Abschnitt Tempelhof - Neukölln - Baumschulenweg." Die Bauarbeiten sollen Ende Juni beginnen, dann ist die Strecke ab Treptower Park bis Tempelhof für vier Wochen gesperrt, die von Neukölln bis Baumschulenweg sogar bis Mitte August.

Um den Zeitraum klein zu halten wird in mehreren Schichten gearbeitet, außerdem sollen im Rahmen der Bauarbeiten auch die Gütergleise genutzt werden. Dafür sind zusätzliche Weichen nötig. "Das kostet uns extra 1,3 Millionen Euro, aber wir machen es, um den Südring weitgehend in Betrieb zu halten", erläuterte Kaczmarek.

Einschränkungen sind unter anderem auch für die Gleiserneuerung auf der Strecke von Buch nach Bernau zu erwarten. Dort müssen sich Fahrgäste ab Mitte Juli für fünf Wochen auf Schienenersatzverkehr einstellen, auf der von Mahlsdorf nach Strausberg für drei Wochen ab Ende März und zwischen Priesterweg und Blankenfelde südlich von Berlin ab Ende Mai für vier Wochen.

Bereits in den vergangenen fünf Jahren hat die Deutsche Bahn in Brandenburg und Berlin nach eigenen Angaben rund 700 Kilometer Gleise erneuert und 80 Brücken modernisiert.