Verkehr

Mobilität in Berlin: „Jelbi“-App bekommt Förderung

Ein Projekt mit Berliner Hochschulen soll mehr Echtzeitdaten in die „Jelbi“-App integrieren. Geld dafür kommt vom Umweltministerium.

Über die App „Jelbi“ der BVG sind diverse Leihfirmen genauso buchbar wie die Tickets für den ÖPNV.

Über die App „Jelbi“ der BVG sind diverse Leihfirmen genauso buchbar wie die Tickets für den ÖPNV.

Foto: Paul Zinken / dpa

Der Bund will die Weiterentwicklung der Mobilitäts-App „Jelbi“ der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) finanziell unterstützen. Das Bundesumweltministerium plane „die Förderung eines Projektes in Berlin, bei dem eine bestehende Mobilitätsplattform um zusätzliche (Echtzeit-)Daten erweitert werden soll“, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Steffen Bilger (CDU) auf Anfrage des Pankower Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar (Grüne) im Bundestag. Das Ziel sei, dadurch verschiedene Mobilitätsangebote besser kombinieren zu können.

Das Umweltministerium und die Berliner Verkehrsbetriebe wollten sich zu dem Projekt auf Anfrage nicht äußern, da eine Bewilligung der Förderung noch ausstehe. Nach Informationen der Berliner Morgenpost sind an dem Forschungsprojekt neben der BVG auch die Humboldt-Universität, die Technische Universität, die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Schöneweide sowie der Softwarekonzern SAP beteiligt.

Für das Projekt sollen über die Förderinitiative „KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen“ des Umweltministeriums Mittel in Höhe von 70.000 bis 80.000 Euro beantragt worden sein. Die Chancen ständen demnach gut, dass der Antrag in Kürze bewilligt werde.

Lesen Sie auch: Jelbi-Hubs: Hier baut die BVG neue Verleihstationen

Jelbi: Berlin als „Leuchtturmprojekt“

Gelbhaar zeigte sich erfreut über die anstehende Entscheidung des Bundes. „Berlin wird als Leuchtturmprojekt für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz seinem Ziel der klimaneutralen Stadt wieder ein Stückchen näher kommen“, sagte er. Der Einsatz von Echtzeitdaten bei der Verkehrslenkung des öffentlichen Verkehrs sei ungemein lohnenswert. Berliner würden so noch umweltfreundlicher, vor allem jedoch auch schneller an ihr Ziel kommen.

„In einer Großstadt wie Berlin müssen Bus und Bahn zuverlässiger, schneller und flexibler sein als die Fahrt mit dem eigenen Auto“, sagte der radpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. Dann lohne es sich für alle Verkehrsteilnehmer umzusteigen.

Die BVG hat die Mobilitäts-App „Jelbi“ im Sommer 2019 gestartet. Damit lassen sich nicht nur Verbindungen per Bus oder U-Bahn anzeigen, sondern auch die Angebote verschiedener Sharing-Anbieter kombiniert nutzen. Mit dabei sind unter anderem der Carsharing-Dienst Miles, der Leihradbetreiber Nextbike und der E-Scooter-Anbieter Tier.

Mehr zum Thema: Berlin weitet Leihfahrradsystem auf die Außenbezirke aus