CDU-Vorsitz

Berliner CDU will glaubwürdige AKK-Nachfolge

Das Verhältnis des CDU-Landesverbandes zur Parteichefin Kramp-Karrenbauer ist reserviert. Wegner und Dregger demonstrieren Einigkeit.

Die CDU-Politiker Burkhard Dregger (l.) und Kai Wegner.

Die CDU-Politiker Burkhard Dregger (l.) und Kai Wegner.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Berlin. Wie die gesamte Partei ist auch die Berliner CDU vom angekündigten Rücktritt der Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer kalt erwischt worden. Zwar hatte es auch im Berliner Landesverband viel Kritik an AKK gegeben. Doch dass die Saarländern so reagieren würde, ahnten sie wohl nicht.

Dass das Verhältnis der Berliner zu AKK nicht sehr eng ist, macht die reservierte Reaktion des Landeschefs Kai Wegner deutlich. „Die Entscheidung der Parteivorsitzenden, nicht als Kanzlerkandidatin anzutreten und auch den Parteivorsitz abzugeben, nehme ich mit Respekt zur Kenntnis. Ich halte diesen Schritt für richtig“, sagte der Spandauer Bundestagsabgeordnete. Er biete die Chance für einen Neubeginn.

Die letzten Tage hätten viele strittige Fragen nach dem Kurs, der Ausrichtung und den Grundwerten der CDU insgesamt aufgeworfen. „Unsere Partei braucht jetzt an der Spitze eine Person, die ihr Profil gibt und die Partei wieder zusammenführt. Diese Person muss durch ihre persönliche Glaubwürdigkeit die ganze Bandbreite der Volkspartei CDU abbilden“, sagte Wegner. Der Anspruch müsse sein, starke Volkspartei der Mitte zu bleiben.

Nach AKK-Verzicht: Wegner und Dregger demonstrieren Einigkeit

Mit einem gemeinsamen Zeitungsbeitrag haben Wegner und der CDU-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus Burkard Dregger versucht, Einigkeit zu demonstrieren. Dregger war zuletzt in die Kritik geraten. Er hatte die Wahl des FDP-Ministerpräsidenten von Thüringen mit den Stimmen der AfD als demokratischen Akt bezeichnet, der nicht zu kritisieren sei. Später hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den gleichen Vorgang „unverzeihlich“ genannt.

Wegner und Dregger warben nun gemeinsam in der Berliner Zeitung für eine starke politische Mitte. „Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Ränder weiter auf Kosten der Mitte anwachsen“, schrieben Wegner und Dregger. „Die demokratischen Parteien der Mitte sind Konkurrenten, aber keine Feinde“, heißt es dort mit Blick auf SPD, Grüne und FDP weiter. „Ziel muss es sein, die Menschen wieder für die politische Mitte zu begeistern.“ Gleichzeitig machten sie deutlich, dass sie neben der AfD auch die Linke zu den politischen Rändern zählen. „AfD und Linkspartei können keine Partner für die CDU sein“, betonten sie.

Im rot-rot-grünen Lager hatten sie zuletzt eine Annäherung der CDU an die AfD ausgemacht. Das hält aber auch der Reinickendorfer Bundestagsabgeordnete Frank Steffel für abwegig. „Ich kenne niemanden in der Berliner CDU, der mit der AfD oder den Linken in irgendeiner Form zusammenarbeiten will“, sagte Steffel.

Dass sich viele Berliner Christdemokraten ein konservativeres Profil der CDU wünschen, ist bekannt. Im Auswahlprozess für die Parteispitze 2018 habe etwa die Hälfte der Mitglieder den konservativen Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz unterstützt, sagt ein Kenner des Berliner Landesverbandes. Auch der ebenfalls dem konservativen Flügel zugerechnete Gesundheitsminister Jens Spahn habe seine Anhänger.